Test zu Metal Slug Tactics - Nintendo Switch
Ein Strategie-Spiel mit Rogue-like-Elementen und technischen Schwächen
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24. Dezember 2024 um 07:00 - Niels Uphaus
Rogue-like-Elemente sind mittlerweile gefühlt in jedem zweiten Spiel zu finden. Selbst mein geliebtes Xenoblade Chronicles 3 hat einen solchen Modus als DLC-Inhalt bekommen. Ich selbst bin kein großer Fan dieser Mechaniken, dennoch habe ich mir für euch Metal Slug Tactics angeschaut, ein Spin-off der bekannten 2D-Run-&-Gun-Serie von SNK, die dieses Mal als Strategiespiel daherkommt. Kann der Titel mich als alten Rogue-like-Muffel überzeugen? Das erfahrt ihr jetzt.
Während des Kampfes wird euch eine Vielzahl an Informationen angezeigt
© SNK / Dotemu / Leikir Studio
Ich gebe zu, dass ich noch nie einen Metal Slug-Titel gespielt habe, daher sind alle Charaktere und Referenzen innerhalb des Spiels neu für mich. General Donald Morden ist wieder einmal zurückgekehrt, um seinen Weltherrschaftsfantasien freien Lauf zu lassen. Mit einer neu zusammengestellten Armee macht er es sich zum Ziel, die Weltregierung zu stürzen. Marco Rossi, sein Erzfeind und Soldat einer Eliteeinheit, lässt dies natürlich nicht so stehen und greift zusammen mit seinem Geschwader Veteranensoldaten zu den Waffen, um dem Unruhestifter ein für alle Mal den Garaus zu machen.
Metal Slug Tactics ist ein reinrassiges rundenbasiertes Taktikspiel. Ihr steuert drei Charaktere über kompakte Karten und versucht, verschiedene Missionen zu lösen. Diese reichen von dem einfachen „Schalte alle Gegner aus“ bis hin zum „Evakuiere Zivilisten“. Jede der Missionen hat eine Hauptaufgabe, die gelöst werden muss, und eine optionale Quest, die euch beim Abschließen eine höhere Belohnung verschafft. Nach dem Lösen einiger der Karten steht ihr dann einem mächtigen Boss gegenüber, den es zu bezwingen gilt, um voranzukommen. Seid ihr nicht in einer Schlacht, befindet ihr euch in eurer Zentrale. Dort könnt ihr Waffen und Fähigkeiten gegen Geld, das ihr beim Kämpfen gewonnen habt, aufrüsten und eure Charaktere wechseln. Ihr startet mit drei Helden, schaltet aber nach und nach weitere frei.
Nicht nur eure Waffen, sondern auch Ereignisse in der Umgebung können euren Feinden Schaden zufügen
© SNK / Dotemu / Leikir Studio
Doch wo sind denn nun die Rogue-like-Elemente? Ganz einfach. Nach jedem gewonnenen Kampf erhaltet ihr nicht nur Geld, jeder Charakter kann zudem neue aktive oder passive Fähigkeiten erhalten, die euch stärker machen. Diese verbessern entweder eure Waffen oder haben andere Vorteile wie das Erhalten von Bonuszügen beim Ausführen gewisser Handlungen. Nach genug bezwungenen Feinden steigt ihr zudem ein Level auf, bei dem ihr euch entscheiden könnt, eine der angebotenen dauerhaften Fähigkeiten zu erwerben oder eure Punkte anzusparen, um sie beim nächsten Level-up für mehrere oder teurere Belohnungen einzutauschen. Rogue-like-typisch sind die Karten, auf denen ihr die einzelnen Missionen auswählen könnt, zufallsgeneriert. Werdet ihr also besiegt und versucht erneut, eine Region von General Morden zu befreien, ändert sich das Layout.
Schauen wir uns nun die Kämpfe an sich näher an. Der Titel bietet eine Vielzahl an Mechaniken, auf die wir hier jedoch nicht alle eingehen werden. Das Spiel bietet jedoch eine gewaltige Anzahl an Tutorials, die euch alles genauestens erklären. Das Grundprinzip ist jedoch simpel. Ihr bewegt eure Charaktere über die isometrische Karte und versucht, Gegner auszuschalten. Euch stehen dabei pro Charakter zwei Waffen zur Verfügung. Eine von ihnen hat unbegrenzt viel Munition, die andere kann nur begrenzt verwendet werden, kann jedoch durch Nachschub, der zwischen den Kämpfen auftaucht, wieder aufgefüllt werden. Natürlich solltet ihr nicht einfach losstürmen und euch mitten auf der Karte platzieren, wo ihr sofort getroffen von den Feinden überrannt werdet. Hinter Mauern und anderen Objekten könnt ihr euch verstecken und erhaltet so Schutz. Das Gleiche können jedoch auch eure Gegner machen. Auch interaktive Gegenstände wie TNT-Fässer, die beim Beschuss explodieren und massiven Schaden anrichten, lassen sich finden. Umso weiter ihr euch pro Zug bewegt, desto widerstandfähiger werdet ihr. Im Laufe des Spiels könnt ihr auch die namensgebenden Metal Slugs beschwören, Panzer, die hohen Schaden anrichten, bei zu viel Belastung aber explodieren.
Eine der wichtigsten Mechaniken ist die Synchronisation. Stehen eure Soldaten passend zueinander im Vergleich zum Gegner, den ihr angreifen wollt, wird eine Kettenaktion ausgeführt, die deutlich mehr Schaden anrichtet. Der Zug des unterstützenden Helden wird dabei nicht verbraucht. Ich habe anfangs meine Charaktere frei bewegt und angegriffen, ohne auf ihre Positionen zu achten, und bin kläglich gescheitert. Da ihr nach dem Bewegen eures Charakters nicht direkt angreifen müsst, empfiehlt es sich, erst alle Helden richtig zu platzieren, damit ihr das Synchronisations-Feature vollständig ausnutzen könnt.
Metal Slug Tactics bietet eine Vielzahl an Mechaniken, die Fans von Rogue-likes und Strategiespielen glücklich machen werden. Dennoch kann ich zumindest die Nintendo Switch-Version nicht empfehlen. Der Grund: Das Spiel hat massive technische Probleme. Wie ihr den Screenshots entnehmen könnt, nutzt der Titel einen Retro-Pixel-Artstyle, der zwar mit vielen Animationen glänzt, aber sicherlich auch ohne Probleme in niedrigerer Auflösung auf dem GameCube spielbar gewesen wäre. Da ist es nicht akzeptabel, dass es ab und an heftige Framerate-Einbrüche gibt, wenn etwas mehr auf dem Bildschirm los ist. Im TV-Modus ist es gerade noch akzeptabel, aber im Handheld-Modus gibt es ab und an sogar Standbilder. Das merkt man besonders beim ersten Boss. Fun Fact: Nehmt ihr ein Video mit der Capture-Funktion der Konsole auf und schneidet es dann in der Foto-App, werden euch unten gleichmäßig große Striche angezeigt, die euch helfen, euren Clip passend zu trimmen. Beim aufgenommenen Material von Metal Slug Tactics sind diese Balken zum Teil deutlich länger. Selbst die Konsole erkennt, wie miserabel der Titel läuft. Das habe ich so bei noch keinem anderen Nintendo Switch-Spiel erlebt. Die Slowdowns gibt es jedoch nicht nur bei Bossen, auch wenn einmal ein paar mehr Gegner auf dem Feld sind, beginnt die Framerate einzubrechen, sobald ihr eure Charaktere bewegt. Die meisten Level laufen halbwegs stabil, aber dennoch ist diese miese Performance bei den wenigen Stages inakzeptabel.
Unser Fazit
6
Überzeugend