Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter - Nintendo 3DS

  • Deutschland Deutschland: Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
24.11.2011
Vertrieb
Konami
Entwickler
Konami
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
Amazon eBay

Unser Test zum Spiel: Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter

Von Benjamin Böttcher ()

Als Konami Anfang des Jahres den 3DS-Titel Doktor Lautrec und die vergessenen Ritter ankündigte, war die Ähnlichkeit zu einem gewissen englischen Gentleman unverkennbar. Die Hauptfigur trägt einen großen Zylinder, ist Archäologe, Rätselliebhaber und hat eine junge Assistentin, die ihm bei seinen Abenteuern immer zur Seite steht. Auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, dass es sich hier um eine dreiste Kopie der Professor Layton-Serie aus dem Hause Level-5 handelt, ist das Gameplay doch gänzlich anders.



Wir befinden uns im Paris des 19. Jahrhunderts, das sich so langsam dem Ende neigt. Während in der Stadt der Liebe jede Menge los ist, vor allem durch den Bau des Eiffelturms und die anstehende Weltausstellung, herrscht auch im Untergrund reges Treiben. Denn dort begeben sich selbsternannte Abenteurer auf die Suche nach den „Habité-Schätzen“. Einer dieser Abenteurer ist Jean-Pierre Lautrec, der sich mit seiner Assistentin Sophie Coubertin und dem Äffchen Nico schon unzähligen Herausforderungen gestellt hat. Als eines Tages die junge Marie Beltoise mit ihrem Begleiter Vidocq den Archäologen aufsucht, um ein altes Objekt, welches sich seit Jahren in Familienbesitz befand, wieder zusammenzusetzen, beginnt für Lautrec und seine Begleiter ihr bisher größtes Abenteuer. Denn die sogenannte Laterna Magica scheint Hinweise auf den Standort des riesigen Schatz von Ludwig XIV. und einer alten, längst zerfallenen Dynastie zu beherbergen.

Bis ihr allerdings hinter besagtes Geheimnis kommen werdet, gilt es erst einmal, zahlreiche andere Schätze im Pariser Untergrund zu bergen. Eure Abenteuer lassen sich in drei Abschnitte einteilen. Zunächst müsst ihr im Pub Le Repaire eine Quest auswählen, welche im Grunde genommen aber alle nur eines von euch verlangen: Schätze finden. Nachdem ihr eine Aufgabe ausgewählt habt, bekommt ihr eine Schatzkarte, mit derer Hilfe es gilt, den Eingang in eine der zahlreichen Katakomben zu finden. Zunächst dürft ihr Lautrec und Sophie jedoch nur dabei zuschauen, wie sie selbst mögliche Orte bestimmen, die dann auf der Karte von Paris markiert werden. Dann klappert ihr jeden dieser Orte nacheinander ab, bis dann irgendwann der richtige dabei ist. Manchmal sind euch auch die Anwohner behilflich, aber meistens stehen sie nur starr an einem festen Platz und sind doch eher wortkarg. Allgemein wirkt Paris ziemlich ausgestorben und trist, die grafische Darstellung der Stadt kann schon als unterirdisch bezeichnet werden. Es gibt zwar zahlreiche Orte, die ihr betreten könnt, allerdings unterscheiden sich diese nur minimal. Das ganze wäre grafisch sogar noch auf dem Nintendo DS möglich gewesen. Ist der richtige Ort endlich gefunden, müsst ihr nur noch ein Lilien-ähnliches Symbol finden, das den Eingang zum Untergrund freigibt. Dies ist manchmal leichter gesagt als getan, denn einerseits sind die Symbole meist gut versteckt. Andererseits kann es aber auch schon einmal passieren, dass man das Symbol nicht gleich erkennt, da es zwischen den matschigen Texturen der Gebäude und Straßen untergeht.

Habt ihr den Eingang zum Untergrund gefunden, beginnt der zweite Teil der Schatzsuche. Wie ein Meisterdieb gilt es nämlich nun, durch die Labyrinthe streifen und möglichst keiner der dort anwesenden Wachen zu begegnen. Haben sie euch nämlich einmal entdeckt, fangen sie an euch hinterherzurennen und sobald sie euch erwischt haben, werdet ihr wieder an den Anfang des Raums gesetzt, in dem ihr euch gerade befindet. Aber auch hier scheint man bei Konami wieder nur halbherzig an die Sache herangegangen zu sein, denn oftmals könnt ihr den Wachen ohne große Mühe davonlaufen, da sie langsamer rennen als ihr selbst! Herausforderungen sehen anders aus. Wo wir schon von Herausforderungen reden, kommen wir doch gleich zu den Rätseln, die euch im Spielverlauf an verschlossenen Durchgängen begegnen. Euch werden über 200 knackige Kopfnüsse versprochen, aber leider war nirgends die Rede davon, dass es gerade einmal fünf verschiedene Rätseltypen gibt. So gilt es in den Kreuzworträtseln, vorgegebene Wörter an die passenden Stellen zu setzen. In den Blockrätseln sollt ihr verschieden geformte Blöcke wieder zusammenpuzzeln, während die Zahlenrätsel zumindest etwas Kombinationsgabe von euch fordern. Die Logikrätsel geben euch verschiedene Symbolreihen vor, in denen ihr zum Beispiel beim Domino das passende Teil finden müsst, das in die Kette gehört. Zu guter Letzt gibt es noch Fehlerbilder, auf denen ihr die Unterschiede auf dem Touchscreen finden müsst. Könnt ihr ein Rätsel einmal nicht lösen, dürft ihr euch bis zu drei Hinweise geben lassen.

Besonders ausgewogen sind die Rätsel nicht, denn manchmal lassen sie sich sofort ohne große Probleme lösen, während andere Kopfnüsse eher aufs blanke Raten hinauslaufen. Und die Fehlerbilder sind manchmal echt zum Haare raufen, da sie so klein dargestellt werden. Da wird die Fehlersuche echt zur Nadelsuche im Heuhaufen! Es ist aber sowieso nicht weiter schlimm, wenn ihr ein Rätsel nicht sofort lösen könnt. Denn ihr startet es nach einem gescheiterten Versuch einfach neu und probiert einfach so lange, bis die richtige Antwort angetippt wurde. Im Gegensatz zu den Rätseln, die uns Professor Layton immer präsentiert, sind diese hier nicht annähernd so spaßig und motivierend. Hier wird, vor allem durch die fehlende Variation der Rätsel, wieder eine Menge Potenzial verschenkt. Schade. In den unterirdischen Gängen gibt es sonst nicht weiter viel, was euren Weg zu den Schätzen erschwert. Hier und da gilt es, ein paar Kisten zu verschieben, Pfeilen auszuweichen… und das war es auch schon.

Habt ihr endlich die Schatzkammer erreicht, kommt es zum Kampf. Ja, richtig gelesen! In diesem Spiel werden Kämpfe ausgetragen, die gleichzeitig wohl auch das hübscheste im Spiel darstellen. Denn die besagten „Habité-Schätze“ sind von Wächtergeistern besessen, welche erst gezähmt werden müssen. Dafür setzt ihr Schätze ein, die bereits gezähmte Geister beherbergen. Das Kampfprinzip funktioniert dabei wie zum Beispiel bei Pokémon. So gibt es sechs verschiedene Eigenschaften, die die Geister haben können: Edelstein, Menschlich, Vogel, Land oder Fisch. Während diese fünf Eigenschaften stärker bzw. schwächer gegenüber einer anderen sind, bildet die Eigenschaft Baum eine Ausnahme. Sie ist gegenüber anderen Eigenschaften weder im Nach- noch im Vorteil. Aber wie läuft so ein Kampf nun ab? Auf dem Touchscreen wird euer Podest dargestellt, auf dem ihr eure Schätze verteilen könnt. Sobald ihr einen Schatz platziert, erscheint euer Geist und greift den Gegner an. Dabei gibt es noch einige Dinge zu beachten. So zum Beispiel, ob ihr ein äußeres oder inneres Podest wählt oder ob es Risse hat. Bei letzterem kann es dann ab und zu besondere Effekte geben wie der, dass euer Angriff zum Beispiel um 30% schwächer als sonst. So verteilt ihr nach und nach eure Schätze, wobei aber jeder eurer Geister nur einmal während eines Kampfes angreifen kann. Habt ihr den gegnerischen Wächtergeist soweit geschwächt, dass seine Energie in den blauen Bereich fällt, ist er erfolgreich gezähmt und der Schatz euer. Sollten seine KP auf null fallen, stirbt der Wächtergeist und kann nicht mehr eingesetzt werden. Durch ein bestimmtes Item könnt ihr Geister jedoch später wiederbeleben. Habt ihr jedes Podest besetzt und den Gegner noch nicht weit genug geschwächt, begrüßt euch ein Game Over-Schriftzug.

Aber kein Grund zur Sorge, denn ihr könnt den Kampf umgehend von vorn beginnen, das Labyrinth verlassen oder direkt ins Le Repaire zurückkehren. Dann allerdings wird euer Fortschritt im Labyrinth zurückgesetzt und ihr dürft beim nächsten Anlauf alles noch einmal machen. Obwohl der Kampfmodus eigentlich etwas RPG-mäßig daherkommt, kann er leider nicht wirklich überzeugen. Zu oft hatte ich beim Spielen das Gefühl, dass man hier nur mit Glück die richtigen Positionen erwischt, damit eure Geister dem Gegner einige KP mehr abziehen. Ein richtiges System ließ sich für mich jedenfalls nicht erkennen und daher kann euch der genannte Game Over-Screen öfters vor die Augen treten, als euch eigentlich lieb ist. Auch hier lässt sich nur wieder sagen: Der Ansatz ist da, aber die Idee scheint nicht so recht zu Ende gedacht worden sein.

Die musikalische Untermalung im Spiel kann sich aber hören lassen, wird jedoch wohl nicht jedermanns Geschmack treffen. Etwas mehr Abwechslung wäre hier nicht verkehrt gewesen. Umso erstaunlicher ist es daher, wie viel Mühe man sich doch bei der Sprachausgabe gegeben hat, denn nahezu alle Dialoge, die Lautrec und Co. Führen, sind auf Englisch vertont! Die Sprecher machen ihre Sache mehr als nur gut und kommen äußerst überzeugend rüber. Es macht unheimlich viel Spaß, den Dialogen der Figuren zu lauschen. Ihr braucht übrigens keine Angst zu haben, etwas nicht zu verstehen. Konami hat sämtliche Texte übersetzt und in den Zwischensequenzen, welche eine Art Mix aus Anime- und Comic-Look haben, gibt es ebenfalls deutsche Untertitel. Die Videosequenzen, die immer wieder eingestreut werden, sehen sehr gut aus, sind scharf und weisen nahezu keine Kompressionsartefakte auf, wie man sie noch auf dem Nintendo DS zur Genüge zu Gesicht bekam. Ab und zu werden auch bestimmte Ereignisse in vollanimierten 3D-Squenzen präsentiert, welche zwar gut aussehen, aber auch nicht umwerfend sind. Etwas mehr Feinschliff hätte man an dieser Stelle schon noch betreiben können, gerade was die Gesichtsausdrücke der Charaktere betrifft. Der 3D-Effekt verleiht dem Spiel zwar etwas räumliche Tiefe und kommt in den Kämpfen mit am besten zur Geltung, ist aber bei weitem kein Überflieger und kann getrost abgestellt werden.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter

Meinung von Benjamin Böttcher
Nun, Doktor Lautrec und die vergessenen Ritter bietet einige interessante Ansätze, die alle aber noch recht unfertig wirken. Die dreiteiligen Missionen versprechen kaum Abwechslung, es gibt nur fünf verschiedene Rätselarten und das Kampfsystem fühlt sich mehr nach Trial and Error-Prinzip als nach einer spannende Herausforderung an. Dafür überzeugen die spannende Geschichte sowie die hervorragende Sprachausgabe, welche fast das ganze Spiel über präsent ist. Falls Konami einen Nachfolger in Erwägung ziehen sollte, muss man unbedingt an allen Ecken und Kanten ordentlich feilen. Dann könnte ein guter Titel herausspringen, in dem Lautrec vielleicht sogar mit seinem englischen Kollegen mithalten kann. Mein erwarteter Top-Hit ist das hier leider nicht geworden.

Kommentare 7