Test zu One Piece: Gigant Battle! - Nintendo DS
Unser Test zum Spiel: One Piece: Gigant Battle!
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18. Juli 2011 um 15:03 - Pascal Hartmann
Die Portierung der beiden Unlimited Cruise-Spiele für die Wii auf den Nintendo 3DS lassen in Europa noch eine Weile auf sich warten. Da ist es klasse, dass der neue Handheld auch DS-Spiele abspielen kann. Denn so bekommen neben den DS-Besitzern auch die Fans des 3DS die Chance, sich die Zeit bis zum ersten 3D-One Piece mit dem gelungenen One Piece: Gigant Battle zu versüßen.

Das Cover ist aber leider etwas irritierend. So macht es den Anschein, als würdet ihr die Geschichte rund um das Marine-Gefängnis und die Schlacht um den Kopf von Ruffys Bruder Ace nachspielen. Doch weit gefehlt. Statt der offiziellen Handlung zu folgen wird wieder einmal eine neue Geschichte erzählt. Obwohl der Begriff "Geschichte" eigentlich schon zu hoch gegriffen ist. Im Grunde handelt es sich beim Piraten-Grand-Prix-Modus um nichts weiter als eine Art Wettkampf, den ihr natürlich gewinnen müsst. Dazu wählt ihr auf einer Oberkarte eine von mehreren Inseln aus, die ihr nach und nach freischaltet und die immerhin auf im Anime vorkommenden Gegenden basieren. Auf diesen befinden sich verschiedene Felder, die ihr bereisen müsst, um eure eigene Kampftruppe Figur um Figur zu erweitern. Am Häufigsten stoßt ihr auf die Kampffelder, die euch in eine Auseinandersetzung mit bis zu drei Charakteren aus dem One Piece-Universum versetzen und euch meistens die freie Wahl aus den zurzeit verfügbaren Kämpfern lassen. Das Kampfsystem orientiert sich dabei an den in Japan sehr populären Jump-Spielen, die wiederrum auf der Super Smash Bros.-Serie basieren. Im Gegensatz zum Prügler mit Nintendo-Figuren müsst ihr in One Piece: Gigant Battle jedoch deutlich umsichtiger vorgehen, da sich Attacken nicht so schnell aneinanderfügen lassen. In den härteren Kämpfen habt ihr zudem nur eine Chance, wenn ihr das Abwehren und die Reichweite eurer Attacken verinnerlich habt.
Das unterscheidet sich selbstverständlich von Charakter zu Charakter. Während Ruffy mit seinen Gummi-Armen noch eine relativ hohe Reichweite hat, müsst ihr mit Sanji schon recht nah an den Gegner heran, um ihn zu treffen. Lysop auf der anderen Seite ist ein Fernkämpfer, der im Nahkampf so gut wie keine Chance hat. Unter den 12 verschiedenen Kämpfern, zu denen neben den Strohhut-Piraten auch Marine-Admiräle und andere Piraten gehören, spielt sich kein Charakter wie der andere, sodass ihr euch am besten auf wenige davon spezialisieren solltet. Aber ihr solltet eure Wahl nicht von den witzigen Animationen abhängig machen. Die sind nämlich wirklich super und machen einen großen Teil des Charmes von One Piece: Gigant Battle aus. Während sich Zorro geschmeidig in den sehr hübschen Arenen mit ihren vielen Details bewegt, wirkt Lysop genau so unbeholfen wie im Manga bzw. Anime. Um die Kämpfe noch abwechslungsreicher zu machen, wählt vor der Auseinandersetzung bis zu drei Support-Kämpfer aus. Diese lassen sich über den Touchscreen rufen und führen eine Attacke aus, die eurem Gegner nicht nur Lebenspunkte abzieht, sondern ihm auch negative Statuseffekte anhängt. So reduziert ihr zum Beispiel seine Stärke oder seine Geschwindigkeit. Vorausgesetzt, euer Support-Charakter trifft. Denn auch diese haben eine bestimmte Reichweite und ihr müsst sie taktisch klug anwenden, damit euer Gegner nicht einfach außer Reichweite springt. Auf der anderen Seite kann euch euer Kontrahent natürlich auch mit seinen eigenen Support-Charakteren einheizen.
Im Kampf 1 gegen 1 funktioniert das dann auch alles wirklich super. Doch sobald ihr mehr als einen Gegner habt, wird es chaotisch. Da das Kampfsystem wie bereits erwähnt nicht die Schnelligkeit eines Super Smash Bros. hat und es viel mehr auf das richtige Einsetzen der richtigen Attacke im richtigen Moment basiert, kommt ihr bei zwei auf euch einprügelnden Gegnern kaum hinterher. Bei drei Feinden ist ein Sieg nur noch mit viel Glück oder einem deutlich höheren Level möglich. Denn jeder der 12 Hauptkämpfer als auch alle Support-Charaktere erhalten nach jedem gewonnenen Kampf Erfahrungspunkte und steigen dementsprechend Level auf. Mit jedem Level-Up könnt ihr zwei Punkte auf verschiedene Werte wie die Höhe der Lebenspunkte oder die Angriffskraft verteilen. Da ihr manchmal auf Kampffelder stoßt, die euch einen bestimmten Charakter vorschreiben, müsst ihr auf bereits besuchte Inseln zurück und den Kämpfer mühsam aufleveln, sollte euch das auf einer der späteren Inseln passieren und solltet ihr den Charakter bisher vernachlässigt haben. Doch das ist in vielen RPGs ja nicht anders. Bei der Gelegenheit solltet ihr auch gleich noch einen Abstecher in einen der Shops machen, in denen ihr neue Spezial-Angriffe kaufen könnt. Denn als wäre das Kampfsystem nicht schon anspruchsvoll genug, gibt es noch die Giganten-Anzeigen. Diese füllt sich mit jedem erfolgreichen Treffer oder Abwehr eines feindlichen Angriffs. Mit den dadurch angesammelten Giganten-Punkten könnt ihr die besonders mächtigen Spezialangriffe ausführen, die ordentlich Lebenspunkte abziehen, aber wie auch die Supportcharaktere gut getimt sein müssen. Bis ich mit Ruffy zum ersten Mal einen Gegner getroffen habe, sind viele Kämpfe vergangen. Und wir wollen erst gar nicht bei den Items anfangen... Für Abwechslung sorgen die kleinen Minispiel-Einlagen. In diesen müsst ihr euch zum Beispiel so lange wie möglich auf nach oben steigenden Blasen halten oder mehr Takoyaki einsammeln als eure Gegner. Zusätzlich gibt es für jedes Feld auf den Inseln verschiedene Zusatzziele, die ihr für Erfahrungspunkte, Geld und versteckte Felder erfüllen müsst. Es gibt also viel zu tun!
Neben vom Piraten-Grand-Prix-Modus könnt ihr natürlich auch einfach Kämpfe nach euren Vorlieben bestreiten oder mit euren bevorzugten Kämpfern trainieren. Erfüllt ihr besondere Voraussetzungen in den verschiedenen Spielmodi, schaltet ihr zum Beispiel Charakter-Profile frei, in denen ihr auch abseits des Kampfgeschehens der gelungenen Sprachausgabe lauschen könnt. Diese ist komplett auf Japanisch und jeder Charakter wurde von seinem Original-Synchronsprecher des Animes vertont. Doch keine Angst, die Texte im Spiel wurden auf Deutsch übersetzt. Sehr witzig ist, wie die Figuren aufeinander reagieren. So bringt Zorro einen anderen Spruch vor dem Beginn des Kampfes, wenn ihr ihm mit Sanji statt mit Ruffy entgegentretet. Wollt ihr anderen beweisen, wir gut ihr mit euren favorisierten Kämpfern umgehen könnt, kann sowohl jeder Spieler mit seinem eigenen Spiel gegen euch antreten als auch einfach mit seinem DS, da er die wichtigsten Daten über das Einzelkarten-System empfangen kann. Einen Online-Modus gibt es leider nicht.

Unser Fazit
8
Ein Spiele-Hit