Test zu LEGO Batman: Das Videospiel - Wii
Unser Test zum Spiel: LEGO Batman - Das Videospiel
-
17. Januar 2011 um 20:06 - Holger Wettstein
Ich bin ein großer Fan der Batman-Filme, aber für mich ist die Kombination aus Lego und Batman immer noch ein bisschen skurril. Die Verkaufszahlen der bisherigen Spiele Lego Indiana Jones und Lego Star Wars sprechen aber für sich. So sehr dass der Entwickler Traveller Tales ein weiteres Spiel, das diesmal im Batman-Universum stattfindet, unter anderem auf die Nintendo Wii über Warner Bros. heraus gebracht hat.
Die abscheulichsten Schurken Gothams sind aus dem Arkham Asylum geflohen und wollen die Straßen und Bevölkerung ins Chaos versenken. Natürlich sind auch die weltberühmten Oberschurken Pinguin, Joker, Two-Face und mehr vertreten. Unsere beiden Helden Batman und Robin kämpfen dagegen an und stürzen euch direkt in das Abenteuer, um Gothams Sicherheit wieder herzustellen.
Nach einem gelungenen Intro seid ihr direkt mitten in der Stadt und müsst euch den Weg frei kämpfen. Die gesamte Kameraführung läuft zu 90% über eine Seitenansicht und gewährleistet einen guten Überblick. Nur selten gibt es Kameraschwächen zu bemängeln. Am Anfang wird euch natürlich die Steuerung erklärt, die mich zumindest kurzzeitig durch die viel zu kurz eingeblendeten Texte ein wenig überfordert hat. Nach 5 Minuten hat man aber fast alles im Griff. Mit dem Analogstick wird einer der beiden Helden durch die Gegend gejagt. Mit der A-Taste springt man und mit der B-Taste führt man einen Angriff aus. Die spezielle Nahkampfattacke mit Namen Ringkampf erzeugt man durch die Z-Taste und mit C wechselt man im Einspielermodus den Charakter. Die Bewegungssteuerung wird leider sehr wenig genutzt und dient meistens nur zur Doppelbelegung. So könnt ihr mit einem Schwung der Wii-Remote wie mit der B-Taste einen Angriff ausführen. Mit der Pointer-Funktion hat man auch noch die Möglichkeit, einen Batarang zu aktivieren der je nach Situation hilfreich sein wird. Wie es sich für ein richtiges Batman-Abenteuer gehört, gibt es natürlich noch sehr viele Fahrzeuge und Anzüge innerhalb des Action-Alltags. Eingestiegen wird per C-Taste und verlassen wird euer Untersatz mit der A-Taste. Die Fahrzeuge werden wie die Charaktere mit dem Analog-Stick durch die Gegend bewegt und durch die A-Taste mit einem Turbo beschleunigt. Die Waffen werden mit B abgefeuert, und ein klassischen Batman-Enterhaken existiert dank der Z-Taste natürlich auch. Wie ihr sicherlich schon merkt, ist das einiges an Steuerungstechnik, an die man sich aber relativ schnell gewöhnt.
Seid ihr mit dem Ganzen vertraut, tauchen auch schon die ersten Rätseleinlagen auf. Meistens sind diese auf Suchen, Finden und Kombinieren beschränkt und wiederholen sich oftmals in verschiedenen Varianten. Nur der Aspekt der verschiedenen Anzüge steigert den Schwierigkeitsgrad der Rätsel ein wenig. Insgesamt befinden sich 8 Anzüge wie ein Gleitanzug (nicht was ihr wieder denkt!) oder einen Hitzeschutzanzug in Petto. Das macht am Anfang auch Spaß, flaut aber mit der Zeit ein bisschen ab. Zwischendrin kommt dann auch immer eine Horde an Gegnern, die man beseitigen muss. Die Kampfeinlagen sind aber wieder einmal nur auf simples Tasten hauen beschränkt. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich innerhalb des Adventures kaum, motiviert aber zu jeder Zeit. Ist einer eurer beiden Helden geschwächt oder braucht ihr eine spezielle Fähigkeit, könnt ihr sie jederzeit wechseln. Außerdem kann jederzeit ein zweiter Spieler ein- oder aussteigen. Sterben kann man dadurch so gut wie nie. Mit einem Spielpartner macht das Spiel um einiges mehr Spaß und ist quasi ein Muss. Das gemeinsame Durchboxen und Nachdenken machen einen immensen Spaß und sorgen für spannende Stunden.
Mit der bekannten Bathöhle gibt es jederzeit einen Rückzugsort, in dem ihr alle Missionen kontrolliert. Am Anfang sind von hier aus alle drei Heldenkapitel spielbar. Das Abschließen eines vollständigen Heldenkapitels entsperrt das entsprechende Schurkenkapitel. In eurer Bathöhle findet ihr natürlich auch noch den entsprechenden Batcomputer, in dem ihr Daten, Charaktere, Codes, Story-Clips, Anzugsupgrades und weitere Extras begutachten und bearbeiten könnt. Die insgesamt 15 Helden- und 15 Schurkenlevel bieten bei einem rasanten Durchspielen ca. 6-7 Stunden Spielzeit. Wer sich Zeit lässt und alles erforscht wird auf seine 8-9 Stunden kommen.
Die Präsentation des neuesten Lego-Abenteuers knüpft an die beiden anderen Lego-Titel an. Alle Charaktere und Settings wurden mit viel Liebe zum Detail modelliert. Die Charaktere haben durch die Lego-Optik natürlich wenig Texturen, sehen aber durch minimalistische Glanzeffekte trotzdem weitgehend cool aus. Die Umgebungen sind qualitativ auch höher als der übliche Durchschnitt, und die Framerate ist für einen Wii-Titel auf Maximum. Auch wenn die Entwickler die Framerate bis an die Obergrenze gepusht haben, geht sie doch manchmal kurzzeitig in den Keller. Das Spiel ist kein grafisches Meisterwerk, aber die Atmosphäre und die dazugehörigen Effekte stimmen zu 100%.
Warum man nicht den Soundtrack der aktuellen Batman-Filme genommen hat, kann ich euch nicht sagen. Aber die Musik aus den Tim Burton-Filmen passt ebenso. Während des Spiels geriet sie ein bisschen in den Hintergrund. Trotzdem wirkt sie jederzeit spannend, aber nicht immer passend. Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Musik mehr situationsbedingt gebunden wäre. Die Soundeffekte sind auch Lego-konform, aber die typischen Booms und Bangs der Schlägereien wurden leider weg gelassen. Die englischsprachige Synchronisation ist gelungen. Nur eine Dolby-Unterstützung sucht man vergebens.
Unser Fazit
7
Spaßgarant