Test zu Yakuza Kiwami - Nintendo Switch 2

Vom Knacki zum Babysitter

Ach ja, Yakuza Kiwami ... die Neuauflage des Serienbeginns feierte 2016 ihr Debüt auf der PlayStation 4 in Japan (dort auch auf der PlayStation 3) und schwappte ein Jahr später über die Landesgrenze zu uns. In der Zwischenzeit feierte das fernöstliche Action-Adventure aus dem Hause Ryu Ga Gotoku Studio und SEGA seine Veröffentlichung auf dem PC, Xbox-Konsolen und erst im letzten Jahr sogar auf der Nintendo Switch (unseren dazugehörigen Test findet ihr hier). Und nun, vor wenigen Wochen, am 13. November 2025, ging das schlagkräftige Abenteuer rund um die japanische Kriminalunterwelt auch auf der Nintendo Switch 2 an den Start – zusammen mit dem neu aufgelegten Nachfolger Yakuza Kiwami 2, welchen wir allerdings in einem separaten Text behandeln werden. Der nachfolgende Test soll sich abermals mit der Geburtsstunde des nunmehr renommierten Videospielhelden Kazuma Kiryu beschäftigen.

Leichen pflastern die Wege eures Helden. Doch wer steckt hinter den Gräueltaten?

© SEGA

Yakuza Kiwami ist das Remake des Serienerstlings, der initial 2005 auf der PlayStation 2 an den Start ging, sprich der Startschuss der mittlerweile weltweit bekannten Reihe um den charmanten Mafioso Kazuma Kiryu. Schon in den ersten paar Spielstunden wird klar, welch ein Wagnis Yakuza seinerzeit war. Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass ich den Titel seinerzeit bereits auf der PlayStation 4 vollständig genießen durfte – und selbst mit diesem Vorwissen fiel es mir zu Beginn schwer, der Handlung zu folgen. Was euch dort in wenigen Minuten an Begriffen, Namen und Plots um die Ohren gepfeffert wird, kann man kaum in einem Satz zusammenfassen.

Also da ist unser miesepetriger, aber irgendwo auch gutherziger Protagonist Kazuma Kiryu, der eben noch kurz davor ist, seine eigene kleine Verbrecherbande zu leiten, jedoch jäh seines Traums beraubt wird, weil er sich dazu entscheidet, einen Freund in einem Mordfall zu decken. Daraufhin landet unsere Spielfigur erst einmal im Gefängnis, wo er den Großteil der Neunziger verbringt. Nach etlichen Jahren Knast seid ihr nun wieder auf freiem Fuß und stolpert gleich in das nächste Malheur: der Clan wurde bestohlen. Satte zehn Milliarden Yen hat der Dieb eingeheimst. Euer Freund, den ihr seinerzeit gedeckt habt, ist mittlerweile Familienoberhaupt und ein ganz schöner Stinkstiefel. Ach ja, und euer einstiges Love Interest ist spurlos verschwunden ... aber stattdessen taucht das Kind ihrer Schwester auf.

Ihr seht, da ist viel los in Japans Rotlichtbezirk – und die ganzen kleinen Nebengeschichten wurden an dieser Stelle nicht einmal angerissen. Das sind ganz schön viele lose Handlungsstränge, die da scheinbar unverwandt vor euren Augen baumeln. Doch Yakuza Kiwami schafft es doch tatsächlich, das Ganze zu einer kohärenten Geschichte zu verweben; und hier liegt sicherlich auch das Geheimnis des Serienerfolgs. Nichtsdestotrotz empfiehlt sich an dieser Stelle reichlich Sitzfleisch, Durchhaltevermögen und eine hohe Toleranz für fernöstlichen Blödsinn, wenn auch der erste Teil noch nicht ganz so sehr auf den Putz haut wie seine Nachfolger. Für einen simplen Durchgang ohne großartigen Schnickschnack drumherum, veranschlagt Yakuza Kiwami etwa zwanzig Spielstunden. Wer das Action-Adventure allerdings voll auskosten möchte, kann gut und gerne viermal so viel Zeit investieren.

Eure Umgebung lässt sich nicht selten zu eurem Vorteil nutzen

© SEGA

Denn abseits der Haupthandlung gibt es allerhand zu entdecken. Ob Minispiele, Sammelkram oder humorvolle Nebenmissionen – Yakuza Kiwami bringt alles mit und packt es in seine überschaubare Spielwelt. Trällert in der Karaoke-Bar ein paar Lieder, beweist euch in „Pocket Circuit“-Rennen oder findet zu eurer alten Stärke wieder, die während eures Aufenthalts hinter schwedischen Gardinen etwas eingerostet ist. Zwar kommt die Inszenierung der einzelnen Nebentätigkeiten nicht an die der Kampagne heran, charmant ist sie jedoch allemal.

Apropos alte Stärke, in Yakuza Kiwami wird selbstverständlich jede Menge geprügelt. Ja, Auseinandersetzungen werden nicht in GTA-Manier mit dem Schießeisen (oder nur ganz selten) gelöst, sondern mit der Faust. Und das nimmt durchaus komödiantische Züge an – denn die Ganoven wollen euch wirklich für die fadenscheinigsten Gründe aufs Maul hauen. Mal blockiert ihr den Weg, mal passt ihnen euer Gesichtsausdruck nicht und an anderer Stelle steht ihnen schlichtweg der Sinn nach einer Schlägerei. Ihr habt es mittlerweile sicherlich erahnen können: Backenfutter wird in Yakuza Kiwami in üppigen Portionen serviert. Und hier muss ich mich leider der Meinung unseres Redakteurs Michael anschließen. Denn trotz der vier Stile und allerlei Variationen, konnte und kann mich das Kampfsystem leider nicht abholen. Insbesondere Bosskämpfe ziehen sich teilweise wie Kaugummi, da die Widersacher wirklich, wirklich viel einstecken können und gefühlt keinerlei Reaktion auf die stumpfe Gewalteinwirkung eurerseits zeigen. Daran können auch die cool choreografierten Heat-Aktionen nichts rütteln.

Kommen wir nun aber zur Technik. Yakuza Kiwami läuft auf der Nintendo Switch 2 mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde, ohne jedweden Einbruch, was dem Spielfluss und der Action äußerst zuträglich ist. Klar sieht man dem Spiel an, dass es schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Gerade Figurenmodelle und deren Mimik wirken heutzutage etwas hölzern und rudimentär. Auch fällt das Spiel mit häufigen Ladezeiten negativ auf, wo doch die detailverliebte und liebevoll gestaltete Spielwelt so sehr zum Erkunden einlädt. Was die Auflösung angeht, fällt der Unterschied weniger groß aus. Das liegt aber auch daran, dass man auf der Nintendo Switch seinerzeit schon einen soliden Job abgeliefert hat. An dieser Stelle wollen wir zudem noch erwähnen, dass ihr euren Nintendo Switch-Spielstand auf das Upgrade übertragen könnt, allerdings nicht vice versa.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Felix Kraus

Auch auf der Nintendo Switch 2 weiß Yakuza Kiwami zu überzeugen, obwohl hier und da durchscheint, dass es sich bei der vorliegenden Neuauflage eben „nur“ um den ersten Serienteil handelt. Das heißt, die durchaus detaillierte Spielwelt ist noch recht überschaubar, der Plot noch verhältnismäßig – insbesondere im Vergleich zu späteren Titeln – ernst und das Kampfsystem noch ungeschliffen. Nichtsdestotrotz sorgt das Action-Adventure um Kazuma Kiryu auch auf dem aktuellen Hybriden für Spaß und profitiert von dessen höherer Leistungsstärke. Ob eine doppelte Bildrate und die etwas höhere Auflösung einen kostenpflichtiges Upgrade rechtfertigen, wenn ihr den Titel bereits für die Nintendo Switch besitzt, müsst ihr entscheiden. Für potenzielle Neulinge bietet Yakuza Kiwami für die Nintendo Switch 2 jedoch den idealen Einstieg in das mehrteilige Epos, zu welchem die Serie mittlerweile avanciert ist.
Mein persönliches Highlight: Die „Fish out of Water“-Erfahrung unseres Helden nach seinem Gefängnisaufenthalt

Communitywertung

0 User haben bereits bewertet

Auszeichnungen

Yakuza Kiwami hat von uns bisher keine Auszeichnung erhalten

Kommentare 13

Noch nicht angemeldet?

Du möchtest aktiv an unserer Community teilnehmen oder deine persönliche Spielesammlung bearbeiten? Dann melde dich bei uns an.

Jetzt anmelden

  • Vank84man

    Nintendo Fan 4ever ✌ 28. November 2025 um 18:06

    Danke für den Testbericht. Yakuza Kiwami 1&2 steht auch noch auf der Wunschliste.

  • Tenograd

    Turmbaron 28. November 2025 um 18:30

    Kannte nur Like a Dragon und bin gerade bei 0. Kiwami 1& 2 stehen aber auch auf meiner Liste. Werde aber noch ne Weile für 0 brauchen.

  • Fang

    Meister des Turms 28. November 2025 um 18:32

    Ob eine doppelte Bildrate und die etwas höhere Auflösung einen erneuten Kauf rechtfertigen, wenn ihr den Titel bereits für die Nintendo Switch besitzt, müsst ihr entscheiden.

    Es braucht keinen Neukauf. Für einen Zehner gibt es ein Upgrade.

  • Maexiko

    Couch-Coop Connoisseur 28. November 2025 um 19:36

    Ich dachte Zero ist der perfekte Einstieg?

  • Konsolero

    Turmheld 28. November 2025 um 19:44

    Hab erst heute mit Yakuza 0 angefangen, meine Erfahrungen mit der Reihe bestehen aktuell aus Yakuza Like a Dragon und Like A Dragon Infinite Wealth sowie dem Yakuza in Hawaii Teil. also im Prinzip den letzten 3 Teilen die auch ganz gut ohne Vorkenntnisse funktionieren. Hab 0 lange vor mir hin geschoben aus Zeit und Geldgründen und jetzt bot es sich an ^^ Gefällt mir schon sehr gut, bin gespannt mehr und mehr über Kiryu zu erfahren den ich ja quasi nur als alten Mann kenne.

    Yakuza ist die DIE Spielereihe so wie ich von fans höre gibt's auch keinen schlechten Teil.

    Ich freu mich dann schon auf Kiwami 1,2 und im Februar 3

  • Felix Kraus

    Redaktion 28. November 2025 um 20:00

    Fang Upps. Danke für den Hinweis. Hab's korrigiert. :)

  • VegetaBln

    Dad, Gaming, Martial Arts 29. November 2025 um 00:42

    Ich liebe zwar Sega, aber ich glaube mit der Reihe werde ich nicht mehr anfangen.

    Ich habe für die PS5 die 2 Judgment Spiele und die habe ich auch echt geliebt. Yakuza habe ich aber nie gespielt und als ich mal Yakuza 0 ausprobierte auf der Switch 2, fand ich das schon richtig altbacken im Vergleich mit Judgment. Gefiel mir irgendwie nicht so richtig und dann sind diese Spiele ja auch richtige Zeitfresser und es gibt so viele Teile davon.

    Nee, muss nicht sein. Man kann halt nicht alles spielen.

  • Akuma

    Turmhexer 29. November 2025 um 01:09

    da ich die japanische Kultur liebe und durch Persona 5 quasi sehe wie toll Japan ist, wird auch die Yakuza Reihe irgendwann genossen :)

  • CloudMcRip

    Turmheld 30. November 2025 um 00:23

    Netter Test, aber ihr hättet auch noch anbringen können das Yakuza Kiwami erstmalig deutsche Bildschirmtexte hat... das war ja für den ein oder anderen ja immer ein Grund gegen das Spiel gewesen da es ja nur auf englisch war.

  • Felix Kraus

    Redaktion 30. November 2025 um 11:41

    Maexiko Handlungstechnisch geb' ich dir recht, weil's ja sozusagen ein Prequel ist. Aber das Gameplay von Zero ist noch einmal deutlich ausgereifter – und daher empfehl' ich erst einmal „in den sauren Apfel zu beißen“, wenn das irgendwie verständlich ist. Kiwami ist halt in vielen Bereichen noch sehr rudimentär, während man mit Zero schon fest im Sattel sitzt.

  • Felix Kraus

    Redaktion 30. November 2025 um 11:43

    CloudMcRip Das stimmt. Ist von Tester*in zu Tester*in immer unterschiedlich, inwiefern das gewichtet wird. Aber ja, erstmals deutscher Bildschirmtext könnte die Zielgruppe noch einmal vergrößern.

  • CrimsonCloudKaori

    Turmheldin 30. November 2025 um 18:53

    Ich finde die Bewertung ehrlich gesagt etwas niedrig. Ich gehe mal davon aus, dass die S2-Version technisch mit der PS4-Version gleich ist, die ich durchgespielt habe. Und der würde ich mindestens 8,5 geben. Gerade storytechnisch ist dieser Teil einer meiner Favoriten.

  • Kazuma Kiryu

    Turmheld 1. Dezember 2025 um 21:33

    Sehr schön das immer mehr Leute in den Genuß dieser wundervollen Reihe kommen !!<38-)