Test zu Once Upon A Katamari - Nintendo Switch
Rollen durch Raum und Zeit
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28. November 2025 um 10:00 - Daniel Kania
Der König des gesamten Kosmos ist zurück mit einem brandneuen Kuller-Abenteuer in Once Upon A Katamari, das seit dem 24. Oktober unter anderem für die Nintendo Switch erhältlich ist. Bandai Namco Entertainment präsentiert hiermit den ersten neuen Serienteil seit gut 14 Jahren, nachdem die Serie zuletzt durch zwei moderne Remakes zurück ins Rampenlicht getreten ist. Nun ist es an der Zeit für eine richtige Fortsetzung mit neuen Spielideen, einem frischen Soundtrack und einem Online-Mehrspielermodus. Wir haben uns den verrückten Titel einmal genauer angesehen.
Losgetreten werden die Ereignisse des Spiels serientypisch durch ein Malheur des Königs. Beim Aufräumen der königlichen Residenz stößt die allseits beliebte Hoheit auf die Kosmosschriftrolle und führt mit ihr kurzerhand einige Tricks auf. Aus Versehen wird dabei das ganze Universum mitsamt Erde ausgelöscht. Ups …? Der König nimmt es jedenfalls gelassen und beauftragt den Prinzen – das seid ihr – durch die Zeit zu reisen und Erinnerungen an die Weltgeschichte zu sammeln, um die Erde wiederherzustellen. Na, dann rollen wir mal los.
Wie schon in den Originalen für die PlayStation 2 besteht das Gameplay daraus, eine Kugel – den Katamari – durch eine 3D-Landschaft zu rollen und dabei allerhand Objekte aufzulesen, um die Kugel wachsen zu lassen. Je größer die Kugel, desto größere Objekte lassen sich sammeln. Es ist ein simples, aber intuitives Spielkonzept, das großen Suchtfaktor mit sich bringt und in verschiedenen Formen erkundet wird. Mal müsst ihr einen möglichst großen Ball hervorbringen, ein andermal nur eine bestimmte Größe erreichen oder bestimmte Items aufrollen.
Eure Reise beginnt im Edo-Japan, wo ihr etwa beim Hausputz helft oder dafür sorgt, dass ein Jüngling in seine Rüstung passt, indem ihr ihn in allerlei Nahrungs-Items rollt. Im alten Griechenland bringt ihr Philosophen für eine tiefgründige Diskussion zusammen und in der Jurazeit sammelt ihr lebendige Dinosaurier, als wären sie Plastik-Spielfiguren. An kreativen Einfällen mangelt es keineswegs und dank dynamischer Kamerafahrten und Levelverläufen macht das Spiel einen moderneren Eindruck, auch wenn die optische Präsentation eher old-school und damit zweckmäßig bleibt.
Für Frischegefühl sorgen auch ein paar neue Spielelemente. Beim Rollen werdet ihr nun Power-ups finden können wie Raketen, die euch schnell bewegen lassen, einen Magneten, der nahe Items anzieht, oder ein Radar, das euch optionale Sammelgegenstände im Level anzeigt. Zu Letzterem gehören etwa Kronen, die zum Freischalten weiterer Level benötigt werden, oder auch „Cousins“, die anstelle des Prinzen gespielt werden können. Ihr könnt aber auch bis zu zehn eigene Spielfiguren erstellen und diese durch Accessoires individualisieren.
Auszeichnend für die Katamari-Spiele ist ihre humorvolle Gestaltung – nicht nur in den Leveln, die viele kleine Details beherbergen, sondern insbesondere in den Dialogen des Königs. Seine große Persönlichkeit, die sich aus Überheblichkeit und Exzentrik zusammensetzt, schultert einen wesentlichen Teil des Charmes. Die Verrücktheit des Spiels kommt auch beim Soundtrack zum Ausdruck, der den Wahnsinn mit sonderbaren Klängen und kuriosen Ohrwürmern abrundet. Manche Songs würde ich mir ungelogen auch abseits des Spiels anhören wollen.
Leider kann die Steuerung bei dem Ganzen zur wortwörtlichen Spaßbremse werden. Die Schwierigkeit liegt hier darin, dass ihr die Figur steuert, welche den Katamari rollt, und nicht den Katamari selbst. Damit unterscheidet sich das Spielgefühl deutlich von herkömmlichen 3D-Bewegungen in Videospielen. Egal ob die traditionelle Zwei-Stick-Steuerung oder die etwas zugänglichere Ein-Stick-Steuerung mit frei beweglicher Kamera, ihr werdet viel Eingewöhnung und Übung brauchen, um dem Umgang mit dem Katamari Herr zu werden.
Solltet ihr ein gutes Gefühl für den Katamari entwickelt haben und wollt eure Fähigkeit unter Beweis stellen, dann könnt ihr euch nicht nur an diversen Herausforderungen, sondern auch am KatamariBall-Modus versuchen. Dabei handelt es sich um eine Mehrspielerversion des Spielprinzips, bei der vier Spieler gegeneinander antreten, um die meisten Dinge aufzurollen und damit die meisten Punkte zu verdienen. Der Modus ist sowohl offline gegen CPU-Gegner als auch online gegen menschliche Spieler verfügbar.
KatamariBall kommt mit ein paar Kniffen daher. Es reicht nicht, bloß Dinge aufzurollen, ihr müsst sie anschließend auch in der Punktetausch-Zone abliefern, um zu punkten. Diese bewegt sich im Matchverlauf und ihr müsst zusätzlich aufpassen, währenddessen nicht von anderen Spielern, die einen größeren Katamari haben als ihr, aufgerollt zu werden. Items sorgen für zusätzliche Dynamik in den Kuller-Gefechten und drei zufällige Boni, die Mario Party-like am Ende der Runde vergeben werden, halten die Spannung hoch. Eine wertvolle Neuerung für diesen Ableger.
Unser Fazit
7
Spaßgarant