Test zu Resident Evil 7 biohazard - Gold Edition - Nintendo Switch 2
Geh und erzähl's Tante Rhody!
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25. Februar 2026 um 07:00 - Felix Kraus
Resident Evil ist tot. Dieser Satz dominierte die Fangemeinde 2012 nach der Veröffentlichung des ernüchternden sechsten Serienteils. Das Franchise verlor seinerzeit völlig den Fokus auf Grusel und rückte die Action in den Vordergrund. Vorbei waren die Tage der beklemmenden Atmosphäre eines unheimlichen Herrenhauses, der verseuchten Stadt Raccoon City oder des Straflagers auf Rockfort Island. Stattdessen ging's dick bewaffnet, jedoch äußerst hölzern auf Zombiejagd, wahlweise alleine oder kooperativ zu zweit. Nach der vernichtenden Kritik folgte Stille ... jahrelange Stille – bis zur E3 2016. Dort sollte Resident Evil sein Comeback wagen, in Form von Resident Evil 7. Doch wieder waren die Fans skeptisch. Ist das noch Resident Evil? Wo sind die Zombies? Was ist mit unseren Serienlieblingen geschehen? Fragen über Fragen, die mit der Veröffentlichung 2017 nur teilweise geklärt wurden. Allerdings war man sich mit dem Release in einem einig: Resident Evil 7 ist ein verdammt gutes Horrorspiel und brachte rückblickend die angeschlagene Marke wieder zurück auf die Agenda. Neun Jahre später dürfen nun auch Nintendo-Fans den Gruseltrip nach Louisiana wagen, diesmal nativ auf der Nintendo Switch 2. Wir haben der Baker-Familie abermals einen Besuch abgestattet und bemühen uns nun um einen Reisebericht.
Resident Evil 7 biohazard - Gold Edition liefert euch ein Komplettpaket aus Hauptspiel, Bonusinhalten und DLC-Kapiteln für die jüngste Nintendo-Konsole. Das Spiel erzählt die Geschichte um Ethan Winters und dessen Suche nach seiner verschollenen Ehefrau Mia Winters. Nach jahrelanger Funkstille erhielt dieser nämlich unverhofft eine Mail von seiner Partnerin, die ihn nach Louisiana auf das Baker-Anwesen lockt. Dort angekommen, tut sich dem ahnungslosen Ehemann ein groteskes Schauspiel auf. Die Farm ist im völlig desolaten Zustand, überall finden sich Tierkadaver und mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass sich hier Grauenvolles abspielt. Doch liebestrunken und unerschrocken wagt Ethan Winters den Eintritt in das verfallene Gebäude ... und wird auf besondere Weise willkommen geheißen. Ein blutiger Albtraum beginnt.
Das Hauptspiel hat eine Länge von etwa zehn Stunden, je nachdem, wie gründlich ihr die Schauplätze erkundet. Die Bonusinhalte sowie die zwei größeren DLC-Kapitel strecken jene Spielzeit noch einmal auf das Doppelte. Resident Evil 7 biohazard - Gold Edition bietet also reichlich Fleisch – im wahrsten Sinne des Wortes – und liefert dabei konsequent ab. Obwohl der Schauplatz auf den ersten Blick nicht unbedingt „Resident Evil“ schreit, tut es die dichte, unheilvolle Atmosphäre durchaus. Resident Evil 7 bringt die teils unangenehme Spannung zurück, die den ersten Teil seinerzeit zum Erfolg geführt hat. Es ist Survival-Horror par excellence – und das auch neun Jahre später. Die Geschichte ist spannend, unappetitlich und bisweilen etwas doof – ergo typisch Resident Evil. Einzig und allein der Protagonist kommt mitunter unglaubwürdig rüber, äußert er sich doch verhältnismäßig schnell recht sarkastisch und zynisch zu der höchstprekären Situation. Alles in allem ist Resident Evil 7 aber immer noch eine absolut empfehlenswerte Erfahrung, sofern ihr euch im Horrorgenre wohlfühlt. Die Bonusinhalte und DLC-Kapitel lassen euch derweil in die Opferrolle und zwei weitere Heldenrollen schlüpfen, die ich hier jedoch aus Spoiler-Gründen nicht genauer benennen möchte. Während die Bonus-Tapes ausweglosen Horror aus Opfersicht liefern, geht es in den Zusatzkapiteln auf Tuchfühlung. Insgesamt also eine nette Dreingabe, die sowohl Extra-Grusel als auch kompromisslose Action liefert, inklusive Wrestling-Manöver (ja, ihr habt richtig gelesen).
Doch nicht nur das Setting von Resident Evil 7 weicht von der etablierten Norm des Franchises ab, auch der Blickwinkel hat sich entscheidend verändert. So steuert ihr eure Spielfiguren erstmals aus der Ego-Perspektive, was ein zusätzliches Mittendringefühl erzeugt. Ethan Winters startet spärlich bewaffnet und mit sehr begrenzter Inventarkapazität. Euer Arsenal wächst im Verlauf eurer Heldenreise, ebenso euer Durchhaltevermögen. So schultert ihr neben Pistole und Messer auch schnell eine Schrotflinte und später noch ein paar andere Mordinstrumente. Eure Gesundheit heilt ihr indes mit Kräutern sowie Medizin und könnt diese sogar mithilfe von Steroiden dauerhaft anheben. Weiterhin findet ihr neben Munition auch allerlei Materialien, womit sich verschiedene Gegenstände bequem via Knopfdruck herstellen lassen. Speichern könnt ihr an einzeln verteilten Kassettenrekordern, wozu ihr in höheren Schwierigkeitsgraden dedizierte Tapes benötigt. Unterm Strich fühlt sich Resident Evil 7, abgesehen von der Ego-Perspektive, also deutlich mehr wie ein klassischer Serieneintrag an als z. B. der vierte Teil und kann auch heute noch bestens überzeugen.
Die eingangs erwähnten Zombies mussten in Resident Evil 7 den sogenannten Molded weichen. Hierbei handelt es sich um schwarze Pilzwesen, die gerade zu Beginn eine echte Herausforderung darstellen, da sie viele Kugeln schlucken können, ehe sie final ins Gras beißen. Zur überschaubaren Gegnervielfalt gesellen sich zudem noch ein paar Insekten, die euch im zweiten Drittel des Spiels das Überleben erschweren. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der skurrilen, tödlichen Baker-Familie, bestehend aus Jack, Marguerite und Lucas Baker. Während Jack und Marguerite euch stellenweise übers Grundstück scheuchen, agiert Lucas vielmehr aus der Entfernung und konfrontiert euch mit mörderischen Rätseln à la Saw. Eine absolute Freakshow, die sich euch garantiert ins Gedächtnis brennen wird. Versprochen.
Grafisch bewegt sich Resident Evil 7 immer noch auf einem soliden Level. Besonders die Umgebung überzeugt nach wie vor und strotzt vor liebevollen, ekelerregenden Details. Es fühlt sich schlichtweg schmutzig an, was prächtig zur Pilzthematik passt. Das Baker-Anwesen gleicht in manchen Teilen einer Ruine; tierische sowie menschliche Kadaver zieren das Land, allerlei Kriechtiere quellen aus den Dielen und vieles mehr. Capcom malt virtuos das Bild eines schaurig-ekligen Wunderlands. Technisch gibt es kaum bis gar nichts zu bemängeln. Klar wirkt die Optik hier und da etwas grobkörnig, doch unterm Strich liefert Resident Evil 7 auch auf der Nintendo Switch 2 ordentlich ab. Dort läuft das Spiel sowohl im mobilen als auch stationären Modus mit sechzig Bildern pro Sekunde, wobei es selten zu kleinen Einbrücken kommen kann, die vermutlich aufs Nachladen zurückzuführen sind. Während des Testzeitraums kam es zudem zu keinerlei Fehlern oder Abstürzen.
Unser Fazit
8
Ein Spiele-Hit