Kunterbunter Pizza-Spaß mit kleinen Problemen in der Rezeptur

Ein gutes Videospiel, ein eisgekühltes Getränk und eine Pizza frisch geliefert – So und nicht anders stellen sich viele einen gelungenen Spieleabend vor. Why Pizza? sorgt zumindest schon im Titel für die abendliche Pizza. Ob es aber ein gelungener Platformer ist, ist damit noch nicht sicher. Wir haben den Test gemacht und können euch sagen, wie viel gute Pizza in diesem Spiel wirklich steckt.


So viele verrückte Möglichkeiten stehen zur Wahl. Langer oder kurzer Hals, das kommt ganz auf die eigene Technik an.

© Marginal act / Sometimes You

Why Pizza? ist ein Puzzle-Platformer der besonderen Art sowohl in Sachen Gameplay als auch Ästhetik. Ihr spielt einen Lieferburschen, der in einem Level eine Pizza zu einem Kunden an die Tür liefern soll. Der Auftrag ist klar und auf eurem Weg begegnet ihr auch anderen, quietschbunten Charakteren der Stadt – So werdet ihr schnell vom Lieferjunge zur Quasseltante. Auf dem Weg zum Haus eures Kunden warten aber nicht nur Gespräche oder Nebenaufgaben. Ihr müsst den Parcour der Stadt überwinden, um die Tür zu erreichen. Eins sage ich euch – so schnell wie man in dieser Stadt stirbt, ist noch keine Pizza geliefert worden. Lavabecken, Monster und andere Hindernisse warten auf einen kompetenten Kurier.


Der Clou hinter diesem Platformer steckt in den spielbaren Charakteren selbst. Ihr habt die Wahl zwischen vielen verschiedenen, riesenköpfigen Lieferburschen mit abnorm langen Hälsen. Die Köpfe sind nach verschiedenen Zutaten einer Pizza orientiert (wer auch immer eine Gurke oder Banane auf der Pizza haben möchte). Während ihr durch die Welt rennt und springt, wackelt euer Kopf auf dem viel zu langen Hals hin und her. Ihr könnt den Kopf sogar mit einer Spezialfähigkeit fixieren und euren Körper dann einfach wie ein Gummiband weiterschießen. Versteht diese coolen Köpfe nicht falsch. Sie sind nicht nur zur Hilfe da. Nicht selten steckt ihr irgendwo fest, weil euer Kopf sich blöd verklemmt hat. Ihr müsst also lernen, mit eurem Kopf zu arbeiten und so zum Ziel gelangen.


An sich ist die Idee des Spiels genial und voller Humor. Sowohl Neulinge als auch Veteranen des Genres werden großes Vergnügen an dem teils sehr knackigen Spiel finden. Durch die beliebige Auswahl eines Charakters vor jedem Level lässt sich auch gut experimentieren. Charaktere mit kürzeren Hälsen bleiben weniger stecken, können aber zum Beispiel nicht so weit fliegen, wenn sie mit dem in-game Finger fixiert wurden. Lange Hälse dagegen bieten zwar eine sehr hohe Reichweite, sind aber dermaßen unflexibel in engen Gängen, dass die Pizza gefühlt gefroren beim Kunden ankommt.


Fixieren und Schuss: Manchmal überwindet ihr so unliebsame Hindernisse.

© Marginal act / Sometimes You

Das Spiel scheitert leider an der Steuerung, die sowohl nicht vergebend als auch teilweise unpräzise wirkt. So ist es mir mehrfach passiert, dass der Sprung-Knopf nicht reagiert hat, obwohl ich noch am Boden war und dieser hätte reagieren müssen. Die Level sind auch teilweise recht lang – Checkpoints sind aber keine eingebaut. Wenn man also stirbt, muss man das ganze Level von vorn beginnen. Besonders Level mit Side-Quests sind dabei ein Ärgernis. Wenn ein Level in einem Durchgang fünf bis zehn Minuten lang ist und man häufiger kurz vor Ende stirbt, ist es einfach frustrierend und raubt einem so schnell den Spaß, wie man eine kleine Pizza vertilgt.


Glänzen kann das Spiel auf der anderen Seite mit einem spannenden Aufbau der Level und einem sehr eigenartigen, aber absolut genialen Grafikstil. Ihr könnt Side-Quests annehmen, die meist überhaupt nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Ihr liefert einfach andere Sachen als Pizza von A nach B. Die Dialoge dabei sind absurd und nehmen sich selbst nicht allzu ernst. Auch mit verschiedenen auffindbaren oder sammelbaren Items wird für eine gewisse Vielseitigkeit gesorgt.


Grafisch wurde eine Art Kinder-Comic-Stil genutzt. Alles wirkt handgezeichnet und ist so bunt, dass ihr das Gefühl bekommt, direkt in den wildesten Fantasien eines Pizza-verrückten Kindes gelandet zu sein. Dabei wirkt alles nicht nur bunt, sondern auch durchdacht komisch. Das Spiel versucht aber nicht nur witzig zu sein, sondern auch eine interessante Herausforderung zu bieten. Die Musik ist passend zum Spiel abgemischt, wirkt aber ebenso wie die Welt überladen. Ein bisschen zu viel Reizüberflutung für meinen persönlichen Geschmack, zum Glück konnte ich die Konsole ja leiser machen.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Simon Münch

Why Pizza? Eine Frage, die sich definitiv mit dem Sinn des Lebens beschäftigt. Dieser Puzzle-Platformer versucht herausfordernd, witzig und vor allem einzigartig zu sein. Diese Dinge gelingen Why Pizza? durchaus. Unangenehme Gameplay-Entscheidungen sorgen aber oft für Frustration: Ich will nicht mehrfach ein zehnminütiges Level spielen, nur damit ich wegen der fehlenden Sprungaktion wieder von vorne starten muss. Der grafische Stil ist ein Zuckerschock für Augen und Ohren, was perfekt zu dem Humor passt, den das Spiel zu vermitteln versucht. Fans von kleinen Platformern werden hier sicherlich Spaß finden. Andere Spieler, die eher einen dünnen Geduldsfaden haben, sollten sich lieber von diesem Pizza-Spiel distanzieren und selbst eine richtige Pizza bestellen.
Mein persönliches Highlight: Die absolut absurden Charakterdesigns.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • mrcb

    Turmheld

    Viele Kinder wollen jetzt bestimmt das neue "Spongebob". Spiel haben ;)