Eine lieblose Weiterentwicklung

Mittlerweile vier Jahre ist es her, dass ich mit NBA 2K20 meinen ersten „großen“ Titel bei ntower testen durfte. Seitdem bin ich im Team der Sonderbeauftragte für die Spielereihe und darf mich jährlich an die neueste Version setzen. Daher bekommt ihr auch heute meine ungekürzte Meinung zu NBA 2K24, wobei ich mich von meiner klassischen Vorgehensweise lösen möchte. Zu groß ist der Ärger und vor allem der Frust, welchen ich mittlerweile mit der einst großartigen Basketball-Umsetzung verbinde.


Originale Filmaufnahmen machen die Erlebnisse rund um Kobe Bryant zum Highlight des Spiels

© Take-Two Interactive Software, Inc.

Grundlegend bietet NBA 2K24 das gleiche Paket wie im letzten Jahr, was die Spielmodi angeht. Wobei dieses Mal Kobe Bryant statt Michael Jordan mit einem separaten Modus im Fokus steht. Darüber hinaus gibt es nichts Erwähnenswertes, was die neuen Inhalte anbelangt, die zu einem Kauf führen können. Daher lest gerne in unseren vorherigen Tests nach, was die NBA 2K-Reihe bietet.


Vielmehr möchte ich heute den Fokus darauf legen, was in 2K24 einfach nicht mehr funktioniert und mich als ambitionierten Basketball- und Videospiel-Fan ärgert. Dabei macht den Beginn bereits ein sehr interessanter Bug. Auf der Nintendo Switch kommt es bei einem Update nämlich dazu, dass eine Verbindung zu den 2K-Servern nicht mehr hergestellt werden kann. Statt das Problem anzugehen, wurde dankenswerterweise ein Workaround veröffentlicht, der aus einem Neustart der Konsole und unter Umständen weiteren Schritten besteht. Bereits hier war ich als Spieler bedient, da es frustriert, direkt nach einem Kauf mit solch einem Fehler konfrontiert zu werden. Grund hierfür ist, dass unter anderem der Karriere- und MyTeam-Modus eine stetige Verbindung zum Internet benötigen. Entsprechend konnte ich diese beiden erstmal nicht spielen, bis ich auf die Lösung des Problems stieß.


Als ich dann endlich eine Verbindung herstellen konnte, machte ich große Augen, als ich meine eigene Karriere startete und das keineswegs in einem positiven Sinn. Der Story-Modus wurde nämlich radikal gekürzt. Es wird keine Geschichte mehr um das aufstrebende Talent erzählt. Stattdessen findet ihr euch direkt in der offenen Nachbarschaft wieder, von welcher aus ihr die Spiele mit eurem ausgewählten Team beschreitet. Warum gerade die Story gestrichen wurde, ist für mich nicht verständlich. Gerade die Erzählungen rund um den aufsteigenden Star mit seinen Ecken und Kanten haben diesen Modus doch ausgemacht. Stattdessen sind wir einfach ein x-beliebiger Spieler, nach dem kein Hahn kräht. Das Aufwerten und stetige Verbessern rückt dadurch deutlich in den Hintergrund.


Solltet ihr online unterwegs sein, könnt ihr euch auf streikende Server und fehlende Kontrahenten einstellen

© Take-Two Interactive Software, Inc.

Die Nachbarschaft selbst ist noch immer als ein billiger Abklatsch anzusehen, im Vergleich zu dem, was auf den NextGen-Konsolen geboten wird. Technisch ist dies vielleicht verständlich. Aber der Reiz, sich hier vollends auszuleben, ist nicht gegeben. Langweilige NPCs und fehlende reale Spieler machen die Nachbarschaft fast schon zu einem postapokalyptischen The Walking Dead-Szenario, da die Umgebungen einfach leer und ohne Liebe bei der Gestaltung wirken. In NBA 2K20 habe ich mich hier noch mit meinen realen wie auch virtuellen Freunden getroffen, um den Court gemeinsam unsicher zu machen. Hiervon sind wir mittlerweile weit entfernt.


Hinzu kommen zu allem Übel auch noch technische Schwierigkeiten. Bereits beim Start des Spiels ruckelt die Anfangssequenz und die unendlich langen Ladezeiten sind noch immer Teil des Spiels. Dadurch dauert es mitunter viele Minuten, bis der erste Ball überhaupt in die Hand genommen werden kann. Kommt es dann noch zu einem Abbruch der Internetverbindung, beginnt das Prozedere je nach Spielmodus von vorne. Der Spielspaß rückt dann in weite Ferne. Lediglich auf dem Platz selbst kann NBA 2K24 dann doch noch überzeugen, denn das dargestellte sieht gut aus und spielt sich auch so. Das ärgert mich am Ende wohl am meisten, da wir hier im Kern eigentlich ein klasse Spiel haben, bei dem das Gerüst, welches um dieses herumgesponnen wurde, einfach für so viele negative Gefühle sorgt.


Und dann kommen wir zum Schluss mal wieder zur virtuellen Währung. Auch in diesem Jahr dürft ihr ordentlich Echtgeld investieren, um einen angenehmen Fortschritt zu erzielen. Andernfalls kommen viele mühselige Stunden auf euch zu, in welchen Pech und Frust immer wieder dafür sorgen, dass der Spielspaß getrübt wird. Ich weiß am Ende leider nicht mehr zu sagen, als dass ihr lieber zu einem früheren Teil greifen solltet, sofern ihr ein gutes Basketball-Erlebnis wünscht. NBA 2K24 ist im Kern ein gutes Spiel, kann mit seinen Vorgängern aber bei Weitem nicht mithalten.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Maik Styppa-Braun

Ich bin enttäuscht. NBA 2K24 hat einfach genauso viel Potenzial wie die Titel der letzten Jahre auch, der Abwärtstrend ist aber nicht von der Hand zu weisen. Nervige Spielfehler, die einem Spielmodi blockieren, gestrichene Stroyinhalte, welche in den vergangene Jahren gut unterhielten und das allgegenwärtige Pay-to-Win-Prinzip. Das sind einfach zu viele Aspekte, die ein eigentlich gutes Spiel im Keim ersticken. Daher kann ich nur klar zu einem früheren Ableger der Reihe raten, wenn ihr wirklich einige Runde virtuellen Basketball genießen wollt. Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Trend im Rahmen einer neuen Konsolengeneration nicht fortsetzt.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 2

  • wonderboy

    Turmfürst

    Das klingt sehr, sehr enttäuschend..


    Welche SWITCH-Versionen der Reihe würdest Du empfehlen, Maik ?

  • Maik Styppa-Braun

    Redaktion

    wonderboy es kommt am

    Ende darauf an, was du möchtest: inhaltlich bekommst du wohl mit 2k23 das beste Paket geboten, da du noch die speziellen Michael Jordan-Szenen hast zum Nachspielen. Willst du jedoch MyTeam und MyCarrier nutzen, kommst du um die aktuellen Version wohl nicht herum, gerade da ich nicht weiß, inwiefern die älteren Titel noch problemlos zu den Servern Kontakt herstellen können. Am Ende würde ich aber wohl auf eine Revision für die nächste Nintendo-Generation warten und auf Besserung hoffen.