Ein Abenteuer Untertage

Lange ist es her, dass wir mit Shovel Knight auf Abenteuer gingen und die Vorfreude auf Shovel Knight Dig war daher bei mir unheimlich groß. Nicht nur der tolle Pixel-Look hat mich damals in seinen Bann gezogen, sondern vor allem die Spielwelt mit seinen facettenreichen Charakteren, weshalb ich große Erwartungen an das nächste Spiel hatte. Was dieses vom ersten Abenteuer unterscheidet und wer selbst die Schaufelklinge in die Hand nehmen sollte, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.


Unterstützung erhaltet ihr von vielen Charaktere im Spiel.

© Yacht Club Games

Shovel Knight Dig lässt euch erneut in die Haut von Shovel Knight schlüpfen und dabei werdet ihr direkt ins Geschehen geworfen. Schurke Drill Knight stürmt nämlich zu Spielbeginn heran und schnappt sich all eure hart verdienten Schätze und gräbt sich mit seinen speziellen Fähigkeiten tief hinab in die Erde. Natürlich überlegt ihr nicht lange und springt diesem hinterher, um ihn und seine Schergen in actionreichen Kämpfen zu stellen. Dabei stehen euch allerlei mehr oder weniger hilfreiche NPCs zur Seite, die euch mit Tipps, Schätzen und auch speziellen Gegenstände unter die Arme greifen.


Was in den ersten Spielminuten im Vergleich zu Shovel Knights ersten Abenteuer auffällt, ist die neue Perspektive, in welcher ihr euch durch die einzelnen Level bewegt. Shovel Knight Dig führt euch nämlich im wahrsten Sinne unter die Erde und dazu mit jedem Schaufelstich ein bisschen mehr. Ihr seid nämlich nicht in der Lage, wieder nach oben zu reisen, da ihr euch durch die schlauchartigen Level lediglich seitlich und natürlich abwärts bewegen könnt. Dabei sind die Level durchaus abwechslungsreich gestaltet, da sie sich nicht nur durch Lavaseen, Pilze, Gewässer und andere Gegebenheiten optisch voneinander unterscheiden, sondern jedes für sich in drei Abschnitte unterteilt ist. Als Spieler steht ihr nach jedem dieser Abschnitte vor der Wahl, einen von zwei Wegen eizuschlagen, wobei euch Hinweisschilder Tipps geben, was die einzelnen Pfade zu bieten haben. Sind mancher mit allerlei Platformer-Passagen gespickt, erwarten euch in den anderen gefährlicher Gegner oder tückische Mechanismen, die euer Weiterkommen behindern.


Solltet ihr das Zeitliche segnen, verliert ihr einige eurer Schätze.

© Yacht Club Games

Am Ende des jeweiligen dritten Abschnitts erwartet euch zudem ein Bossgegner, welcher mit thematisch passenden wie auch gefährliche Attacken daherkommt. Seien es gefährliche Pilzgeschosse, aufsteigende Lavawellen oder umherfliegende Fische, das Repertoire ist abwechslungsreich und wildes Drücken von Knöpfen führt hier nicht zum Erfolg. Nur wer genau über die Fähigkeiten von Shovel Knight Bescheid weiß und sowohl Level als auch Gegner lesen kann, hat eine Chance, die Reichtümer des Schaufelritters zurückzubekommen. Darüber hinaus solltet ihr aber auch die Beine in die Hand nehmen. Wartet ihr zu lange an einer Stelle im Untergrund, werdet ihr von einer euch verfolgenden Maschine attackiert, was den direkten Tod bedeutet.


Hierin ist jedoch auch das Grundprinzip von Shovel Knight Dig verankert: Das Spiel sieht nicht vor, dass ihr die Kämpfe und einzelnen Abschnitte beim ersten Durchgang bewältigt, denn euch erwartet ein Titel aus dem Genres des Rogue-lite. Das bedeutet, dass der Bildschirmtod euer stetiger Begleiter sein wird, ihr jedoch in jedem Durchgang einige Schätze für euch beanspruchen könnt, durch welche die Spielrunden zumindest etwas vereinfacht werden. Hierzu zählen einzelne Fähigkeiten wie die Verwendung von Zauberstäben oder das kurzzeitige Fliegen, als auch permanente Verbesserungen wie neue Rüstungen, die eure Verteidigung stärken. Darüber hinaus könnt ihr bei einem der Händler an der Oberfläche auch Abkürzungen in einzelne Level erwerben, sodass ihr bestimmte Abschnitte überspringen könnt.


Die Bosskämpfe sind gut erlernbar und durch ihre Abwechslung auch super spaßig.

© Yacht Club Games

Das macht das Abenteuer insgesamt aber nicht viel einfacher. Der Schwierigkeitsgrad ist vor allem in den ersten Durchgängen sehr knackig, da die vielen unterschiedlichen Feinde und ihre Fähigkeiten erst studiert werden wollen. Merkbar ist aber auch die Lernkurve. Stück für Stück werdet ihr es tiefer in die Erde schaffen und Drill Knight dabei stets etwas mehr auf die Pelle rücken. Gerade die permanenten Verbesserungen helfen dabei deutlich weiter, da Shovel Knight durch optimierte Rüstungen und weiteren Platz in der Tasche genug Utensilien sammeln kann, um auch den stärksten Feinden gegenüber zu treten.


Ein erster vollständiger Durchgang kann dann jedoch bereits nach vier bis fünf Stunden erlebt werden, wobei euch weitere Herausforderungen wie Errungenschaften auch im Nachhinein am Ball halten sollen. Insgesamt fehlte mir jedoch eine wirkliche Langzeitmotivation. Zwar ist das Spiel am Anfang durchaus knackig, danach verläuft sich die Schwierigkeit jedoch etwas im Sande, da durch freischaltbare Abkürzungen das Ende durchaus schneller zu erreichen ist. Hier hätte ich mir durchaus eine bessere Feinjustierung gewünscht, was das permanente Erweitern von Shovel Knights Fähigkeiten anbelangt, anstatt ganze Abschnitte des Spiels überspringen zu können. Ein Multiplayer erwartet euch im Übrigen nicht, ihr könnt eure Erfolge jedoch auf einem Leaderboard veröffentlichen und euch so mit der ganzen Welt messen. Ein für mich nettes, aber nicht wirklich motivierendes Gimmick.


Zuletzt kann ich noch sagen, dass euch technisch ein tolles Spiel erwartet. Nicht nur die schicke Optik überzeugt, auch der Soundtrack geht erneut ins Ohr und untermalt das Geschehen auf eine sehr gute Art und Weise. Die Steuerung ist außerdem präzise, sodass das schnelle Spielprinzip durchaus gut zu erlernen ist. Lediglich zwischen einzelnen Levelabschnitten kommt es zu kuren Ladezeiten und damit auch einer einbrechenden Framerate, was euch spielerisch jedoch nicht beeinträchtigt. Die Ladezeiten sind nämlich in einer Fallanimation von Shovel Knight versteckt, was diese durchaus angenehmer macht, da sie zudem auch kurz ausfallen.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Maik Styppa-Braun

Lange habe ich auf ein weiteres Abenteuer mit Shovel Knight gewartet und wurde nicht enttäuscht: Shovel Knight Dig ist ein toller Rogue-lite-Titel, welcher vor allem durch seinen Charme, die stimmige Atmosphäre und die schnell zu erlernende Steuerung überzeugt. Die einzelnen Levelabschnitte sind knackig, lassen jedoch viele Möglichkeiten, diese und die damit verbunden Feinde kennenzulernen und zu meistern. Vor allem die Bosskämpfe haben mir dabei viel Spaß gemacht, wobei ich diese im Vergleich zu den Leveln selbst deutlich einfacher empfand. Am Ende erwartet euch ein Abenteuer, dass ganz klar den Award als Spiele-Hit verdient hat, auch wenn die Langzeitmotivation durchaus auf der Strecke bleiben kann.
Mein persönliches Highlight: Der Charme der Spielwelt und seiner Charaktere.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

2 User haben bereits bewertet

Kommentare 14

  • link82

    Meister des Turms

    ist das Gameplay mit Steamworld Dig vergleichbar?


    das habe ich erst jetzt für mich entdeckt und bin voll begeistert

  • Marty92

    Turmritter

    Kann jemand was zur Steuerung sagen ?


    Zumindest auf Apple-Geräten soll die Steuerung wohl sehr schlecht umgesetzt worden sein.


    Daher zögere ich bei der Switch-Version bisher auch noch, hoffe aber eigtl. dass die Steuerung per Pro-Controller gut klappt.

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    link82nein gar nicht. Steamworld Dig legt ja schon wert auf die Erkundung. Hier gehts viel mehr darum, möglichst schnell in die Abgründe zu kommen. Roguelite ist dabei allgegenwärtig.

    Marty92also ich finde die Steuerung auf der Switch gut umgesetzt. Nach einigen Spielrunden ging sie wunderbar von der Hand. Attacken und Sprünge sind ebenso präzise einsetzbar, weshalb ich nichts Negatives dazu sagen kann.

  • nockel

    Turmheld

    Hat das Spiel eine Art wiederspiel Modus wie in isaac um streaks oder so zu bekommen? Oder fängt man jedes mal wieder bei 0 an und muss alles freischalten?

  • Mr_Ananas

    Turmbaron

    Die Warnung, dass es ein Rogue-Like ist, gehört ganz oben hin!


    Hatte das Spiel mit großer Vorfreude auf dem Apple TV installiert und nach zehn Grabungen frustriert wieder runtergeworfen.

    Mit Rogue-Likes kann man mich jagen.

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    Mr_AnanasZumindest das Fazit hättest du wohl lesen sollen, wenn es für den ganzen Test schon nicht gereicht hat 😅

  • Chri1986

    Turmheld

    Mr_Ananas


    lol mir geht es da genau gleich, wenn ich irgendwo im Text das böse Rogue Wort lese ist das Interesse instant gestorben.

    Bin da wohl nicht der einzige. :D

  • nockel

    Turmheld

    Bei genau anders herum. Rogue und ich bin am Start

  • Cartman

    Turmritter

    Weiß jemand zufällig, ob es eine physische Edition dazu geben wird?

  • Mr.Schonso

    Turmbaron

    nockel

    Gibt mMn nach kaum Wiederspielwert nach einem Durchgang. Auch wenn es danach noch das eine oder andere zu entdecken gibt und man permanente Upgrades freischalten kann. Trotzdem ein kurzweiliges, detailverliebtes und vor allem schönes Spiel. Mit einem Binding of Isaac kann es aber inhaltlich bei weitem nicht mithalten.

  • MichiP

    Videogamer

    liest sich alles prima, werde ich im Blick behalten.

    Amiibo-Funktionen sollen übrigens auch noch nachgereicht werden.

  • nockel

    Turmheld

    Mr.Schonso


    Danke. Hm hoffe es kommt noch Content nach. Aktuell warte ich so auf nen Sale. Für mich ist klar das es vom content nicht an ein Boi rankommt. Aber ein rogue like ist für mich mit dem wiederspielwert top. So wie dead cells und Co. Einfach einen neuen suchtrun und eine bessere Zeit etc zu grinden

  • Tomek2000

    Meister des Turms

    Wie erwartet eine gute Wertung…

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Ich finde Rogue-like, wenn es gut umgesetzt ist, sehr gut! Dead Cells hat das aus meiner Sicht super gemacht.