Test zu LEGO Pirates of the Caribbean: Das Videospiel - Nintendo 3DS
Unser Test zum Spiel: LEGO Pirates of the Caribbean: Das Videospiel
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3. Juni 2011 um 22:58 - Pascal Hartmann
LEGO Star Wars: The Clone Wars war einer der Starttitel zum Launch des 3DS. Nur wenige Wochen, nachdem der neue Nintendo-Handheld in den Handel kam, wird nun ein weiterer LEGO-Titel nachgeschoben: LEGO Pirates of the Caribbean. Zusammen mit Piratenkapitän Jack Sparrow, dem Schmied Will Turner und dem Rest der Gang macht ihr euch darin auf, die Geschichten der Filme nachzuspielen. Alles natürlich im typischen LEGO-Stil.

Dass bedeutet konkret, dass vor allem der Humor nicht zu kurz kommt. So soll Jack Sparrow am Ende des ersten Films zum Beispiel hingerichtet werden und wird vom LEGO-Publikum vorher ausgiebig mit Gemüse beworfen. Doch zwei der LEGO-Männchen wollen noch einen Schritt weiter gehen und Jack mit einem Schwein bewerfen! Glücklicherweise kann der Pirat rechtzeitig entkommen und ich sitze lachend auf meiner Couch. Ich würde von mir selbst behaupten, ich sei leicht zu belustigen. Doch glaubt mir eins, die Zwischensequenzen sollten selbst Lach-Legasthenikern ein Lächeln ins Gesicht treiben (Stichwort Karotte). Die Zwischensequenzen und Level erzählen dabei die Storys der Filme nach. Es beginnt also alles in Port Royal und mit Jack Sparrows erster tollkühner Flucht vor dem langen Arm des Gesetzes, also der Marine. Er trifft auf Will Turner, mit dem Sparrow im Laufe der ersten Trilogie viele Abenteuer besteht, wobei nicht immer klar ist, ob sie nun gerade zusammen oder gegeneinander arbeiten. So nehmen sie den Kampf gegen den Untoten Barbossa auf, suchen das Herz vom Fliegenden Holländer-Kapitän Davy Jones, erwehren sich eines monströsen Kraken, küssen dieselbe Frau, finden neue Freunde und Feinde, schippern mit riesigen Schiffen durch die Karibik, entkommen mehrmals knapp dem Tod (Sparrow stirbt immerhin einmal), rufen den Krieg gegen die Marine aus und lassen die Säbel klirren. Im vierten und neuesten Teil der Film-Reihe ist nur noch Jack Sparrow als alter Hase dabei und macht sich zusammen mit einer alten Liebe auf die Suche nach dem legendären Jungbrunnen.
Hört sich doch in der Theorie auch total super an, oder? In der Wii-Version ist es das auch, auf dem 3DS wurde allerdings deutlich an Inhalt gespart. Spielt ihr euch auf der Konsole durch fünf Level pro Film, sind es auf dem 3DS nur vier. Damit verbunden fallen auch wichtige Zwischensequenzen weg, die für das Verständnis der Geschichten elementar sind. Es fehlen außerdem weitere Szenen, sodass ich der Story nur deswegen folgen konnte, weil ich die Filme gesehen habe. Dafür wurde der Charme von sowohl der Klötzchen als auch der Vorlage super eingefangen; hier muss ich ein großes Lob aussprechen. Dazu passt auch, dass in wichtigen Abschnitten immer mal wieder das Fluch der Karibik-Theme von Klaus Badelt erklingt. Dabei handelt sich meiner Meinung nach um eines der besten Instrumental-Musikstücke, die für einen Film komponiert wurden. Dagegen kommt der Rest der Musikuntermalung des Spiels leider nicht mit, auch wenn er teilweise ebenfalls direkt aus dem Film stammt, ist aber immerhin ganz nett. Optisch überzeugt LEGO Pirates of the Caribbean auf ganzer Linie. Die Zwischensequenzen sehen hervorragend aus und durch die geringere Auflösung des 3DS-Bildschirms im Gegensatz zu einem Fernseher sieht auch alles deutlich schärfer und knackiger aus. Nur leider ruckelt das Spiel mit nach oben geschobenem 3D-Slider teilweise ziemlich.
"Ganz nett" beschreibt auch ganz gut das Spiel an sich. Bei LEGO Pirates of the Caribbean handelt es sich um ein typisches LEGO-Videospiel: Ihr rennt mit eurer Figur durch Areale, löst Rätsel, bekämpft ein paar Gegner, baut aus herumliegenden LEGO-Teilen automatisch die richtigen Dinge zusammen und zerkloppt die Umgebung, um möglichst viele Steine zu sammeln. Diese Steine dienen euch in der Hafen-Oberwelt, die ihr außerhalb der normalen Level besuchen könnt, als Währung zum Kaufen neuer Charaktere oder nützlichen bis sinnlosen, aber witzigen Extras (ich bin zum Beispiel nie wieder ohne die lustigen Bananen-Schwerter herumgelaufen). Feinde zerlegt ihr per Button-Mashing sprichwörtlich in ihre Einzelteile, Anspruch hat das nicht den geringsten. Ab und zu kommt es zu besonderen Kämpfen, die in einer Seitenansicht ausgetragen werden. Dann müsst ihr erst einmal wie bekloppt auf den b-Knopf hämmern und anschließend die angezeigte Taste drücken. Doch keine Angst, ihr habt mehr als genug Zeit dafür. Ihr müsst sogar nur zwei von drei Tasten richtig haben, um eurem Gegner einen Schlag zu verpassen. Habt ihr das zwei- bzw. dreimal wiederholt, je nach Feind, habt ihr gewonnen. Einfacher wäre es nur noch gewesen, wenn ihr automatisch gewinnt. Im Gegensatz zur Wii-Version ist auch nur eine LEGO-Figur auf dem Bildschirm unterwegs, die Koop-Funktion gibt es in der Handheld-Version nicht. Es handelt sich hier also um ein reines Singleplayer-Spiel. Doch auch hier haben die verschiedenen Figuren unterschiedliche Fähigkeiten. So gibt es unter den mehr als 70 Charakteren einige mit Waffen, um auf Zielscheiben zu schießen. Andere tragen Enterhaken bei sich, um sich an hohe Orte zu schwingen. Wieder andere LEGO-Männchen können an bestimmten Punkten ihre mystischen Kräfte einsetzen und Schatztruhen herbeizaubern oder eine Zellentür öffnen.
Spielt ihr einen Level zum ersten Mal, folgt ihr direkt der Story und seid auf die Charaktere angewiesen, die euch das Spiel (und damit ja im Prinzip der jeweilige Film) vorgibt. Ihr werdet dann an vielen Stellen vorbeikommen, die euch noch versperrt bleiben, weil ihr keine Figur mit der entsprechenden Fähigkeit bei euch habt. Daher könnt ihr jeden abgeschlossenen Story-Level so oft ihr wollt besuchen und euch im Freien Modus mit einer Mannschaft, die alle unterschiedlichen Fähigkeiten in sich vereint, noch einmal ganz genau umsehen. Es gibt nämlich viel zu finden in der Welt von LEGO Pirates of the Caribbean. So gilt es zum Beispiel, Buddelschiffe zu sammeln (also Modelle von Segel-Schiffen in einer Glasflasche). Diese liegen aber nicht einfach so herum. Einige erhaltet ihr durch den Einsatz der richtigen Fähigkeit an der richtigen Stelle, andere, indem ihr bestimmte Aufgaben innerhalb der Level absolviert. So müsst ihr unter anderem alle Krabben in einen Teich tragen oder einfach nur das richtige Objekt zerdeppern. Insgesamt habt ihr in der 3DS-Version alles sehr viel schneller zusammen, da ihr die Sammelobjekte ohne Probleme im ersten Durchgang des Freien Modus' finden könnt.

Unser Fazit
6
Überzeugend