Eine Mordserie hält Shibuya in Atem

Mittlerweile gibt es alle sechs Hauptteile der Science Adventure-Reihe für die Nintendo Switch. Neben der bekannten Steins;-Reihe und der Robotics;-Serie erschien erst vor kurzem Chaos;Head Noah, welches wir uns in einem Spieletest angeschaut haben. Zeitgleich wurde jedoch auch der Nachfolger und Teil 4 der SciADV, Chaos;Child, veröffentlicht. Natürlich haben wir uns auch diese Visual Novel angeschaut und präsentieren euch nun unser Review.


Einige Mitglieder der Schülerzeitungs-AG. Der Art Style ist sehr gelungen und eine Steigerung im Vergleich zu Chaos;Head Noah.

© MAGES./5pb./RED FLAGSHIP/Chiyo St. Inc.

Es ist 2015, sechs Jahre nach einem verheerenden Erdbeben, welches lokal auf Shibuya beschränkt war und viele tausend Leben gefordert hat. Takuru Miyashiro hat das Ganze schwer traumatisiert überlebt und geht nun auf die Hekiho Academy, wo er zusammen mit einigen Freunden die Schülerzeitungs-AG führt. Vor kurzem begann eine neue Serie an skurrilen Morden, die an die „New Generation Madness“ erinnern, eine Reihe an Morden, die vor sechs Jahren stattfanden und im Mittelpunkt von Chaos;Head Noah standen. Als angehender Journalist ist das Interesse an den „Return of the New Generation Madness“-Fällen groß und so stellt der Club Ermittlungen an. Die ganze Sache wird jedoch persönlich, als Takuru und seine Freundin Serika Onoe den dritten Mord hautnah miterleben dürfen. Was ist das Geheimnis der neuen Mordserie…?


Takuru Miyashiro, der seine Familie bei dem großen Erdbeben verloren hat und seitdem bei einer Pflegefamilie aufgewachsen ist, hat eben diese verlassen und lebt nun allein in einem Wohnwagen. Er selbst hält sich im Vergleich zu den anderen für etwas Besseres und lässt sie diesen Umstand auch spüren. Während viele davon genervt sind, können zumindest die Mitglieder der AG damit umgehen. Nach und nach entwickelt sich Takuru jedoch weiter und gewinnt an Empathie. Seine größte „Stärke“ sind seine Wahnvorstellungen, die sogenannten „Delusions“. Wie schon der Protagonist aus Chaos;Head Noah habt ihr ab und an die Chance, in der Visual Novel temporär alternative Szenen zu aktivieren, indem ihr euch zwischen einer positiven und einer negativen Wahnvorstellung entscheidet. Nach dem ersten Durchspielen schaltet ihr so auch die alternativen Charakterrouten frei, die abgeschlossen werden müssen, um das wahre Ende zu erreichen.


Schaurige Morde und verrückte Wahnvorstellungen!


Während ein Großteil von Chaos;Child aus dem Lesen von Texten besteht, gibt es mit den Ermittlung noch eine zweite Gameplay-Option. Ab und an wird euer Blick auf eine Karte von Shibuya gelenkt. Dort müsst ihr Fragen beantworten, um der Lösung der Fälle ein kleines Stückchen näher zu kommen. Während Chaos;Head Noah in jedem Kapitel von euch verlangt hat, die Story mitzubestimmen, gibt es bei Chaos;Child diverse Kapitel, in denen ihr nur lesen könnt. Die Wahnvorstellungen und Ermittlungen sind der Kernbestandteil des Gameplays der Visual Novel und bieten eine Interaktivität, die Kinetic Visual Novels fehlt.


Ab und an müsst ihr einige Fragen an dieser Pinnwand beantworten, um die Story voranzutreiben.

© MAGES./5pb./RED FLAGSHIP/Chiyo St. Inc.

Ohne Frage ist die Story von Chaos;Child die größte Stärke des Spiels. Da das Spiel ab 18 ist, könnt ihr euch aber vorstellen, dass der Inhalt nicht Ohne ist. Die bizarren Morde werden in diversen CGs in Szene gesetzt und auch der Schreibstil ist deutlich düsterer als beispielsweise noch bei Steins;Gate. Ein wichtiges Element von Chaos;Child sind die Themen Verzweiflung und Angst, die gerade im späteren Verlauf allgegenwärtig sind. Sollten euch diese Art Inhalte abschrecken, dann solltet ihr einen großen Bogen um dieses Spiel machen.


Im Vergleich zu Chaos;Head Noah, welches noch vor der HD-Ära das erste Mal erschien, bietet Chaos;Child diverse hochauflösende Hintergrundbilder und 2D-Charakterdesigns. Ein Highlight sind die CGs, die die Story schön in Szene setzen. Die japanische Sprachausgabe und gerade auch der Soundtrack sind wieder einmal herausragend. Die Übersetzung ist hingegen ein zweischneidiges Schwert. Im Vergleich zum japanischen Original hat sich das Lokalisierungsteam einige Freiheiten genommen, die normalen Spielern nicht auffallen, Puristen der Reihe aber übel aufstoßen dürften. Wollt ihr eine deutlich präzisere Übersetzung, könnt ihr euch die Steam-Version des Spiels kaufen und einen Fan-Patch anwenden.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Niels Uphaus

Chaos;Child gehört zu den besten Visual Novels überhaupt und ist ein würdiger Ableger der Reihe von Steins;Gate, des für viele beliebtesten Spiels des Genres. Die Story ist extrem düster und brutal und schreckt auch nicht davor zurück, kontroverse Themen anzusprechen. Die verschiedenen Wahnvorstellungen des Hauptcharakters Takuru in Kombination mit den bizarren Morden machen die Geschichte zu etwas einzigartigen. Wollt ihr die beste Erfahrung haben, solltet ihr zuvor jedoch Chaos;Head Noah gespielt haben. Zwar lässt sich das Spiel auch einzeln genießen, viele der Thematiken, auf die Chaos;Child aufbaut, haben in Chaos;Head Noah jedoch ihren Ursprung.
Mein persönliches Highlight: Die zum Teil abstrusen Wahnvorstellungen von Takuru!

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Chri1986

    Turmheld

    Danke für den Test. Retail liegt schon da aber wird erst im Dezember gezockt. :)