Kurzweiliger Spaß für kleines Geld

Vor elf Jahren, am 29. September 2011, erschien Wizorb erstmals über den Xbox Live Marktplatz für die Xbox 360 und bekam ein Jahr später eine Veröffentlichung auf dem PC. Das Werk von Tribute Games, die sich zuletzt für das ausgezeichnete Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge verantwortlich zeichneten, kombiniert das klassische Spielprinzip von Breakout mit Elementen eines traditionellen Action-Adventures der 8-Bit-Ära. Der Mix wurde seinerzeit gut aufgenommen, schien aber unter der schieren Masse der damaligen Spieleflut ein bisschen unterzugehen. Nun ging das Spiel erneut an den Start – dieses Mal auf der Nintendo Switch – und möchte abermals von seinem Hybriddesign überzeugen. Wir haben uns Wizorb angesehen und geprüft, ob der Spielspaß eine Dekade später immer noch vorhanden ist.


Das Königreich Gorudo braucht eure Hilfe


Wizorb beginnt mit einem kleinen Prolog, der euch die seichte Prämisse des Spiels vorstellt. Das Königreich Gorudo wurde verflucht und möchte nun von euch gerettet werden. Hierfür schlüpft ihr in die Rolle des talentierten Magiers Cyrus, der die Kraft des titelgebenden Wizorbs beherrscht. Das Abenteuer startet im zertrümmerten Dorf Tarot, wo die Wirkung des Fluchs nichts als Ruinen hinterlassen hat. Hilfesuchend wenden sich die Bewohnerinnen und Bewohner an euren Helden und bitten diesen um Goldspenden, sodass sie ihre Heimat wieder aufbauen können. Also zieht ihr los, um den Schergen des Teufelskönigs den Garaus zu machen und nebenbei Schätze für die Reparatur der besagten Gemeinde zu erbeuten.


Die Bewohnerinnen und Bewohner von Tarot bitten euch um Hilfe.

© Tribute Games

Die Handlung von Wizorb ist nicht sonderlich originell und wird eher sekundär behandelt. Doch das macht nichts, denn der Fokus liegt offensichtlich auf dem zugrunde liegenden Spielprinzip, das bis zum Ende der etwa fünfstündigen Kampagne motiviert. Mittels Ball und Balken müsst ihr verschiedene Steinformationen abräumen und umherlaufende Gegner besiegen. Das Ganze funktioniert wie ein einseitiges Pong. Ihr spielt den Ball in Richtung des feindlichen Gebildes, welches sich bei Kontakt auflöst, bis dieses vollständig verschwunden ist. Geht euch einmal ein Ball durch die Lappen, verliert ihr ein Leben. Habt ihr all eure Leben verloren, könnt ihr mittels Continue euren Lauf fortsetzen. Habt ihr dies ebenfalls verspielt, könnt ihr mithilfe eures virtuellen Vermögens weitere Versuche erkaufen oder schlicht zur Oberwelt zurückkehren und später von vorne anfangen. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Welten mit jeweils zwölf Leveln und einem abschließenden Bosskampf. Leider können die einzelnen Level nicht separat ausgewählt, sondern müssen stets im Paket gespielt werden. Immerhin dürft ihr zwischendurch speichern und das Spiel verlassen, rennt euch einmal die Zeit davon.


Selbstverständlich spielt auch Magie in Wizorb eine Rolle, schließlich ist euer Held ein talentierter Zauberer. Neben eurer Lebensanzeige gibt ein zusätzlicher Balken Auskunft über euer verbleibendes Mana. Dieses ist unerlässlich für die mächtigen magischen Attacken eures Charakters, daher solltet ihr nicht leichtfertig damit umgehen. Hat euer Balken keinen Kontakt zum Ball, könnt ihr per Knopfdruck Feuerbälle verschießen oder einen Windzug über das Spielfeld wehen lassen, der die Flugbahn eures Orbs manipuliert. Habt ihr hingegen Kontakt zum Ball, könnt ihr diesen mit besagter Feuermagie aufladen, wodurch das Projektil kurzzeitig einem heißen Messer gleicht, das durch Butter gleitet. Alternativ könnt ihr eurem Orb auch temporär Flügel verleihen und mittels Analogstick steuern. Die letzten beiden Manöver erfordern dabei mehr Mana als die ersten beiden.


Spätere (Boss-)Gegner blocken gerne mal eure Angriffe und machen euch so das Leben schwer.

© Tribute Games

Zwischen den einzelnen Levelpaketen empfiehlt es sich, in die oben genannte Siedlung zurückzukehren und Reparaturzahlungen zu leisten. Nicht nur sind die Bewohnerinnen und Bewohner furchtbar dankbar über jede Hilfe, sondern bescheren euch auch nützliche Boni für die nächsten Runden, wie zusätzliche Leben oder eine provisorische Mauer, die euren Ball vor dem Aus bewahrt. Ist euch das noch nicht genug, könnt ihr eure übrigen Pfennige beim Händler verbraten, der sowohl in der Stadt als auch in den einzelnen Leveln ansässig ist. Dessen Sortiment variiert von Ort zu Ort und bietet zahlreiche Vorteile, die euch die bevorstehende Herausforderung erleichtern.


Angesichts des Schwierigkeitsgrads in späteren Abschnitten solltet ihr dessen Angebote auch annehmen. Was anfangs noch kinderleicht erscheint, entpuppt sich später als echte Geduldsprobe, wenn Gegner beispielsweise aus gewissen Winkeln getroffen werden müssen, um ihnen Schaden zuzufügen. Zusätzlich wird euer Orb, je länger ihr ihn in der Luft haltet, schneller und damit kniffliger zu kontrollieren. Zwar wird eure Ausdauer mit kleinen Mana-Auffrischungen belohnt, die stellen aber im Verhältnis zur Herausforderung nur einen Tropfen auf dem heißen Stein dar, was gerade beim letzten Endgegner negativ auffällt. Wizorb bietet zu Beginn insgesamt drei Schwierigkeitsgrade – Easy, Normal und Hard.


Charmante Präsentation in 8-Bit-Optik


Optisch gestaltet sich Wizorb einfach und charmant. Der farbenfrohe 8-Bit-Look steht dem Spiel gut und weckt Nostalgie. Aufgrund der simplen Darstellung müsst ihr auch auf der Nintendo Switch mit keinerlei Einbrüchen in der Bildrate rechnen – der Titel läuft sowohl im mobilen als auch stationären Modus des Hybriden geschmeidig. Die einzelnen Spielabschnitte glänzen nicht nur mit eigenen Bauten, sondern heben sich auch im Design voneinander ab, obwohl hier durchaus mehr möglich gewesen wäre. Insgesamt hinterlässt Wizorb jedoch ein stimmiges Gesamtbild und lässt kaum Ermüdungserscheinungen aufkommen. Ähnlich verhält es sich mit dem Soundtrack. Dieser setzt sich aus verschiedenen Chiptunes zusammen, die mal mehr, mal weniger im Gedächtnis bleiben.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Felix Kraus

Wizorb ist ein solider Titel für zwischendurch, solltet ihr euch für das klassische Spielprinzip eines Breakout begeistern können. Unterm Strich handelt es sich um eine traditionelle Interpretation der besagten Vorlage mit wenigen Elementen eines Action-Adventures oder Rollenspiels. In Anbetracht des geringen Kaufpreises darf hier getrost eine Empfehlung ausgesprochen werden. Sollte sich Tribute Games allerdings zu einem Sequel hinreißen lassen, dürfen die besagten Elemente gerne noch ein wenig mehr in den Fokus rücken.
Mein persönliches Highlight: Die charmante Präsentation der einzelnen Spielabschnitte.

Die durchschnittliche Leserwertung

2 User haben bereits bewertet

Kommentare 1

  • Knoso

    sTÜRMER

    Ich habs mir neulich für 1,49 auf PC rausgelassen. Für den Preis ist es absolut okay, zumal der wichtigste Part, das Breakout-Spiel, solide gemacht ist.