Eine Verschmelzung aus Pikmin und 3D-Plattformer

Tinykin ist ein ganz eigenes Spiel, welches die Elemente aus Pikmin mit einem 3D-Plattformer vereint. Es wurde vom französischen Studio Splashteam entwickelt, welches für den Titel Splasher bekannt ist. Auch dieser Titel ist für die Nintendo Switch erschienen und kann aus dem Nintendo eShop heruntergeladen werden. Tinykin erscheint unter dem Publisherlabel von tinyBuild zeitgleich für alle aktuellen Plattformen. Wir haben den Titel im Rahmen unseres Tests durchgespielt und erzählen euch, warum sich die Nintendo Switch-Version keineswegs vor den anderen Versionen verstecken muss.


Die kleinen Tinykin werden stets in animierten Sequenzen vorgestellt.

© tinyBuild Games

Der Protagonist Milodane, auch genannt Milo, kommt aus einer fortschrittlichen Welt und macht sich auf die Suche nach der Menschheit auf anderen Planeten. Er entdeckt die Erde und reist dort mit seinem Raumschiff hin, um andere Menschen zu treffen. Sein Schiff stürzt ab und Milo erwacht in einem Haus, welches seit den 1990er-Jahren verlassen ist und von verschiedenen sprechenden Insekten bewohnt ist. Überaschenderweise gibt es keine Spur von Menschen, jedoch merkt Milo, dass dieser genauso klein wie die Insekten im Haus ist. Milo würde am liebsten wieder nach Hause, allerdings ist sein Schiff bei der Bruchladung kaputt gegangen. Folglich muss dieser das Schiff wieder reparieren, allerdings ist dies gar nicht so einfach wie man anfangs denkt. Um an neue Schiffsteile zu kommen, muss Milo verschiedene Aufträge für die Insektenvölker erfüllen.


Die Story des Spiels ist wegweisend für den linearen Spielverlauf, allerdings fand ich diese nicht besonders interessant. Ihr müsst euch auf die Suche nach verschiedenen Schiffsteilen machen, welche ihr in verschiedenen Räumen findet, die jeweils frei erkundet werden können. Nach einem kurzen und recht gut erklärten Tutorial, landet ihr in einem Hub, von welchem ihr alle Räume betreten könnt. Die Räume werden allerdings in einer vorgegebenen Reihenfolge nacheinander freigeschaltet, ihr könnt diese aber nach Beendigung jederzeit erneut betreten.


Bereits während des Tutorials lernt ihr die erste Art der Tinykin kennen. Diese kleinen Geschöpfe, die ein wenig an die Pikmin erinnern, werden aus Eiern befreit und schließen sich eurer Reise an. Diese Eier sind im ganzen Level verteilt und somit ist es eure Aufgabe, die Welt zu erkunden und Tinykin zu sammeln. Es gibt verschiedene Farben von Tinykin, in jedem Level wird eine neue Art eingeführt. Die ersten Tinykin, die ihr kennenlernt, sind lila und können Objekte tragen. Ähnlich wie in Pikmin müsst ihr verschieden Objekte anvisieren und eine entsprechende Anzahl an Tinykin darauf werfen. Habt ihr genug Tinykin dabei, heben diese ein Objekt auf und tragen dies zu einem bestimmten Ziel. Nicht jedes Ziel ist allerdings direkt erreichbar, denn manchmal stehen Hindernisse im Weg und müssen durch weitere Rätsel weggeräumt werden.


Hier seht ihr wie die lilafarbenen Tinykin ihre Arbeit machen.

© tinyBuild Games

Innerhalb der Räume werdet ihr jeweils mit einer Hauptquest beauftragt. Diese wird in Dialogen eingeführt und tatsächlich kann jeder Charakter, den ihr auf eurer Reise trefft, angesprochen werden. Einige haben kurze Sätze zu sagen, andere geben euch sogar eine Nebenmission, die optional erledigt werden kann. Der größte Unterschied von Tinykin zu Pikmin ist der Aspekt des 3D-Plattformers. Denn hierbei müsst ihr nicht nur Tinykin sammeln und mit diesen Aufgaben erledigen, sondern könnt in verschiedenen 3D-Platformer-Passagen in die Höhen springen. Da Milo so groß wie ein Insekt ist, kommen einem die einzelnen Level, die verschiedene Räume wie Schlafzimmer, Badezimmer, Küche, Treppenhaus und mehr darstellen, ziemlich groß vor. Jeder betretene Raum bietet viel Erkundungspotenzial und wurde liebevoll zusammengestellt. Das Leveldesign ist besonders gut gelungen und lädt wirklich zum Erkunden ein. Anfangs muss man sich in einem Level den Überblick verschaffen, später kann man sich gut orientieren und das auch ohne eine Übersichtskarte. Betretet ihr neue Bereiche durch Platformer-Passagen, könnt ihr an bestimmten Stellen Lianen absenken, um diese Bereiche später leichter erreichen zu können. Dies spart ordentlich Zeit und senkt die Frustration. Tinykin ist an sich ein sehr entspanntes Spiel, denn es bietet keine Kämpfe, sondern lediglich einen großen Anteil an Erkundung. Es ist also nicht einfach, den Schwierigkeitsgrad zu beschreiben, denn das Spiel ist natürlich vollgepackt mit Rätseln, die man allerdings beim Erkunden recht gut gelöst bekommt.


Es macht einen großen Spaß die neuen Tinykin, die in nahezu jedem Level eingeführt werden, kennenzulernen. Jede erste Begegnung mit einer neuen Tinykin-Art wird von einer schön animierten Sequenz begleitet, die sehr putzig anzusehen ist. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Typen und der Wechsel zwischen diesen funktioniert einwandfrei. Die Tinykin werden ausschließlich mit der ZL-Taste zum Anvisieren und ZR-Taste zum Werfen gesteuert. Welche Typen an Tinykin ihr während eurer Reise kennenlernen werdet, möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen, denn die Erkundung neuer Formen macht großen Spaß. Da pro Level nur ein Tinykin eingeführt wird, ist die Lernkurve optimal und das Spiel wird stets mit neuen Ideen gefüllt. Doch auch wenn sich ein Level, in dem ein neuer Tinykin-Typ eingeführt wird, viel mit diesem Typen beschäftigt, bleiben die anderen Tinykin trotzdem wichtig und werden auch weiterhin eingesetzt. Man hat hierbei eine sehr gute Balance gefunden, die das Spiel keineswegs nervig macht. Der einzige nervige Aspekt des Spiels ist die Steuerung des Charakters, die teilweise zu sensibel ist und somit oft dazu geführt hat, dass ich von höheren Objekten heruntergefallen bin. Dies sollte nicht passieren und daher sehe ich bei der Platformer-Steuerung noch Verbesserungsbedarf.


In diesem Level haben wir die Zutaten zum Backen eines leckeren Kuchens gesucht.

© tinyBuild Games

Visuell und akustisch bleibt auch bei der Nintendo Switch-Version nichts zu kritisieren. Sicherlich ist das Spiel ein ordentliches Downgrade im Vergleich zu den anderen Plattformen, es hat mich allerdings keineswegs gestört. Ohne direkten Vergleich ist man mit der Grafik zufrieden und die detailliert dekorierten Welten auch vergleichbar mit den anderen Versionen. Nur die Auflösung und Lichteffekte scheinen auf den anderen Plattformen besser zu sein. Die Nintendo Switch-Version läuft auch stets flüssig und ich habe keine Ruckler feststellen können. Rein visuell gefällt mir die Wahl des Grafikstils. Die Welten sind dreidimensional, die Charaktere zweidimensionale Cartoon-Objekte. Dies sieht sehr ansprechend aus.


Das Hauptabenteuer selbst ist in fünf Stunden erledigt, es gibt spielintern einen Zeitzähler, welcher allerdings auch im Standby-Modus der Nintendo Switch weiterläuft, was sehr ärgerlich ist. Hinzu kommen etliche Nebenmissionen, die das Spiel mindestens um die gleiche Spielzeit erweitern können. Bezeichnet ihr euch als Sammler, werdet ihr mit den Nebenmissionen noch viel Spaß haben, alternativ gibt es noch jede Menge Pollen zu sammeln, die über die gesamte Welt verteilt sind. Somit gibt es also auch nach Beendigung des Spiels eine Menge zu tun.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Ilja Rodstein

Mit Tinykin könnt ihr ein kurzes, allerdings auch besonders abwechslungsreiches Abenteuer erleben. Die offenen Spielwelten lassen sich besonders gut erkunden und der größte Aspekt, den das Spiel von Pikmin unterscheidet, sind die vielseitigen 3D-Platformer-Passagen. Auf eurem Abenteuer werdet ihr die kleinen Geschöpfe Tinykin kennenlernen, welche ähnlich wie die Pikmin euren Protagonisten bei der Reise unterstützen und mit denen sich die meisten Rätsel lösen lassen. Bei Tinykin gibt es keine Kämpfe, keinen Zeitdruck, es ist ein besonders entspanntes Spiel, welches insbesondere Erkundungsspezialisten großen Spaß bereitet. Neben den Hauptmissionen gibt es jede Menge Nebenaufträge zu erledigen; es ist also möglich die Spielzeit von fünf Stunden für die Hauptstory auf das Doppelte zu strecken. Die Nintendo Switch-Version braucht sich nicht vor den anderen zu verstecken, denn die grafischen Abstriche sind nicht besonders auffällig und das Spiel läuft stets flüssig und ruckelfrei.
Mein persönliches Highlight: Das Kennenlernen einer neuen Tinykin-Art.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 5

  • Ryo Hazuki

    Turmritter

    Danke für den Test! Liest sich interessant!

  • Blackadder

    Turmbaron

    Habe schon viel gutes vom Spiel gehört. Werde mal im gp hinein schauen. :thumbup:

  • Chris.P.Bacon

    Turmritter

    Habe es in Xbox Gamepass gespielt und wirklich macht das Spiel Spass.Ich es kann nur empfehlen!

  • Loco4

    ❣ Pixel im Kopf ❣

    Kann ebenfalls bisher nur positives berichten. Spiele es im Gamepass und habe bisher den ersten Raum nach dem Tutorial abgeschlossen. Richtig toll gemacht das Spiel. :) :thumbup:

  • SilencerOne

    Turmheld

    Ich zocks im gamepass und es macht laune