Test zu CorpoNation: The Sorting Process - Nintendo Switch

Erlebt den Kapitalismus in seiner reinsten Form

Ich gebe zu, dass ich auf den ersten Blick von dem Spiel CorpoNation: The Sorting Process nicht überzeugt gewesen bin. Das Videomaterial hat klargemacht, dass es um Arbeit geht und will man nach einem harten Arbeitstag auch noch beim Spielen schuften? Da jetzt dieser Text hier zu lesen ist, heißt das wohl, dass ich mich diesem Spiel angenommen habe – zum Glück, wenn ich das bereits jetzt anmerken darf. Auch wenn CorpoNation: The Sorting Process von Arbeit am Fließband handelt, ist es alles andere als ein billiges Massenprodukt. Was mich an diesem Titel überzeugen konnte, gibt es in diesem Erfahrungsbericht zu lesen.


In CorpoNation: The Sorting Process seid ihr ein geschätzter Mitarbeiter der Unternehmensnation Ringo CorpoNation. Ihr lebt, arbeitet und verbringt eure Freizeit an diesem Ort. Alles ist dabei perfekt auf Leistung und Gewinnmaximierung getrimmt. Arbeite hart, bringe Leistung, sei markentreu und investiere dein Geld in die Wirtschaft – hier wird Kapitalismus in seiner reinsten Form gelebt. Als Jobeinsteiger beginnt ihr, genetische Proben zu sortieren. Warum ihr diese Proben sortiert und woher diese kommen, braucht euch nicht zu interessieren, schließlich sind Lob eures Managers und der Erfolg von Ringo am allerwichtigsten!


Arbeite beim Sortieren hart, um der glorreichen Firma Ringo wirtschaftlichen Wachstum zu garantieren!

© Playtonic Friends / Canteen

Das Spiel unterteilt sich in zwei wesentliche Bereiche, in denen ihr in einer Art Point-and-Click-Manier in Aktion tretet: dem Arbeitsplatz und eurem Zimmer – liebevoll Pod genannt. Am Arbeitsplatz dürft ihr zunächst eure E-Mails kontrollieren und eure aktuellen Aufgaben durchlesen. Zwar geht es in erster Linie darum, passende Proben in das dafür vorgesehene Rohr zu schmeißen, aber ganz so einfach ist es nicht. Es gibt vier verschiedene Probensorten: Alpha, Beta, Delta und Zeta. Die Proben, die euch gegeben werden, haben aber nicht den Namen darauf geschrieben, sondern zeigen eine molekulare Struktur, ein Muster, eine Beschreibung oder eine Nummer. Eure Aufgabe ist es, euch die verschiedenen Muster und Kombinationen der jeweiligen Probensorten zu merken und entsprechend einzuordnen.


Das Salz in dieser Arbeitssuppe sind zusätzliche Vorgaben, die euer geschätzter Manager mit den wichtigsten und besten Gründen an euch weitergibt. Manchmal ist ein Rohr verstopft, also müssen Proben umsortiert werden, oder manche Proben sind abgelaufen, also muss man auch noch das Verfallsdatum beachten und abgelaufene Proben entsorgen. Ringo ist ein Unternehmen, das großen Wert auf Qualität legt und auch von euch, seinen geschätzten Mitarbeitern, nur die allerbesten Leistungen erwartet. Das stellt dieses erlauchte Unternehmen durch die Gehaltsabrechnung sicher: Je nachdem, wie viele Proben ihr sortiert habt, erhaltet ihr mehr oder weniger Geld; Fehler müssen dabei sanktioniert werden, schließlich darf für Ringo keinerlei Schaden entstehen. Lange Rede, kurzer Sinn: Je besser ihr arbeitet, desto höher ist euer Gehalt. Wenn ihr von den vorgegebenen Linien abweicht, wird die Führungsetage notwendige Maßnahmen ergreifen …


Aber was macht ihr mit eurem angehäuften Geldsegen? Wie bereits erwähnt, steht die Unternehmensfamilie Ringo als Garant wirtschaftlichen Wachstums. Mitarbeiter, die Geld besitzen, sind dazu angehalten, es auch wieder in den Wirtschaftskreislauf zu bringen. Jeden Abend, wenn ihr in eurem Pod seid, könnt ihr euch am PC mit staatlich genehmigten Spielen oder dem Online-Shopping beschäftigen. Dabei sind die Spiele nicht nur unfassbar spaßig, sondern bekommen durch ihren Pay-to-Win-Faktor eine ungeahnte Spieltiefe, die Lust nach mehr macht *hust*. Ihr könnt aber auch Ringo-Merchandise als Dekoration für euren Pod kaufen, um eure Markentreue gegenüber dieser exzellenten CorpoNation auszudrücken.


Was die CorpoNation besonders macht …


Das Arbeitsleben und die tollen Spielangebote sind das Beste, was ich mir vorstellen kann. Ohne Ringo CorpoNation wäre mein Leben sinnlos. Ich bin ein stolzer Arbeiter und lebe getreu dem Motto „Arbeite hart!“.



Ringo ist die absolut beste Firma, alles an ihr ist besonders und gibt mir das Gefühl, immer mehr leisten zu dürfen. Vielen Dank, dass ich CorpoNation: The Sorting Process spielen durfte. Arbeitet auch weiterhin hart!!!

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Simon Münch

CorpoNation: The Sorting Process ist zwar ein Spiel, das sich um Arbeit dreht, aber trotzdem zu unterhalten weiß. Während der Monotonie des Alltags passieren immer wieder unerwartete Dinge, die zumeist mehr Anstrengungen von euch einfordern. Abschalten solltet ihr bei den Minispielen, wovon eines ein Pay-to-Win- und ein anderes ein langweiliges Solitärspiel ist, das euch weiter trainieren soll. Die Entwickler haben sich viele Gedanken um das Worldbuilding gemacht, was besonders durch die Chats mit Kollegen oder den Nachrichten am PC deutlich wird. Das Ende des Spiels ist dabei ein sehenswerter Höhepunkt, der in meinen Augen das Spiel auf eine Art und Weise abschließt, die man weniger erwartet, aber perfekt zu dem Thema der Gesellschaftskritik passt. Kleinere Probleme bei der Steuerung oder in den Bildschirmtexten sorgen vereinzelt für Frust. Technisch macht das Spiel keine Probleme: Die Ladezeiten sind nicht wirklich vorhanden und die Bildrate ist immer stabil. Verschiedene Optionen, die die Arbeit erleichtern, runden das Spiel ab und helfen faulen Menschen wie mir dabei, bis zum Schluss durchzuhalten. Die Spielzeit von weniger als zehn Stunden macht das Spiel zu einem Gaming-Snack, der mit seiner Botschaft nicht so leicht verdaulich, jedoch bitter nötig für unsere konsumsüchtige Gesellschaft ist.
Mein persönliches Highlight: Das durchdachte Worldbuilding

Communitywertung

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Auszeichnungen

CorpoNation: The Sorting Process hat von uns bisher keine Auszeichnung erhalten

Kommentare 2

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  • Marceldumble

    Turmknappe

    Hi Simon, Übersetzer des Spieles hier.


    Es freut mich, dass du Spass am Spiel hattest.


    Tatsächlich sind für einige Charakter Grammatik- und Schreibfehler mit Absicht eingebaut worden, um ihre Individualität hervorzuheben (aus Spoilergründen gehe ich hier nicht weiter ins Detail). Falls du dich aber an Momente erinnerst, in welchen es definitiv nicht gepasst hätte, würde ich mich über eine Rückmeldung mit mehr Details via privater Nachricht freuen. Dann kann ich das noch einmal kontrollieren und bei Bedarf ein Update in die Wege leiten.

  • Simon Münch

    Inselbewohner

    Marceldumble, vielen Dank für dein Kommentar. Ich meine auch »Fehler« gesehen zu haben, die definitiv gewollt sind. An anderen Stellen war ich mir aber tatsächlich nicht sicher. Entsprechende Stellen habe ich mir leider nicht notiert. Ich würde mich aber, wenn ich Zeit dafür habe, mit dem Thema gern beschäftigen und mich melden.


    Allgemein ist es nicht so, als wären dort sehr viele Fehler; diesen Eindruck wollte ich mit dem Bericht keinesfalls vermitteln. Ich werde entsprechende Stellen im Test noch einmal ansehen, im Team besprechen und anpassen, sofern es zu spitz formuliert sein sollte und den falschen Eindruck vermittelt. Schließlich soll es für unsere Leserschaft transparent und nicht irreführend sein.