Vorbereitung ist alles

Echtzeitstrategietitel erfreuen sich dank des schnelllebigen Gameplays in Kombination mit spontanen taktischen Entscheidungen großer Beliebtheit. Intuitiv auf unerwartete Wendungen auf dem Schlachtfeld zu reagieren, gibt dem Geschehen eine aufregende Note und Spielern keine Atempause. Diesem Vorsatz schließt sich Warpips an und entführt euch in listige Situationen, die cleveres Handeln abverlangen. Ob sich dieser Titel lohnt, erfahrt ihr hier.


Obwohl zunächst etwas verwirrend, ist das Gameplay schnell verstanden.

© Daedalic

In einer relativ überschaubaren Kampfzone platziert ihr einzelne Einheiten auf eurer Hälfte des Spielfelds und behaltet die Gegebenheiten stets im Blick. Dabei ist die richtige Vorbereitung das A und O, wenn es darum geht, siegreich aus dem Krieg hervorzukommen. In der Praxis bedeutet dies, dass ihr vor einer Mission die Gelegenheit erhaltet, die Umstände, Ziele und Bedingungen genauer zu studieren. Habt ihr einen Überblick über den Sachverhalt, heißt es, eure Truppe zusammenzustellen. Neben einfachen Landeinheiten, die oftmals als Kanonenfutter dienen und die Stellung halten sollen, könnt ihr selbstverständlich auch härter zuschlagen und mit verschiedenen Vehikeln agieren. Der klassische Panzer ist dabei eine immerzu hervorragende Wahl, richtet ordentlichen Schaden an und hält mindestens genauso viel aus. Helikopter hingegen gleiten zügiger über das Areal, sind aber Abwehrsystemen schutzlos ausgeliefert und besitzen eine generell niedrige Verteidigung.


Wie ihr seht, bringt jede Einheit Vor- und Nachteile mit sich, weswegen es umso wichtiger ist, die richtige Balance zu finden. Nehmt ihr ausschließlich Landeinheiten mit, werdet ihr aus der Luft bombardiert, fokussiert ihr euch auf den Horizont, haben Landeinheiten freie Bahn auf eure Basis. Auch die Karte selbst besitzt einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Kampfgeschehen. So können Flüsse wesentlich langsamer überquert werden, sollte die naheliegende Brücke unter Beschuss stehen. Hier beweist sich der Vorteil der Landeinheiten, die schneller über Gewässer kommen als Panzer und somit ihre geringe offensive Kraft ausgleichen. Grundsätzlich klingt es zwar so, als besitze das Gameplay eine fundamentale strategische Tiefe, allerdings bleibt es eben dabei – fundamental. Da wir es hier mit einem Echtzeitstrategietitel zu tun haben, spielt sich Warpips nach dem Start einer Mission so gesehen selbst und ihr schaut lediglich zu, wie sich eure Vorbereitung in der Praxis abspielt. Aufgrund der simplen Natur der Mechaniken gibt es keinen großen Spielraum für kreative Taktiken. Häufig funktioniert die erstbeste Strategie auch am besten und nur selten musste ich gravierende Änderungen in meiner Armee vornehmen. Zum einen macht dieser Fakt das Spiel ziemlich einsteigerfreundlich, zum anderen bleibt die Herausforderung trotz optionaler Schwierigkeitsstufen leider etwas außen vor.


Euer nächstes Ziel könnt ihr euch selbst aussuchen.

© Daedalic

Glücklicherweise seid ihr in eurer Wahl, wie ihr im Abenteuer voranschreitet, etwas freier. Auf einer Landkarte wählt ihr die Missionen, ganz wie ihr wollt, bis es am Ende zu einem Bosskampf kommt. Während die Level selbst also nicht unbedingt tiefgreifende clevere Einfälle verlangen, ist die generelle Entscheidungsfreiheit überraschend hoch. So seid ihr imstande, eure Armee zu benennen, die bevorzugte Farbe auszuwählen oder euch mit eurem individuellen Wappen auszustatten. Selbst die allgemeinen Optionen spiegeln diese Ungebundenheit wider und lassen euch beispielsweise blutige Darstellungen ausschalten oder Gefechte mittendrin speichern. So könnt ihr jederzeit eine Pause einlegen und später weitermachen, was ausgezeichnet zum Spielprinzip passt. Immerhin findet das Gameplay maßgeblich in der Vorbereitung statt – der Rest ist gewissermaßen eine Zwischensequenz, deren Ausgang ihr vorher hoffentlich positiv bestimmt.


Sowohl grafisch als auch musikalisch solltet ihr hier allerdings keine Meisterleistung erwarten. Der Soundtrack wird euch wahrscheinlich nicht in Erinnerung bleiben und die Optik könnte glatt aus einem Mobile-Game stammen. Die Lichteffekte und kleinen Details lassen die nötige Atmosphäre, wenn es richtig zur Sache geht, aufkommen, jedoch lässt sich nicht leugnen, dass der visuelle Stil etwas leblos und unpersönlich erscheint. Mit etwa 5–8 Stunden Spielzeit und geringem Widerspielwert eignet sich Warpips wirklich nur für zackige Runden zwischendurch.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Kevin Becker

Warpips macht einiges falsch, aber auch vieles richtig und leistet in seinem Grundsatz einen absolut soliden Job. Die einzelnen Mechaniken und Kniffe des Gameplays sind schnell verinnerlicht und es dauert nicht lange, bis ihr erste Erfolge erzielt. Der Ausgang einer Mission ist in den meisten Fällen das direkte Ergebnis eurer Vorbereitung, weswegen es sich durchaus befriedigend anfühlt, wenn ihr vorausschauend plant und eure Strategie belohnt wird. Unglücklicherweise geht das Spiel über dieses Fundament nie wirklich hinaus und bietet leichte Taktikkost, die gut verdaulich ist, aber leider nicht ganz satt macht. Gepaart mit einem zweckdienlichen Soundtrack und Optik ist Warpips womöglich eher für Genreeinsteiger, die im Eifer des stressigen Alltags einfach mal ein paar kurzweilige Schlachten ohne großen Aufwand erleben möchten.
Mein persönliches Highlight: Das eingängige Gameplay

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 5

  • Esde55

    Turmritter

    Bring Advance Wars 😒

  • Pogopuschel

    entkam der Hölle

    Sieht interessant genug aus, um es vielleicht mal im Sale zu kaufen. Als Fan C&C werd ich bei Echtzeitstrategie allgemein immer wieder hellhörig.
    Nach dem Lesen des Tests hatte ich aber noch ein paar Fragen im Kopf. Habe mir mal ein paar Minuten eines Videos angeschaut..

    ..so, wie ich es verstehe, laufen die Einheiten immer von links nach rechts und versuchen die Basis auf der anderen Seite zu zerstören. Je weiter man vorrückt, umso mehr Hindernisse kann man platzieren, um dem Gegner wiederum das Vorankommen zu erschweren. Man kann immer wieder neue Einheiten produzieren und sowas wie Fähigkeiten oder Spezialwaffen einsetzen. Die Einheiten scheinen wohl komplett selbstständig zu laufen, man kann aber ihr Verhalten beeinflussen, z.B. mit einer Art Defensiv- und Attacke-Modus. Insgesamt sieht das Ganze sehr nach Swords & Soldiers aus, was mir schon ganz gut gefallen hat.

    Falls mich mein Eindruck täuscht, korrigiert mich gerne ^ ^
    Ich werde mir bestimmt nochmal ein Video anschauen und es wahrscheinlich mal auf meine Wunschliste packen.

  • Tomberyx

    Minish Mage

    Checke nicht mehr warum alle anderen Spiele mit Kriegs-Thema rauskommen, nur Advance Wars nicht.

  • FloFibonacci

    Turmbaron

    Tomberyx Da drängt sich bei mir die Frage auf ob das Spiel vielleicht auch nicht fertig war? Es wurde ja immerhin zuvor schon einmal verschoben. Ich kann es mir auch nicht mehr so wirklich erklären.

  • Pogopuschel

    entkam der Hölle

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man bei Advance Wars einfach auf einen guten Zeitpunkt wartet. Es zuletzt ugf. zeitgleich mit Mario & Rabbids zu veröffentlichen, wäre wohl nicht die beste Idee gewesen. Neben Pokémon wäre es wohl auch ein wenig untergegangen, auch wenn es verschiedene Genres sind.


    Oder vielleicht gibt es im nächsten Jahr noch einen Zeitraum, in dem man es veröffentlichen möchte, weil man ansonsten kein anderes Spiel in diesem Zeitraum anbieten kann, bzw. man hätte ein anderes Spiel, weiß aber noch nicht, ob dieses bis dahin fertig wird und hält sich Advance Wars als eine Option noch offen.