Bärenstarker Einsatz für die Natur

Eigentlich ist das Action-Adventure LumbearJack in einem Satz erklärt: Ein Bär zieht mit einer Axt los und zerhackt alles, womit der Mensch die Natur zerstört hat und gibt jedem menschlichen Wesen am Ende noch eine Ohrfeige, damit diese wieder zur Vernunft kommen. Klingt einfach? Ja. Klingt langweilig? Keineswegs! Ich hab mir das kurze Abenteuer angesehen und hatte selten so viel Spaß mit einem so charmanten Spiel wie diesem!


Unser Bär ist allseits bereit, den Menschen zu zeigen, wo es lang geht.

© Armor Games Studios

Ihr kennt das Gefühl sicher auch, oder? Der Mensch zerstört die Natur, baut hier und dort Gebäude, verschmutzt Gewässer und Ozeane mit Öl und anderem Müll, was einen richtig zur Weißglut treiben kann. Wenn wir Menschen darüber schon empört sind, wie fühlen sich dann wohl die Tiere, deren Lebensraum immer kleiner wird? Die Frage haben sich sicher auch die Entwickler des Spiels LumbearJack gestellt und einem großen Braunbären kurzerhand eine Axt in die Hand gedrückt. Mit der geht das bullige Säugetier nämlich auf Menschenjagd. Nun ja, zumindest lässt er ihnen eine ordentliche Schelle zurück, um ihnen klarzumachen, was sie eigentlich mit ihren Bulldozern und Ölfässern anrichten.


Doch beginnen wir von vorne. LumbearJack bedient sich einer einfachen Erzählweise, die keinerlei Dialog oder auch nur ein geschriebenes Wort erfordert. Alles wird in kleinen Sequenzen erzählt und die Message des Spiels ist eindeutig: Der Mensch oder vielmehr die Evil Works-Company muss zerstört werden, sodass die Tiere wieder in Frieden leben können und die Natur sich erholen kann. Dafür schwingt sich der Bär mit seinee Axt durch verschiedene Level und hackt alles kurz und klein, was ihm in die Quere kommt. Je mehr Unrat er vernichtet, umso grüner wird die Landschaft und die Tiere kehren zurück. Die Menschen, die übrig bleiben? Die bekommen eine saftige Ohrfeige und während sie vorher noch Zement angemischt oder Kräne bedient haben, bauen sie nun frisches Gemüse an oder veranstalten ein gemütliches Picknick im Grünen.


Hackt alles kurz und klein und vergesst nicht, den Menschen eine Lektion zu erteilen.

© Armor Games Studios

Das ist jedoch nicht alles, denn nicht immer ist ein Level schnell gelöst und die grauen und dunklen Gebilde der Menschen verschwunden. Hier schleichen sich auch einige Puzzle- und Rätselpassagen ein, die jedoch meist recht leicht zu meistern sind. Hier können auf jeden Fall die Gebiete punkten, in denen der Bär große Bomben mit einem Golfschläger umher schubsen oder sie mit einem Tennisschläger über den Asphalt schlagen muss, was etwas mehr Geschick erfordert. Manchmal müsst ihr euch aber auch die Errungenschaften der Menschen zu eigen machen und mit Hilfe eines Krans euren treuen Freund in Form eines Spechts aus einer Kiste retten.


Der ist nämlich ansonsten dafür zuständig, dass ihr stärkere Waffen bekommt, da ihr nicht mit einer kleinen Mini-Axt ein großes Gebäude niederreißen könnt. Während ihr als Bär nämlich hauptsächlich mit eurem Beil hantiert, sammelt ihr Recycling-Materialien, die ihr schließlich an einer Werkbank weiterverarbeiten könnt. Dafür hat euer Bär einen Behälter auf dem Rücken und wenn dieser gefüllt ist, könnt ihr am großen Baumstumpf herumwerkeln. Dieser muss jedoch in jedem Level erst freigeschaufelt werden und manchmal müsst ihr ein wenig suchen, um den Behälter zu füllen.


Auch die Menschen besitzen Waffen, jedoch sind sie nicht so clever wie unser Bär.

© Armor Games Studios

Hat das Spiel noch mehr Tiefgang? Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu finden und jedes Level kann entweder nur mit dem aller nötigsten abgeschlossen werden (was sich mit einem freundlichen Blumenstrudel bemerkbar macht) oder aber ihr strebt die 100 % Marke an. Dazu müsst ihr immer drei Ziele erfüllen: Die Bärenfalle entschärfen, allen Menschen eine Ohrfeige verpassen und alle Flächen wieder mit frischem Grün erblühen lassen. Wenn ihr etwas vergessen habt, ist das aber kein Problem, da ihr euren Level zu jeder Zeit bequem neu starten oder später auch wiederholen könnt, ehe ihr in der Story voran schreitet. Zusätzlich begegnet euch auf der Levelübersicht ein freundliches Chamäleon, das euch neue Outfits spendiert. So könnt ihr auch als Koch, Pirat oder im klassischen Holzfällerhemd die Axt schwingen. Die Waffen passen sich dabei natürlich thematisch an. Wenn ihr zusätzlich die Augen aufhaltet, entdeckt ihr auch viele witzige Easter Eggs und so könnt ihr sogar Bob Ross oder aber Edward mit den Scherenhänden begegnen.


Grafisch ist LumberJack kein Kracher, aber das muss es auch nicht. Es ist bunt und die Tiere sind niedlich in Szene gesetzt und kommen mit ihrem ganz eigenen Charme und Humor daher. Die Steuerung ist hier und da etwas hakelig, allerdings passt selbst das zur allgemeinen Atmosphäre des Spiels. Positiv zu erwähnen ist auch die Musik und das immer wiederkehrende und sehr befriedigende Slap-Geräusch, wenn man eine weitere Schelle verteilt. Da das Spiel außerdem ohne jeglichen Dialog auskommt, ist es für jeden geeignet. Dennoch kann man die Sprache auch auf Deutsch umstellen, was eventuell wichtig für die Menüführung sein kann.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Kerstin Steiner

LumbearJack ist kein Spiel, das euch lange beschäftigt und nach ca. 2 Stunden könnt ihr euch bereits den Abspann ansehen. Dennoch ist es ein Spiel, was euch jede Minute ein Lächeln aufs Gesicht zaubert und einfach nur Spaß macht. Die Message des Spiels ist sonnenklar und die Umsetzung liebevoll mit viel Humor entwickelt. Auch wenn man die Rätsel und Puzzle meist schnell löst und man keine große Herausforderung in diesem Spiel findet, hat man einfach eine tolle Zeit mit dem Bär und seiner Axt. Zudem kann man hier wunderbar leichte Aggressionen abbauen und wenn man mehr braucht, fängt man einfach noch mal von vorne an.
Mein persönliches Highlight: Der unvergleichliche Humor und Charme des Spiels

Awards

Spiele-Hit

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