Unser Test zum Spiel: Yu-Gi-Oh! 5D's Master of the Cards

Es ist Zeit für ein Duell! Als ich ein pubertierender Teenager war (lang ist's her), habe ich meinen Klassenkameraden oftmals diesen Spruch an den Kopf geworfen und die Karten auf den Tisch geklatscht. Nachdem ich dann meine Wunden verbunden und mit dem Weinen aufgehört hatte, entschied ich mich dann doch lieber dazu, den Fernseher einzuschalten und die Yu-Gi-Oh-Serie zu verfolgen. Diese existiert auch heute noch und das dazugehörige Kartenspiel natürlich ebenso. Mittlerweile duellieren sich die Kids mit über 4500 Karten. Und nicht nur die, auch die Älteren (beispielsweise ich) spielen es noch gerne. Darum ist die Freude umso größer, wenn eine Videospielumsetzung in den Handel kommt, die alle Karten beinhaltet und mir viel Geld spart (und eine Tracht Prügel verhindert). Mit Yu-Gi-Oh 5D's - Master Of The Cards erscheint nun ein neuer Wii-Titel, welcher sich nur auf das Kartenspielen konzentriert und die Motorradfahrten aus dem Vorgänger wieder aus dem Konzept genommen hat. Ich habe mir den Titel genauer angeschaut...

Die Story dürfte wohl niemanden überraschen: Ihr seid irgendeine Person, die nichts mit der Serie zu tun hat und werdet zu einem Turnier eingeladen, bei dem es darum geht, wer der beste Duellant der Welt ist. Hierbei könnt ihr entscheiden, ob ihr ein Mädchen oder ein Junge seid und sogar aus verschiedenen Charakteren auswählen. Seid ihr also lieber der Badass-Duellant oder ein liebes, süßes Mädchen? Entscheidet selbst. Nun wird euch euer Anfangsdeck gegeben, mit dem es in den ersten Kämpfen keine Probleme geben sollte. Die im Kampf gewonnen DP (Duell-Punkte) sollten trotzdem intelligent genutzt werden. Sie werden benötigt, um sogenannte Booster zu kaufen, also Päckchen mit neuen Karten. Im Laufe des Spiels schaltet ihr nach und nach Pakete mit besseren und nützlicheren Karten frei. Doch wie funktioniert das Kartenspiel eigentlich?

Beginnen wir doch damit, dass jeder Duellant 8000 Lebenspunkte hat. Diese müssen auf Null gebracht werden, um zu siegen. Andere Siegbedingungen sind, dass einer der Spieler aufgibt oder keine Karte mehr hat, die er von seinem Deck ziehen könnte. Dann gibt es noch verschiedene Karten, die einen Spieler zum Sieger erklären, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Doch diese nun alle zu nennen wäre zu umständlich. Die Karten an sich sind in verschiedene Gruppierungen unterteilt: Monster-, Zauber- und Fallenkarten. Erstere werden auch noch einmal unterteilt in normale Monster, Effektmonster, Synchron- und Fusionsmonster. Mithilfe dieser Karten wird im Spiel „gekämpft“. Denn jede hat einen bestimmten Angriffs- und Verteidigungswert sowie eine Monsterstufe von 1 - 12. Zauber- und Fallenkarten haben verschiedenste Effekte, welche entweder mal ein Monster zerstören, die eigenen Monster stärken oder die gegnerischen Karten abwehren. Gespielt wird abwechselnd; zu Beginn des Duells ziehen beide Spieler fünf Karten, zu Beginn jeder Runde dann eine weitere (auch hier gibt es Karteneffekte, die dies beeinflussen). Nun beginnt der wesentliche Teil: Platziert Karten, greift an oder verstärkt eure Abwehr. Das Grundprinzip klingt und ist auch simpel, doch es lassen sich unglaublich ausgeklügelte Taktiken kreieren. Dies macht das Kartenspiel so abwechslungsreich und beliebt, denn keine Runde ist wie die vorherige. Glück, Taktik und ein wenig Aufmerksamkeit entscheiden hierbei alles (und laut der Anime-Serie spielt das "Herz der Karten“ auch eine wichtige Rolle...).

Diese Kartenduelle sind in Yu-Gi-Oh 5D's - Master Of The Cards nahezu makellos umgesetzt. Ihr könnt zum Beispiel einstellen, wie schnell die Animationen ablaufen, womit auch ein schnelles Duell garantiert ist. Die Effekte bzw. Beschreibungen der Karten stehen am linken Bildschirmrand, ihr könnt sie euch aber auch detaillierter anzeigen lassen. Nervig ist die ständige Einblendung, ob ihr eine eurer Karten aktivieren möchtet. Doch das ist nun einmal notwendig, damit ihr auch im richtigen Moment die richtige Karte nutzen könnt. Die KI wurde im Vergleich zu den PSP-Spielen deutlich verbessert. So denkt der gegnerische Duellant auch mal lieber an seine Abwehr, statt wie ein Wahnsinniger anzugreifen, selbst wenn er dadurch offensichtlich verliert. Leider "denkt“ er manchmal ein wenig zu lang nach, aber wirklich störend ist dies nicht. Im Gegenteil, so bekommt ihr irgendwie das Gefühl, eine echte Person vor euch zu haben. Die Organisation des eigenen Decks ist dank einer guten Such- und Filterfunktion sehr einfach und übersichtlich gestaltet. Doch nun zum schlechten Teil: Dem Story-Part. Selten habe ich mir gewünscht, dass ich einfach von Duell zu Duell gequatscht werde und fertig ist. Aber nein, man musste ja unbedingt etwas total neues ausprobieren. Ich stelle mir den Ideenfindungsprozess ungefähr so vor:
„Mensch, wir brauchen etwas für den Story-Modus von Yu-Gi-Oh 5D's Master Of The Cards. Irgendwer eine Idee?“
„Ja! Ich! Wir machen es so: Ein Hexagon-Feld, auf dem sich der Spieler fortbewegen muss. Doch um sich bewegen zu können, muss er vorher mit einem Roulette die Anzahl der Schritte, die er laufen, darf auswürfeln!“
„Und wenn er die Schritte aufgebraucht hat?“
„Würfelt er halt wieder! Klingt doch spaßig, oder?!“

Ich sage nur so viel: Es ist nicht spaßig! Auf keinen Fall! Es ist schon nach der ersten Stage nervig, die ganze Zeit würfeln zu müssen wie ein Bekloppter, nur um voranzukommen. So watschelt ihr von Gegner zu Gegner, sammelt Items auf und würfelt weiter. Das hätte man wirklich besser machen können. Auch ist die Story an sich nicht wirklich überraschend und ziemlich vorhersehbar. Fans der Anime-Serie freuen sich jedoch über einige bekannte Gesichter. Doch eines der Glanzstücke ist wohl der Online-Modus. Dieser läuft äußerst flüssig und ihr könnt euch Gegner auf eurem Rang suchen. Des Weiteren könnt ihr natürlich auch gegen eure Freunde antreten. Das wird wohl der meistgespielte Modus sein, denn schließlich möchte man sein Können der Welt präsentieren, nachdem man sich ein ordentliches Deck gebastelt hat!

Grafisch reißt Yu-Gi-Oh 5D's – Master Of The Cards absolut keine Bäume aus. Die Animationen, die in den Kämpfen zu sehen sind, sehen eher mittelmäßig und genau wie auf der PSP aus. Auch die Kartenbilder sind immer ein wenig verschwommen und nicht in voller Größe anzuschauen. Der „Kampfbildschirm“ ist ebenfalls eher schlicht gehalten, auch wenn er wirklich „nett“ aussieht. Zweckmäßig und okay, so wie es ist. Schade nur, dass es keine Kampfanimationen zwischen den Monstern gibt. Natürlich gibt es Tausende von Monstern, die animiert werden müssten, aber die Mühe würde sich lohnen. Selbst auf der PSOne und der PS2 gab es Kampfsequenzen. Klar, damals waren es weniger Karten, aber ein wenig enttäuschend ist es trotzdem.

Hier verhält es sich ebenso wie mit dem Grafik-Bereich. Es gibt keine Musikstücke, die euch wirklich umhauen, schlecht sind sie aber nun auch nicht. Während der Kämpfe dudelt es so vor sich hin, wenn sich das Duell dem Ende neigt, wechselt das Musikstück und es wird ein wenig actionreicher. Sprachausgabe gibt es leider auch keine.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Eric Sohr

Ich habe ehrlich gesagt lange keine Yu-Gi-Oh-Kartenduelle gehabt und war somit auch mit mancher neuen Regel überfordert. Doch dank den ausführlichen Erklärungen, die ihr aufrufen könnt, konnte ich mich wieder reinfuchsen und hatte richtig viel Spaß. Natürlich ist es schade, dass Sound und Grafik ein wenig an 2006 erinnern. Aber da die Duelle im Mittelpunkt stehen, sollte dies kein Hindernis für Fans der Serie sein. Mit, wie bereits erwähnt, über 4500 Karten habt ihr einiges zu tun, bis ihr euer perfektes Deck zusammengestellt habt. Und selbst dann habt ihr noch einiges vor euch, denn echte Profis haben nicht nur ein Kartendeck. Dank des grandios funktionierenden Online-Modus' ist hier natürlich noch mehr Motivation gegeben. Darum wiederhole ich mich gerne: Es ist Zeit für ein Duell!

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