Unser Test zum Spiel: Jenga World Tour

Jenga ist ein Geschicklichkeitsspiel, das im Jahre 1989 im Handel erschienen ist. Der Erfolg des Spiels war riesengroß, so dass unterschiedliche Versionen veröffentlicht wurden. Es gibt eine Casino-Version oder sogar eine Extreme-Version, in der die Steine verschiedene Formen besitzen. Atari hat sich daraufhin entschlossen, zu diesem Spiel eine Versoftung für Wii zu entwickeln. Ob dies gelungen ist, erfahrt ihr im folgenden Test.

Hier sind noch einmal die Regeln: Nacheinander muss jeder Spieler mit einer Hand einen Stein aus dem Turm herausziehen und diesen auf die Spitze legen. Von der obersten Fläche darf kein Stein entnommen werden. Der Sieger ist derjenige, der letzten Stein setzen konnte, ohne das der Turm zusammenfällt.

Diese Regeln sind simpel und spielen sich im Original ziemlich gut. Doch was ist mit der elektronischen Fassung? Fangen wir erst einmal mit der Steuerung an… Gespielt wird Jenga mit Wii-Remote und dem Nunchuk-Aufsatz. Mit der Pointer-Funktion habt ihr eine virtuelle Hand auf dem Bildschirm, mit der ihr alles machen könnt. Dazu müsst ihr nur noch die jeweiligen Tasten bestätigen um die Hand hundertprozentig funktionstüchtig zu machen. So könnt ihr unter anderem mit dem Button A einen Stein in die Hand nehmen. Dazu müsst ihr, dank der Bewegungs-sensitiven Steuerung, die Wii-Remote nach hinten ziehen, damit dieser Stein herausgezogen werden kann. Klingt gut, ist es aber nicht. Zum Einen macht die Steuerung nur Macken und versaut euch das Spiel. Zum Anderen ist die Steuerung meistens so was von ungenau, dass es fast unmöglich ist, einen Stein heil aus dem Jenga-Turm zu bekommen. Mit dem Control-Stick könnt ihr euch den Turm genauer ansehen, indem ihr um ihn herumschaut oder an ihn heranzoomt. Eine bessere Übersicht könnt ihr euch mit dem Knopf 2 verschaffen. Hierbei wechselt die Kamera in die Sicht von oben und ihr könnt den Turm von dort aus betrachten. Wenn euer Gegner an der Reihe ist, könnt ihr ihn mit dem Knopf 1 verspotten.

Die Dauermotivation wurde sehr niedrig gehalten. Es gibt keinen Online-Modus und einfach zu wenig Inhalt. Spielt man das Spiel alleine, hat man nach einer halben Stunde schon keine Lust mehr. Auch die Physik ist einfach zu schlecht, um gegen das originale Jenga anzukommen. So ist der Jenga-Turm, wie der schiefe Turm von Pisa, in einer schrägen Lage, obwohl dieser in unserer reellen Schwerkraft längst umkippen müsste. Im Welt-Tour-Modus müsst ihr an jeder Ecke der Erde gegen irgendwelche CPU-Gegner antreten. Sonst gibt es noch zwei kleinere Modi, die nichts besonderes sind. Der Multiplayer ist genauso schlecht wie der Rest des Spiels. Nur 4 Leute können am Spielgeschehen teilhaben, da jeder Spieler seine eigene Controller-Kombi benötigt, und es nicht möglich ist, diese herumzureichen.

Die kleinen Steine sehen auf dem ersten Blick sehr gut aus, aber die Umgebungen sind einfach nur schrecklich detailarm. Euer Jenga-Turm ist in manchen Situationen auf einer Burg-Spitze, in einer Eiswelt oder einfach nur in einem langweiligen Zimmer. In einem Zimmer ist zum Beispiel ein schlecht animierter Hund, der auf einer Couch sitzt, und immer die selben Bewegungen mit dem Kopf macht. Schließlich, wenn euer Turm bei einem 45° Winkel endlich umkippt, bewegen sich die Steinchen auf dem Boden einfach weiter, obwohl diese, wie im Original, sofort auf die Stelle liegen bleiben und sich nicht wegen einer Kettenreaktion 5 cm weiterbewegen müssten. Jenga: World Tour unterstützt den HDTV- und 60 Hz-Support.

Erstes Manko: keine Dolby Pro Logic 2 Unterstützung. Des Weiteren erwischt ihr immer nur die selbe Musik, und das ist ziemlich nervig. Was noch nerviger ist, sind die Kommentatoren, diese reden ziemlich gelangweilt und bei Sätzen wie „Oh nein, der Turm fällt um“ klingt es so, als wüssten sie es schon, bevor es passiert ist. Zum Glück kann man die Musik und die Kommentatoren in den Einstellungen abschalten. So bleibt einem das wenigstens erspart.

Unser Fazit

1

Völlig misslungen

Meinung von Dennis Meppiel

Meine lieben Jenga-Freunde, bitte kauft euch dieses Spiel nicht! Die 50€ sind es echt nicht wert! Kauft euch lieber ein Holz-Jenga für 15€ und spielt dafür alleine. Das macht viel mehr Spaß als dieses Videospiel. Schlechte Technik, mittelmäßige Grafik und nervende Musik machen das Spiel kaputt. Das Spiel kann dem Original physikalisch überhaupt nicht das Wasser reichen. Atari hätte aus dem Gesellschaftsspiel viel mehr rausholen können. Aber dieses Spiel beweist, dass solche Spiele nichts auf einer Konsole zu suchen haben.

Die durchschnittliche Leserwertung

8 User haben bereits bewertet