Die etwas andere Klassiker-Sammlung

Capcom und Fighting Games, das gehört zusammen wie das Amen in der Kirche. Kaum ein Entwicklerstudio hat das Genre in seiner Geschichte so geprägt wie das japanische Unternehmen mit dem goldenen Logo. Vor allem die ikonische Street Fighter-Serie war wegweisend für die Entwicklung des klassischen Eins-gegen-Eins-Prüglers. Doch abseits von Street Fighter gibt es noch ein paar weitere Spielereihen aus dem Hause Capcom, die insbesondere in den Arcade-Hallen erfolgreich waren. Einige eben dieser weniger bekannten Serien sind jetzt mit der Capcom Fighting Collection für die Nintendo Switch erhältlich. Wir klären in unserem Test, wie sich die etwas andere Klassiker-Sammlung auf der Hybridkonsole schlägt.


10 Arcade-Klassiker in moderner Aufmachung


Wenn ihr das Spiel startet, gelangt ihr nach einer kurzen Intro-Sequenz zunächst in ein Übersichtsmenü, in dem ihr entscheidet, ob ihr online oder offline spielen möchtet. Anschließend wählt ihr eines der insgesamt 10 Spiele der Sammlung aus. Folgende Spiele sind in der Capcom Fighting Collection enthalten: Darkstalkers: The Night Warriors, Night Warriors: Darkstalkers’ Revenge, Vampire Savior: The Lord of Vampire, Vampire Hunter 2: Darkstalkers’ Revenge, Vampire Savior 2: The Lord of Vampire, Red Earth, Cyberbots: Fullmetal Madness, Super Puzzle Fighter II Turbo, Super Gem Fighter Mini Mix, Hyper Street Fighter II.


Darkstalkers-Fans kommen mit der Sammlung voll auf ihre Kosten.

© Capcom

Von diesen Spielen liegen insgesamt acht in einer englischsprachigen US-Version und einer japanischen Version vor. Da Vampire Hunter 2 und Vampire Savior 2 nur in Japan veröffentlicht wurden, gibt es für diese Spiele im Paket nur die japanischen Originalfassungen. Darkstalkers, Night Warriors und die drei Vampire-Spiele sind dabei Teil eines gemeinsamen Universums, das sich vor allem durch die eigenwilligen Protagonisten auszeichnet. Denn hier stürzt ihr euch nicht mit menschlichen Charakteren ins Getümmel, sondern übernehmt die Kontrolle über verschiedene Kreaturen, die so aussehen, als seien sie direkt aus Draculas Schloss entlaufen. Hierzu zählen unter anderem Werwölfe, verfluchte Samurai und ein Geist, dessen Essenz durchgängig hin und her wabert. Die Kämpferriege ist so angenehm abwechslungsreich undbietet tatsächlich auch Facetten, die ihr so in anderen Fighting Games eher selten seht. Hinzu kommt, dass die Darkstalkers-Spiele in der Sammlung dank eines aufwändigen Pixel-Looks durchweg sehr gut gealtert sind. Einziges Manko: Die Varianz innerhalb der Reihe fällt eher bescheiden aus. Zwar wurden den Spielen schrittweise schnellere Spielmodi und ein paar zusätzliche Kämpfer spendiert, insgesamt bleibt das Spielerlebnis aber weitgehend gleich.


Das lässt sich allerdings verschmerzen, denn die fünf weiteren Spiele der Capcom Fighting Collection bieten euch dafür umso mehr Varianz. Mein persönliches Highlight in der Sammlung ist dabei zweifelsohne Red Earth. Der Arcade-Titel ist nicht nur optisch eine Augenweide, sondern legt als einziges Spiel der Sammlung den Fokus auf seine Handlung. Diese kombiniert dabei wild klassische Fantasy mit europäischer Mythologie und Sci-Fi-Elemente und bietet euch so ein recht einzigartiges Szenario. Auch in anderer Hinsicht ist das Spiel kein klassischer Prügler: Mit nur vier Charakteren fällt die Charakterriege sehr klein aus. Dafür könnt ihr eure Helden aufleveln und so weitere Fähigkeiten freischalten. Die werdet ihr auch brauchen, denn die Gegner, denen ihr euch im Verlauf der Handlung stellt, können es in sich haben. In Kombination mit der Tatsache, dass Red Earth vorher noch nie für eine Heimkonsole portiert wurde, bietet euch die Collection hier also einen echten Mehrwert.


Ein ebenso interessantes Szenario bietet euch Cyberbots: Fullmetal Madness. In dem futuristischen Fighting Game steuert ihr Mechs, die gegeneinander antreten. Neben der Wahl des Piloten entscheidet hier auch die Wahl des Kampfroboters über Sieg und Niederlage. Das Spiel fällt im direkten Vergleich zu den anderen Teilen der Collection aber leider etwas ab. Das Bewegungsrepertoire ist sehr begrenzt und gerade im Einzelspieler-Modus ist das Spiel kaum herausfordernd. Als Dreingabe für Mech-Fans kann man sich Cyberbots aber mal ansehen.


Red Earth erscheint das erste mal überhaupt für Heimkonsolen.

© Capcom

Die letzten drei Spiele der Sammlung entstammen allesamt dem Street Fighter-Universum. Super Puzzle Fighter II Turbo ist eigentlich kein Fighting Game, sondern ein Puzzle-Spiel, das etwas an Tetris angelehnt ist. Verniedlichte Kämpfer aus Street Fighter stehen dabei in der Mitte und machen je nach Verlauf der Eins-gegen-Eins-Partie Angriffsmanöver. Das zugrundeliegende Spielprinzip erinnert dabei stark an Tetris, ist sehr motivierend und eignet sich perfekt für eine portable Konsole wie die Nintendo Switch. Super Gem Fighter Mini Mix kombiniert den Look des Puzzle-Spiels mit der klassischen Street Fighter-Formel, kombiniert diese aber noch mit den namensgebenden Gems, die in Partien eingesammelt werden können und zusätzliche Angriffe erlauben. Den krönenden Abschluss der Sammlung bildet Hyper Street Fighter II, eine umfangreiche Neuauflage des Klassikers, die erstmals anlässlich des 15-jährigen Jubiläums veröffentlicht wurde und gemeinhin als ultimative Fassung des Titels gilt.


Die Emulation der zehn Spiele ist auf sehr hohem Niveau. Fehler oder Eingabeverzögerungen sind mir nicht negativ aufgefallen. Zudem hat Capcom jedem der Titel eine individuelle Umrandung spendiert, mit der die freie Fläche am Bildschirmrand gefüllt wird. Daneben ist ein Museum enthalten, mit dem ihr euch Artworks zu den enthaltenen Titeln anschauen könnt. Technisch wie audiovisuell bietet euch die Capcom Fighting Collection damit ein rundes Paket.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Adis Selimi

Die Capcom Fighting Collection bietet euch einen interessanten Mix aus Prügel-Klassikern. Von den Darkstalkers-Spielen über Red Earth und Cyberbots bis hin zum Street-Fighter-Universum erwartet euch eine abwechslungsreiche Zusammenstellung verschiedener Arcade-Titel. Wie schon bei früheren Capcom-Sammlungen weiß die technische Umsetzung zu überzeugen. Abzüge gibt es dafür, dass die Sammlung recht Darkstalkers-lastig geraten ist und sich die fünf Spiele der Reihe nur moderat unterscheiden. Dafür glänzen die anderen fünf Titel mit sehr unterschiedlichen Ansätzen und Konzepten. Wer ein Stück Arcade-Geschichte erleben möchte, kommt um die Capcom Fighting Collection nicht herum.
Mein persönliches Highlight: Ganz klar: Endlich Red Earth für Konsolen!

Awards

Spiele-Hit Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

2 User haben bereits bewertet

Kommentare 6

  • Sib

    Master of Desaster

    Mich würden die Crossover Spiele mehr reizen. Gibt ja mit Marvel, Tekken, SNK sowie Tasunoko ja vier (bzw. sieben) gute Spiele

  • Mallenaut

    Turmknappe

    Die Collection werde ich auf jeden Fall beim nächsten Sale mitnehmen.

  • EdenGazier

    Prinzipal der Spiele

    Mallenaut


    definitiv, finde die auch ein wenig überspitzt zu teuer.

  • Brommel

    Turmheld

    Habe mir bei Play-Asia die Capcom Fighting Collection [Fighting Legends Pack] bestellt. Da ist es mit bei.
    Freue mich schon wie Keks auf Red Earth :kirby_happy:

  • nec3008

    Turmbaron

    Das hier auch wieder Street Fighter verwurstet wurde, obwohl die Reihe ihre eigene Collection hat find ich schon grenzwertig, auch wenn's Capcoms bekannteste Marke ist bei Fightinggames.

    Es ist natürlich auch blöd, wenn 5 von den Spielen sich fast gar nicht unterscheiden, außer im Detail.

    Aber mal schauen, wird bei einem Sale vielleicht mal mitgenommen.

  • Terranigma

    ꧁Synthwave꧂

    Wird schon allein wegen Super Puzzle Fighter II Turbo gekauft.