Test zu The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom - Nintendo Switch
Nintendos perfekte Weiterentwicklung der The Legend of Zelda-Reihe
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11. Mai 2023 um 14:00 - Maik Styppa-Braun
Morgen ist der Tag gekommen, den wohl viele unter uns herbeigesehnt haben. Dann endlich erscheint The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom für die Nintendo Switch. Bereits nach unserem Anspielevent bei Nintendo of Europe vor einigen Wochen war Dennis Feuer und Flamme und auch ich kann seine Begeisterung nach rund zwei Wochen in Hyrule teilen. Entsprechend erfahrt ihr im nachfolgenden Test alles Wissenswerte über Links neuestes Abenteuer, darunter die Veränderungen der Spielwelt, ob Schreine oder sogar Dungeons Teil des Abenteuers sind, welche anderen Neuerungen euch bevorstehen und warum The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom das für mich beste Nintendo Switch-Spiel überhaupt ist. Beachtet, dass der Test mit der Version 1.1.0 des Spiels erfolgte und außerdem natürlich den einen oder anderen Spoiler beinhaltet. Weiterlesen erfolgt daher auf eigene Gefahr!
Die Geschehnisse des Spiels sind einige Jahren nach denen von Breath of the Wild einzuordnen und Link und Zelda sind dabei, die unterirdischen Katakomben von Schloss Hyrule zu untersuchen. Dabei stoßen sie auf die bekannte Mumie aus den Trailern, was in einer Auseinandersetzung zwischen Link und ebendieser endet. Unser mittlerweile langhaariger Held muss sich jedoch geschlagen geben, das Master-Schwert zerbricht in seine Einzelteile und Link verliert sogar seine gewonnenen Kräfte, da das Böse ihn und vor allem seinen Arm infiziert. Zudem verschwindet Zelda urplötzlich, was die Grundlage für das kommende Abenteuer ist.
Geschwächt erwacht Link einige Zeit später und sehr schnell sind Parallelen zum Vorgänger zu erkennen. Wir alle erinnern uns wohl noch an die Szene des Erwachens von Link in Breath of the Wild und ähnlich startet auch das neueste Abenteuer. Dieses Mal stehen wir beim Verlassen der Höhle jedoch nicht inmitten des Vergessenen Plateaus, sondern auf einer Insel hoch oben in den Wolken. Hier erfahren wir erste Bruchstücke der Geschichte, nehmen Kontakt zu einem der früher lebenden Sonau auf und bekommen von jenem auch neue Kräfte in Form des modifizierten Arms von Link. Mit diesem können wir uns auf der großen fliegenden Insel zu Spielbeginn vertraut machen, so wie wir es einst mit dem Shiekah-Stein taten.
Zu Links neuen Kräften gehören die bereits vorgestellten Talente wie der Deckensprung, die Synthese oder auch die Ultra-Hand. Mit ersterem dürft ihr euch auf höher liegende Ebenen befördern, sofern sie nicht zu weit entfernt liegen. Die Synthese ermöglicht es euch, Dinge miteinander zu verschmelzen, sodass ihr beispielsweise umherliegende Äste mit Erzen kombinieren könnt, um diesen als Waffe nicht nur neue Stärke, sondern auch zusätzliche Attribute wie einen Eis- oder Feuerangriff zu verleihen. Das wohl am häufigsten verwendete Talent dürfte jedoch die Ultra-Hand sein, mit welcher auch große Objekte problemlos bewegt und miteinander kombiniert werden können, sodass ihr später nicht nur beim Bau von Häusern und Straßenschildern behilflich sein dürft, sondern auch unterschiedlichste Fahrzeuge entwerft. Mit der Zeitumkehr und der Bautomatik kommen zudem zwei weitere Fähigkeiten hinzu, die es euch ermöglichen, die Zeit von sich bewegenden Objekten umzukehren, um Zahnräder beispielsweise rückwärts laufen zu lassen, und dank der Bautomatik könnt ihr Fahrzeuge und Konstrukte ganz einfach automatisch herstellen lassen, sofern das nötige Material vorhanden ist.
Mit einer selbstgebauten Kutsche lassen sich sogar Charaktere durch Hyrule transportieren
© Nintendo
In Kombination mit der Ultra-Hand und der Bautomatik sind jedoch besondere Sonau-Bauteile vonnöten. Dinge wie ein Ventilator, Raketen oder auch Räder müssen mit Energie versorgt werden, die ihr in Form von Batterien spenden könnt. Sie leeren sich bei jedem Gebrauch und benötigen einige Zeit, um sich wieder aufzuladen. Manche dieser Batterien hat Link direkt bei sich, kann aber deren Anzahl auch nach und nach erweitern. Immer wieder findet ihr zusätzlich Sonau-Batterien, die ihr an euren Fahrzeugen befestigen könnt, um einen erweiterten Energiespeicher zur Verfügung zu stellen, wodurch ihr auch größere Distanzen fliegen oder fahren könnt. Das spielt sich zu Beginn sehr ungewohnt, nach einigen Experimenten kommt man aber sehr gut in das System rein und findet sich schnell zurecht. Zudem bescheren euch besondere Automaten immer wieder neue Bauteile, sofern ihr genug Materialien zum Tausch dabei habt. Dadurch könnt ihr auch für unterwegs Sonau-Bausteine dabei haben, um zu jeder Zeit eigene Werke zu entwerfen.
Bestens ausgestattet mit den neuen Talenten begibt sich Link nach Hyrule und macht sich auf die Suche nach Prinzessin Zelda. Dabei trefft ihr auf viele bekannte wie auch neue Gesichter und die gesamte Storyline steht dieses Mal noch mehr im Fokus, als es bei Breath of the Wild der Fall war, und teilt sich in gleich mehrere ausufernde Äste auf. So erfahren wir, dass es vier Orte in Hyrule gibt, die von merkwürdigen Geschehnissen betroffen sind, die mit dem Kataklysmus, einer erdgeschichtlichen Katastrophe, von welcher ganz Hyrule betroffen ist, in Verbindung stehen. Wie bereits beim Vorgänger führt euch das Abenteuer so unter anderem in das Dorf der Orni, in welchem die Bewohner unter einer Hungersnot leiden, und auch zu den gefräßigen Goronen, die ihren Charme und Witz verloren haben und stattdessen miesepetrig auffallen. Darüber hinaus sind aber auch faszinierende Geoglyphen in der Spielwelt aufgetaucht, in und über Kakariko sind kreisförmige Gebilde erschienen, Prinzessin Zeldas Aufenthaltsort muss lokalisiert werden, das Master-Schwert muss gefunden und wiederhergestellt werden und, und, und … Erzählt werden die Abenteuer dabei immer wieder auch in kurzen Zwischensequenzen, die mich persönlich begeistern konnten, und auch die Synchronsprecher machen ihren Job sehr gut und verleihen den Charakteren eine Menge Charme. Viele Szenen von Ganondorf, Zelda, Tulin oder auch Link selbst sind toll inszeniert und hüten dabei das ein oder andere Geheimnis zur Geschichte, weshalb wir an dieser Stelle vage bleiben. Schön ist, dass die Sequenzen dieses Mal nicht ganz so versteckt sind, wie es noch bei Breath of the Wild der Fall war, sodass man sie kaum verpassen kann.
In der Welt von Hyrule erwarten euch dann wirklich großartige Abenteuer, die vieles von Breath of the Wild übernommen, die Formel aber auch auf sehr positive Art und Weise weiterentwickelt haben. Hierzu gehören auch die Bannschreine. Erneut dürft ihr euch diesen unterschiedlichen Herausforderungen stellen, die von Kämpfen gegen Sonau-Konstrukte bis hin zu größeren Rätseleinlagen reichen und für mich noch mehr Abwechslung bieten und ausgefeilter als im Vorgänger sind. Im Fokus stehen dabei natürlich Links neue Fähigkeiten. So müsst ihr euch immer wieder mit den vorherrschenden Gegebenheiten vertraut machen und eure Talente gezielt einsetzen, um zum Abschluss zu gelangen. Beispielhaft dürft ihr in einem Schrein unterschiedliche Objekte mittels Ultra-Hand zu Brückenteilen verbinden, um Wege über Lavaflüsse zu errichten, oder ihr müsst gänzlich ohne eure Ausrüstung ein Gebiet von Feinden befreien, indem ihr mit Köpfchen kombiniert, Gegner auskundschaftet, ihre Waffen klaut und sie so nach und nach ausschaltet. Habt ihr einen Bannschrein gemeistert, könnt ihr euch auf der Weltkarte immer wieder an diesen Ort teleportieren, sodass es sich lohnt, viele von ihnen abzuklappern. Deren Abschluss lohnt sich aber auch, weil am Ende Segenslichter auf euch warten. Sammelt ihr vier Stück von diesen, könnt ihr an Statuen der Göttin neue Herz- oder Ausdauercontainer erhalten, sodass das Böse mehr und mehr von Link entweicht und ihr gestärkt in die nächsten Kämpfe zieht. Dies ist auch bitter nötig, da Link zu Spielbeginn nur über drei Herzen und einen Ausdauerbalken verfügt.
Neben den Bannschreinen finden sich im gesamten Land auch wieder Türme, die es zu erklimmen gilt. Diese wurden von den Hylianern errichtet und jeder erfolgreich untersuchte Turm schaltet einen Bereich der Weltkarte frei, sodass ihr einen besseren Überblick über neue wie auch bereits besuchte Orte erhaltet. Zudem gelangt ihr durch die Türme auch in die Luft, um umliegende schwebende Inseln mittels Parasegel zu untersuchen. Auch könnt ihr von hier aus gut die zuvor erwähnten Geoglyphen, bei welchen es sich um riesige Zeichnungen auf den Boden Hyrules handelt, finden oder eure Route genauer planen, da die hohe Position einen guten Blick über die Landschaften gewährt. Gerade Bannschreine oder andere Türme lassen sich durch ihre Erscheinung wunderbar erkennen oder auch die aus Breath of the Wild bereits bekannten Ställe sind wieder mit dabei. Besonders auffällig sind jedoch unheilvolle Abgründe, die sich in ganz Hyrule aufgetan haben.
Durch diese Abgründe gelangt ihr in eine Spielwelt unterhalb Hyrules und zusammen mit dem Himmel und den bekannten Gefilden auf der Oberwelt ergeben sich somit drei Spielwelten in Tears of the Kingdom, welche allesamt über eigene Geheimnisse und Spielweisen verfügen, sodass ihr nahezu unendliche Flächen zu erkunden habt. Wer bereits dachte, die Abenteuer in Breath of the Wild waren durch die individuellen Wege einzigartig, der wird nun nochmals eines Besseren belehrt. Was Nintendo hier bereits an abwechslungsreicher Spielwelt bietet, ist phänomenal.
In den Bannschreinen macht ihr von der Ultra-Hand Gebrauch, um Fortbewegungsmittel herzustellen
© Nintendo
Der Himmel ist ein oftmals fröhlicher Ort mit vielen kleineren und größeren Inseln, die ihr entweder per Parasegel oder mittels Ultra-Hand gebauter Konstrukte bereist. Hier erwarten euch neue Bannschreine, geheime Truhen und sagenumwobene Schriften, welche oftmals von den Sonau-Konstrukten bewacht werden. Hyrule selbst bereist ihr am besten zu Fuß oder per Ross, doch auch hier findet ihr gerade in der Nähe von Ställen auch immer wieder Bauteile, um eigene Fahrzeuge zu entwerfen. Von Kutschen über Flöße sind auch Trikes, Ballons oder ganz eigene Ideen möglich, um Hyrule unsicher zu machen. Manches Mal müsst ihr sogar andere Personen mitnehmen und an Zielorte bringen, was das Spiel lebendig und abwechslungsreich macht. Das Hyrule, was ihr glaubt zu kennen, gibt es somit nicht mehr und es fühlt sich keineswegs wie ein Breath of the Wild 2.0 an, sondern hebt sich klar als eigenständiges Spiel ab. Die Welt wurde an so unendlich vielen Stellen neu gestaltet, dass ihr an bekannten Orten plötzlich Neues entdeckt, was stets überrascht. Zudem findet ihr in vielen Bergen und Brunnen auch mittlerweile kleinere wie auch größere Höhlen, die zum Erkunden einladen und ebenso wie der Himmel viele Schätze beherbergen. Die von vielen größte Angst kann ich somit nehmen. Hinzu kommen bekannte Wettereffekte wie Sonne, Regen und Stürme, die für Abwechslung im Kampf sorgen, aber auch das Klettern erschweren, da durch Regen die Oberflächen glitschig werden.
Den beiden fröhlicheren Welten gegenüber stehen dann die Abgründe, welche bei einem ersten Besuch gänzlich in Dunkelheit gehüllt sind. Um hier voranzukommen, kann Link auf leuchtende Samen setzen, die er entweder wirft oder per Pfeil in die Umgebung entlässt. Ihr könnt jedoch für gehörig Helligkeit sorgen, wenn ihr euch zu Wurzeln begebt, die ähnlich wie Bannschreine aktiviert werden müssen, jedoch ohne eigentliche Rätsel. Die Rätsel und Herausforderungen sind im Untergrund vor allem die Wege selbst, die ihr zurücklegt. Diese sind nämlich nicht nur mit Feinden gespickt, sondern auch mit bösartigem Miasma, welches euch eurer Lebensenergie beraubt und sogar eure Maximalgesundheit phasenweise reduziert. Nur wenn ihr die erwähnten Wurzeln aktiviert, erholt sich Link und kann seine volle Stärke zurückerlangen. Gleiches gilt auch für die erlittenen Treffer, die ebenso eure Gesundheit auf zweierlei Weisen reduzieren. An vielen Stellen werdet ihr in dieser Unterwelt auch auf Katakomben und allerlei Bauwerke treffen, die bereits aus der Ferne mit ihren Silhouetten Interesse wecken. Ihr könnt euch also sicher sein, dass ihr auch hier viele Spielstunden investieren könnt, um jeden Stein umzudrehen.
Doch kommen wir zu dem für mich besten Teil des gesamten Spiels: Die Quests selbst, und natürlich möchte ich mit den Hauptquests beginnen. Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Hauptgeschichte sehr verästelt, aber wunderbar interessant erzählt. So kam ich immer wieder in die Bredouille, dass ich nicht wusste, wohin ich als Nächstes reisen soll, da einfach alles so spannend klang. Das für viele jedoch Interessanteste dürften die vier Gebiete Hyrules sein, in welchen ihr neue Weggefährten gewinnt. Im Reich der Zoras trefft ihr beispielsweise auf Prinz Sidon, welcher mit einer Verschmutzung des Gebiets zu kämpfen hat. Um den Problemen auf den Grund zu gehen, schließen sich Link und Sidon zusammen und kämpfen Seite an Seite, wobei ihr auf die Fähigkeiten eures Partners setzen könnt. Prinz Sidon hilft euch, indem er einen Schild aus Wasser erzeugt, welchen ihr auch nach vorne schleudern könnt, um gut gewappnet mit Wasserangriffen gegen die Schergen des Bösen vorzugehen. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Partnern wie Tulin, die sich euch im Laufe des Spiels anschließen. Bitter nötig sind diese neuen Fähigkeiten durchaus, wenn es in die größeren Dungeons geht.
Ja, ich habe das D-Wort gesagt, auf das alle gewartet haben, und ich kann durchaus behaupten, dass mir diese unheimlich viel Spaß gemacht haben, da sie nicht so generisch wie die Titanen in Breath of the Wild sind. Verabschieden müsst ihr euch jedoch von der Vorstellung von Dungeons, wie ihr sie aus vorherigen The Legend of Zelda-Titel wie Ocarina of Time kennt, denn das Konzept aus Räumen mit kleinen und großen Schlüsseln ist so nicht mehr gegeben. Stattdessen sind die Dungeons offenere Bereiche wie auch im Vorgänger, überzeugen aber mit Abwechslung, Spannung, einer tollen Inszenierung und individuellen Spielmechaniken. So kommen auch die neuen Fähigkeiten der Gefährten zum Einsatz, um die Endbosse in die Knie zu zwingen, die ebenso toll gestaltet sind wie ihre Behausungen. Im Gedächtnis geblieben ist mir dabei vor allem eine fliegende Arche hoch über den Wolken im Reich der Orni, die so viel Spannung und Motivation bereits aus der Ferne weckte und meinen Entdeckerdrang antrieb. Aber auch der Feuertempel ließ frühere Geschichten rund um den Todesberg erneut aufglimmen, sodass auch Nostalgiker auf ihre Kosten kommen, vor allem, wenn sie plötzlich der Neuinterpretation eines alten Bosses gegenüberstehen. Hier hat Nintendo definitiv dazugelernt und gute Ideen auf eine moderne Art und Weise weiterentwickelt und zugleich Kenner der Reihe mit vielen Details mit ins Boot geholt. Interessant dürfte für viele zudem sein, dass Link die Fähigkeiten seiner Weggefährten erlernen kann, um diese auch außerhalb der Dungeons nach Belieben einzusetzen, wie er es in der Vergangenheit bereits mit den Fähigkeiten der Recken tat.
Habt ihr es hingegen satt, der Hauptgeschichte zu folgen, eröffnen sich euch weitere Aufgaben, die ebenso begeistern. Manche Nebenquests sind der Kategorie „Episoden“ zuzuordnen und erzählen dabei kleinere Geschichten, die ihr mitgestaltet und erlebt. So konnte ich während meines Abenteuers das mittlerweile zerstörte Angelstedt von Monstern mitsamt Piratenschiff befreien, einige Häuser wieder aufbauen und dem Dorf neues Leben schenken, wohingegen mich eine andere Quest vom Vergessenen Plateau zu einer geheimnisvollen Statue im Abgrund führte, die mich um Hilfe beim Sammeln von Seelen bat. Ich könnte euch noch viele weitere Beispiele nennen, jedoch würde das den Rahmen des Tests sprengen, doch es sei gesagt, dass euch viele, viele abwechslungsreiche Quests erwarten, die sich ganz klar vom klassischen „bring mir dies und erledige das“ unterscheiden. Zudem bieten die Episoden oftmals sehr interessante Belohnungen wie neue Ausrüstungsteile, welche euch im Kampf helfen.
Doch auch kleinere Nebenaufgaben motivieren durchaus, da es viele Belohnungen in sich haben. Oftmals erhaltet ihr nicht nur interessante Materialien, die ihr im Kampf verwenden könnt, sondern auch neue Gerichte mitsamt dem passenden Rezept. Bereits gekochte Gerichte könnt ihr in Tears of the Kingdom problemlos nachlesen und erneut kochen, was vieles deutlich einfacher macht. Diese Gerichte dienen Link dazu, sich im Kampf zu heilen und zusätzliche Buffs wie einen Schutz gegen Hitze oder Kälte zu aktivieren. Hier hat Nintendo aber definitiv Potenzial liegen lassen, denn die Spielmechanik ist noch immer so implementiert, dass die Zeit im Kampf stoppt, während ihr ins Menü geht, um Essen zu euch zu nehmen. Das nimmt den Kämpfen dann doch ihren Anreiz, da mit einer Tasche voller Essen einfach jeder Gegner ohne Probleme früher oder später in die Knie gezwungen werden kann.
Wieder mit dabei sind außerdem die zugleich beliebten wie auch verschrienen Krog-Rätsel. Bei diesen handelt es sich um kleinere Aufgaben, die als Belohnung das Erscheinen eines Krogs mit sich bringen, welcher euch einen Samen aushändigt. Diese Samen dürfen dann in neue Taschen investiert werden, sodass ihr mehr Schwerter, Schilde und Bögen mit euch führen könnt. Die Rätsel selbst reichen von dem Befeuern von Ballons, die an allerlei Orten positioniert sind, über das Zusammensetzen von Steinen zu größeren Skulpturen bis hin zum Auffinden von Krogs, die sich an manchen Orten versteckt haben und nur als ein Glitzern zu erkennen sind. Tears of the Kingdom bedient sich dabei klar beim Vorgänger, jedoch haben es auch vollkommen neue Arten von Aufgaben ins Spiel geschafft.
So dürft ihr mittels Ultra-Hand auch Krog-Paare zusammenführen, welche häufig ein gutes Stück Weg voneinander trennt. Dabei habt ihr dann die Möglichkeit, einen Krog zum anderen zu tragen, oder ihr nutzt erneut die Gegebenheiten der Landschaft und baut kurzerhand eine Kutsche oder einen Segelflieger, mit welchen ihr die glückliche Wiedervereinigung unterstützt. Doch auch mittels Deckensprung könnt ihr euch durch neue Blattsymbole hindurch bewegen, was ebenso einen der kleinen Waldbewohner zum Vorschein bringt. Grundsätzlich sind alle Rätsel gut in die Spielwelt integriert, mir persönlich ist dieses erzwungene Sammeln von Samen für neue Taschen aber zu viel des Guten. Hier wären kleinere Belohnungen durchaus sinniger gewesen und das Erweitern der Taschen hätte ich mir im Rahmen von Großen Feen gewünscht, welche beispielsweise auch Rüstungen verbessern, sofern Link die passenden Items im Schlepptau hat.
Bereits mehrfach erwähnt habe ich allerlei Kreaturen im neuesten Zelda-Spiel, weshalb ich auch auf das Kampfsystem und jene Gegner noch etwas eingehen möchte. Tears of the Kingdom bietet das gewohnte Prinzip aus dem Vorgänger, in welchem ihr die Monster mit Schwert, Schild, Lanze, Axt, Bogen oder weiteren Dingen bekämpft. Jene verfügen über eine stets sichtbare Energieleiste und über eigene taktische Möglichkeiten, da mit einem einfachen Schwert zugleich ein Schild angelegt werden kann, wohingegen Stäbe beide Hände benötigen und ihr somit schutzlos seid. Die Auswahl an Feinden ist dabei nochmals gewachsen, sodass ihr auf vollkommen neue kleinere wie auch größere Feinde treffen werdet. Hierzu zählen unmherwandernde Bäume, der aus dem ersten The Legend of Zelda bekannte Griock mit seinen drei Köpfen oder auch durch Miasma verseuchte Kreaturen in den Abgründen Hyrules. Diese gibt es zudem je nach Gebiet in unterschiedlichen Farbvariationen, was unter anderem auf elementare Stärken und Schwächen hinweist. Gerade die Vielzahl an Feinden bereichert das Leben in Hyrule durchaus, was mir persönlich jedoch am besten gefallen hat, sind kleinere Horden, die sich überall wiederfinden. Diese marschieren oftmals fröhlich über die Felder und warten nur darauf, dass Link sich ihnen nähert, um ihn einen Kopf kürzer zu machen. Da viele Items der Monster nicht nur zum Verbessern von Links Ausrüstung vonnöten sind, sondern dank Synthese auch an euren Waffen befestigt werden können, geht man eigentlich aus jedem Kampf mit einem kleinen Gewinn hervor.
Link selbst verfügt zudem über seine bekannten Fähigkeiten fernab seines mächtigen Arms. Er darf kleinere Sprünge machen, kann steile Bergwände emporklettern, schwimmt einige Meter und muss immer wieder mit neuen Ausrüstungen versehen werden, da vor allem Waffen und Schilde mit der Zeit brüchig werden und kaputtgehen. Dank Synthese können diese jedoch mit neuem Leben versehen werden, indem Steine oder andere Ressourcen befestigt werden, und sogar eine Kombination unterschiedlicher Waffen ist möglich. Dank einer klar gekennzeichneten Stärke der einzelnen Komponenten erfahrt ihr so sehr genau, welche Verbindungen für die kommenden Schlachten besonders lohnenswert sind. Besonders spannend sind dabei die Möglichkeiten, die eure Pfeile und Materialien bieten. Anders als im Vorgänger verfügt Link nämlich nur noch über reguläre Pfeile, die mittels Synthese und passenden Materialien verändert werden dürfen. Hängt ihr beispielsweise roten Schleim an diese, fügt ihr Feuerschaden hinzu, wohingegen gelber Schleim Elektroschaden verursacht. Darüber hinaus sind aber auch Donnerblumen perfekt, um größere Horden zu bekämpfen und mittels Irrkräuter könnt ihr Feinde sogar verwirren, sodass sie sich gegenseitig bekämpfen. Das bietet aus der Ferne viel Potenzial für taktische Vorgehensweisen und steht dem Spiel verdammt gut. Zwar ist das Menü im Verlauf sehr überladen, dank drei unterschiedlicher Sortierfunktionen behaltet ihr jedoch stets den gewünschten Überblick.
Kommen wir zum technischen Aspekt des Spiels. Hier hat Nintendo an die Stärken von Breath of the Wild angesetzt, jedoch siedelt sich Tears of the Kingdom in einem ähnlichen Gefilde an. Zwar sind durchaus Verbesserungen – gerade im Bereich der Darstellungen von Schatten – zu erkennen, man darf aber auch keinen Quantensprung erwarten. Das soll jedoch keine Kritik sein, denn bereits der Nintendo Switch-Dauerbrenner sah zur damaligen Zeit toll aus. Doch auch das veränderte Hyrule kann mit Farben und Lichteffekten glänzen, egal ob ihr gerade durch den Feuertempel schlendert, den Himmel per Parasegel bereist oder durch Hyrulre reitet. Zudem sind die Ladezeiten für eine solche Spielwelt mitsamt ihrer Fülle ein Traum und dauern nur wenige Sekunden an. Ruckler oder großartige Einstürze der Framerate konnte ich zudem beim Spielen nicht feststellen, jedoch kam es in zwei Situation beim Wechsel vom Himmel in den Abgrund (ja, ich bin sehr tief gefallen) zu einem Nachladen, was deutlich spürbar war. Positiv fällt dafür die musikalische Untermalung auf, welche mit bekannten wie auch neuen Klängen begeistert, und ich freue mich schon darauf, diese meiner privaten Musikbibliothek hinzuzufügen. Die technischen Möglichkeiten der Nintendo Switch werden jedoch nicht vollkommen ausgenutzt. Die Bewegungssteuerung wurde gut in das Spiel integriert und auch die HD-Rumble-Funktion findet sich an einigen Stellen wieder. Ein Support des Touchscreens ist jedoch nicht gegeben.
Zum Abschluss möchte ich noch wie gewohnt auf die Spielzeit eingehen, wobei es unmöglich ist, hier einen Wert in Form einer Zahl darzulegen. The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom kann bereits in einigen Stunden durchgespielt werden, vorausgesetzt ihr sucht direkt nach dem Tutorial den Weg zum Ende, so wie es bereits in Breath of the Wild der Fall war. Wollt ihr hingegen Hyrule erkunden, der Hauptgeschichte folgen und Nebenquests wie auch Episoden erledigen, sprechen wir von Zahlen rund um die 200 Stunden. Seid ihr zudem Komplettisten und absolviert jeden Bannschrein, sammelt alle Ausrüstungen, begebt euch auf die Suche nach Krogs und Ähnlichem, könnt ihr noch viele, viele weitere Stunden investieren. Das Gesamtpaket an Spielinhalt ist für mich einfach das Beste, was es auf der Nintendo Switch gibt, und einfach jeder sollte sich in die Abenteuer in Hyrule wagen. Dieses kleine Stück Videospielgeschichte wird die The Legend of Zelda-Reihe enorm prägen und weiterentwickeln, so wie es einst Breath of the Wild tat.
Unser Fazit
10
Meisterwerk