Die ersten 8 neuen Strecken im DLC-Check

Vor Corona war Mario Kart bei mir auf der Arbeit die klassische Mittagspausenbeschäftigung. Das Spiel ist einfach zu erklären und auch Neulinge erzielen spürbar schnell Fortschritte. Also ran an den Beamer und das Pausenzimmer stürzt sich ins Mario Kart-Fieber. Wir hatten alle Cups bereits mehrmals in allen möglichen Varianten durchgespielt und hofften auf einen neuen Teil der Mario Kart-Reihe. Nun hat uns Nintendo zwar keinen neuen Ableger beschert, dafür allerdings 48 neue Strecken angekündigt. Dadurch wird die Auswahl der bisherigen Strecken verdoppelt und das Ganze ist dazu noch recht preiswert. Doch welche Strecken erwarten euch eigentlich mit der ersten Welle des DLCs?


Goldener Turbo-Cup


Die erste Strecke im Goldener Turbo-Cup ist der Paris-Parcours aus Mario Kart Tour, dem Smartphone Ableger von Mario Kart. Dem Namen entsprechend fahrt ihr in einer an Paris angelehnten Umgebung, die neben dem Arc de Triomphe auch den Eiffelturm enthält. Stilecht werdet ihr mit einer an französische Chansons angelehnten Hintergrundmusik begleitet. Auf den ersten Blick erkennt man bereits, dass ihr diese Strecke auf viele verschiedene Arten fahren könnt. Angefangen vom Kreisverkehr, der links- oder rechtsherum befahren werden kann, bis hin zu Streckenabschnitten, die sich über Abbiegungen erreichen lassen, bietet die Paris-Route grafische Vielfalt, die Vorfreude auf den nächsten Urlaub weckt. Der eigentliche Kniff der Strecke ist allerdings die dritte und letzte Runde. Diese fahrt ihr in entgegengesetzter Fahrtrichtung, sodass ihr euch vor den Kugelwillis und Piranhapflanzen der Nachzügler hüten solltet.


Paris lädt mit seinem Ausblick ein. Auf der Mini-Map werden die diversen Fahrmöglichkeiten bereits angezeigt.

© Nintendo

Wem der Mund mit neuen Strecken wässrig gemacht wurde, muss nun stark sein. Die zweite Strecke des neuen Cups ist Toads Piste aus Mario Kart 7 für den Nintendo 3DS. Wie die meisten Toad-Strecken ist auch diese hier vergleichsweise langweilig und eintönig. Weder grafisch noch musikalisch kann diese Strecke glänzen. Nach der ersten Runde taucht beim Tunnel eine blaue Rampe auf, mit der ihr anstelle des Tunnels eine kleine Flugsequenz fliegen könnt. Durch einen Kunstsprung könnt ihr so noch mal einen kleinen Geschwindigkeitsboost bekommen, verzichtet jedoch auf den Turbobalken im Tunnel. Wie bereits in Mario Kart 7 könnte diese Strecke vor allem für Neueinsteiger interessant sein, in Runden mit erfahreneren Spielern wird man sie wohl eher weniger sehen.


Deutlich spaßiger fällt der Schoko-Sumpf aus Mario Kart 64 aus. Wie bereits beim Original auf dem Nintendo 64, ist die Übersetzung des Streckentitels Schoko-Sumpf etwas irreführend, da ihr eigentlich auf einem Berg entlangfahrt und nicht in einer sumpfigen Landschaft. In der neuen Variante wirkt die Strecke nun luftiger und weniger wie ein Canyon. Zusätzliche wurde eine kleine Flugsequenz eingebaut, bei der nochmals der Gleiter zum Einsatz kommt. Die Steinschläge aus dem Original wurden ebenfalls übernommen und machen euch gegen Ende der Strecke das Leben schwerer. Durch das kurvenreiche Gelände könnt ihr hier auch wunderbar eure Driftkünste verbessern, während ihr von der Original-Hintergrundmusik, die ein wenig an Western, Saloons und Lucky Luke erinnert, begleitet werdet.


Den Abschluss des Cups bildet die Kokos-Promenade aus der Wii-Variante von Mario Kart. Hierbei fahrt in durch ein Einkaufszentrum von Super Mario Sunshine. Die Strecke wirkt grafisch abwechslungsreich und bietet wieder mehrere Varianten zum Abfahren. So könnt ihr direkt zu Beginn der Strecke wahlweise wieder die Rolltreppe nach unten nehmen oder ihr fahrt weiter oben herum und kürzt durch einen kleinen Laden ab. Besonders tückisch an der Strecke: Die Rolltreppen im Einkaufszentrum wechseln gelegentlich die Richtung. Dies ist besonders ärgerlich, wenn ihr bereits auf der Rolltreppe seid und so an Geschwindigkeit verliert.


Glückskatzen-Cup


Wie der Goldene Turbo-Cup startet auch der Glückskatzen-Cup mit einer Stadt-Strecke aus Mario Kart Tour. Dieses Mal verschlägt es die Rennfahrer auf die Tokio-Tempotour. Hierbei handelt es sich um eine Art Autobahn in Tokio, glücklicherweise aber ohne fremde Fahrzeuge. In jeder Runde wird die Strecke ein wenig abgewandelt, wodurch ihr eventuell auch den Einsatz eurer Bananenschalen überdenken solltet. Ab der zweiten Runde kommen die Mario-typischen stampfenden Steinblöcke auf der Strecke dazu, denen ihr besser ausweicht.


Das Ninja-Dojo ist dunkler gehalten und bietet optisch jede Menge Flair.

© Nintendo

In der Tokio Tempo-Tour hattet ihr noch das Glück, keine fremden Fahrzeuge im Verkehr zu haben. In der zweiten Strecke, dem Pilz-Pass aus Mario Kart DS, müsst ihr euch genau mit diesen jedoch auseinandersetzen. Die Strecke selbst ist recht kurvenreich, sodass ihr hier auch nochmals ordentlich driften könnt. Neben den anderen Fahrzeugen bewegen sich auch noch die Item-Blöcke auf der Strecke mit. Dies macht es euch sehr einfach, immer gleich zwei Blöcke auf einmal mitzunehmen, wodurch diese Strecke in einer Item-Schlacht enden kann. Die fetzige Hintergrundmusik passt hierbei perfekt zur rasanten Stimmung der Strecke.


Als dritte Strecke erwartet euch die Wolkenpiste aus Mario Kart Super Circuit. Hierbei handelt es sich um eine Wolkenlandschaft mit bohnenartigen Gewächsen. Über die Blätter einer der Ranken lässt sich so auch eine kleine Abkürzung fahren. Direkt nach Toads Piste dürfte diese Strecke die schwächste in der ersten Welle des DLCs sein. Auch hier wird grafisch wenig Abwechslung geboten und der Streckenverlauf selbst bleibt statisch. Im Gegensatz zum Original wurden auch viele Kurven entfernt, wodurch die Strecke nun insgesamt einsteigerfreundlicher sein dürfte.


Auf den ersten Blick vermutet man beim großen Finale des Glückskatzen-Cups eine neue Strecke, schließlich fehlt bei dieser Strecke die Markierung, aus welcher Plattform sie stammt. Tatsächlich scheint es sich hierbei jedoch um einen Bug zu handeln, so stammt das Ninja-Dojo aus Mario Kart Tour. Das Dojo selbst ist wohl die komplizierteste und verworrenste der neuen Touren. Es erstreckt sich über mehrere Ebenen und wird von Ninja-Guys, der Ninja Variante des Shy Guys, bewacht. Diese sind teilweise auf der Strecke zu finden und verpuffen in klassischer Ninja-Manier, wobei sie eine Bananenschale auf der Strecke zurücklassen. Darüber hinaus sind bewegliche Plattformen, Luftströme und Fallen auf der Runde verteilt.

Unser Fazit

Meinung von Philipp Freibauer

Die erste Welle des DLCs versucht aus den verschiedenen Vorgängern neue Strecken in den aktuellen Teil von Mario Kart reinzubringen. Besonders gut funktioniert dies meiner Meinung nach mit den Mario Kart Tour-Strecken, die allesamt Lust auf mehr machen. Leider gibt es auch vereinzelte Touren, die wohl nur als Füllmaterial in den DLC gewandert sind. Dazu gehören allen voran Toads Piste und die Wolkenpiste. Hier hätte man vermutlich deutlich interessantere Strecken aus dem entsprechenden Spiel finden können. Dennoch freut sich mein Mario Kart-Herz auf weiteres Streckenfutter!
Mein persönliches Highlight: Das Feeling während der Paris-Strecke, da ich Paris bereits selbst mehrfach besucht habe und mich an die einzelnen Sehenswürdigkeiten erinnere.

Meinung von Daniel Kania

Mario Kart ist eine Serie, die mir sehr am Herzen liegt. Umso mehr freue ich mich darüber, dass wir nach fünf – vom Original ausgehend nach acht – Jahren endlich etwas Neues für die Hauptreihe auf Nintendo-Konsolen erhalten. Welle 1 vom Booster-Streckenpass legt einen guten, wenn auch noch recht unspektakulären, Start für fast zwei Jahre voll von Mario Kart-Hype hin. Die für mich größte Überraschung ist die Umsetzung der Stadtstrecken aus Mario Kart Tour. Das Konzept, den Streckenverlauf abhängig von der Rundenzahl zu verändern, ist neu für die Spielereihe und wirkt vielversprechend für zukünftige Streckendesigns. Nichtsdestotrotz ist der Pilzpass aus Mario Kart DS mein Favorit aus Welle 1. Bei den dynamischen Rennen um den Autoverkehr herum fühle ich mich gleich in die Nintendo DS-Ära zurückversetzt. So nostalgisch!
Mein persönliches Highlight: Abseits vom coolen Aufbau der Stadtstrecken muss ich hier einmal den Soundtrack würdigen, der wirklich toll gelungen ist!

Meinung von Felix Eder

Mich konnte die erste DLC-Welle nur teilweise überzeugen: Positiv hervorzuheben ist der äußerst günstige Preis sowie die Musikabteilung, die tatsächlich für jede Strecke einen neuen gelungenen Remix komponiert hat. Die Qualität der Strecken ist jedoch, auch im direkten Vergleich mit den damaligen Wii U-DLC-Strecken aus Mario Kart 8, unterdurchschnittlich. Wie kann es sein, dass die Gras- und Sandtexturen von Toads Piste sogar am Nintendo 3DS (!) besser aussehen als auf der Nintendo Switch? Da auch der bei den Toad-Ballons ansehnliche 3D-Effekt wegfällt, frage ich mich ohnehin, wieso ausgerechnet diese generische Strecke als DLC ausgewählt wurde. Grafisch ist bei den neuen DLC-Strecken ein deutlicher Qualitätsabfall bemerkbar und auch neue Antigravitations-Passagen sucht man vergeblich. Mehr Mühe hat sich Nintendo bei der Kokos-Promenade gegeben, die jedoch leider einige Änderungen erhalten hat, die mir ebenfalls nicht so gut gefallen. Das Wichtigste: Spaß machen die Strecken jedoch trotzdem und ich hoffe, dass die Strecken der nächste Booster-Welle besser überzeugen können und diese erste Welle die schwächste bleibt.
Mein persönliches Highlight: Das Ninja-Dojo, die Wolkenpiste und der Paris-Parcours sind für mich die besten neuen DLC-Strecken.

Bestelle dir jetzt Mario Kart 8 Deluxe über unsere Onlineshop-Partner

Online kaufen

Die durchschnittliche Leserwertung

147 User haben bereits bewertet

Kommentare 11

  • saurunu

    SSB #hypebrigade

    Zitat

    Das Wichtigste: Spaß machen die Strecken jedoch trotzdem und ich hoffe, dass die Strecken der nächste Booster-Welle besser überzeugen können und diese erste Welle die schwächste bleibt.

    Na ja grafisch werden wohl alle Boosterwellen in diese Kerbe schlagen. Da bin ich mir ziemlich sicher.

  • LegendaryFabii

    Turmadliger

    Die Mario Kart Tour-Strecken haben mich persönlich sehr überrascht und wissen zu gefallen. Ansonsten sind noch der Schokosumpf und Kokos-Promenade meine Favoriten. Grafisch bin ich trotzallem zufrieden bzw stört es mich nicht, solange ein Mario Kart XYZ wieder einen grafischen Schritt nach vorne macht

  • Fang

    Turmbaron

    Zitat

    Deutlich spaßiger fällt der Schoko-Sumpf aus Mario Kart 64 aus. Wie bereits beim Original auf dem Nintendo 64, ist die Übersetzung des Streckentitels Schoko-Sumpf etwas irreführend, da ihr eigentlich auf einem Berg entlangfahrt und nicht in einer sumpfigen Landschaft.

    Die Strecke hieß im Original auch Choco Mountain.

  • Felix Eder

    I can see the future

    Na ja grafisch werden wohl alle Boosterwellen in diese Kerbe schlagen. Da bin ich mir ziemlich sicher.

    Vermutlich ja... aber was die Umgebungsdetails angeht, gibts auch innerhalb der ersten Welle Unterschiede bei den Strecken. Und vielleicht baut Nintendo ja doch noch bei der ein oder anderen Retro-Strecke Antigravitations-Passagen ein (hätte sich beim Schoko-Sumpf am Rand oder bei der Wolkenpiste eigentlich echt angeboten).

  • Sebi.L.

    Turmfürst

    Ich finde Ninja Dojo und Paris richtig stark umgesetzt. Im Nachhinein bin ich also umso glücklicher, Mario Kart Tour nicht wirklich gespielt zu haben.

  • Phalacro

    Turmritter

    Mir gefällt der DLC sehr gut, gelungene Mischung aus einfachen und schwierigeren Strecken. Mein Highlight ist Tokio. Toads Piste hat mir nicht so gut gefallen - die wirkt wie kurz vor Feierabend noch schnell fertig gestellt.

  • Philipp Freibauer

    Redakteur

    Die Strecke hieß im Original auch Choco Mountain.

    Im Englischen heißt die Strecke Choco Mountain, da hast du recht. Auf Deutsch heißt die Strecke aber komischerweise immer Schoko-Sumpf, obwohl ja Mountain eigentlich Berg und nicht Sumpf ist :)

  • FloFibonacci

    Turmheld

    Hmm also ich bin sehr zufrieden. Aber: Warum hat Nintendo nicht die Wände im Schoko-Tal bzw. in der Promenade für Anti-Gravity genutzt? Und warum ist die Flugpassage der Wolkenstrecke nicht viel länger, hätte sich doch so angeboten. Und: Die Gras-Texturen auf Toads Strecke oder im Pilz-Pass hätten besser sein können.

  • JoeGo87

    Turmknappe

    Philipp Freibauer


    Wurde die N64 Version von MK übersetzt? Ich habe irgendwie in Erinnerung, dass es auch in der PAL Version nur auf Englisch war!?

  • Philipp Freibauer

    Redakteur

    Philipp Freibauer


    Wurde die N64 Version von MK übersetzt? Ich habe irgendwie in Erinnerung, dass es auch in der PAL Version nur auf Englisch war!?

    ich möchte es jetzt nicht schwören, ich müsste vorher vermutlich mein N64 suchen gehen. Aber zumindest wird in YouTube Videos auch der deutsche Name verwendet.

  • AinoHinode

    Turmheldin

    Also wir hatten Mario Kart 64 und ich hab das als Kind regelrecht gesuchtet. Da war alles auf Englisch. Weiß noch wie ich "Retri" zu Retry sagte, wenn ich mal zu schlecht gespielt hatte. Müsste auch so auf der VC-Version auf meiner Wii so sein.

    Aber was sich die Übersetzer mit Schoko-Sumpf dachten, konnte ich nie verstehen. Selbst als Kind wusste ich, dass Mountain Berg heißt und hat auch Sinn ergeben bei der Strecke. Und damals hatten wir noch kein Englisch an der Grundschule.