Test zu Marvel Cosmic Invasion - Nintendo Switch
„Einfach“ kann auch echt gut sein!
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2. Januar 2026 um 09:00 - Michael Barg
„Schon wieder ein Marvel-Spiel … haben wir nicht schon genügend Marvel-Medienformate? Und werden die verschiedenen Heldinnen und Helden nicht endlich müde!?“ – Das dachte ich mir jedenfalls, als ich den Release von Marvel Cosmic Invasion anstehen sah. Der Look war schick, aber leider auch nichts neues, erinnerte er mich an klassische Retro-Beat-'em-ups. Auch das Gameplay lässt sich dem eher einfach gehaltenen Genre einordnen. Gespielt aber habe ich seine Verwandten wie die Turtles-Reihe nie, trotzdem gibt es eine riesige, irgendwie versteckte Fan-Base. Also dachte ich mir danach: „Ach komm, das Marvel-Franchise ist extrem einsteigerfreundlich und mit Beat 'em ups kann man eigentlich nichts verkehrt machen“ und habe mir Marvel Cosmic Invasion mal genauer angeschaut. Und oh Junge, lag ich mit meiner anfänglichen Skepsis weit daneben. Warum, erfahrt ihr in diesem Test, denn Marvel Cosmic Invasion zeigt, warum Einfachheit manchmal einfach genial sein kann.
Bei Marvel Cosmic Invasion handelt es sich um ein Beat 'em up – ein Genre, das ich vor meiner ntower-Zeit fälschlicherweise immer falsch zugeordnet hab. Hier stehen sich keine zwei Heldinnen oder Helden gegenüber und schlagen sich die Köpfe ein, wie ich einst dachte, nein ihr steuert einen Charakter, lauft im Sidescroller-Prinzip von links nach rechts und räumt Wellen an Gegnern aus dem Weg, „beat (th)em up“ eben. Das Prinzip klingt einfach, ist es im Grunde auch, macht das Spielgeschehen aber nicht weniger spannend. In Marvel Cosmic Invasion könnt ihr in verschiedene Heldinnen und Helden aus dem Marvel-Kosmos schlüpfen, die sich dabei an den Retro-Comics orientieren. Mit dabei sind berühmte Prügler wie Iron Man und Captain America, aber auch eher unbekannte Figuren wie Nova oder Beta Ray Bill sind mit von der Partie. Im Laufe des Spiels schaltet ihr weitere Charaktere frei, sodass ihr bei einem Roster von 15 Heldinnen und Helden landet. Die Anzahl ist zwar überschaubar, reicht für Marvel Cosmic Invasion allerdings vollkommen aus.
Damit ihr als Spider-Man nicht alleine losziehen müsst, könnt ihr euch einen Kumpanen oder eine Kumpanin mitnehmen. Wie in anderen Kampfspielen könnt ihr diese in einigen Schlagcombos zu Hilfe rufen oder gleich komplett den Charakter eintauschen. Das sorgt nicht nur für witzige Dialoge, sondern auch für ein abwechslungsreiches Kampfpaket. Denn manche Heldinnen funktionieren in bestimmten Leveln besser als andere. Phoenix oder Storm können beispielsweise Gegner von der Plattform werfen und somit sofort töten – wie gut, dass ihr ein Teillevel der Kampagne sogar eigentlich nur auf einer Plattform verbringt. So entstehen viele Variationen und milde taktische Tiefe im Gameplay, welches das Herzstück von Marvel Cosmic Invasion darstellt.
Während ihr zu Beginn vielleicht eher planlos auf die Knöpfe haut, findet ihr schnell einige Kombinationen heraus, die gut funktionieren. So gibt es eine steile Lernkurve, die ordentlich belohnt wird. Dank der abwechslungsreichen Level mit ihren Umweltelementen (wie beispielsweise Aliens, die ihr befreien könnt, damit sie euch zur Serie stehen) flimmert eine Menge Spaß über euren Bildschirm. Das Kämpfen fühlt sich ebenfalls sehr angenehm und knackig an. Manche Charaktere wie Spider-Man und Wolverine sind durch ihren Nahkampf und ihre Mobilität etwas gewöhnungsbedürftig, lockern das Gameplay aber ebenfalls auf. Das vergleichsweise schmale Kampfsystem ist wirklich gut gelungen und braucht meiner Meinung nach keine weitere Tiefe – manchmal ist flaches Gewässer eben angenehmer zu durchqueren.
Die Level habe ich oben bereits kurz angesprochen, welche mit interessanten Umwelteinflüssen glänzen. Aber auch die Abwechslung der Designs ist gelungen: Mal befindet ihr euch auf den Straßen von New York, später geht es in ein gruseliges Labor mit allerlei Aliens. Die Gegnertypen sind dementsprechend ebenfalls abwechslungsreich, was dazu führt, dass ihr euch lieber Gedanken machen solltet, welche Charakterkombination ihr mitnehmt. Aber keine Sorge, der schlichte Kampagnen-Modus hilft euch dabei, die verschiedenen Kombinationen auszuwählen. Im Arcade-Modus, den ihr nach der Kampagne spielen solltet, könnt ihr dann frei wählen, mit welchen Heldinnen oder Helden ihr in die Level zieht. Der nahezu identische Arcade- und Kampagnen-Modus ist nicht besonders lang, das müssen sie aber auch nicht sein, denn der Wiederspielwert kommt eben durch die verschiedenen Kombinationen der Superhelden, die ihr zudem auflevelt. Mit jedem Level gibt es klassischerweise mehr Lebenspunkte oder Angriffswerte, die euch im Kampagnemodus zugutekommen. Darüber hinaus ist es auch eine angenehme Abwechslung, nochmal kurze Spiele ins heimische Wohnzimmer zu bringen – und für knappe 30 Euro macht man hier definitiv nichts verkehrt.
Mit jedem abgeschlossenen Level erhaltet ihr Würfel, die ihr für Goodies einsetzen könnt
© DotEmu / Tribute Games
Der Look orientiert sich an klassischer Pixel-Optik, bei welcher Marvel Cosmic Invasion eher den sicheren Weg wählt. Das Spiel sticht optisch definitiv nicht heraus, ist aber im Grunde ganz charmant und ansehnlich. Wie oben angesprochen möchte ich die Abwechslung der Level loben, die auch optisch einiges her machen. Alles an Cosmic Invasion versprüht eben Retro-Charme der guten Sorte.
Verspürt ihr eher Verspannungen in euren fliegenden Fäusten und braucht eine Verschnaufpause, könnt ihr euch im Tresor umschauen. Der Tresor ist eine Art Archiv, in welchem ihr Steckbriefe zu jedem Marvel-Helden findet. Dort könnt ihr euch auch den fantastischen Soundtrack von Cosmic Invasion anhören. Hier macht Marvel Cosmic Invasion ebenfalls nichts Neues und orientiert sich an klassischen Lexika anderer Spiele.
Schön ist allerdings, dass auch eher unbekannte Marvel-Heldinnen und -Helden ausnahmsweise ins Lampenlicht gerückt werden. So könnt ihr euer Marvel-Wissen abermals erweitern und auch mal in die letzten Reihen der Comic-Regale schauen.
Gespielt wurde der Titel auf der Nintendo Switch, welche diesmal keine technischen Schwierigkeiten aufwies. Das Spiel läuft butterweich mit 30 Bildern die Sekunde, die Ladezeiten sind ebenfalls angenehm. Im Nintendo eShop findet ihr den Titel für knapp 30 Euro. Ich kann uneingeschränkt empfehlen, euch das Spiel mal anzuschauen, solltet ihr Beat-'em-up- oder Marvel-Fan sein. Für gemütliche Runden zwischendurch macht ihr mit Marvel Cosmic Invasion jedenfalls nichts verkehrt.
Unser Fazit
8
Ein Spiele-Hit