Mehr JoJo geht nicht

Manche Manga-Franchises sind sehr alt, aber werden auch heute noch gern konsumiert. Bereits seit 1986 begeistert zum Beispiel der Manga JoJo's Bizarre Adventure Menschen weltweit – mehrere Serienadaptionen und Videospiele ergänzten dieses verrückte Franchise über die Jahre hinweg. Nun hat es ein Spiel auf die Nintendo Switch geschafft, das alle JoJo-Generationen vereint und gegeneinander antreten lässt. Kann JoJo's Bizarre Adventure: All-Star Battle R als Remake des Spiels aus dem Jahre 2014 überzeugen und wie steht um die Spielinhalte für Einzelspieler und Multiplayer? Wir haben uns den Titel für euch angesehen.


JoJo's Bizarre Adventure: All-Star Battle R ist ein Kampfspiel der alten Schule. Wie in bekannten Vertretern des Genres treten zwei Spieler (oder Spieler und KI) eins gegen eins an. Aus einem Roster von 51 Charakteren gibt es viele der bekannten Charaktere aus verschiedenen Zeiten der JoJo-Ära. Im Prinzip befindet ihr euch dabei in einer dreidimensionalen Umgebung, hauptsächlich bewegt ihr euch aber nur nach links und rechts. Um auszuweichen, wird dann die Tiefe des Kampffeldes ausgenutzt. Es tritt zwar immer nur ein Charakter gegen einen anderen an, jeder bekommt aber auch einen Unterstützer aus der vorhandenen Charakterauswahl dazu. Neben den namensgebenden Hauptcharakteren aus den verschiedenen Arcs kommen auch verschiedene Bösewichte oder Nebencharaktere auf das Kampffeld, um zu zeigen, wer der beste und stilvollste Kämpfer ist. Schon zu Beginn sind alle Charaktere freigeschaltet.


Das Einzelspieler-Erlebnis ist gut, aber ...


Fans, die dieses Spiel mit dem Gedanken gekauft haben, den Einzelspieler-Modus zu genießen, werden schnell ein dunkles Erwachen erleben. Zwar bietet JoJo's Bizarre Adventure: All-Star Battle R einige einzelspielerfreundliche Modi an, diese sind aber nicht das zentrale Element der Unterhaltung. Neben einem Arcade-Modus gibt es auch eine Art Story-Modus zu entdecken. Hier könnt ihr euch eine In-Game-Währung verdienen, um Skins, Animationen oder Artworks für die interne Galerie zu erstehen.


Epische Kämpfer warten auf die Chance, sich zu beweisen.

© Hirohiko Araki / Shueisha / Jojo's Animation Project / Lucky Land Communications / Bandai Namco Entertainment Inc.

Im Arcade-Modus geht es nur ums Kämpfen. Hierbei könnt ihr die Stärke der Gegner und andere Elemente frei bestimmen und euch vollends austoben. Mit spezieller Aufnahmetechnik, welche zum ersten Mal in einem JoJo-Kampfspiel integriert ist, könnt ihr bestimmte Szenen noch einmal ansehen und analysieren, welche Techniken verwendet wurden.


Der vorhandene Story-Modus ist sehr abgespeckt und fokussiert sich eher auf ikonische Kämpfe aus dem Franchise. Meist in Form von geschriebenen Texten bekommt ihr einen Überblick über die Hintergründe der Kämpfe. Letztlich ist das aber derart langweilig gestaltet, dass ihr wahrscheinlich eher durch die Texte klickt, um schneller zu den Kämpfen zu kommen.


Die Charaktere spielen sich alle flüssig. Erstaunlicherweise fühlt sich jeder Charakter anders an. Wenn man bedenkt, wie viele Charaktere verfügbar sind, muss man hier unweigerlich seinen Hut ziehen. Vom Grundprinzip her funktionieren alle Charaktere durch die Tastenbelegung ähnlich. Ihre Angriffe und Fähigkeiten sind es, die den Unterschied machen. Reserviert sind die Tasten für bestimmte Aktionen wie leichter Angriff, starker Angriff und Spezialfähigkeiten. Hier finden sich für Kenner von Kampfspielen keine wesentlichen Überraschungen.


Innerhalb des verfügbaren Casts wird zwischen Charakteren unterschieden, welche Stand-User oder Harmon-User sind. Je nachdem ändert sich ihre Art zu kämpfen zusätzlich. Bei Stand-Usern ist es zum Beispiel so, dass sich durch das Hervorrufen des Stands ihre Angriffsmuster ändern.


... online verprügelt es sich besser!


Die breite Mehrheit der Spieler wird sich eher online gegen Freunde oder Fremde messen wollen. Hierbei stehen zwei verschiedene Optionen zum Kämpfen zu Verfügung: Rangkämpfe und normale Kämpfe.

Cutscenes lockern die hitzigen Kämpfe auf.

© Hirohiko Araki / Shueisha / Jojo's Animation Project / Lucky Land Communications / Bandai Namco Entertainment Inc.

Bei normalen Kämpfen verbinden sich zwei Spieler miteinander, die dann gegeneinander ohne großen Leistungsdruck kämpfen. Leider gibt es bei der Online-Verbindung immer wieder Schwierigkeiten. Es kam auch vor, dass ich im Ladebildschirm steckenblieb und daraufhin das Spiel neustarten musste.


Die Rangkämpfe sind simpel aufgebaut. Bei Sieg erhaltet ihr Punkte, bei Verlust verliert ihr Punkte. Durch das Aufsteigen in der Rangliste könnt ihr Belohnungen in Form von Skins für die Charaktere freischalten. Eine gelungene Idee, da diese Optionen den individuellen Charakter unterstreichen können. Personalisieren könnt ihr euer Profil auch auf verschiedene Arten, sodass ihr von anderen Spielern gut unterscheidbar seid. Durch die große Zahl an verschiedenen Charakteren bieten sich in den Rangkämpfen auch immer wieder interessante Überraschungen. Aufgelockert wird der Online-Modus durch regelmäßige Herausforderungen. So sollt ihr zum Beispiel bestimmte Charaktere und ihre Fähigkeiten für zusätzliche Belohnungen nutzen. Besonders positiv ist, dass die Belohnungen in jedem Modus stets von kosmetischer Natur sind und nicht die Fähigkeiten verbessern.


Das wahrscheinlich Beste an diesem Spiel ist aber wohl die Präsentation in Bild und Ton. Passend zu dem ursprünglichen Titel haben sich die Entwickler für eine Art Manga-Stil entschieden. Die Spielwelt wirkt authentisch, spannend und lässt Kenner in Nostalgie schwärmen. Der Artstyle unterscheidet das Spiel schnell von anderen Fighting-Game-Konkurrenten. Dabei sind die Animationen stimmig in Szene gesetzt. Kämpfe werden durch schicke Cutscenes in bestimmten Momenten aufgelockert, die einen besonderen Unterhaltungswert bieten. Wenn bestimmte Charaktere gegeneinander antreten, ändert sich auch die Interaktion dieser Charaktere miteinander, zum Beispiel, was sie sagen.


Der Sound glänzt durch coole Beats und spannende Einlagen, welche stark an die Anime-Produktionen erinnern. Zu den Charakteren ist auch der passende japanische Sprechercast mit an Bord geholt worden. Eine anderssprachige Synchronisation ist leider nicht verfügbar, aber auch nicht wirklich notwendig. Bildschirmtexte sind vollständig in deutscher Sprache zu lesen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Simon Münch

JoJo's Bizarre Adventure: All-Star Battle R ist ein Fighting-Game der besonderen Art, ohne den Wurzeln des Genres und Franchieses untreu zu werden. Eine große und vielseitige Auswahl an Charakteren paart sich mit einer eindrucksvollen Darstellung in Bild und Ton. Kleinere freischaltbare Gegenstände wie Skins, Bilder oder Animationen geben besonders Fans die Freude an dem Spiel. Der Online-Modus ist simpel ausgearbeitet, bietet aber auch Raum für Kritik, besonders wenn es um die Verbindung geht. Insgesamt darf sich das Spiel dennoch als echter Tipp brüsten, wenn es um den Fanservice geht. JoJo-Fans oder Kampfverrückte können hier guten Gewissens zuschlagen, denn mehr JoJo geht wahrscheinlich nicht.
Mein persönliches Highlight: Der unverwechselbare Artstyle und die vielseitige Charakterauswahl

Die durchschnittliche Leserwertung

2 User haben bereits bewertet

Kommentare 2

  • Xenobladesaga

    Manipulator

    Das game fühlt man am meisten wenn man Fan von Jojo is. Das einzige was mich am game stört is der artstyle. Is nicht so sehr wie bei den Mangas oder animes bei Jojo. Hat so nen billigen ps3 look. Aber online ein grauen ohne netcode.

  • VegetaBln

    Turmheld

    Kommt von euch eigentlich auch noch ein Test zu Dusk Diver 2?

    Da würde mich mal euer Fazit interessieren.