Test zu Pokémon Pokopia - Nintendo Switch 2
Erkundet eine zerstörte Welt und erbaut euer eigenes Pokémon-Paradies
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2. März 2026 um 14:00 - Niels Uphaus
Bisher wurden die meisten Spin-offs der Pokémon-Reihe nicht von GAME FREAK, sondern externen Studios entwickelt. Die große Ausnahme war unter anderem Pokémon Quest, ein Spiel, in dem ihr würfelförmige Pokémon durch eine Welt steuert, die ebenfalls aus würfelförmigen Elementen besteht. Zumindest von diesem Konzept hat sich GAME FREAK nicht verabschiedet, als sie ihr bisher ambitioniertes Spin-off der beliebten Reihe entwickelt haben. Doch Pokémon Pokopia ist noch so viel mehr als das und dürfte ohne Frage das Pokémon-Spiel des Jahres 2026 sein. Schauen wir uns das ungewöhnliche Abenteuer doch einmal genauer an.
Ihr erwacht, gestört von einem Geräusch, in einer dunklen Höhle, nachdem ihr in Erinnerungen an euren Trainer geschwelgt habt. Ihr, das ist ein Ditto, das Formwandler-Pokémon, welches sich aus Zuneigung zu seinem menschlichen Partner in dessen Aussehen verwandelt, inklusive der ikonischen Punkt-Augen, die man von dem Pokémon kennt. In der Höhle selbst stoßt ihr auf ein merkwürdig aussehendes Tangoloss, das in „Müll“ herumwühlt und dort einen antiken Pokédex findet, mit dem es nichts anfangen kann und den ihr kurzerhand erhaltet und aktiviert. Die Weiterentwicklung von Tangela erzählt euch dann seine Lebensgeschichte. Es lebt in einer kargen Landschaft mit nur wenigen Pokémon, die Menschen und damit auch sein Trainer sind spurlos verschwunden, übrig blieben nur Ruinen. Es kann sich jedoch nicht erinnern, was geschehen ist und lebt daher seit einiger Zeit in dieser trostlosen Umgebung. Und tatsächlich: Nach dem Verlassen der Höhle seht ihr eine vertrocknete Landschaft vor euch, die wohl nicht mehr zu retten ist. Soll das eure Zukunft sein?
Ditto ist ein besonderes Pokémon. Es kann sich in jedes andere Pokémon verwandeln und dessen Fähigkeiten kopieren. Das Ditto aus Pokémon Pokopia, im Nachfolgenden nur noch Pokopia genannt, ist jedoch etwas ganz Besonderes, als es kurz darauf auf ein Bisasam trifft, das ihm die Attacke Rasierblatt beibringen will. Statt seine menschliche Form zu wechseln, enthält es tentakelartige Arme, die den Ranken von Bisasam entsprechen und versucht, die Attacke einzusetzen. Schaden fügt es jedoch nicht hinzu, stattdessen ist es in der Lage, Gras sprießen zu lassen. Vier Grasfelder zusammen lassen das erste Habitat entstehen, ein Schlüsselelement von Pokopia, mit dem ihr Pokémon in eure Welt zurückholt. Eines der ersten von ihnen ist Schiggy, das euch Aquaknarre beibringt, womit ihr anfangen könnt, die Natur wiederzubeleben, indem ihr sie mit Wasser bespritzt. Nach und nach kehrt wieder Leben ein und eure Mission ist klar: Findet heraus, wo die Menschen sind und erschafft nebenbei Orte, in denen Pokémon gut und gerne leben.
Pokopia bietet kein Kampfsystem, auch das klassische Fangen von Pokémon spielt hier keine Rolle. Stattdessen ist es eure Aufgabe, neue Pokémon-Freunde zu finden, indem ihr Habitate erschafft. Ein guter Start ist am Anfang immer das Erschaffen von Gras. Dabei wird jedoch unterschieden, ob dieses mitten in der Landschaft, in der Nähe von Wasser oder unten Bäumen ist. Jedes der im Spiel auffindbaren Pokémon hat ein spezielles Habitat-Design, mit dem ihr es rufen könnt. Es gibt eine gewaltige Anzahl an Habitaten, die ihr bauen könnt, angefangen von einfachen Konzepten bis hin zum Aufstellen ganz bestimmter Gegenstände in einer ganz speziellen Zusammensetzung. Erkundet ihr die verschiedenen Biome, leuchtet ab und an der Boden auf, der euch Tipps gibt, wie ihr in der direkten Nähe ein neues Habitat erschaffen könnt. Eine große Hilfe, da es sonst nahezu unmöglich ist, alle Pokémon zu rekrutieren. Nur weil das richtige Habitat entstanden ist, heißt das jedoch nicht, dass das Pokémon sofort auftaucht. Es kann Minuten, Stunden oder sogar Tage dauern, bis das gewünschte Taschenmonster erscheint. Das Auffinden von Pokémon ist der erste entscheidende Gameplay-Aspekt von Pokopia.
Einige Zeit später wuseln in eurer Umgebung viele verschiedene Pokémon umher, von denen euch wenige Ausnahmen neue Fähigkeiten wie das Zerhacken von Holz oder Zerschlagen von Objekten wie Erde und Metall zum Einsammeln von Ressourcen bescheren. Das heißt jedoch nicht, dass die anderen Taschenmonster nutzlos sind. So gut wie jedes Pokémon hat ein bis zwei Fähigkeiten, mit denen es euch zur Seite stehen kann. Sichlor beispielsweise kann Holz zerhacken, um euch Baumaterialien zu verschaffen, während Voltilamm in der Lage ist, Strom zu erzeugen. Viele Feuer-Pokémon haben zudem das Talent, aus Lehm Ziegel zu brennen oder Hochöfen zu betreiben. Das sind nur einige der vielen Fähigkeiten, die ihr nutzen könnt, um die Welt wieder aufzubauen.
Schon beim ersten Trailer konnte man sehen, dass sich Pokopia von zwei bekannten Spielserien hat inspirieren lassen: Minecraft und Animal Crossing. Und ja, das trifft den Nagel auf den Kopf. Die Welt, in der ihr euch als Ditto bewegt, besteht aus Blöcken, die genauso reagieren wie in Mojangs Hit. Baut ihr Erde ab, erhaltet ihr Blöcke des Materials, die ihr wiederverwenden könnt. Solltet ihr beim Abbauen von Materialien nur die unteren Ressourcen abbauen, schweben die anderen Blöcke auch weiterhin in der Luft. Neben Erde, Vulkanasche und Grasfeldern gibt es jedoch auch Ressourcen wie Eisen und Gold, die ihr einsammeln und weiterverarbeiten könnt. Die Welt von Pokopia bietet eine Vielzahl an interaktiven Elementen. So könnt ihr Draisinen bauen und so ganze Schienennetze anlegen. Auch die Stromversorgung ist ein wichtiger Bestandteil. Windmühlen oder Wasserräder können zum Generieren von Strom verwendet werden, der dann über Hochspannungsleitungen verteilt wird. Ich hätte nicht gedacht, jemals solche Mechaniken in einem Pokémon-Spiel zu sehen.
Während die grundsätzliche Welt zwar aus Blöcken besteht, ist dies bei allen anderen Elementen nicht der Fall. Im Laufe des Abenteuers findet ihr Hunderte oder vielleicht sogar Tausende Gegenstände, die alle ein normales Design haben. Auch Bäume und die Charaktermodelle an sich haben nichts mit dem Minecraft-Design am Hut. Hier kommen wir stattdessen eher ins Territorium von Animal Crossing. Gegenstände, die ihr craften oder erwerben und später sogar umfärben könnt, lassen sich auf der Oberwelt platzieren. Ihr könnt jedoch auch vorgefertigte Häuser bestellen, die von euren Pokémon-Freunden aufgebaut werden, wenn sie die benötigten Talente haben. Auch andere Monumente lassen sich so erschaffen. Eine der großen Aufgaben in jedem der Gebiete ist der Wiederaufbau des Pokémon Centers, dem Herzstück des jeweiligen Bioms. Aufbauarbeiten können eine halbe Stunde oder aber einen ganzen Tag in Anspruch nehmen und da das Spiel in Echtzeit abläuft, müsst ihr diese Zeit auch abwarten. Je mehr Pokémon-Freunde ihr habt, desto mehr Arbeiten könnt ihr gleichzeitig angehen.
Sowohl das Craften als auch der Aufbau größerer Projekte benötigt Ressourcen wie Holz, Eisen, Fäden, Wolle oder andere Materialien, um sie Wirklichkeit werden zu lassen. Um diese zu erhalten, müsst ihr die Ruinen der menschlichen Zivilisation erkunden. Insgesamt vier große Gebiete erwarten euch. Euer Abenteuer beginnt in Westwüstia, einem ausgetrockneten Ödland, danach könnt ihr unter anderem nach Trübküstia aufbrechen, eine Hafenstadt, in der es immer düster ist. Anfangs trefft ihr immer nur auf ein Pokémon, welches es auch ohne eure Hilfe geschafft hat, in der Welt zu existieren. Neben dem Erschaffen von Habitaten und dem Einsammeln der ersten Ressourcen wie Steine, die ihr auf dem Boden findet, müsst ihr diesem Pokémon mit kleineren Aufgaben helfen, womit ihr auch die jeweiligen Orte etwas näher kennenlernt. Jedes der vier Gebiete hat ein einzigartiges Setting und ist riesig. Selbst viele Stunden später finde ich immer noch Orte und Geheimnisse, die ich zuvor übersehen habe oder von denen ich dachte, sie gehören zum Hintergrund.
Natürlich lebt es sich in Ruinen nicht gut. Eure Pokémon sollen laut dem Spiel ihr bestes „PokéLife“ leben. Dafür müsst ihr ihnen Wünsche erfüllen. Neben einfachen Aufgaben wie dem Zubereiten von Gerichten oder dem einfachen Übergeben von Beeren wünschen sie sich auch Gegenstände, um ihr Habitat aufzuhübschen. Im späteren Verlauf, wenn ihr Häuser baut, könnt ihr die Pokémon sogar dort einziehen lassen. Manche haben jedoch ganz spezielle Wünsche wie eine höhere Luftfeuchtigkeit oder dunklere Orte. Sind eure Freunde zufrieden, steigt das jeweilige Gebiet im Level auf, was euch einige Vorteile bringt. An einem Portal neben dem Pokémon Center gibt es ebenfalls Aufgaben, die ihr erfüllen müsst. Findet viele Pokémon, craftet Items, sammelt Ressourcen, kommuniziert mit Pokémon, etc. Dafür erhaltet ihr Münzen, mit denen ihr euch unter anderem Anleitungen für das Craften oder gleich ganze Gegenstände kaufen könnt. Je höher euer Level, desto mehr Missionen gibt es und umso mehr Dinge könnt ihr im Shop erwerben. Das Aufbauen einer funktionierenden Community ist nicht nur nützlich, es ist elementar zum Voranschreiten im Spiel. Ab Level 3 startet die jeweilige große Hauptquest des Bioms. In Westwüstia müsst ihr es schaffen, Regen zu rufen, in Trübküstia wollt ihr hingegen die ewige Finsternis vertreiben. In diesen Missionen trefft ihr auch oft auf besondere Formen von Pokémon. Neben Professor Tangeloss, den ihr am Anfang des Spiels trefft und der von den Pokémon aufgrund seines Wissens einen akademischen Titel erhalten hat, gibt es beispielsweise auch Schlappchu, ein völlig ausgepowertes Pikachu, welches alle Energie verloren hat oder Mooslaxo, ein Relaxo, das so lange geschlafen hat, dass sich Moos auf seinem Körper gebildet hat. Im Pokédex werden diese nicht als eigene Spezies erfasst, sondern lediglich als separate Form.
Nach Abschluss dieser großen Mission steigt ihr im „Trainer-Level“ auf, was euch ermöglicht, Schleusen zu passieren und neue Orte zu erkunden. Ihr müsst jedoch nicht direkt weiterreisen, sondern könnt versuchen, den Rang des jeweiligen Gebietes weiter zu erhöhen. Es ist auch möglich, Pokémon, die zu keiner Nebenquest gehören, in ein älteres Gebiet mitzunehmen, was beispielsweise hilft, mehr Gebäude aufzubauen. Es liegt an euch, wie ihr im Spiel voranschreiten wollt. Neben neuen regulären Gebieten gibt es auch Wunderinseln, die ihr erreichen könnt, wenn ihr Pokémon-Plüschis findet und diese Driftlon überreicht. Dieses entzieht dem Spielzeug die Restenergie, welche die Kinder hinterlassen haben und bringt euch an einen Ort mit seltenen Ressourcen, die es abzubauen gilt. Auch seltene Items lassen sich dort finden, doch das wahre Highlight sind wohl die Hinweise für besonders seltene Habitate, die ihr zwar nicht auf der Insel selbst erstellen solltet, da diese nach eurer Abreise verschwinden, euch aber helfen, den Habitatdex und damit auch den Pokédex zu vervollständigen. Pro Tag könnt ihr nur eine Insel besuchen, nutzt dies also aus, um euer Pokémon-Paradies zu erschaffen.
Professor Tangoloss ist in der Lage, Fundstücke, die ihr entdeckt habt, zu analysieren, um euch besondere Gegenstände für euer Heim oder die Umgebung zu verschaffen
© Nintendo / Creatures / GAME FREAK / Koei Tecmo
Apropos Pokémon-Paradies: Neben den vier Hauptgebieten gibt es auch Neulandia, ein Gebiet ohne Gebäude, bei dem ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen könnt. Hier treffen Minecraft und Animal Crossing wieder aufeinander. Mit den Blöcken könnt ihr eure eigenen Monumente und Häuser bauen, oder ihr nutzt Items, um euer ganz eigenes Biom zu erschaffen. Ich konnte nur Teile des Mehrspielermodus ausprobieren, aber dieser dreht sich hauptsächlich um das Erkunden und Aufbauen von Neulandia. Zum Mehrspielermodus komme ich später noch. Nach Abschluss der Hauptstory und dem Rekrutieren der Pokémon dürfte das Abbauen der Ressourcen der vier Hauptgebiete und das Aufbauen von Neulandia für die Kreativen unter euch das Hauptfeature sein, für das ihr nach Pokopia zurückkehren werdet.
Womit ich vor dem Start des Spiels nicht gerechnet habe, ist der Umfang der Story. Und ich rede nicht von den Interaktionen mit den Pokémon, sondern vielen versteckten Dokumenten der Menschheit, die ihr überall finden könnt. Neben Tagebucheinträgen gibt es auch ganz alltägliche Dokumente wie Werbeanzeigen und Zeitungsartikel, die euch zeigen, wie das Leben vor dem Verschwinden der Menschen war. Hier erfahrt ihr auch, was genau diese Ruinen vor ihrem Untergang waren. Die Geschichte ist überraschend düster und beschreitet Wege, die ich eher in einem Xenoblade Chronicles-Spiel als bei Pokémon erwartet hätte. Respekt an GAME FREAK an dieser Stelle, Pokopia nicht einfach nur zu einem simplen Minecraft X Animal Crossing-Klon zu machen. Ich selbst bin nicht besonders kreativ, was sich auch in meinen Minecraft-Welten und den Dörfern in Animal Crossing zeigt, aber das Erkunden der Ruinen und das Aufspüren von Artefakten und das Zusammensetzen der Informationsfetzen, die auch die Welt der Hauptteile von Pokémon betreffen, ist großartig. Seid euch jedoch bewusst, dass es sich dabei fast nur um Textstücke handelt. Die Ruinen mit ihren Gegenständen wie Computern, stylishen Sofas, Kaffeebechern und mehr erzählen den Rest der Geschichte.
Fassen wir also noch einmal zusammen: Ihr seid ein Ditto, das in der Lage ist, die Umwelt zu manipulieren, Gegenstände zu craften und zu platzieren, um so Habitate zu erschaffen, die neue Pokémon herbeirufen. Neben kleineren Nebenquests, die euch unter anderem Emotionen und Tipps zu neuen Habitatdesigns verschaffen, gibt es auch jeweils eine große Mission mit mehreren Untermissionen, die dafür sorgen, dass ihr die Probleme des jeweiligen Bioms löst, um weiterzukommen. Abseits davon gibt es Neulandia, euren ganz eigenen Spielplatz, in dem ihr nicht nur weitere Habitate bauen könnt, um weitere Pokémon zu rekrutieren, sondern auch euer ganz eigenes Paradies von Grund auf erschaffen könnt. Alles nur, damit ihr herausfindet, was mit der Menschheit passiert ist.
Pokopia hat in meinen Augen jedoch auch seine Schwächen. Größter Kritikpunkt ist wohl der Spielumfang. Vier Gebiete, wenn auch riesig und grundsätzlich verschieden, sind in meinen Augen zu wenig. Das Spiel schreit förmlich danach, noch weitere Biome zu erhalten, die auf anderen Orten basieren, welche Fans bereits kennen. DLCs, die weitere Pokémon, Biome, Habitate und Gegenstände hinzufügen, sind mehr als wahrscheinlich. Versteht mich jedoch nicht falsch. Ich habe bis zum Abschluss der Story gut 30 Stunden benötigt, allerdings habe ich viel Zeit dafür investiert, meine Gebiets-Ränge zu erhöhen. Das wahre Spiel beginnt mit dem Aufbau von Neulandia. Hier gibt euch das Spiel genug Tools an die Hand, damit ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen könnt. Ist dies jedoch nicht so euer Ding, wird eure Hauptaufgabe nur darin bestehen, den Pokédex zu vervollständigen, was zum Ende hin durchaus sehr anspruchsvoll wird, wenn ihr die Habitat-Designs nicht kennt oder euch die passenden Gegenstände fehlen.
Auf Wunderinseln könnt ihr euch mit Ressourcen eindecken
© Nintendo / Creatures / GAME FREAK / Koei Tecmo
Es gibt auch andere kleinere Dinge, die mich stören. Anfangs kann euer Ditto nur wenige Items bei sich tragen. Als Alternative stehen euch verschiedene Lagerboxen zur Verfügung, die ihr craften könnt. Diese sind jedoch leider nicht wie in Animal Crossing: New Horizons miteinander verknüpft, sodass ihr euch merken müsst, wo ihr welches Item platziert habt. Immerhin: Platziert ihr die Box direkt neben der Werkbank, greift das Spiel automatisch auf diese Items zu. Auch lässt sich der Beutel beziehungsweise der Magen von Ditto mithilfe der Münzen am Terminal erweitern. Überflüssig ist in meinen Augen das Attackenpunkte-System. So könnt ihr eure Fähigkeiten nur begrenzt oft einsetzen, bevor eure AP-Anzeige leer ist und ihr eure Talente nur noch sehr langsam einsetzen könnt. Mit Beeren könnt ihr eure AP wieder auffüllen. Während das Feature Sinn macht, wenn ihr Attacken mithilfe von Nahrung verstärkt, gibt es keinen Grund, die regulären Fähigkeiten in irgendeiner Art einzuschränken. Immerhin könnt ihr gegen Münzen die Maximalanzahl eurer AP erweitern.
Ich hatte während meiner Review-Zeit nur die Möglichkeit, Teile des Online-Modus auszuprobieren. So konnte ich das Neulandia einer fremden Person besuchen und dort beim Aufbau helfen. Gefundene Items konnte ich nicht behalten, dafür aber die Hinweise auf neue Habitate. Kommunizieren war im Übrigen nur durch die Emotionen möglich, ein Absprechen funktioniert hier als nur über GameChat, wenn ihr direkt mit Freunden spielt. In einem Spezial, das ich zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen werde, gehe ich auf alle Mehrspielerfunktionen ein. Mein Highlight ist aber jetzt schon ohne Frage mein geliebtes „Geheimgeschenk“, welches ihr auch aus den Pokémon-Hauptteilen kennt und mit denen ihr Event-Items erhalten könnt.
Schauen wir uns nun die Technik an. Grafisch reißt das Spiel zwar keine Bäume aus, die verhältnismäßig simple Grafik sorgt aber dafür, dass das Spiel flüssig läuft und Pop-ups so gut wie nicht vorhanden sind. Dadurch entstehen einige starke Panorama-Szenen, wenn ihr auf erhöhten Territorien steht. Passend dazu gibt es natürlich wieder einen Fotomodus, wie ihn immer mehr Pokémon-Spiele haben. Auch die Musik ist gelungen und bietet einige entspannte Tracks. Im Laufe des Abenteuers findet ihr auch CDs mit einigen der beliebtesten Musikstücke der Hauptreihe, die ihr unter anderem in Musik-Playern abspielen könnt. Besonders intensiv wird auch die HD-Vibration 2 genutzt. Eine Sache gibt es noch, die mich gewaltig stört: Wie schon in Pokémon Karmesin und Purpur sowie Pokémon-Legenden: Z-A scheint es das Übersetzungsteam für nötig zu halten, jugendlichen Slang in die Dialoge einzubringen. Ein „Jo Diggi, was geht?“ möchte ich einem Pokémon-Spiel nicht sehen. Dafür muss ich lobend erwähnen, dass es zwar wie in Animal Crossing mehrere Charaktertypen gibt, jedes Pokémon aber auch individuelle Gesprächsthemen hat, die der eigenen Spezies angepasst sind. Eine Sprachausgabe gibt es jedoch nicht.
Unser Fazit
8
Ein Spiele-Hit