Test zu Tails of Iron II: Whiskers of Winter - Nintendo Switch
An die Waffen – wir ziehen in den Krieg!
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12. März 2025 um 13:00 - Felix Kraus
Tails of Iron II: Whiskers of Winter ist der Nachfolger des 2021 veröffentlichten Tails of Iron und seit dem 28. Januar 2025 für PC und Konsolen, darunter die Nintendo Switch, erhältlich. Das Action-Rollenspiel mit Metroidvania-Elementen entführt euch in eine düstere Spielwelt, wo verschiedene Tierklans in blutigen Kriegen um die Herrschaft kämpfen. Im Rahmen einer Vorschau haben wir vergangenen Juni bereits eine Demo-Version des Titels spielen dürfen, welche das Intro des Spiels umfasste, und für gut befunden. Sowohl die Optik als auch das Gameplay wussten zu gefallen, allerdings lag uns seinerzeit lediglich die PC-Fassung vor – wie Tails of Iron II: Whiskers of Winter auf der Nintendo Switch performt, blieb also ein Rätsel ... zumindest bis jetzt! Erneut sind wir in die Rolle des königlichen Adoptivsohns Arlo geschlüpft und haben dessen Festung neu aufgebaut – und das diesmal auf der Hybridkonsole. Was sich seit der Vorschau getan hat und ob das fertige Produkt den positiven Ersteindruck beibehält, erfahrt ihr im nachfolgenden Text.
In Tails of Iron II: Whiskers of Winter erwarten euch haufenweise Monstrositäten zum Bekämpfen
© United Label S.A. / Odd Bug Studio Ltd.
Wie schon erwähnt, schlüpft ihr in Tails of Iron II: Whiskers of Winter in die Rolle von Arlo, dem Adoptivsohn des obersten Wächters der Garnison von Winterrand. Bei Letzterer handelt es sich um einen strategisch wichtigen Stützpunkt des Ratten-Königreichs, welcher nach langer Waffenruhe erneut von den finsteren Dunkelschwingen, einem blutrünstigen Fledermausklan, angegriffen und zerstört wird. Inmitten der Trümmer und vor der enthaupteten Leiche eures Ziehvaters schwört ihr Rache und macht euch an den Wiederaufbau der Festung. Hierfür müsst ihr ins Herrschaftsgebiet anderer Fraktionen reisen und (Zweck-)Bündnisse gegen den gemeinsamen Feind schmieden.
Das gestaltet sich natürlich schwieriger, als es klingt. Zwar ist der Weg zu den jeweiligen Orten schnell per Schiffsreise oder Ähnlichem überbrückt, die Oberhäupter wollen allerdings erst überzeugt werden, ehe sie ihre Hilfe und Gesandten anbieten. Die Forderungen sind vielseitig: mal müsst ihr einen besonders hartnäckigen Widersacher ausschalten, ein andermal bestimmte Gegenstände beschaffen und, und, und ... Tails of Iron II: Whiskers of Winter lässt sich in gut acht Stunden durchspielen, wenn ihr lediglich die Hauptmissionen verfolgt. Weitere vier Stunden könnt ihr zusätzlich mit Nebenaufträgen verbringen, die euch Zugang zu neuer, exklusiver Ausrüstung, schlichtweg Geld und mehr gewähren. Die Geschichte um eine gefallene Garnison und deren Wiederaufbau ist nicht sonderlich originell – unterhaltsam ist das Ganze trotzdem und zugleich noch charmant inszeniert.
Denn Tails of Iron II: Whiskers of Winter orientiert sich in Sachen Grafik eng am Vorgänger – und das ist auch gut so. Denn der bestach bereits mit seinem liebevollen Stil und seiner einzigartigen Spielwelt, wo anthropomorphe Tierwesen in brutalen Gefechten aufeinandertreffen. Das Sequel hebt all das auf eine neue Stufe und füllt seine teils idyllischen Umgebungen randvoll mit Details. Es macht einfach Spaß, durch die Welt von Tails of Iron II: Whiskers of Winter zu streifen, weil jeder einzelne Abschnitt vor Schauwerten strotzt. Um die märchenhafte Atmosphäre zu untermauern, hat man dieses Mal sogar einen Erzähler engagiert, der das Treiben auf dem Bildschirm mit seiner sonoren Stimme begleitet – jedoch ausschließlich in englischer Sprache. Doch deutsche Untertitel schaffen Abhilfe ... insofern ihr auf die tolle, altertümliche Schriftart verzichten könnt – die gibt es nämlich nur im Originaltext. Ein Jammer.
Optisch präsentiert sich das Spiel, wie schon der Vorgänger, stilsicher – sogar der Ladebildschirm
© United Label S.A. / Odd Bug Studio Ltd.
Gehen wir weg von der famosen Spielwelt und wenden uns dem Gameplay zu. Auch hier bleibt man der Mechaniken des Erstlings treu, was diesmal allerdings nicht so gut ist. Da wäre zum Beispiel das Kampfsystem, das dank der Trägheit zwar wuchtig, bisweilen aber auch echt ungelenk ausfällt. Das spürt man vor allem im Gefecht gegen Gegnergruppen, wo man selten das Gefühl hat, Herr der Lage zu sein. So ein feindlicher Trupp stellt gelegentlich eine größere Herausforderung dar als die zahlreichen Bosse – und das sollte nicht der Fall sein. Auch wirkt das Abenteuer auf der Nintendo Switch noch einmal deutlich schwerfälliger als auf anderen Plattformen. Der Grund: die Wiederholungsrate von dreißig Bildern pro Sekunde. In unserer damaligen Vorschau lag uns die PC-Fassung vor, die auf dem Steam Deck durchweg neunzig Bilder pro Sekunde wiedergeben konnte. Der Unterschied ist deutlich spürbar, insbesondere in der Eingabeverzögerung.
Da nun die beiden äußerst präsenten Elefanten im Raum adressiert wurden, richten wir unseren Fokus auf die positiven Aspekte des Kampfsystems, wie der Waffenvielfalt. Tails of Iron II: Whiskers of Winter bietet ein üppiges Arsenal an Nah- und Fernkampfwaffen, die allesamt über einen eigenen Upgrade-Baum verfügen. Ob ihr also lieber mit wuchtigen Äxten, flotten Schwertern oder reichweitenstarken Speeren hantiert, wird und bleibt euch überlassen. Zudem dürft ihr euch über massenhaft Belohnungen in Form von Währung oder Crafting-Materialien freuen, die wiederum in neue oder bestehende Ausrüstung investiert werden können. Die Kämpfe lohnen sich also und sollten daher auch gefochten und nicht umgangen werden.
Zu den Neuerungen zählt auch der Tag-Nacht-Rhythmus, welcher mithilfe eines Nickerchens gesteuert werden kann
© United Label S.A. / Odd Bug Studio Ltd.
Zu den Neuerungen von Tails of Iron II: Whiskers of Winter zählt, wie bereits in unserer Vorschau erwähnt, der Enterhaken. Und ehe wir fortfahren: nein, ihr könnt das Werkzeug leider nicht für akrobatische Angriffsmanöver nutzen – schade. Vielmehr hilft er euch beim Erkunden der Spielwelt, die nun deutlich häufiger in die Vertikale geht. Da dürft ihr das Gerät aber auch nur an bestimmten Punkten benutzen, wodurch das Gadget leider zu einer traurigen Farce verkommt.
Viel nützlicher präsentieren sich die vier mächtigen Elementarangriffe, die ihr euren Gegnern im Kampf um die Ohren feuern könnt. Diese verursachen nicht nur eine Menge Schaden, sondern belegen euer Gegenüber auch mit zehrenden Statuseffekten. Ein deutliches Plus im Vergleich zum magiearmen Vorgänger und obendrein cool anzusehen.
Technisch kann man Tails of Iron II: Whiskers of Winter kaum bis gar nichts ankreiden. Klar wäre die doppelte Bildrate wünschenswert gewesen, aber immerhin haben wir es mit soliden dreißig Bildern pro Sekunde zu tun – und das sowohl im mobilen als auch im stationären Modus der Nintendo Switch. Weiterhin konnten von uns keinerlei Spielfehler oder Abstürze verzeichnet werden, was für ein stabiles technisches Grundgerüst spricht und längst nicht mehr selbstverständlich ist.
Unser Fazit
7
Spaßgarant