Auf ins Katzenwunderland!

Als die kleine Catie von einem merkwürdigen Geräusch geweckt wird, verlässt sie ihr Kinderzimmer und schreitet vor die Tür des Hauses, wo sie eine merkwürdig gekleidete weiße Katze erspäht, die gestresst auf ihre Taschenuhr blickt. Die Katze springt in ein Loch, das sich im Boden auftut, und Catie fasst sich ein Herz und springt hinterher. Nach einem tiefen Fall findet sie sich in einer wundersamen, wenngleich skurrilen Welt wider, in der sich zwar nicht alles, aber doch so manche Dinge ganz um Katzen drehen. Na, kommt euch dieser Auftakt in ein schräges Abenteuer nicht auch irgendwie bekannt vor? Catie in MeowmeowLand wurde von keiner geringeren Geschichte inspiriert als Alice im Wunderland. Das Point-and-Click-Adventure von Entwickler ARTillery und Publisher Blowfish Studios entführt euch in den merkwürdigen Fiebertraum eines kleinen Mädchens. Kann das schräge Setting dem angestaubten Point-and-Click-Genre zu neuen Höhenflügen verhelfen oder sollten wir diese Katze lieber im Sack lassen?


Mit dem Katzensurfer geht es weiter zum nächsten Level. Die Raupe schaut ganz verdutzt...

© Blowfish Studios / ARTillery

Nachdem Catie von einer gigantischen Katze verschluckt und in Windeseile wieder ausgeschieden wird, hat sie ihr Ziel fest vor Augen: So schnell es geht wieder nach Hause gelangen. Der Weg dorthin ist in insgesamt 24 Level unterteilt, die sich in der Regel auf einem einzigen Bildschirm abspielen. Catie wird von irgendeinem Wesen oder Objekt daran gehindert, den nächsten Abschnitt zu erreichen, und es ist eure Aufgabe, ihr den Weg durch Anklicken diverser Gegenstände und Kreaturen zu ebnen. Gelegentlich scrollt der Bildschirm auch in einem Level weiter, solch umfassende Level, die quasi eine kleine Handlung erzählen, sind jedoch eher die Ausnahme. Gesteuert wird das Ganze mittels eines Cursors, den ihr entweder mit dem linken Stick oder den Pfeiltasten bzw. dem Steuerkreuz bewegt – mehr braucht es nicht. Dadurch könnt ihr gefühlt jeden Stein umdrehen, Gegenstände an diversen Objekten ausprobieren und mit sämtlichen Lebewesen interagieren, um Catie nach Hause zu begleiten.


Und hier liegt meiner Meinung auch das Problem an Catie in MeowmeowLand, was sicherlich nicht jedem Point-and-Click-Fan gefallen dürfte. Während die skurrilen Szenarien, in denen sich Catie wiederfindet, mit all den verrückten Figuren und den Geräuschen, die diese von sich geben, für den ein oder anderen Lacher sorgen können, sind die Rätsel leider ebenso skurril. Wer es also von Point-and-Click-Adventures gewohnt ist, sein Hirn anzustrengen, um knifflige Rätsel zu lösen und sich dann selbst auf die Schulter zu klopfen, sollte dies geglückt sein, wird hier meistens eher mit wildem Herumprobieren ans Ziel gelangen. Auf diese Weise kann euch das Spiel zwar immer wieder mit merkwürdigen Geschehnissen überraschen, jedoch empfand ich es persönlich als wenig befriedigend, die meisten Rätsel nur durch Trial and Error zu lösen. Wem dies nichts ausmacht, wird jedoch trotzdem Spaß an dem Titel haben.


Grafisch entführt uns Catie in MeowmeowLand in eine wunderschön handgezeichnete Welt, die viel Liebe zum Detail mit sich bringt und in der die verrückten Figuren und Schauplätze voll zur Geltung kommen. Wie bereits erwähnt wird die Skurrilität durch komische Geräusche, die euch auf eurer Reise begleiten, untermalt. Solltet ihr jedoch länger an einem Rätsel sitzen, können die Geräusche irgendwann doch etwas nervig werden. Die 24 Level lassen sich übrigens locker in maximal zwei bis drei Stunden durchspielen, sollte man nicht allzu lange herumprobieren müssen, lassen sich sogar die zwei Stunden unterbieten. Bis auf ein paar versteckte Edelsteine, die ihr in der Credit-Sequenz verwenden könnt, bietet der Titel leider auch keinen großen Wiederspielwert, vor allem da die auf anderen Plattformen verfügbaren Achievements auf der Nintendo Switch wie gewohnt fehlen. Ob das Preisschild von 11,99 Euro trotzdem gerechtfertigt ist, müsst ihr selbst entscheiden.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Philipp Pöhlmann

Catie in MeowmeowLand präsentiert uns eine wunderbar schräge Welt voller skurriler Orte und Begegnungen. Das Point-and-Click-Adventure setzt dabei jedoch leider nicht auf Rätsel, die ihr durch Anstrengung der grauen Zellen lösen könnt, sondern verlangt von euch eher wildes Herumprobieren, bis endlich die eine Lösung gefunden wird. Das mag sicher diejenigen, die nur an den Schauplätzen und Kreaturen interessiert sind, nicht sonderlich stören, Fans anderer Vertreter des Genres dürften von der Probiererei jedoch nicht sonderlich begeistert sein. Punkten kann der Titel vor allem durch die liebevoll handgezeichnete Optik, wenngleich die Erfahrung mit rund zwei bis drei Spielstunden nicht sonderlich lange ausfällt und keinen wirklichen Wiederspielwert bietet.
Mein persönliches Highlight: Die zahlreichen Wege, wie die Entwickler Katzen in die Level eingebaut haben.

Die durchschnittliche Leserwertung

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