Der finale Gang wird serviert

Cuphead erschien erstmals 2017 für Steam und wagte zwei Jahre später den Sprung auf die Nintendo Switch. Die charmante „Run 'n' Gun“-Action zeichnet sich durch ihre einzigartige Präsentation und ihren hohen Schwierigkeitsgrad aus. Im Stile der alten Animationsfilme aus den Dreißigerjahren ballert ihr euch wahlweise alleine oder zu zweit als Cuphead und Mugman durch die Schergen des Teufels höchstpersönlich. Die beiden Keramikhelden haben sich nämlich auf ein gefährliches Spiel mit dem Herrscher der Unterwelt eingelassen und versuchen nun, dem ganzen Schlamassel zu entkommen. Das Abenteuer endet mit dem Sieg über Satan und mündet nahtlos in dessen neueste Erweiterung The Delicious Last Course. Das Add-on entführt euch auf eine zusätzliche Insel, wo weitere Herausforderungen auf euch warten. Ob der DLC euer hart verdientes Geld wert ist, erfahrt ihr bei uns!


Die Kirsche auf der Torte


Um The Delicious Last Course zocken zu können, müsst ihr nicht unbedingt das Hauptspiel beendet haben. Doch es schadet natürlich nicht, denn der Schwierigkeitsgrad ist mitunter enorm. Eure Mission ist es, Zutaten für eine Torte zu sammeln, um die geisterhafte Ms. Chalice bzw. Fräulein Kelch aus der Astralebene zurückzuholen. Als Auftraggeber dient der talentierte Salzbäcker, der euch zu Beginn einen Keks überreicht, der euch zumindest zeitweise in die Rolle der neuen Protagonistin schlüpfen lässt. Fräulein Kelch verfügt über besondere Fähigkeiten wie den Doppelsprung und den Sprintkonter. Zudem hält sie satte vier Treffer aus statt den üblichen drei. Rüstet ihr den Keks aus, könnt ihr während eines Kampfes von den Vorzügen der Dame profitieren.


Verdammt, voll erwischt! Solche und ähnliche Treffer werdet ihr zuhauf einstecken.

© StudioMDHR Entertainment Inc.

The Delicious Last Course beinhaltet sechs weitere Bosse, die besiegt werden müssen, um die kleine Nebenhandlung zu beenden. Wie lange ihr damit beschäftigt seid, hängt von eurem Können ab. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass ihr die Endgegner beim ersten Versuch erledigt. Die Bosskämpfe sind in mehrere Phasen unterteilt und necken mit kleineren Gemeinheiten, die euch hier allerdings nicht vorweggenommen werden sollen. Zeitlich kann ein einzelner Gegner schon einmal eine, wenn nicht sogar zwei Stunden verschlingen. Eine gewisse Frusttoleranz sollte daher vorhanden sein.


Sowohl optisch als auch spielerisch ist reichlich Abwechslung geboten. Hat euch die visuelle Präsentation des Hauptspiels gefallen, werdet ihr auch in The Delicious Last Course auf eure Kosten kommen. Das Design eurer Widersacher ist herrlich skurril und das gilt auch für die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen. Die Kreativität und Leidenschaft ist dem Zusatzkapitel in jeder Ecke der Insel anzusehen. The Delicious Last Course schnappt sich die erfolgreiche Formel und führt diese weiter aus. Es fühlt sich zu keinem Zeitpunkt wie ein Zusatz an, sondern vielmehr wie homogenes Wachstum.


Neben den Bossen erwarten euch zudem die Königssprung-Herausforderungen. Diese müssen ohne jegliche Ausrüstung bewältigt werden und fokussieren sich auf die Parade, die ihr während eines Sprungs oder – im Falle von Fräulein Kelch – Sprints ausführen könnt. Jene Prüfungen erreicht ihr über eine Strickleiter, die an verschiedenen Punkten auf der Insel hinabgelassen wird. Die einzelnen Abschnitte fallen weniger komplex als die übrigen Bosse aus, machen aber ebenso viel Spaß wie der Rest.

Unser Fazit

Meinung von Felix Kraus

The Delicious Last Course rundet das ohnehin gelungene Finale von Cuphead nochmals ab. Die neue Insel bietet zahlreiche weitere Herausforderungen und steht der visuellen Qualität des Hauptspiels in nichts nach. Für 7,99 Euro erwartet euch ein verhältnismäßig üppiges Zusatzinhaltspaket mit reichlich Kreativität und Charme. Sollte euch bereits das Basisspiel gefallen haben, könnt ihr auch mit The Delicious Last Course nichts falsch machen – eine klare Kaufempfehlung!
Mein persönliches Highlight: Die unvergleichliche Erleichterung nach einem „Knockout“.

Awards

Spiele-Hit Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

7 User haben bereits bewertet

Kommentare 1

  • KarniMarc

    Turmfürst

    Habs auf PC, aber würde im Falle einer physischen Gesamtedition für Switch absolut nochmals zugreifen. Neben den alten Mega Man Spielen mag ich dieses Run'n'Gun total durch die absolut traumhafte Präsentation und dem klasse OST, den ich mir noch bei Bandcamp runterladen muss (würde den ja gern auf CD haben, aber gibts so ja nicht).