Ein klassisches Comeback

Hinweis: Vorab sei gesagt, dass es sich bei dieser Version des Tests um die PlayStation 5-Version handelt. Sobald die Nintendo Switch-Version vorliegt, wird der Test entsprechend überarbeitet und die Wertung gegebenenfalls angepasst.


Nachdem in Sonic Frontiers mit den offenen Zonen eine gänzlich neue Richtung eingeschlagen wurde, folgt mit Sonic Superstars abermals eine Wende um 180 Grad. Zusammen mit Arzest schufen das Sonic Team und SEGA einen 2D-Plattformer, der wohl kaum klassischer angelegt sein könnte. Ich will ehrlich sein: Ich habe eigentlich keine Erfahrung mit der Serie. Doch zum Glück geht es nicht immer um Hintergrundwissen, schon gar nicht bei einer derartigen Arcade-Serie wie Sonic. Also fragen wir uns stattdessen, inwiefern der Ableger dem Unterhaltungsfaktor gerecht wird. Altes Gameplay, neuer Look. Also kann doch eigentlich gar nicht so viel schiefgehen, oder?


Turbolente Gänge sind für Sonic nichts Neues

© SEGA

Mit den sogenannten Northern Islands als Schauplatz dienend, findet die Handlung an einer gänzlich neuen Location statt. Das hindert das Konzept aber nicht daran, die Spielwelt wie gewohnt in Zonen mit je einem bis drei Leveln – hier Akte genannt – einzuteilen, die sich vor allem atmosphärisch und klimatisch voneinander unterscheiden. Schließlich sprechen wir nicht umsonst von Inseln. Außerdem ist jeder Akt mit einem stimmigen Track musikalisch untermalt, wobei der ein oder andere auch das Potential hat, länger im Ohr zu bleiben. Die größte Besonderheit der Ortschaften liegt in der Fauna. Denn die Tiere sind hier bedeutend größer, als man sie herkömmlicherweise kennt.


Und genau deswegen geraten diese bemitleidenswerten Kreaturen ins Fadenkreuz des allseits berüchtigten Dr. Eggman, um mit ihnen seine Truppen zu stärken. Um diese Versuchskaninchen einzufangen, hat er mit Fang etwas Verstärkung angeheuert. Und er bringt wiederum ein neues Gesicht mit: Trip, ein seltsames Mädchen, das sich offenbar unter einer Rüstung versteckt. Allerdings scheint sie nicht nur äußerlich mysteriös und verschlossen zu sein. Wer ist sie also wirklich? So leicht finden wir aber auch nicht mehr heraus, da alle Charaktere in sämtlichen Videosequenzen selbst beim Reden vollkommen stumm sind und lediglich die Mimik ihre Kommunikation verdeutlicht.


Wie Sonic Superstars gespielt wird, liegt eigentlich ohne große Erklärungen auf der Hand. Da aber jeder irgendwann mal klein anfängt (so wie ich in diesem Fall), hole ich hier einmal von vorne aus. Sonic Superstars ist ein 2D-Jump-’n-Run, in dem ihr die Akte vorzugsweise von links nach rechts bestreitet, über Abgründe springt und zahllose Requisiten ausnutzt. Die Level werden dabei oftmals mit dem Ziel, den höchstmöglichen Highscore einzufahren, wiederholt. Es gilt, die vielen Wege zum Ziel kennenzulernen und den eigenen Durchlauf von Mal zu Mal zu optimieren. Die Akte bringen allesamt eigene Spielereien mit sich und die Bosskämpfe, die einen Teil jeden Akts ausmachen, stellen euer Verständnis der Mechaniken anschließend auf vielseitige Arten auf die Probe. Der eigentliche Twist im Gameplay dieser Reihe liegt aber im Tempo.


Bonus-Level innerhalb der Akte gehören nunmal dazu

© SEGA

Denn idealerweise schafft ihr es, die Level in einem regelrechten Dauersprint zurückzulegen und Unterbrechungen auf ein Minimum zu begrenzen. Schächte und abgerundete Wände werden daher genutzt, um die Vertikalität der Spielwelt zu bewältigen. Im Vergleich zum durchschnittlichen Super Mario Bros. scrollt der Bildschirm mit dem ohnehin begrenzten Sichtfeld so schnell, dass eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit gefragt ist – oder euer Wissen über die Level von vergangenen Abläufen abgerufen werden kann, um vorauszuplanen welche Aktion als nächstes vonnöten ist. Wobei es vielleicht keine allzu schlechte Idee wäre, einfach mal stehen zu bleiben. Einerseits, um die Umgebung etwas zu erkunden und zwecks geheimer Routen und Sammelobjekte unter die Lupe zu nehmen, andererseits, um ein wenig die hübsche Ästhetik von Vorder-, Mittel- und Hintergründen zu bewundern. Es gibt Akte, da fliegt der Hintergrund nicht einfach durch den Bildschirm, sondern umkreist einen Fokuspunkt. Und in einem Akt ist dieser sogar zum Gameplay interaktiv.


Damit das aber nicht zu einem Einheitsbrei verkommt, werden euch zusätzliche Aufgaben beschäftigen. Das Sammeln der gelben Ringe ist dabei eine übliche Methode, wichtig für hohe Punktzahlen und noch wichtiger, um überhaupt zu überleben. Es ist normal, dass man ohne Vorwissen nach Sprints und Sprüngen oftmals unvermittelt in Gegner oder Fallen gerät. Solltet ihr einen Treffer kassieren, verliert ihr alle Ringe im Besitz. Einige von ihnen könnt ihr zurückholen und das solltet ihr auch. Denn bei einem Treffer mit 0 Ringen bedeutet das nämlich einen Neustart vom letzten Checkpoint. Daher ist es für den bloßen Durchlauf wichtig, mindestens einen Ring zu haben.


Für alle, die lieber einfach das Abenteuer genießen und die Sammlung komplettieren wollen, gibt es noch einige Dinge, die schon eher euer Interesse wecken. Durch Medaillen, die durch das Sammeln von Ringen oder Absolvieren spezieller Herausforderungen erhalten werden können, lassen sich kosmetische Gegenstände im Shop erwerben – bei diesen handelt es sich aber um Roboterteile zur Anpassung des eigenen Charakters im Kampfmodus.


Eine Palette an Fähigkeiten


Ausschlaggebend für den Verlauf des Aktes sind die guten alten Chaos Emeralds. Diese Smaragde lösen spezielle Emerald-Effekte aus, die nicht nur zur Bewältigung von Gegnern und Hindernissen nützlich sind, sondern auch unabdingbar sind, um weitere Pfade in den Akten zu finden. Klone, die die Arbeit für euch übernehmen oder die Vision, welche unsichtbare Blöcke aufspürt, sind nur zwei Beispiele. Ich muss zugeben, dass ich diese Fähigkeiten bisher zu selten genutzt habe, doch zum Glück macht euch das Spiel in gelegentlichen Situationen gezielt darauf aufmerksam, sobald sich ein bestimmter Emerald-Effekt lohnen könnte. Genutzte Effekte sind anschließend solange inaktiv, bis sie an einem Sternenpfosten, also einem Checkpoint, wieder aufgeladen werden.


Amys Hammer ist als Waffe ihrer Wahl nicht wegzudenken

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Damit der namensgebende Igel aber nicht alles alleine stemmen muss, ist mit Knuckles, Tails und Amy das übliche Squad für den Schabernack am Start. Grundlegend spielen sie sich zunächst gleich, doch jeder dieser Charaktere bringt für das Abenteuer eine teils situative, aber nützliche Spezialattacke mit. Damit man sich früher oder später zumindest einmal mit ihnen vertraut gemacht hat, gibt es auch Akte, die einen spezifischen Charakter voraussetzen und mit ihnen bestritten werden müssen.


Stärker als je zuvor setzt die Reihe mit Sonic Superstars auf einen umfangreichen Mehrspielermodus. Sowohl lokal als auch online können bis zu vier Spieler kooperativ oder im Wettbewerb antreten. Kooperativ kann man sich mit mehreren Spielern auf demselben Bildschirm prinzipiell so vorstellen, wie es bereits bei Titeln wie der New Super Mario Bros.-Reihe der Fall ist. Bereits bei diesen können 4-Spieler-Sessions durchaus chaotisch ausfallen. Wie also soll es bei einem Platformer mit Rekordtempo laufen, wenn ein falscher Sprung eines einzelnen Spielers die gesamte Synergie zunichte machen könnte? Um ehrlich zu sein, konnte ich das kooperative Abenteuer aufgrund eines Mangels an Zeit und Mitteln bisher nicht angehen, hoffe dies aber hinsichtlich des Tests zur Nintendo Switch-Version nachholen zu können.


Der Kampfmodus ist einfach gestrickt. Bis zu 8 Spieler treten hier in Minispielen gegeneinander an, die aus unterschiedlichen Disziplinen bestehen, wie einem Last-Man-Standing bei anhaltendem Beschuss, einem einfachen Rennen zur Ziellinie oder Sammelmissionen. Ein Match-Set besteht immer aus drei Spielen, ehe es zu einer kurzen Siegerehrung und schließlich wieder zurück ins Menü geht. Ansonsten gibt es noch Zeitrennen, die rein darauf basieren, die Akte in kürzester Zeit abzuschließen. Es gibt zu jeder Kombination aus Charakter und Akt eine Online-Highscoreliste, somit wird jede Spielweise berücksichtigt.


Ihr bestreitet kaum einen Level ohne Bosskampf, der abverlangt, was ihr im jeweiligen Akt gelernt habt

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Customization ist in der Sonic-Reihe kein Neuland und so bietet auch Sonic Superstars Anpassungsoptionen in Form von Skins. In einer Kollaboration mit LEGO gibt es für Käufer der Digital Deluxe Edition das LEGO-Fun-Paket gratis dazu, sodass die klassischen Charaktere mit einer LEGO-Variante daherkommen. Diese Skins können bei der Charakterauswahl im Abenteuermodus ausgewählt werden. Auch für den Kampfmodus lassen sich die Charaktere anpassen, die ausschließlich in Roboterform auftreten. Hier werden, wie zuvor erwähnt, die im Shop gekauften Teile verwendet.


Über die Technik kann und will ich nicht zu viele Worte verlieren. Wie zuvor erwähnt, sticht die Umgebung mit einem soliden, klassischen Look und vereinfachten optischen Details hervor, die Auflösung stimmt und das Spiel läuft zu jeder Zeit butterweich. Das war für ein Spiel dieser Art auf einer Konsole vom Kaliber einer PlayStation 5 aber auch meine Erwartung. Allerdings ist mir ausgerechnet die Tonqualität etwas negativ aufgefallen, besonders die Musik klang vergleichsweise dumpf, als wäre die Kompression zu hoch. Wenn der Test zur Nintendo Switch-Version folgt, werde ich hierauf vermutlich noch einmal ein genaues Auge werfen.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Maik Dallherm

Aufgrund der limitierten Plattform fiel der Test notgedrungen auf mich als blutigen Anfänger in der Sonic-Reihe zurück, jedoch kann ich mich nicht beschweren. Auch wenn ich einfach in alles Erdenkliche hineinlaufe, hat mir die Lernkurve und die positive Atmosphäre viel Spaß gemacht. Fürs bloße Durchspielen sind die Länge und der Schwierigkeitsgrad angemessen und Highscorejäger machen sich ohnehin ihr eigenes Ding daraus. Auch der Kampfmodus lädt zu ein paar Party-Sessions ein. Leider konnte ich mir bislang kein Bild vom kooperativen Abenteuermodus machen, aber das sollte sich hoffentlich zum Test zur Nintendo Switch-Version erübrigen.
Mein persönliches Highlight: Zone 8 (ohne sie namentlich zu nennen)

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

5 User haben bereits bewertet

Kommentare 20

  • Gast

    Die haben überall nur PS5 Versionen rausgegeben. Ich ahne Böses. Aber das Spiel werde ich wegen Mario eh erstmal skippen. Aber es wird sicher irgendwann nachgeholt. :)

  • blubbafassel

    Falling Angel

    Die neuen Elemente werden ziemlich gemischt aufgenommen, aber grundsätzlich soll es die klassischen 2D-Sonics zufriedenstellend einfangen, auch wenn Mania wohl das rundere und bessere Spiel ist.

    Bin gespannt. Sobald es 30€ kostet schlage ich zu.

  • VirtualBoo

    Turmbaron

    @Beeas


    Da „ahnst“ du aber komplett falsch gibt genug Tests auch der Switch Version auf YouTube.


    Alles supi

  • 16-Bit-Fan

    Gamer4Fun

    Freue mich schon drauf, mal sehen ob ich einen meiner Mitbewohner zum mitspielen kriege.

  • Sebi.L.

    Meister des Turms

    Danke für den Test. Ich freue mich auf das neue Sonic, werde erst aber etwas später zugreifen.

  • olliko

    Turmheld

    VirtualBoo das stimmt schon, aber Sega hat die Switch Codes für die Previews noch nicht an alle Tester geliefert. Nur für die PS5 Version. Das betrifft nicht nur Ntower sondern z.B. auch Nintendolife. Kann aber natürlich auch ein Versehen sein.

  • link82

    Meister des Turms

    bin schon interessiert, schaut nett aus... aber später mal im Sale für 20 bis 15€

  • VirtualBoo

    Turmbaron

    VirtualBoo das stimmt schon, aber Sega hat die Switch Codes für die Previews noch nicht an alle Tester geliefert. Nur für die PS5 Version. Das betrifft nicht nur Ntower sondern z.B. auch Nintendolife. Kann aber natürlich auch ein Versehen sein.


    Alles cool, ich meinte ja nur dass es definitiv schon Switch Tests gibt und man sich alles anschauen kann und man sieht dass die Switch Version top ist .


    Dass mehr Ps5 keys verteilt worden sind kann natürlich sein

  • Mamagotchi

    Do a barrel roll!

    Ich hab richtig Lust auf den Titel und werd mir Sonic Superstars zu Release für die Switch holen.

  • Miyamothomas

    Turmheld

    Werde es mir später im Sale für 4,99 € holen.


    ...kleiner Scherz ;) Als Fan der ersten Sonic-Games auf dem Mega Drive hoffe ich auf eine ähnlich tolle Spielbarkeit, Musik und Originalität.

  • wonderboy

    Turmfürst

    Ruckelt das wirklich so wie auf >YouTube< gezeigt ?

  • David_U

    Nintendo =) <3

    Freue mich auf Dienstag. Dann werde ich mit Sonic Superstars auf der Xbox Series X starten und ab Freitag geht es dann los mit Super Mario Bros. Wonder :love:

  • megasega2

    Meister des Turms

    Bin immer noch nicht so überzeugt, hoffe das Spiel überrascht mich nächste Woche.

  • VirtualBoo

    Turmbaron

    Ruckelt das wirklich so wie auf >YouTube< gezeigt ?


    Das Spiel läuft überall mit 60fps 😉

  • Nights

    into Dreams

    Ich habe mir die ersten 2 Welten der Switchversion nun auf YouTube angesehen... läuft angenehm flüssig und sieht gut aus. Der Soundtrack des Games gefällt mir auch sehr gut. Ich freue mich mega drauf!

  • Maexiko

    Old Man of the Sea

    Sobald die Switchversion da ist bitte den Onlinekoop mittesten.

  • GhostTea

    Turmritter

    Wie viel Stunden habt Ihr gebraucht für das einmalige durchspielen?

  • mmkwiatkowski

    Turmknappe

    Hallo Leute,

    ich habe das Spiel in der PS5-Version auf der Gamescom gespielt und da hat mir die Grafik und zwar das plastische an der Grafik super gefallen. Das ist leider bei der Switch Version etwas abgeschwächt. Schaut euch mal das Video an, dass beide Versionen vergleicht. Ich würde es auch gerne auf der Switch spielen, habe es mir aber jetzt auf der Playstation 5 gekauft und da ist es wie auf der Gamescom. Sieht einfach super aus, knack scharf, bunt und plastisch. Alle drei Sachen vermisst die Switch Version etwas. Aber vielleicht verfälscht das Video.


    Sonic Superstars, Vergleich PS5 mit Switch Version

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    Gr Mirek

  • GhostTea

    Turmritter

    Schau mal auf den Hintergrund. Die Switch Version ist deutlich schärfer! 8o

  • mmkwiatkowski

    Turmknappe

    Das ist ein beabsichtigter Effekt. Macht dadurch den Vordergrund plastischer. Warum das die Switch nicht hat, k.A. Dürfte technisch nicht so schwer sein. Ist mir aber auch aufgefallen.