Spaßiger Brawler ohne viel Tiefgang

Itadaki Smash möchte klassischen Beat 'em up-Titeln Tribut zollen und ein spannendes Spielerlebnis à la Streets of Rage oder Teenage Mutant Ninja Turtles liefern. Entsprechend groß war unsere Vorfreude und wir klären in den nachfolgenden Zeilen, warum wir in der Testphase durchaus Spaß hatten, die Genre-Größen aber weiterhin unsere Favoriten bleiben.


Die Charakterauswahl klärt euch über die Fähigkeiten der Helden auf.

© Main Loop Videogames S. L. / SelectaPlay

Die Geschehnisse von Itadaki Smash sind schnell erzählt: Widersacher der Tengogo-Mafia haben das Restaurant von Großmutter Katsu überfallen und dabei nicht nur wertvolle Rezepte entwendet, sondern auch das Essen mit einem Fluch belegt. Dieses mutiert und breitet sich in der Stadt aus und es liegt an uns, nicht nur die schmackhaften Speisen mit gezielten Schlägen in die Schranken zu weisen, sondern auch den Tengogo-Anhängern zu zeigen, wer die Hosen an hat. Dafür stehen uns insgesamt vier Charaktere zur Verfügung, welche sich marginal in ihren Fähigkeiten unterscheiden. Zudem darf das Abenteuer auch zu zweit erlebt werden, was dem Spielspaß gut tut.


Sobald ihr euch auf den Straßen von San Daigo wiederfindet, gilt es mit gezielten Schlägen, Tritten und Sprüngen die Horden von Feinden im Kampf zu besiegen. Dabei setzt der Titel auf bekannte Techniken wie einfache und starke Schläge und auch das Werfen mittels A-Knopf ist möglich. Zudem lassen sich die einzelnen Techniken mittels Kombos verbinden, um gleich eine ganze Welle von Attacken zu landen. Leider fühlt sich das gesamte Kampfsystem sehr langsam an und auch das Trefferfeedback ist nicht optimal. Zudem kommt es im Kampf immer wieder zu Situationen, in denen eure Spielfigur in einer Ecke festhängt und ein Befreien ist manches Mal unmöglich. Da helfen leider auch nicht die Spezialfähigkeiten, welche im Kampf aktiviert werden können.


Auch einige Bosskämpfe gilt es zu meistern.

© Main Loop Videogames S. L. / SelectaPlay

Hinzu kommt, dass das gesamte Kampfsystem nicht wirklich ausgewogen ist. Sind manche Feinde bereits nach einem Treffer besiegt, halten andere Gegner der gleichen Sorte plötzlich etliche Treffer aus. Steckt ihr selbst einmal einige Schläge ein, kann dies zum plötzlichen Bildschirmtod führen, da diese teils große Mengen eurer Lebensenergie abziehen. Dies ist besonders bei den Feinden ärgerlich, die mittels Shuriken angreifen und euch durch andere Gegner hinweg aus der Entfernung attackieren. Das an vielen Stellen zu langsame und ungenaue Gameplay führt dann dazu, dass ihr Treffern hilflos ausgeliefert seid. Positiv ist hingegen, dass einige Objekte der Spielwelt ebenfalls zerstört werden dürfen, sodass ihr beispielsweise Laternen auf sie fallen lassen könnt.


Das für mich schwerwiegendste Problem sind jedoch die technischen Defizite, die an den Tag gelegt werden. Zwar gefällt mir der cartoonartige Grafikstil ganz gut, bereits im ersten Level kam es jedoch zu gleich zwei Bugs, die einen Neustart des Levels nach sich zogen. In einem Fall steckte ich in einem Objekt fest und ein weiteres Mal hing die Kamera fest, sodass das Level nicht weitergespielt werden konnte. Die deutsche Übersetzung ist zwar nett, zeigt an vielen Stellen aber auch grammatikalische Fehler, sodass diese den Spielfluss eher stört, statt sich positiv auf das Erlebnis auszuwirken. Dafür ist die musikalische Untermalung passend und hat an manchen Stellen auch Ohrwurmcharakter, wenngleich sie auch manches Mal in eine Art Gedudel übergeht.


Dies ist im Kern eine Menge Kritik und dieser muss sich Itadaki Smash auch stellen. Da helfen leider nicht die vier ulkigen Charaktere weiter und auch die vier Spielmodi wirken sich am Ende nicht wirklich positiv aus. Diese reichen von einem klassischen Arcade-Modus, über ein Erlebnis ohne Zeitlimit und mit unendlich Extraleben bis hin zu einem Arena-Kampf und einem Versus-Modus. Unverständlich ist für mich an dieser Stelle, dass es immer nur möglich ist, einen der Spielmodi zu starten. Spielt ihr beispielsweise das Abenteuer von Itadaki Smash und speichert nach einem Level, dürft ihr den Versus-Modus nicht betreten, außer ihr löscht dafür euren zuvor gespeicherten Spielstand. Wer sich solche Designentscheidungen überlegt hat, hat wohl noch nie eine spontane Runde mit Freunden eingelegt.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Maik Styppa-Braun

Itadaki Smash ist für mich persönlich am Ende eine Enttäuschung. Sich damit zu brüsten, an alte Genre-Größen anschließen und diesen Tribut zollen zu wollen und dann eine technische so unsaubere Fassung abzuliefern, war ein großer Dämpfer. Zudem ist der Titel bereits seit über einem Jahr auf Steam erhältlich, sodass ich mir gewünscht hätte, dass die Entwickler noch etwas Herzblut investieren, bevor ein Release auf der Hybridkonsole realisiert wird. Zwar könnt ihr durchaus Spaß haben, wenn ihr Fans von Beat 'em ups seid, für etwas mehr als zehn Euro erhaltet ihr aber einfach tolle Vertreter des Genres wie Streets of Rage 4 oder Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge, welche im Gesamten einfach ein viel ausgewogeneres Spielerlebnis bieten.

Die durchschnittliche Leserwertung

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