Unser Test zum Spiel: Nebulus

Kennt Ihr Nebulus für den C64? Nein? Ich auch nicht! Genau aus diesem Grund haben wir das Spiel für euch heruntergeladen und getestet. Die Unbekanntheit liegt eventuell auch an den zahlreichen Namen, die das Spiel in den verschiedenen Ländern hat. So wurde das Game zum Beispiel bei uns in Deutschland Tower Toppler genannt, in Italien Subline oder in den USA schließlich dann Nebulus. Aber auch Namen wie Castelian oder Kyorochan Land sind vertreten. Wie dem auch sei, das Jump´n´Run wurde von John M. Phillips unter dem Label Triffix Entertainment im Jahre 1987 entwickelt und unter anderem für den Commodore 64 veröffentlicht. Nun gibt es das Spiel seit längerer Zeit auch für die Virtual Console auf der Nintendo Wii.

Nein, es geht nicht um unseren Freund Nebulous von unseren Kollegen Wiiinsider der unseren Wiitower-Turm erklimmen will. Sondern um ein kleines, froschartiges Wesen, dass aus bisher nicht wirklich erkennbaren Gründen 3D-Türme im Weltall via Plattformen erklimmen möchte.

Nebulus brachte das sonst so eintönige 2D Jump'n'Run-Genre erstmals in eine 3D-artige Variante. Man hat einen dreidimensionalen Turm, den man von Plattform zu Plattform besteigen muss. Die Schwierigkeit darin besteht, dass man nicht wirklich immer 100% voraus sehen kann, was so auf einen zukommen wird. Auf den Plattformen sitzen nämlich auch einige Unwesen, die euch das Leben schwer machen wollen und den bereits knallharten Schwierigkeitsgrad in die Höhe jagen. Natürlich findet ihr auch einige Gegenstände, die euren steilen Weg nach oben erleichtern sollen. Gesteuert wird natürlich mit quer gehaltener Wii-Fernbedienung, da man ja früher nur ein Steuerkreuz und einen Knopf gebraucht hat. Laufen und Springen, was braucht denn ein Plattformer mehr? Die Steuerung ist zwar relativ leicht zu meistern, wirkt aber durch das langsame laufen und springen recht träge und ungenau. Genauso wie die Kollisionsabfrage nicht wirklich der Oberbringer ist und ebenso durch ihre Ungenauigkeit die Frustration steigert.

Wie viele Türme sich wirklich im Weltraum befinden und ob es überhaupt zu einem Ende kommt, kann ich euch nicht sagen, da der Schwierigkeitsgrad wie gesagt jenseits von Gut und Böse ist. Zwischen den Levels gibt es zur Abwechslung auch noch U-Boot Einlagen, die das Gameplay einwenig auflockern und euch zum nächsten Turm transportieren werden. Wer aber eine Motivationsspritze benötigt, kann sich auf der entsprechenden Highscore-Liste verewigen.

Wer übrigens nicht alleine herum kraxeln möchte, kann im 2-Spieler-Modus gegen einen Kontrahenten die Türme erklimmen und um die höhere Highscore kämpfen.

Für C64-Verhältnisse ist Nebulus ein wahrer Augenschmaus. Der drehende Turm wurde vollkommen ohne 3D-Grafiken trotzdem dreidimensional wirkend erzeugt. Das Spiel strotzt mit einer Technik, die die sehr eingeschränkte Hardwarelimitierung geschickt umgeht und baut die 3D-Türme ohne Probleme in das Weltall. Man hat einfach das Gefühl, dass die damaligen Entwickler einen einzigartigen Effekt erzeugen wollten, der ihnen aber auch super gelungen ist. Die sonstigen Sprites bestechen allerdings nicht durch sonderlich großartige Animationen oder übermäßig großartige Charakter-Designs und sind eher im Mittelmaß angesiedelt.

Der Titelsong der Weltraumschlacht ist ein echter Ohrwurm, der durch den einzigartigen C64-Midi-Sound nochmals in die Retro-Ecke gepusht wird. Die Soundtüftler haben einen tollen Song kreiert, der dann aber auch nicht mehr innerhalb des Spiels zu hören ist. Während des Besteigens der Türme hört man leider so gut wie gar nichts. Nur einige Sounds und Effekte kommen aus euren Lautsprechern. Eventuell ist dies auch gut so, wenn man den hohen Schwierigkeitsgrad betrachtet und man ja konzentriert zocken muss.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Holger Wettstein

Dieses Spiel ist eindeutig für den hart gesottenen Retro-Zocker, der jeglichem Schwierigkeitsgrad trotzen kann und kein Problem damit hat, Levels etliche mal von vorne anzufangen. Denn bis man an die Spitze der Türme gekommen ist, wird euch das eine oder andere graue Haare wachsen. Neben dem brutalen Bergsteigen kann man die wunderschöne C64-Grafik bewundern, die mit Pseudo 3D-Effekten glänzen kann. Den brillianten Titelsong hätte man aber auch in die Level packen können. Frustrationsfreie C64-Fans kommen jedenfalls auf ihre Kosten.

Die durchschnittliche Leserwertung

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