Ein Meisterwerk findet seinen Weg auf die Nintendo Switch

Wenn man für eine Seite wie ntower arbeitet, dann ist es fast unausweichlich, dass die Redaktion kurz vor größeren Shows oder einer Nintendo Direct ihre Wünsche und Favoriten in den Raum werfen. Ein Titel, der eigentlich regelmäßig fiel, war Persona 5 Royal, der von vielen sehnlichst erwartet wurde. Ihr könnt euch also vorstellen, wie gut die Stimmung war, als dann während einer Nintendo Direct mitgeteilt wurde, dass der JRPG-Hit von Atlus auf die Nintendo Switch portiert werden soll. Da blieb dann nur noch die Frage, wer ein solches Monster testen soll und tja … da ich das Urspiel damals schon zu PS 4-Zeiten bis zum Ende erlebt habe, habe ich mir die königliche Fassung geschnappt und bin erneut mit den Phantom-Dieben aufgebrochen, um die Herzen von Bösewichten zu stehlen. In diesem Test wollen wir vor allem all den Nintendo Fans, die bisher keinerlei Berührungspunkte mit dem Spiel hatten, näherbringen, wieso ihr es hier zurecht mit einem Meisterwerk zu tun habt und ob die Portierung auf die Nintendo Switch gelungen ist. Vorab sei gesagt, dass wir uns in diesem Test auf die Grundlagen des Spiels konzentrieren werden und nicht jedes System und jede Mechanik bis ins kleinste Detail erklären werden – denn das würde den Rahmen dieses Tests enorm sprengen.


Euer alter Ego: Joker

© Atlus, SEGA

Nintendo-Fans kamen auf der Nintendo Switch bisher nur in Form des Spin-offs Persona 5 Strikers in Berührung mit der Reihe, der sich aber spielerisch deutlich von der eigentlichen Hauptserie unterscheidet. Persona 5 Royal ist also der erste „richtige“ Ableger der Serie, der nun seinen Weg auf Nintendo Hybriden findet; die Teile 3 und 4 sollen in Zukunft ebenfalls folgen. Doch erst einmal die gute Nachricht: Um Persona 5 Royal zu genießen, benötigt ihr keinerlei Vorwissen hinsichtlich der Vorgänger. Zwar gibt es die eine oder andere Referenz bzw. Cameos, doch wer dahingehend nicht eingeweiht oder mit der Serie vertraut ist, der wird davon gar nichts mitbekommen. Doch worum geht es eigentlich in Persona 5 Royal? Das Spiel ist in einer modernen Version von Tokio angesiedelt, welche auch problemlos in unserer Zeit spielen könnte, das Jahr wird als 20xx angegeben. Ihr schlüpft in die Rolle eines Oberschülers, der aus seiner einstigen Heimat aufgrund eines Polizeibeschlusses in die Obhut eines Café-Besitzers in Tokio ziehen muss. Denn euer alter Ego hat sich einer vermeintlichen Straftat schuldig gemacht, indem er eine wichtigen Persönlichkeit gedroht und dieser gegenüber tätig geworden sein soll. Die drohende Strafe wurde auf Bewährung ausgesetzt und somit werdet ihr unter die Fittiche von Sojiro Sakura gegeben. Dieser ist alles andere als begeistert, dass er nun als euer Vormund dienen muss und so muss euer Protagonist, der in Zukunft auf den Codenamen Joker hören wird, sich in Zukunft bemühen, einen guten Eindruck zu hinterlassen und das kommende Schuljahr ohne weitere Vorfälle zu meistern.


Von kognitiven Palästen und menschlichen Abgründen


Die Tatsache, dass ihr ein vorbestrafter Jugendlicher seid, dient als Rahmenhandlung dafür, dass ihr an einen völlig fremden Ort kommt und schon zu Beginn wird schnell klar: Ihr seid eigentlich unschuldig und das Opfer eines korrupten Systems, das sich über ganz Japan auszubreiten scheint. Daneben gibt es im ganzen Land immer wieder Vorkommnisse, bei denen Menschen unter plötzlichen Herzversagen leiden und so Unfälle geschehen, die viele Opfer fordern. Zu allem Überfluss überschlagen sich die Ereignisse bereits an eurem ersten Schultag, denn auf dem Weg zur Schule taucht nicht nur eine fremde App auf eurem Smartphone auf, die sich einfach nicht löschen lässt, nein, ihr werdet plötzlich ohne euer Zutun in eine Art Parallelwelt teleportiert, die ein verzerrtes Gegenstück der realen Welt darstellt. In diesem Meta-Universum gibt es sogenannte Paläste, die von den Schatten von Menschen beherrscht werden, die in der echten Welt zumeist dunkle Absichten hegen und ihre Mitmenschen tyrannisieren oder für ihre Zwecke benutzen. Der erste Palast den ihr so besucht ist zum Beispiel das dunkle Gegenstück eurer Schule, die in dem Meta-Universum als ein Schloss dargestellt wird, über das ein Lehrer herrscht, der seine Schüler als Sklaven ansieht.


Die Paläste können auch gerne mal exotischere Formen annehmen.

© Atlus, SEGA

Ohne uns nun zu viel ins Spoiler-Territorium zu begeben: Im Laufe der Handlung stellt euer Protagonist fest, dass er diese Paläste infiltrieren und den dortigen Herrscher bezwingen kann, indem man seinen oder ihren „Schatz“ stiehlt. Gelingt das, so führt dies in der realen Welt zu einem Sinneswandel und der Betroffene sieht von seinen Missetaten ab. Bereits früh im Spiel erfahrt ihr, dass ihr anscheinend eine Art Auserwählter seid, der nicht nur gegen diese Paläste vorgehen, sondern gleichzeitig auch eine drohendes Ereignis namens „die Verderbnis“ aufhalten soll. Und damit dies gelingt, schart ihr im Laufe der Handlung immer mehr Verbündete um euch, die zusammen mit euch die Gruppe Phantom-Diebe bilden. Im Laufe der Handlung geht es hauptsächlich darum, dass ihr nach und nach verschiedene Paläste aufsucht und bei deren Herrschern einen Sinneswandel auslöst, wobei jedoch immer wieder unerwartete Ereignisse geschehen und die eine oder andere Wendung daherkommt. Dabei fungieren die Paläste als klassische Dungeons, die mit verschiedenen Gegnern, Zwischenbossen aber auch mit Rätseln aufwarten, die mal mehr, mal weniger fordernd ausfallen. Mit jedem Palast erweitert sich die Riege eurer Verbündeten und natürlich gibt es auch eine größere Bedrohung, die sich nach und nach offenbart. Und hier kommen wir auch zu einer enormen Stärke von Persona 5 Royal: Die Handlung, eure Verbündete aber auch eure Widersacher. Denn auch wenn das Spiel in einer recht bunten und comic-inspirierten Grafik daherkommt, ist die allgemeine Tonlage mitunter recht düster und teils auch brutal. Jeder der Paläste kommt nämlich mit einer Thematik daher, die einen Teil der menschlichen Abgründe porträtiert: Ist dies beim ersten Palast noch ein Lehrer, der seine Schüler als Sklaven sieht, kommen noch Themen wie Selbstmord, Ausbeutung, Erpressung, Leistungsdruck und weitere vor.


Herzen stehlen oder büffeln? Wer die Wahl hat, hat die Qual


Dabei nimmt das Spiel auch kein Blatt vor den Mund und es wird nicht mit Schimpfwörtern und entsprechenden Ausdrücken gegeizt. Doch nicht nur Joker, auch seine Verbündeten tragen alle ihr Päckchen mit sich und keiner von ihnen wird als der perfekte und makellose Charakter dargestellt. Das wiederum sorgte in meinem Fall dafür, dass ich mich tatsächlich für das Schicksal meiner Kumpanen interessiert habe und bis zum Schluss dafür sorgen wollte, dass sie unbeschadet am Ende unserer gemeinsamen Reise ankommen. Dasselbe, wenn auch umgekehrt, gilt für die Bösewichte. Jeder der Palastherrscher kommt mit seiner eigenen, verdrehten Sicht der Welt daher, die zwar dafür sorgt, dass wir ihnen gegenüber eine starke Antipathie verspüren, man gleichzeitig jedoch ihr Vorgehen wenigstens verstehen kann. Bis auf einen etwas künstlich erzwungenen Teil in der Mitte des Spiels kommt die Handlung auch stets nachvollziehbar und spannend daher, sodass ich stets wissen wollte, wie es weitergeht. Doch als Anführer der Phantom-Diebe gilt es nicht nur, die Paläste aufzusuchen, sondern auch dafür zu sorgen, dass ihr es heil durch das Schuljahr schafft. Denn wenn ihr am Ende euer echtes Leben zu sehr vernachlässigt, droht euch der Rauswurf aus der Schule und damit auch das Verfehlen eurer Bewährungsauflage. Und so seid ihr immer wieder in beiden Welten aktiv und müsst euch entscheiden, an welchen Tagen ihr welche Prioritäten setzt. Hier baut das Spiel noch ein zusätzliches Hindernis in Form von zeitlichen Limits ein: Jeder der Paläste muss innerhalb einer gewissen Anzahl an Tagen gemeistert werden, da ihr ansonsten handlungsbedingt scheitert. Doch keine Sorge: die Zeitlimits sind sehr großzügig gestaltet und ihr müsst euch schon ziemlich anstrengen, um am Ende vor dem Game Over-Schirm zu enden. Doch wie genau spielt sich Persona 5 Royal denn nun genau?


In eurer Freizeit könnt ihr diversen Aktivitäten nachgehen.

© Atlus, SEGA

Im Grunde genommen müsst ihr jeden Tag einer Woche mit Aktivitäten füllen. Ein Tag besteht dabei aus drei Zeitabschnitten: morgens, mittags und abends. Während ihr unter der Woche von Montag bis Samstag morgens meistens Schule habt – Ferien einmal ausgenommen -, könnt ihr eure Nachmittage und Abende oft frei gestalten. In den meisten Fällen werdet ihr handlungsbedingt einen Palast infiltrieren müssen, was jeweils immer einen ganzen Nachmittag in Anspruch nimmt. Tut ihr dies nicht, stehen eurem Charakter mehrere Aktivitäten zur Auswahl, die quer über Tokio verteilt sind und die ihr in großen Hubs aufsuchen könnt: So könnt ihr zum Beispiel Zuhause oder in der Bibliothek für die Schule lernen, DVDs ausleihen und anschauen, einem Nebenjob nachgehen oder verschiedene Ortschaften wie das Badehaus oder ein Kino besuchen. Diese Art von Aktivitäten sorgt dafür, dass ihr eins (oder mehrere) von fünf sozialen Attribute erhöht: Wissen, Können, Güte, Charme und Mut. Die Attribute sind im Verlauf der Handlung wichtig, um bestimmte Dialoge zu führen, Entscheidungen zu treffen oder Ereignisse zu starten. Dann gibt es noch die Möglichkeit, dass ihr euch mit euren Freunden und Verbündeten treffen könnt. Neben euren Diebeskollegen gibt es eine ganze Reihe an Charakteren, denen ihr im Lauf der Handlung begegnet und die euch auf die eine oder andere Weise unterstützen. Indem ihr Zeit mit ihnen verbringt, steigt euer Freundschaftsrang, was euch nicht nur passive Boni für die Kämpfe und manche Aktivitäten beschert, sondern auch für die fortlaufende Geschichte von Bedeutung ist. Ihr seht also, euch stehen unzählige Möglichkeiten zur Verfügung, wie ihr eure Freizeit verbringen könnt und gefühlt habt ihr nie genug Zeit, um all eure selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Entsprechend ist hier auch eine gewisse Priorisierung eurerseits gefordert.


Das Kampfsystem: Ein Klassiker mit Pokémon-Vibes


Neben den sozialen Aktivitäten könnt ihr bereits kurz nach Beginn des Spiels einen Ort namens Mementos aufsuchen. Dies ist ein immenser Palast, den ihr ohne Voraussetzung aufsuchen und in dem ihr verschiedene Miniaufträge abarbeiten könnt. Im Endeffekt handelt es sich beim Mementos um eine Art Riesendungeon, der stetig erweitert wird und den ihr zum Teil während der Handlung besuchen müsst und auch eine gute Möglichkeit zum Trainieren bietet. Und hier kommen wir dann auch zum nächsten großen Part von Persona 5 Royal: Die Kämpfe und die namensgebenden Persona. Beginnen wir erst einmal mit den Kämpfen, denn die fallen vergleichsweise konventionell aus. Wie in vielen JRPGs üblich, kommen die Gefechte in Persona 5 rundenbasiert daher. Dabei gibt es keinerlei Zufallskämpfe wie zum Beispiel aus den Final Fantasy-Spielen bekannt. In jedem Palast oder im Mementos laufen eure Feinde sichtbar umher und ihr könnt sie jederzeit angreifen. Wer geschickt vorgeht, kann sich an seine Widersacher heranschleichen und diese überfallen, wodurch ihr zu Kampfbeginn eine freie Angriffsrunde erhaltet. Erspäht euch ein Gegner jedoch, könnt ihr noch schnell versuchen, ihm einen ersten Schlag zu verpassen, dann beginnt der Kampf normal, oder er überwältigt euch. Letzteres bedeutet dann, dass eure Gegner ihrerseits die erste Runde frei angreifen können. Zudem erhöht sich dann noch zusätzlich das Sicherheitslevel des jeweiligen Palasts, was darüber entscheidet, wie herausfordernd die Kämpfe ausfallen. Steigt das Sicherheitslevel in den gelben oder roten Bereich, kann es gut und gerne passieren, dass ihr pro Kampf mehrere Gegnerwellen besiegen müsst. Während der Kämpfe sind eure Charaktere und Gegner abwechselnd an der Reihe, wobei ihr normale Fern- und Nahkampfangriffe durchführen, Gegenstände verwenden oder die Fähigkeiten einer Persona, zu denen wir in Kürze kommen, verwenden könnt. Ihr gewinnt, wenn die letzten Gegner bezwungen wurden und verliert, wenn Joker das Zeitliche segnet – ganz gleich ob die anderen Charaktere aus eurer Truppe noch stehen oder nicht.


Die Persona kommen mit teils sehr interessanten Looks daher.

© Atlus, SEGA

Doch was sind nun die sogenannten Persona? Im Spiel werden sie als die Verkörperung der eigenen Persönlichkeit im Meta-Universum erklärt. Jeder eurer Verbündeten hat seine oder ihre eigene Persona, mit Ausnahme von Joker. Denn ihr bemerkt bereits früh im Spiel, dass ihr euch verschiedene Persona aneignen könnt. Und hier begeben wir uns in einen Kaninchenbau, der schon beinahe die Ausmaße eines früheren Pokémon-Spiels annehmen kann. Im Spiel gibt es 192 Personas, von denen Joker zumindest theoretisch alle nach und nach erhalten kann. Theoretisch deswegen, weil ihr nur eine maximale Anzahl an Personas gleichzeitig mit euch führen könnt, ehe ihr eine alte dafür aufgeben müsst. Jede Persona kommt nicht nur mit einem teils sehr außergewöhnlichen Look, sondern auch mit speziellen Stärken und Schwächen sowie speziellen aktiven wie passiven Fähigkeiten daher. Diese unterscheiden sich in physische und magische Attacken und während die magischen Angriffe eine Ressource namens SP verbrauchen, quasi das Mana-Äquivalent, ziehen euch die physischen Attacken Lebensenergie ab. Später erhaltet ihr die Möglichkeit, eure Personas zu stärken, indem ihr zwei von ihnen kombiniert, um eine neue zu bilden oder ihr opfert eine Persona, um das Level einer anderen zu erhöhen und ihr neue Fähigkeiten zu verpassen. Denn genau wie eure Charaktere können eure Persona im Level aufsteigen, wodurch ihr mit der Zeit immer mächtigere Magie bzw. Angriffe ausführen könnt.


Und das ist auch bitter notwendig, denn jeder eurer Widersacher verfügt über seine eigenen Stärken und Schwächen. Auch hier passt der Pokémon-Vergleich ganz gut, denn manche Gegner haben ihre Stärke in einem speziellen Element wie Feuer, Eis, Wind, Flüchen, oder auch heiliger Magie, wofür es immer einen passenden Konter gibt. Greift ihr einen Feind mit dieser Konterfähigkeit an, ist er geschwächt und sind all eure Feinde geschwächt, könnt ihr sie umzingeln. Habt ihr eure Feinde eingekesselt, gibt es in den meisten Fällen mehrere Möglichkeiten, wie ihr weiter vorgehen könnt: Ihr könnt einen sogenannten All-Out-Angriff durchführen, bei dem all eure Charaktere gleichzeitig angreifen und den Gegnern enormen Schaden zufügen, oder ihr könnt mit euren Widersachern verhandeln. Entscheidet ihr euch dafür, könnt ihr von ihnen im Gegenzug für ihr Leben entweder Geld oder einen Gegenstand verlangen. Oder ihr bittet sie, dass sie sich euch anschließen, damit ihr sie als Persona aufnehmen könnt. Hierfür müsst ihr meistens noch ein kleines Dialogspiel gewinnen, ehe der Feind zu eurem Verbündeten wird. All dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs, denn Persona 5 Royal kommt noch mit diversen zusätzlichen Systemen daher wie speziellen Finish-Moves, die sich freischalten lassen oder einem Abklatsch-System, mit dem ihr bei geschickten Vorgehen eurem ganzen Team Schadensboni verpassen könnt, und, und. Die ganzen Systeme hier vereinzelt aufzuführen, würde den Rahmen dieses Tests sprengen. Doch was nach einem totalen Overload klingt, wird vom Spiel geschickt Stück für Stück eingeführt und sorgt eher dafür, dass die Kämpfe zunehmend komplexer ausfallen, ohne kompliziert oder unübersichtlich zu wirken.


Am unteren Rand gut zu sehen: Per Knopfdruck können wir einen Showtime-Angriff ausführen der extra Schaden anrichtet.

© Atlus, SEGA

Der Wechsel aus Alltagssimulation, den Ausflügen in die Paläste und ins Memento sowie die Beziehungsarbeit mit den verschiedenen Charaktere gehen alle flüssig ineinander über, sodass keines dieser Elemente für sich allein als lästig oder überflüssig daherkommt. Das Spiel sorgt mit seinen Ereignissen rund um das Schuljahr dafür, dass euch Jokers Privatleben nicht gleichgültig ist und die sich immer erweiternde Spielwelt bietet euch stets neue Möglichkeiten, fernab von der Haupthandlung Neues zu erleben. Das umfasst, sofern ihr es wollt, auch Minispiele wie zum Beispiel ein Baseball-Training oder ein Dartspiel mit euren Verbündeten (das im Übrigen auf die Gyrosteuerung der Nintendo Switch angepasst wurde). Oder ihr versucht stattdessen mit einer der weiblichen Verbündeten eine romantische Beziehung einzugehen – wobei euch das vollkommen freisteht. Letztendlich vermittelt euch Persona 5 Royal erfolgreich ein Gefühl von Entscheidungsfreiheit, denn es gibt zu keinen Zeitpunkt eine Art goldenen Weg. Selbst jetzt, wo ich das Spiel zum zweiten Mal gespielt und mich völlig anders als bei meinem ersten Durchlauf entschieden habe, hatte ich stets das Gefühl, die richtige Wahl getroffen zu haben. Um das „wahre“ Ende freizuschalten, müsst ihr dann letztendlich jedoch einige Voraussetzungen erfüllen, die hier jedoch nicht näher ausgeführt werden wollen. Insofern kann Persona 5 Royal überwiegend mit seinen Stärken punkten und schwächelt nur selten an einigen Durststrecken, in denen die erzählerische Handlung droht, etwas auszufransen und sich etwas gestreckt anfühlt. Doch in den über 100 Stunden, die ich in den aktuellen Durchlauf gesteckt habe, war das zum Glück eine absolute Minderheit.


Eine rundum gelungene Portierung


Der Tatsache, dass Persona 5 Royal inhaltlich überzeugen kann, war ich mir bereits vor dem Test bewusst – hatte ich das Spiel ja schließlich schon auf der Play Station 4 durchgespielt. Doch wie steht es um die Portierung des JRPG? Hier kann man Entwarnung geben, denn Persona 5 Royal spielt sich fantastisch auf Nintendos Hybriden. Es kommt zu keinem Zeitpunkt zu Einbrüchen in der Framerate und auch die Ladezeiten halten sich alle innerhalb eines akzeptablen Rahmens. In Punkto Grafik muss sich diese Version nicht vor der originalen Play Station 4-Version verstecken. Vereinzelt wirken manche Texturen etwas unschärfer, das fällt meiner Meinung nach jedoch kaum auf und schadet der Optik insgesamt in keiner Weise. Wer über eine Nintendo Switch OLED verfügt, kann sich im Handheld-Modus zusätzlich über satte und knackige Farben freuen. Dasselbe gilt für die vielen kleinen Anime-Sequenzen, die im Laufe der Handlung immer wieder eingespielt werden und die die Handlung visuell noch einmal bereichern. Der Soundtrack weiß ebenfalls zu gefallen: die mal rockigen, mal ruhig und besinnlichen und dann wiederum antreibenden Stücke, die auch gerne mit Gesang unterstützt werden, wissen zu motivieren und untermalen die jeweiligen Szenen ideal. Einzig in den Kämpfen wiederholen sich die Stücke für meinen Geschmack ein bisschen zu oft, doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Persona 5 Royal kommt mit einer japanischen und einer englischen Tonspur daher. Habe ich bei meinem ersten Durchspielen das japanische Original laufen lassen, habe ich mich diesmal der englischen Tonspur gewidmet. Während die japanischen Sprecher allesamt eine ordentliche Arbeit abliefern, sofern ich das beurteilen kann, sticht die englische Tonspur qualitativ für meinen Geschmack noch ein wenig mehr hervor. Die Sprecher liefern allesamt eine qualitativ hochwertige Arbeit ab und es war ein Vergnügen, den Dialogen zu lauschen. Für alle deutsche Spieler gibt es eine komplette Lokalisierung der Bildschirmtexte, die im Großen und Ganzen in Ordnung geht, jedoch manchmal mit manchen Übersetzungsfehlern zu kämpfen hat.

Unser Fazit

10

Meisterwerk

Meinung von Florian McHugh

Wieso verdient Persona 5 Royal meiner Meinung nach das Prädikat „Meisterwerk“? Nun, im Großen und Ganzen, weil es einfach so gut wie alles richtig macht. Das Spiel kommt mit einer vielschichtigen und wendungsreichen Handlung daher, die auch vor eher ernsteren und düsteren Themen nicht Halt macht und unserer Gesellschaft auch gerne den Spiegel vorhält. In Verbindung mit den vielen unterschiedlichen Charakteren, von denen die allermeisten alles andere als oberflächlich und klischeehaft daherkommen, ergibt sich so ein erzählerisches Werk, das mich von der ersten bis zur letzten Minute fesseln konnte. Dazu kommt eine abwechslungsreiche Alltagssimulation, bei der es stets abzuwägen gilt, wie ihr euer Leben gestaltet und bei der es kein Richtig oder Falsch gibt. In Sachen Kampfsystem zeigt sich Persona 5 Royal auf den ersten Blick recht konservativ, jedoch werden die rundenbasierten Kämpfe durch verschiedene Mechaniken, wovon vorrangig die der unterschiedlichen Persona hervorsticht, auf interessante Weise ergänzt. Wenn man dann noch den fetzigen Soundtrack, die tollen Anime-Sequenzen und die gute Synchronisierung dazu nimmt, ergibt sich ein Gesamtwerk, dass trotz seines enormen Umfangs von mehreren Hundert Stunden selten langweilig wird. Wer mit der Persona-Reihe bisher keinerlei Berührungspunkte hatte, kann hier getrost zugreifen, denn ein Vorwissen über die vorherigen Teile ist nicht nötig. Kurzum: Unter den modernen JRPGs ist Persona 5 Royal bisher immer noch eines der besten.
Mein persönliches Highlight: Die Charaktere, die Handlung, die vielen Nebenaktivitäten, der Soundtrack ... und vieles mehr.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

4 User haben bereits bewertet

Kommentare 42

  • ShianKARLAariumu

    Sicher kein schlechtes Spiel.

    Ich freu mich für die Fans. Sehr sogar.


    Warum Nier nicht auch ne 10 is versteh ich nicht. .

    (Wenn die Hardware es so kann, denk ich das sollte auch in den Test einfließen. Wasser aus Steinen quetschen ist ein lahmes Hobby..

    Auf Forenseitenposten auch.. Schätz ich)



    KP PS5R... Ich wünschte es wär nicht so hart gehypt.


    Ich hasse Bandwagon Hype.


    "Hey! Hast du Persona 5 gespielt?"


    Urghhhh

  • LegendaryFabii

    Turmadliger

    Definitiv eines der besten JRPGs der letzten Jahre. Muss es auch noch nachholen

  • VirtualBoo

    Turmheld

    Hab nie ein Persona gespielt weil mir das was ich in Trailern sah nie angesprochen hat so wirklich.


    Mein lieblings JRPG der letzten 20 Jahre ist Dragon Quest XI S.


    Weiß daher nicht ob es was für mich ist, eine Wertung von 10 hin oder her

  • Florian McHugh

    Retro-TowerCaster

    VirtualBoo Puh, das ist ne gute Frage. Also ich hab Dragon Quest XI damals ja auch getestet und habe es geliebt. In Sachen Kampfsystem unterscheiden sich die beiden Spiele wirklich wenig voneinander, beide recht konservativ - Persona 5 hat noch seine Psuedo-Pokémon, die allerdings auch nur das Magiesystem ersetzen bzw. dich deine n Charakter mehr individualisieren lassen. Aber hinter Persona 5 steckt halt noch zu einem nicht unerheblichen Teil eine kleine Lebenssimulation inklusive der Pflege von Bekanntschaften und dem genauen Planen, wann du was steigern willst. Wenn dir so etwas überhaupt nicht zusagt, dann ist es eher nichts für dich. Normalerweise mache ich einen riesen Bogen um solche Spiele aber Persona 5 hat mich damals auch aufgrund seiner Handlung und der Charaktere so angefixt, dass ich ziemlich viel Spaß damit hatte.

  • N.Jeff

    Turmritter

    VirtualBoo

    Vom reinen Gameplay her allein ist P5R richtig toll, aber es gibt in Persona ja auch sehr viel drumherum, mit Figuren reden, in die Schule gehen, deine stats in der Oberwelt aufleveln und deine Zeit richtig managen, das kann das ganze Paket noch besser machen oder für manche störend sein. Es ist schon sehr was anderes als Dragon Quest das ja von allen modernen Jrpgs noch am traditionellsten ist.

  • Darkseico

    Turmfürst

    Danke für den Test Florian. <3

    Es freut mich und bekräftigt mich zum Kauf von Persona 5. :D

    Ich habe es damals geliebt aber noch die Urfassung und werde Royal genüsslich verschlingen. :D

  • Solaris

    Der mit dem Yoshi tanzt

    Tolles Spiel, ich wünschte ich könnte alles noch mal vergessen und wieder frisch spielen und erleben. :*

  • 5cool3me

    High Tech, Low Life

    10 das klingt krass, freu mich mega drauf. Hoffe das meine super duper Version von Altus Amerika schnell da ist, bei den hohen Versandkosten sollte es eig zügig gehen.

  • Kel

    Turmheldin

    VirtualBoo

    Ich weiß, was du meinst. So ging es mir auch.

    Für solche Fälle wären Demos natürlich gut.

    Ich habe es mir dann tatsächlich auf gut Glück mal im Sale gekauft und mir hat es gefallen.

    Ist aber sicher nicht für jeden was, allein aufgrund der "Alltags-Simulation".

  • Cordovan Karolus

    Turmheld

    Bestes japanisches Rollenspiel des letzten Jahrzehnts.

  • SasukeTheRipper

    Meister des Turms

    Auf Metacritic hat es aktuell auch eine 94, das ist schon echt nice und ich freue mich darauf, dass irgendwann in ferner Zukunft mal zocken zu können. Die Version mit Steelbook ist jedenfalls vorbestellt.

  • Kylar

    Turmbaron

    Was soll ich sagen, am Freitag startet mein Dritter Durchlauf :*


    Ich denke das sagt mehr als 1000 worte

  • Krispin Berndt

    Redaktionsleiter

    Ich sitze auch schon auf heißen Kohlen, der Test hat die Vorfreude nur bedingt im Zaun gehalten. :D Ewigkeiten habe ich gewartet und durchgehalten, bis es auf die Switch kommt. Wochenende ist fest eingeplant und danach geht es mit Persona 5 Strikers weiter, nachdem es schon im Regal vor sich hin staubte. Dann war die Investition zum Launch damals wenigstens nicht völlig umsonst. :P

  • BANJOKONG

    Frieden!

    Sehr schöner test !

    Das Hat mich noch mehr interessiert es mir früher oder später zu holen :thumbup:

  • Thomas

    Meister des Turms

    Alles andere als eine 10/10 wäre auch kriminell für dieses Spiel. Ein absolutes Meisterwerk und bislang mein Lieblingsspiel of all time. Die Switch-Version lege ich mir bei Zeiten sicher auch noch zu. So etwas ist nur den besten Spielen bei mir vorbehalten. :)

  • Vank84man

    Nintendo Fan 4ever ✌

    Holz Moly ne glatte 10 ^^

    Dann ist es eine saubere Portierung auf Switch für Persona 5 Royal <3

    Freu mich sehr auf Freitag um das Meisterwerk eines JRPG zum ersten mal zu erleben.

    Bin sehr gespannt auf das Spiel 🎮

  • Aveniala

    Turmamazone

    scheint nicht so als wären die DLCs dabei 😞

    Oder ich habs überlesen, da ich eigentlich nur wissen wollte obs auf der Switch rund läuft.

  • Maexiko

    Old Man of the Sea

    Mehrere hundert Stunden?!

    Oh Gott, ich bin raus

  • VirtualBoo

    Turmheld

    Florian McHugh


    Danke für die Antwort.

    Ich überlege es mir, schaue mir nochmal was dazu an, denn im Grunde bin ich ja offen für alles, ist ja nicht so dass ich es grundsätzlich ablehne oder so 😅

  • Aveniala

    Turmamazone

    Mehrere hundert Stunden?!

    Oh Gott, ich bin raus

    Schaffst 100% nicht mal in einem Durchgang, evtl. als Anfänger nicht mal in 2 xD

  • Chreerok83

    Turmbaron

    Weiss jemand auf die Schnelle, ob es von Persona 5 auch eine Demo gibt?

  • Florian McHugh

    Retro-TowerCaster

    Chreerok83 Nicht für die NIntendo Switch, nein. Beim Rest bin ich überfragt

  • Shyguy

    Turmbaron

    Ah ich habe doch eigentlich keine Zeit für einen dritten Durchgang...

    P5 und P5R habe ich schon auf der ps4 beendet. Weiß man wann der Atlus Shop verschickt? Hab die CE bestellt.

  • Cordovan Karolus

    Turmheld

    Weiss jemand auf die Schnelle, ob es von Persona 5 auch eine Demo gibt?

    Ne, aber wenn Du eine PlayStation 5 und Plus hast, dann gibt es die Urversion (ohne Royal) in der Plus Collection. Allerdings muss man, wenn man sich für Royal entscheidet den ganzen Anfang noch einmal spielen und der kann sehr lange dauern…

  • Chri1986

    Turmheld

    Ich freue mich jetzt wieder sehr - nach dem letzten Rollenspielmonster Xenoblade 3 mit 155 Stunden - auf ein langes RPG mit Style und geilen Kampfsysthem.

    Bin gespannt . 8o

  • TheSchlonz

    Turmbaron

    Hmm, sehr gutes Game, imho sogar noch besser als die XC Trilogie, allerdings würde ich von den 10 Punkten sofort 2 abziehen wegen

  • Heldissimo

    Turmbaron

    Oh ha. Krasse Wertung. Muss ich echt nachholen :*

  • EdenGazier

    Prinzipal der Spiele

    Ist schon vorinstalliert und wird genüsslich Auf dem Steam Deck gezockt

  • BANJOKONG

    Frieden!

    retail auf switch ist für mich Pflicht zu kaufen :love:

  • Chreerok83

    Turmbaron

    Cordovan Karolus Oh, schade. Habe keine Ps5 :( Trotzdem danke!

  • Naraya92

    Ich bin mal gespannt wann es bei mir kommt - Atlus hat noch nicht versendet. In der Produktbeschreibung hieß es der Versand des Spiels erfolgt vor dem Erscheinungsdatum, die Teile der CE Ende November.

    Freue mich auf das Spiel! Hatte es auf der PS4 schon gespielt und bin schockiert dass es nicht mit 10 + 1 more die Skala gesprengt hat 8o

  • Parodin

    Turmbaron

    Dieses soziallife Ding hat mich bei FE Tree Houses arg gestört. Ufert das hier auch so aus?

  • N.Jeff

    Turmritter

    Parodin

    Es ist hier ein noch überwiegenderes Element, also wenn es dich in 3H schon gestört hat würde ich dir definitv nicht Persona empfehlen.

  • BANJOKONG

    Frieden!

    Parodin

    Ist sogar ein tick mehr als bei fire emblem three houses!

    Das wegen habe ich auch Problem damit :D

  • Parodin

    Turmbaron

    Ich P5 Strikers mal für nen 10er geschossen und da ist es teilweise auch so. Habs aber auch nur kurz angespielt. Wollte eig erst das Hauptspiel nachholen.

  • Kylar

    Turmbaron

    Parodin


    Ja es ufert aus, aber es ist bei weitem unterhaltsamer, die Charaktere sind tiefgründiger und die Dialoge natürlich auch.


    Bei 3H habe ich irgendwann nur noch die Dialoge durchgeklickt :ugly:


    Wenn du günstig dran kommst, dann Versuch es mal, ich dachte auch ewig, dass es mir nicht gefallen wird, 500 Stunden + später ist es mein Lieblingsspiel der letzten 10 Jahre :D

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    Objektiv gesehen wirklich ein gelunges JRPG aber für ein Persons wars für mich eine Enttäuschung die ich ungern nochmal anfassen würde. Da ziehe ich doch lieber Persona 3 und erst recht 4 allemal vor.

  • Cordovan Karolus

    Turmheld

    Parodin:


    Strikers ist dagegen ein sehr konventionelles RPG - ohne großartiges Socializing, das normale Persona 5 ist eher wie bei Trails of Cold Steel, also hat das Element richtig heftig integriert. Das Spiel folgt einem Kalender und du hast fest vorgegebene Uhrzeiten, die du selber füllen musst. Daher kannst du auch Events verpassen, bzw. gar nicht alles machen, dass as möglich ist. Du kannst die Zeit nutzen, um Freunde (SC und NSCs) zu treffen, zu lernen, zu trainieren oder optionale Questen in optionalen Dungeons zu erledigen.


    Das ganze ist dennoch unfassbar spaßig. Die Figuren sind etwas weirder, als in anderen Spielen, aber weißen unterm Strich eben auch mehr Tiefe auf.


    Und was für mich wichtig war: Das Spiel bleibt eher bodenständig (bis ins letzte Drittel) und ist weniger diese Anime-Weltrettungsgeschichte, sondern eine Mischung aus Japan-Coming-of-Age, TKKG und Akte X… Am Schluss geht es dann zwar auch wieder leicht drüber, aber für ein Japan-Rollenspiel ist es schon beeindruckend bodenständig.


    Aber wie schon gesagt, wenn du dieses Social-Element nicht magst, wird es schwer. Denn gefühlt das gesamte Gameplay folgt einem Kalender mit relativ freier Zeiteinteilung und die Social Events wirken sich auch nicht unwesentlich auf die Story aus.

  • Parodin

    Turmbaron

    Danke euch für die Antworten! Glaube jetzt auch, dass ich das Spiel lieber meide. Allen anderen viel Spass damit!

  • kartmeister

    Comebacker

    Puuh, ne. Klingt zwar echt interessant, nur die Zeit habe ich aktuell einfach nicht.

  • FatPony

    Turmknappe

    "Ihr schlüpft in die Rolle eines Oberschülers"


    Lol etwas nervig ist es schon gefühlt in jeden Anime / Manga oder JRPG ist der Hauptcharakter ein Oberschüler/-in... Egal was für eine Handlung es hat und wie wenig irgendwelche Oberschüler dazu passen - sie werden da sein xD

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    FatPony ja finde das auch sehr veraltet aber ich denke die Zielgruppe kann sich halt immer am besten damit identifizieren. Zudem wird es wohl schwieriger mit arbeitenden Erwachsenen insbesondere wenn sie noch Familie oder so haben xD alles ist besser als mit einem 10-jährigen