Test zu DarkStar One - Nintendo Switch Edition - Nintendo Switch

Coole Weltraum-Action Made in Germany

Wir schreiben das Jahr 2006. Bei Nintendo rüstet man sich zum Umstieg vom Gamecube auf die Wii, die zum Jahresende auf den Markt kommt. Davor bekommt unser geliebter Würfel noch Kracher wie The Legend of Zelda: Twilight Princess spendiert. Und auch die Konkurrenz ist nicht untätig. Während Microsoft bereits Ende 2005 seine Xbox 360 veröffentlicht hat, bringt Sony seine PS3 ebenfalls zur Jahreswende auf den Markt. Ebenfalls in diesem Jahr veröffentlicht das deutsche Entwicklerstudio Ascaron sein Spiel DarkStar One auf dem PC. Das Weltraum-Action-Spiel kommt in einer Zeit auf den Markt, in der dieses Genre mehr tot als lebendig ist. Das hat sich glücklicherweise wieder geändert und Sci-Fi-Fans haben heutzutage mehr Auswahl an arcadigen oder simulationslastigen Weltraumspielen. Trotzdem war die Ankündigung von Kalypso Media, welches 2009 das insolvente Ascaron übernommen hat, das Spiel auf die Nintendo Switch zu bringen, für die meisten eine Überraschung. Zwar hat das Spiel seinerzeit durchaus gute Rezensionen erhalten, spielt heute aber kaum mehr eine Rolle in der Spielerschaft. Nichtsdestotrotz freut man sich als Fan natürlich über ein derartiges Spiel und in den folgenden Zeilen wollen wir euch darlegen, warum auch ihr das dürft.


Allein gegen das Universum


Wie erwähnt handelt es sich bei DarkStar One um einen Weltraum-Shooter. Damals wurde er vor allem mit dem sehr beliebten Freelancer verglichen. Und dieser Vergleich trifft auf jeden Fall zu. Man fliegt verschiedene Sonnensysteme ab, erledigt dort verschiedene Aufträge wie Kopfgeldmissionen, Eskortieren von Frachtern oder Transport bzw. Schmuggel von Gütern. Damit verdient man sich Credits, die universelle Währung, mit der man sich Ausrüstung und Erweiterungen für das eigene Raumschiff kaufen kann. Diese sind auch dringend notwendig, denn die verschiedenen Völker, denen ihr im Laufe eures Abenteuers begegnet, verlangen euch im Spielverlauf einiges ab. Hier muss man sagen, dass die Gefechte am meisten Spaß machen und auch das meiste Geld einbringen. Auch habt ihr in den Optionen jederzeit die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad auf eine von fünf Stufen anzupassen. So kann jeder mit dem Spiel Spaß haben. Im Unterschied zu Freelancer verfügt ihr in diesem Spiel jedoch nur über ein einziges Schiff, welches ihr die komplette Zeit bedient.


Das Spiel bietet einiges an Schauwerten, hier beim Anflug auf eine Handelsstation

© Kalypso Media Group GmbH

Als roter Faden und Antrieb, dieses Abenteuer auf euch zu nehmen, dient natürlich die Handlung. Man verkörpert den jungen Piloten Kayron Jarvis. Just zum Ende seiner Ausbildung erfährt unser Held vom mysteriösen Tod seines Vaters. Kayron ist natürlich bestrebt, die Umstände darüber in Erfahrung zu bringen und stößt im Verlauf der Geschichte auf eine intergalaktische Verschwörung. Die Handlung mag nicht preisverdächtig sein, motiviert aber genug, um dran zu bleiben. Mit seinem Ableben hinterlässt Kayron's Vater ihm ein Raumschiff, die titelgebende DarkStar One. Und das ist nicht irgendein Raumschiff, es ist in der Galaxis einzigartig. Nicht nur ist es mit verschiedenen Ausrüstungsgegenständen modifizierbar, sondern lässt sich durch Artefakte, von denen es 100 Stück im Spiel gibt, in Form und Werten verändern. Durch dieses an Rollenspiele angelehnte Fähigkeitensystem seid ihr in der Lage, die schiffseigene Plasmawaffe zu verbessern. Dadurch erhaltet ihr zum Beispiel kurzzeitig erhöhten Waffenschaden oder verbesserte Schilde. Im Spielverlauf schaltet ihr aber auch Fähigkeiten frei, mit denen ihr Gegner kurzzeitig in Stase halten oder ihnen die Schildenergie rauben könnt. Bei Standardgegnern wie Piraten sind diese normalerweise nicht von Nöten, bei Bossen oder Sternenkreuzern ist man für diese Möglichkeiten aber überaus dankbar.


Anfangs noch klein, öffnet sich im Verlauf der Story die Galaxis zu einer doch sehr ordentlichen Größe mit zig Systemen und noch mehr Planeten. Hier könnt ihr mit dem Hyperantrieb hin und her springen. Allerdings hat dieser nur eine begrenzte Reichweite, die sich zwar verbessern lässt, für längere Reisen aber trotzdem mehrere Sprünge erforderlich macht. Das macht das Ganze umständlich und etwas zeitraubend. In den jeweiligen Planetensystemen seid ihr auf euren Standardantrieb angewiesen, dieser allein würde auch kurze Distanzen zu Stationen oder Asteroiden zur Geduldsprobe machen. Glücklicherweise gibt es aber auch die Zeitraffer-Option, sodass ihr damit deutlich schneller von A nach B kommt. In dieser Phase ist das Schiff zwar nicht steuerbar, sollten aber Gegner oder größere Objekte in Reichweite kommen, schaltet das Spiel automatisch in den Normalmodus zurück.


Den Zeitraffer aktiviert ihr in einem der beiden Untermenüs, die ihr mit L und R aufrufen könnt. In jedem davon habt ihr mehrere Auswahlmöglichkeiten, die ihr mit dem linken Stick wählen könnt. Das linke Menü konzentriert sich dabei auf Schiffsfunktionen wie Reparatur-Bots oder Schildboosts, das rechte dagegen öffnet das Logbuch oder die Sternenkarte, aktiviert den Zeitraffer oder löst den Hypersprung aus, um nur einige Beispiele zu nennen. Das alles wirkt zunächst kompliziert und sieht auf den ersten Blick auch so aus, aber dank eines guten Tutorials findet man sich hier überraschend schnell zurecht. Das Logbuch ist im Grunde euer Hauptmenü. Hier seht ihr die aktuellen Missionen, Nachrichten von Verbündeten, könnt Upgrades an eurem Schiff vornehmen und sogar während des Fluges die Ausrüstung wie die Waffen ändern. Die meiste Zeit verbringt ihr im All, die restliche Zeit an Bord diverser Handelsstationen. Jedes Planetensystem besitzt eine und wird von der jeweiligen einheimischen Spezies kontrolliert. Zwar sind die Systeme an sich alle gleich aufgebaut, bringen aber zumindest durch hübsche Planeten-Hintergründe, Asteroidenfelder, Energieblitze oder Nebelfelder etwas visuelle Abwechslung. Positiv hervorheben möchte ich noch, dass speziell um die Handelsstationen einiges los ist. Frachter docken an, Taxen fliegen umher und Polizei kontrolliert das Gebiet und scannt Schiffe, auch eures, auf Schmuggelware. An den Stationen selbst könnt ihr Handel treiben, Missionen annehmen und auch die Story wird hier mit Zwischensequenzen vorangetrieben.


Die Zwischensequenzen treiben die Story voran, sind allerdings aus der Zeit gefallen

© Kalypso Media Group GmbH

Mit den Zwischensequenzen kommen wir nun auch zur technischen Seite des Spiels. Während die Flüge durch das All, die Planetensysteme und die Gefechte meiner Meinung nach immer noch gut aussehen, trifft das auf die Sequenzen nicht unbedingt zu. Zwar wurde die Auflösung angepasst, die Animationen sind hier aber steif und hölzern und waren 2006 schon nicht auf dem aktuellsten Stand. Heutzutage erscheint das schon fast parodistisch und man könnte darüber schmunzeln, wie die Charaktere miteinander interagieren. Immerhin lassen sich die Zwischensequenzen überspringen, die wesentlichen Informationen erhält man im Nachgang in einer schriftlichen Zusammenfassung. Die Sprecher machen ihre Sache ordentlich bis gut, ohne aber hervorzustechen. Übrigens ist das ganze Spiel sowohl in Sprache und Text auf Deutsch lokalisiert. Die Musik macht ihren Job gut, reagiert dabei dynamisch auf das Spielgeschehen, ohne aufdringlich zu sein.


In den 22 Stunden, die ich für den Durchlauf benötigt habe, ohne dabei alle Nebenmissionen zu erledigen, ließen sich die Einbrüche bei der Bildrate an einer Hand abzählen. Das ist durchaus eine Leistung, speziell bei hohem Gegneraufkommen oder beim geschäftigen Treiben um die Stationen herum. Die Ladezeiten sind kurz und werden mit netten kleinen Sequenzen überbrückt, sodass sie einem kaum auffallen. Die Steuerung ist in Anbetracht der vielen Möglichkeiten im Spiel klug auf die verschiedenen Knöpfe verteilt, sodass man nur in extrem brenzligen Situationen mal das ein oder andere Problem bekommt. Jedoch hat man jederzeit die Möglichkeit zu speichern und auch Autosaves finden nach jedem Andocken an den Stationen statt, sodass man nach einem Game Over nie lange braucht, um auf den alten Stand zu kommen.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Christian Spenkuch

Ich hatte gar keine großen Erwartungen an DarkStar One; die Ankündigung kam auch für mich aus dem Nichts. Das Original war dann doch zu alt, um noch Eindrücke aus dem Langzeitgedächtnis bemühen zu können. Umso positiver war dann mein Spielerlebnis. Ohne groß etwas anders zu machen als die Konkurrenz, stechen doch mit dem Fähigkeitensystem des Schiffes und den wirklich kurzweiligen Gefechten zwei Merkmale hervor, die das Spiel für mich wieder interessant gemacht haben. Über die Spieldauer hinweg hatte das Spiel für mich keinerlei Längen, die Story weiß zu motivieren und auch der Grind, um an bessere Ausrüstung zu kommen, war nie nervig, sondern hat durchweg Spaß gemacht. Hierbei habe ich mich weniger auf Schmuggel oder Handel konzentriert, sondern überwiegend auf Piratenjagden und Gefechte. Diese sind in meinen Augen das Highlight des Spiels. Die verschiedenen Gegner sowie auch die taktischen Möglichkeiten mit dem Schiff sind durchaus eine Herausforderung, ohne dass das Spiel unfair wird. Hier hilft auch der einstellbare Schwierigkeitsgrad. Jeder, der mit Science-Fiction und Weltraumkämpfen etwas anfangen kann, wird mit diesem Spiel seinen Spaß haben. Denn auch wenn das Genre wiederbelebt wurde, allzu groß ist die Auswahl an derlei Spielen nun auch wieder nicht.
Mein persönliches Highlight: Die kurzen und knackigen Dogfights und das glaubhafte Universum

Communitywertung

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Auszeichnungen

Spiele-Hit