Test zu Breakout Beyond - Nintendo Switch
Arcade-Klassiker in neuer Form
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18. Mai 2025 um 18:00 - Daniel Kania
Ob als Breakout, Arkanoid oder Alleyway – das eingängige „Steine mit einem Ball zerstören“-Gameplay kennt jeder auf irgendeine Weise. Was einst in den Arcade-Spielhallen angefangen hat, lässt sich heute in unzähligen Formen auf allerlei Geräten finden. Auch die Nintendo Switch hat so einige moderne Vertreter in petto, darunter das kürzlich erschienene Breakout Beyond von Choice Provisions, den Machern der Bit.Trip-Reihe. Der Clou hieran: Ihr stellt nicht nur Highscores auf, sondern absolviert dabei von links nach rechts scrollende Level in Breakout-Manier.
Die lila Wand links rettet meinen Ball, falls ich ihn nicht zurückschlagen sollte
© Atari Interactive, Inc
Euer Schläger befindet sich am linken Bildschirmrand und bewegt sich Stück für Stück mit dem Level – ein kleines bisschen für jeden zerstörten Stein. Ihr könnt es darauf anlegen, einen möglichst hohen Punktestand aufzustellen, indem ihr effizient spielt und den Ball nie herausfallen lasst, aber notwendig ist das nicht. Ein Level gilt nämlich schon dann als beendet, wenn ihr den Ball innerhalb der vorgegebenen Zeit durchs Ziel befördert. Das ist manchmal leichter, manchmal schwerer zu bewerkstelligen und erfordert durchaus Fingerspitzengefühl mit dem Schläger.
Breakout-Profis können ihre Fähigkeiten in diesem Ableger gut zur Schau stellen, denn neu ist, dass der Ball je nach Richtung und Geschwindigkeit des Schlägers eine Kurve zieht. Damit lassen sich ein paar stylishe Manöver vollführen. Wenn ihr hingegen zu denjenigen gehört, die Schwierigkeiten haben, den Ball zurückzuschlagen, dann könnt ihr das gesamte Spielgeschehen auf Knopfdruck verlangsamen – auf Kosten von Highscore und Combo. Ich bin sehr froh über diese Möglichkeit, weil das Spiel durchaus unübersichtlich und herausfordernd werden kann.
Eine zusätzliche Erleichterung bringen Items, die ihr im Verlauf des Spiels freischaltet und durch das Zerstören bestimmter Blöcke aktiviert. Diese modifizieren entweder den Ball, der etwa multipliziert werden oder eine höhere Durchschlagskraft erhalten kann, oder euren Schläger, der mit einem Laser ausgestattet oder durch eine Rückwand unterstützt wird. Ihr könnt in jedem Level auswählen, welches Item ihr mitnehmen möchtet, was dem Ganzen eine kleine strategische Note gibt. Wenn eines nicht gut funktioniert, dann probiert etwas anderes aus.
Das Effektfeuerwerk ist cool, sorgt aber auch für ein unruhiges, unübersichtliches Bild
© Atari Interactive, Inc
Breakout Beyond setzt allgemein zwar auf eine moderne Optik, nutzt aber einen Filter, um der Präsentation etwas Retro-Flair zu geben. Die Animationen sind elektrisierend und explosiv und werden intensiver, je besser ihr spielt. Ähnlich verhält es sich mit dem Sounddesign, das im Verlauf fülliger und lebendiger wird, insgesamt aber eine relaxte und tranceartige Stimmung erzeugt. Da könnte man Parallelen zu Tetris Effect ziehen. Ein Punkt, der die Spielerfahrung etwas trübt, ist die deutsche Übersetzung, welche stellenweise ungeschickt implementiert wurde.
Aufgrund seiner Wurzeln zu den Arcade-Tagen dürfte es nicht überraschen, dass das Spiel kein Umfangmonster ist. In der Kampagne spielt ihr euch durch insgesamt 72 Level – wahlweise allein oder zu zweit an einer Konsole. Danach schaltet ihr noch einen Endlos-Modus frei, der meiner Meinung nach von Anfang an verfügbar sein sollte. Sonst gibt es nichts weiter an Modi. Eure Spielzeit wird also davon abhängig sein, wie lange euch die Level und das leicht aufgefrischte Spielprinzip halten können. Für mich war es nur ein kurzes Vergnügen.
Unser Fazit
7
Spaßgarant