Test zu Cuisineer - Nintendo Switch

Ein leckerer Loop, der langfristig nicht satt macht

In den letzten Jahren haben sich nicht nur gemütliche Spiele etabliert, in denen man ein Café oder ein Hotel verwalten muss, sondern auch Rogue-lite-Spiele, die damit locken, dass jede Runde einzigartig ist. Daher war es eigentlich keine Überraschung, als jemand auf die Idee kam, beide Dinge zu vereinen, denn warum muss man sich immer auf die Suche nach Schätzen und Waffen begeben, wenn man auch Kochzutaten in Dungeons sammeln kann? Genau diese Mischung bringt Cuisineer auf die Nintendo Switch und macht damit vieles richtig. Ob das aber auch reicht, um zu einem Spielehit zu werden? Das hab ich mir, mit Pfannenwender im Gepäck, mal genauer angesehen.

Kleine Hühner sind noch euer kleinstes Problem im Dungeon

© Marvelous

Die Geschichte rund um Protagonistin Pom ist schnell erzählt. Ihre Eltern führen ein beliebtes Restaurant in ihrem Heimatdorf, in das sie nach vielen Abenteuern zurückkehrt. Doch statt ihre Eltern dort vorzufinden, erhält Pom nur einen Brief und findet ein leeres und dunkles Restaurant vor, in dem keine Besucher mehr anzutreffen sind. Ihre Eltern sind verreist und hinterlassen sogar noch Schulden, die Pom natürlich am besten sofort zurückzahlen soll. Doch wie? Genau, indem das Restaurant wieder eröffnet wird und die Bewohner wieder mit Leckereien versorgt. Allerdings passiert das nicht, ohne vernünftige Zutaten und entsprechendes Mobiliar, weswegen die ersten Aufgaben auch gleich feststehen.

Schnell werdet ihr jedoch merken, dass ihr zwar Möbel kaufen könnt, jedoch keinerlei Ressourcen hinter eurem Restaurant an- oder abbauen könnt. Hier kommt direkt der Rogue-lite-Charakter ins Spiel, denn um in der Geschichte voranzukommen, müsst ihr euch in die Dungeons begeben, um Dinge wie Holz, Steine, Weizen, Eier und Gemüse zu bekommen. Die findet ihr außerhalb des Dorfes, bestehen aus mehreren Ebenen und nach und nach könnt ihr weitere Dungeons freischalten. Dort trefft ihr natürlich auf niedliche Monster und spannende Bossgegner, denen ihr Gegenstände wie Eier, Chili oder Mehl entlocken könnt.

Im Restaurant geht es irgendwann sehr wuselig zu

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Die Gegner vermöbelt ihr zu Anfang noch mit eurer einzigen Waffe, einem Pfannenwender. Darüber hinaus habt ihr weitere Fähigkeiten, die ihr gegen Hühner, Hasen und Pflanzenwesen einsetzen könnt und natürlich könnt ihr damit auch Steine oder Holz abbauen. Bessere Waffen könnt ihr übrigens auf dem Markt kaufen, dort aufwerten lassen oder aber in den Dungeons finden. Nach und nach könnt ihr auch tiefer in die Dungeons vordringen, euch Kisten und Schätze unter den Nagel reißen und versuchen, nicht an den großen Gegnern zu scheitern. Sterbt ihr, verliert ihr einen Teil eurer Beute und werdet zurück ins Dorf befördert. Ihr könnt euch aber jederzeit zurück teleportieren, um eure gesamte Beute sicher daheim zu verstauen. Egal wie viel Zeit ihr in einem Dungeon verbringt, ihr kehrt stets um 22 Uhr nach Hause zurück, außer ihr sterbt, denn dann wacht ihr am nächsten Morgen in eurem Bett auf.

Eure Beute könnt ihr innerhalb eures Hauses entweder in einer Box oder im Kühlschrank aufbewahren. Leider ist zu Beginn der Platz in eurem Rucksack sehr begrenzt, weswegen ihr es oft nur schafft, kurze Runden durch die Dungeons zu absolvieren. Relativ schnell könnt ihr jedoch euren Rucksack erweitern und auch tiefer in die einzelnen Ebenen eindringen. Doch was stellt ihr mit all den Ressourcen nun genau an?

Baumaterialien könnt ihr bei den im Dorf ansässigen Händlern loswerden. Der Schreiner kann euch zum Beispiel neue Möbel anbieten oder euer Restaurant vergrößern. Ihr könnt eure Ressourcen allerdings auch gegen andere Gegenstände eintauschen oder auch einfach für Gold verkaufen. Denn neue Kleidung oder Buff-Food in Form von Bubble Tea können ebenfalls erworben werden. Ein gutes Restaurant benötigt darüber hinaus schicke Deko, weswegen ihr auch Pflanzen, Regale und Beleuchtung kaufen könnt. Manche der Händler haben einen festen Shop mit Öffnungszeiten im Dorf, andere sind nur immer mal wieder da, weswegen ihr stets eine Runde täglich über den Markt drehen solltet.

Hunger ist beim Spielen von Cuisineer vorprogrammiert

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Die Zutaten werden natürlich im Restaurant gebraucht und hier kommen wir direkt zum anderen Gameplay-Teil von Cuisineer. Denn ihr wollt natürlich dem Restaurant wieder zu neuem Glanz verhelfen, allerdings startet ihr erst einmal sehr rudimentär. Mit wenigen Tischen könnt ihr erst einmal nur vereinzelte Gäste bedienen, was sich jedoch mit der Zeit ändert. Öffnet das Restaurant und die Kunden kommen automatisch, setzen sich an einen freien Tisch und zeigen euch über eine Denkblase, welches Gericht sie essen möchten. Zu Beginn steht euch nur ein Kochtopf zur Verfügung, allerdings gibt es noch weitere Zubereitungsstationen, wo andere Gerichte vorbereitet werden. Die müsst ihr ebenfalls beim Schreiner kaufen und euer Restaurant muss eine entsprechende Größe erreicht haben, um weitere Stationen zu installieren.

Die Zubereitung müsst ihr nicht selbst übernehmen, denn ihr wählt an der entsprechenden Station nur das Rezept aus und wartet kurz. Anschließend erscheint das Gericht auf einer Anrichte. Ihr müsst die Gäste nicht selbst bedienen, da sie von alleine ihre Nahrung abholen. Das ist vor allem hilfreich, wenn viel los ist und ihr keine Zeit habt, auch noch die Leute zu bedienen. Sie essen schließlich in Ruhe und gehen zur Kasse, um zu bezahlen. Das Geld wiederum müsst ihr manuell annehmen, ehe die Kunden euer Restaurant wieder verlassen. Bestellt ein Kunde etwas, was ihr derzeit nicht zubereiten könnt, steht er wartend am Eingang und verlässt nach einiger Zeit euer Restaurant wieder. Daher ist es sinnvoll, so schnell wie möglich euer Restaurant zu erweitern und neue Rezepte freizuschalten.

Bei den verschiedenen Händlern findet ihr jede Menge Deko und andere nützliche Dinge

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Die bekommt ihr wiederum von Bewohnern des Dorfes, die euch Aufträge erteilen. Die fallen unterschiedlicher Natur aus, jedoch sind viele davon einfache Bring-Quests. Wenn ihr die benötigte Anzahl an Gewürzen oder Zutaten habt, bringt sie zu den Bewohnern, um die Aufgabe abzuschließen. Anschließend erhaltet ihr ein neues Rezept, das ihr ab sofort im Restaurant anbieten könnt, solange ihr die passenden Zutaten habt. Mehr Geld erhaltet ihr im Restaurant übrigens, wenn ihr auch euer Mobiliar immer weiter verbessert. Denn Kunden sind wählerisch und da es unterschiedliche Stufen von Kunden gibt, haben sie auch andere Bedürfnisse. Je passender die Möbel im Restaurant, desto mehr Trinkgeld bekommt ihr, wenn ihr die Kunden bedient. Tiefgang darf man bei den meisten Charakteren im Spiel jedoch nicht erwarten, da die Dialoge dann doch recht oberflächlich sind.

Grafisch sieht das Spiel gut aus, wobei man im Vergleich zur PC-Version einen qualitativen Unterschied erkennen kann. Die Charakterdesigns, die man vor allem in den Dialogen sieht und die Illustrationen der Rezepte sind wunderschön gestaltet, sodass man sie gerne als Screenshot sammeln möchte. Daher ist es auch nicht zu empfehlen, das Spiel mit leerem Magen zu spielen. Die Performance ist ebenfalls ordentlich, wobei es vor allem in den Dungeons schon mal zu Rucklern kommen kann. Die haben sich aber in meinem Spieldurchlauf wirklich in Grenzen gehalten, was mich positiv überrascht hat.

Die Steuerung ist jedoch teilweise etwas gewöhnungsbedürftig, da die Buttons der Nintendo Switch ungewohnt belegt sind. Mir ist es deshalb oft passiert, dass ich die falschen Knöpfe gedrückt habe. Das ist sicher Gewöhnungssache, doch gerade wenn man auch andere Spiele nebenher spielt, kommt man schnell durcheinander. Darüber hinaus ist das Sortieren von Zutaten oder das Umräumen in Kühlschrank und Kiste mehr als anstrengend. Hier hätte es gut getan, einen Schnellbefehl einzubauen, damit man zügiger seinen Rucksack leeren kann. Auch manche Upgrades sind so versteckt, sodass man erst sehr spät sieht, dass man zum Beispiel seinen Rucksack erweitern kann. Zwar hat man irgendwann den Dreh raus, aber kleinere Hinweise zu Beginn des Spiels hätten da schon geholfen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Kerstin Steiner

Cuisineer wohnte schon seit Ankündigung mietfrei in meinem Kopf, da mir die Illustrationen sehr positiv aufgefallen waren. Der Genre-Mix klang ebenfalls spannend, denn Zutaten in Dungeons zu sammeln, um später leckere Gerichte damit zuzubereiten, passte perfekt in mein Spiel-Schema. Die tatsächliche Umsetzung ist auch durchaus gut gelungen, wobei etwas Luft nach oben bleibt. Der Gameplay-Loop macht definitiv süchtig und man freut sich regelrecht auf den nächsten Run durch die Dungeons, um anschließend neue Rezepte freischalten und kochen zu können. Je weiter man vordringt, umso mehr entdeckt man und kann seine Kunden daheim im Restaurant mit neuen Leckereien beglücken. Langfristig fehlt dem Ganzen aber irgendetwas, denn weiterhin das Restaurant zu optimieren, wird auf Dauer doch langweilig. Der Weg dahin macht jedoch Spaß, wobei die Steuerung wirklich etwas verbessert werden könnte. Jeder, der Rogue-lites mag und sich ein bisschen für Restaurant-Management begeistern kann, sollte mal ins Spiel reinschauen. Allerdings sollte man kein Meisterwerk wie Hades erwarten, denn dafür fehlt Cuisineer leider mehr Tiefgang.
Mein persönliches Highlight: Die tollen Illustrationen und der allgemeine Gameplay-Loop

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