Test zu Mario Golf - Nintendo 64, Wii, Wii U
Unser Test zum Spiel: Mario Golf
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17. Januar 2011 um 20:38 - Holger Wettstein
Nach Golf und NES Open Tournament Golf brachte Nintendo zusammen mit Camelot den ersten richtigen Mario Golf Titel auf dem Nintendo 64 heraus. Zeitgleich erschien damals auch eine Version für den Game Boy Color. Später erschienen im Jahre 2003 und 2004 dann noch die Nachfolger für den GameCube und den Game Boy Advance. Wir haben für euch den ersten Mario Golfer als Virtual Console Fassung für unsere Wii getestet und schauen einmal, ob es sicher hier um reinen Fun-Sport oder eine waschechte Simulation handelt.
Mario Golf war der wohl erste 3D-Golftitel für eine Nintendo-Konsole und verbindet eine klassische Simulation mit dem Mario-Universum. Alles typisch Nintendo, wird man in das Mario-Setting hinein geworfen. Im Startmenü angekommen, geht es dann auch gleich schon los. Hier wählt man entweder die Spieleranzahl aus, kann einen Speicherstand aufrufen oder im Clubhouse seine Rekorde ansehen, rein textbasierende Tutorials durchlesen oder einige Optionen konfigurieren. Habt ihr euch für die Anzahl der Spieler entschieden, wählt ihr einen der vorhandenen Charaktere aus. Zu Anfang stehen allerdings nur vier zur Auswahl, denn die restlichen 14 müssen erst frei gespielt werden. Jeder Charakter unterscheidet sich im Drive und der Geradlinigkeit des Schlages.
Nach der Charakterauswahl kann man zwischen den Spielmodi Tournament, Get Character, Ring Shot, Speed Golf, Stroke, Mini-Golf oder einem Training wählen. Wie ihr seht, gibt es hier einiges an Umfang. Eigentlich fast alles, was man so in ein Golf-Spiel packen kann. Beim Training übt man seine Abschlage und kann alle möglichen Bedingungen simulieren. Beim Mini-Golf puttet man sich wie im realen Sport mit möglichst wenigen Schlägen gen Fahne. Dieser Modus ist allerdings eher ein kürzerer Zeitvertreib. Im Stroke-Modus spielt man einfach drauf los und die Wertungen werden auf einer Tafel festgehalten. Beim Speed-Golfen geht es, wie der Name bereits erkennen lässt, um das möglichst schnelle Einlochen. Wer die Löcher am schnellsten hinter sich bringt hat gewonnen. Im Ring-Shots Modus muss man den Ball durch vorgegebene Ringe schlagen, was immer eine Art Hindernis darstellt. Denn oftmals liegen die Ringe nicht so, dass man einen optimalen Schlag hin bekommt. Der Get Charakter Modus ist wahrscheinlich die härteste Nuss im Game. Hier tritt man gegen insgesamt 14 Charaktere an. Besiegt man einen, kann man ihn für spätere Runden anwählen. Allerdings ist dieser Modus wirklich sauschwer bis unfair. Im letzten Modus, dem Tournament, spielt man ganz klassisch ein komplettes Turnier durch. Nach jeder Runde sieht man seine Wertung in einem Gesamtranking. Allerdings wird man besonders am Anfang immer am unteren Ende der Tabelle stehen, denn auch hier geht es knüppelhart zur Sache. Die Gegner spielen fast immer perfekt und wenn ihr gut seid, ist euer Gegner fast immer besser! Das kann zu einigen Frustrationen führen. Trotzdem gibt es hier und da aus unerklärlichen Gründen ein paar Funken Motivation. Wahre Golf-Cracks kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Käufer, die denken, sie haben hier einen leichten und lustigen Funsportler heruntergeladen, werden wahrscheinlich ziemlich enttäuscht sein.
Die Steuerung von Mario Golf ist wirklich super gelungen. Man schaut sich mit der hervorragenden Kamera den Platz an, kontrolliert die Wetter- und Windverhältnisse, stellt die perfekte Richtung ein, wählt den richtigen Schläger für die perfekte Schlagweite aus und los geht es mit dem Abschlag. Am unteren Ende des Bildschirms hat man hierzu eine Leiste mit zwei vorgegebenen Punkten. Wenn man die volle Power erreichen will, muss man beide Punkte perfekt treffen. Will man schwächer schlagen, sollte man früher abdrücken. Um jedes mal perfekt zu schlagen, braucht man allerdings wirklich einige Stunden Übung.
Auch was die Umgebungen und die dazugehörigen Kurse angeht gibt es einiges frei zu spielen. Am Anfang hat man nur die "Toad Highlands", die dann später durch weitere ergänzt werden. Jedes Setting hat seinen ganz eigenen Stil und besitzt auch immer unterschiedliche Witterungsbedingungen, die das gesamte Gameplay beeinflussen.
Die Optik vom Mario-Golfer liegt für N64-Verhältnisse im mittelmäßigen bis guten Niveau. Viele bekannte Elemente aus dem damaligen Super Mario 64 wurden in das Spiel implementiert. Trotzdem kann es grafisch keinesfalls mit dem Megaseller oder einigen anderen N64-Spielen mithalten. Vieles wirkt auch für das damalige Gesamtniveau detailarm, doch die standesgemäßen Nintendo-Charaktere überzeugen natürlich wie immer. Alles ist im knuffigen Mario-Style, der ja bereits über Jahrzehnte bis heute begeistern kann.
Auch der Sound ist eine Mischung als altbekannten Mario-Melodien gepaart mit einigen eher schnöden Stücken, die allerdings manchmal nervig werden können. Auch die typischen Mario-Sounds sind natürlich wieder auf dem Golfplatz vertreten, die wie immer sofort ins Ohr gehen. Der Sprecher bei besonders guten oder grausam schlechten Schlägen ist auch gelungen und gibt dem Spiel die nötige atmosphärische Tiefe. Die sonstigen Effekte liegen im üblichen Mittelmaß.
Unser Fazit
7
Spaßgarant