Test zu Disaster: Day of Crisis - Wii

Unser Test zum Spiel: Disaster: Day of Crisis

Nach langem Hin und Her bringt Nintendo in Zusammenarbeit mit Monolith das völlig neue Franchise und Videospiel Disaster: Day of Crisis auf die Wii. Seit 2006 bereits angekündigt, wurde das actionlastige Spiel zwischenzeitlich komplett auf Eis gelegt, dann wiedergeboren und noch einmal für das japanische und europäische Weihnachtsgeschäft überarbeitet. Letztendlich ist es seit dem 24.10.2008 nun auf unserem Ladentisch zu finden. Nur die Amerikaner müssen dank Reggie noch auf das Spiel warten. Wie sich nun der lang ersehnte Nintendo-Coretitel spielt, erfahrt ihr in unserem dazugehörigen Review.

Raymond Bryce und sein Rettungsteam werden während eines Rettungseinsatzes auf dem Vulkan Aquilas von einem heftigem Vulkanausbruch überrascht. Sein Freund und Kollege Steve kommt während des Chaos’ ums Leben. Unser Ray bekommt dadurch tiefe Schuldgefühle. Er verliert den Glauben an seine Fähigkeiten Menschen zu retten, und kündigt darauf im Internationalen Rettungsteam. Nun erfährt Ray, dass Steves Schwester Lisa von einer ehemaligen Spezialeinheit mit dem Namen SURGE entführt wurde. Ray beginnt seinen Kampf gegen die mittlerweile illegal agierende Organisation und stößt immer mehr auf boshafte Pläne und Intrigen. Gleichzeitig verwüstet eine beispiellose Serie von verschiedenen Naturkatastrophen die USA. Ob das alles einen Zusammenhang hat erfahrt im folgenden Abenteuer.

Doch Disaster wäre kein Kinoerlebnis, wenn man nicht von Anfang an in das Abenteuer integriert werden würde. Mitten auf besagtem Berg werdet ihr direkt in das Geschehen katapultiert und gleich einem kleinen Steuerungstutorial unterzogen. Hier lernt ihr das Laufen, Springen, Klettern, durchs Feuer laufen oder wie ihr eure Lunge wieder von dem ganzen Schmutz aus der Luft reinigt. Gesteuert wird während des üblichen Action-Adventure Alltags mit der Wii-Remote und dem Nunchuk. Die Steuerung ist so komplex ausgefallen, dass vor jeder speziellen Situation alles detailliert und gut erklärt werden muss. Alle Situationen nieder zu schreiben, würde einige Seiten füllen, trotzdem geht fast alles perfekt von der Hand. Nur selten kommt es bei speziellen Rettungsaktionen zu Steuerungsverzögerungen, die aber nicht wirklich ausschlaggebend sind. Neben dem üblichen Herumlaufen machen die Rail-Shooter-Sequenzen euer Leben schwer. In denen zielt ihr per Pointerfunktion auf die Gegner und ballert sie weg. Mit der Z-Taste habt ihr aber immer die Möglichkeit rechtzeitig in Deckung zu gehen. Das Ganze macht anfänglich sehr viel Spaß, da man auf das Timing, die Munition und die Treffergenauigkeit achten muss. Trifft man direkt in den Kopf, erhält man mehr Punkte als wenn man einen Arm anschießt. Auch Kombos sind hier möglich, die euer Punktekonto erhöhen. Manchmal sind die Ballereien aber ein wenig langatmig geraten, die dann gute Konzentration abverlangen. Zusätzlich zu den Shooter-Einlagen gibt es auch Renneinlagen, in denen ihr mit dem Auto vor der SURGE-Mafia, Flutwellen oder Lavaströmen fliehen müsst. Hier wird der Nunchuk abgestöpselt und die Wii-Remote quer gehalten. Per Neigung in die jeweilige Richtung fahrt ihr rasant durch die Straßen, was immer sehr präzise funktioniert und ordentlich Fun macht.

Auf eurem Bildschirm habt ihr mehrere Anzeigen, die hauptsächlich euren aktuellen körperlichen Stand anzeigen. Am oberen linken Rand findet ihr eine Energieleiste und eine Ausdaueranzeige, die sich stetig leert. Dazu existiert noch eine Lungenanzeige und eine Herzfrequenz-Anzeige, auf die man jederzeit achten sollte. Geht eure Ausdauer in die Knie, solltet ihr euch schnell ein aufgesammeltes Item reinziehen, das ihr an fast jeder Straßenecke findet. Rennt ihr durch ein Rauchgebiet, füllt sich eure Lunge sehr schnell mit Rußpartikeln, doch ein tiefes Durchatmen per Z-Taste in Rauchfreien Zonen rehabilitiert euer Organ. Ab und zu müsst ihr auch durch Feuer rennen, das ihr per Bewegungssteuerung schnell von euch abschütteln solltet, damit ihr nicht in Flammen aufgeht. Unterwegs gibt es wie bereits gesagt noch etliche andere Aktionen wie Reden, Untersuchen, Sprinten, Türen öffnen, Items aufsammeln, Objekte zertrümmern und mehr. Die automatische Kamera ist leider nicht immer Herr der Lage. Wenn es Eng wird muss man öfters per Steuerkreuz nachjustieren, um den Überblick zu gewährleisten. Trotzdem kommt man dadurch nie in schwierige Situationen.

Das Ganze ist ein Querschnitt durch bereits bekannte Genres. Im Prinzip bekommt ihr eine gewaltige Kostprobe der Abteilungen Rail-Shooter, Action-Adventure und Autofahr-Missionen. Diese drei Elemente begleiten euch während des gesamten Spiels und wechseln sich auch innerhalb der Levels ab. Jedes Level besteht aus mehreren Checkpoints und führt euch durch die perfekt inszenierte und spannende Story. In jedem Level, welche meistens so 20 bis 30 Minuten dauern, werdet ihr in das spannende Geschehen hineingezogen. Ohne Unterbrechung hat man das Gefühl immer weiter machen zu wollen. Nach jedem Level habt ihr dann die Möglichkeit, euren individuellen Stand abzuspeichern. Zwischen den Levels rüstet ihr wie in einem RPG euren Superheld und das dazugehörige Waffenarsenal auf. Mit den gewonnenen Punkten findet ihr im Shop Waffen und Waffen-Upgrades oder die Option, die körperlichen Grundfähigkeiten wie Kraft oder die Kampffähigkeiten zu steigern.

Insgesamt macht das Gameplay bis auf kleinere Schwächen immensen Spaß. Nur die Geradlinigkeit wird nicht jedermanns Sache sein. Des Öfteren hab ich mir gewünscht, einfach mal abseits des begrenzten Feldes zu agieren. Alternativrouten bei der Autofahrt hätten das Game zum Beispiel aufgelockert. Dafür können die verschiedensten Arten an Rettungseinsätzen vor Ort überzeugen. SO müsst ihr mal eine Herzmassage durchführen, dann einen Mann aus einem reißenden Strom ziehen oder Feuer mit Hilfe eines Feuerwehrschlauchs löschen.

BAM BAM BAM! würde Detlef D. Soost bei dieser Präsentation schreien. Ein bombastisches Intro leitet euch in das Spiel mit der bisher dichtesten Atmosphäre auf der Wii ein. Cineastische Höchstklasse lässt Gänsehaut aufkommen, geniale Effekte, tolle Rendersequenzen und ein für Wii-Verhältnisse extrem gut modellierter Action-Held machen einen guten optischen Eindruck. Doch genau wie es diese ultimativen Highlights gibt, existieren auch einige Tiefpunkte in diesem Abenteuer. Oftmals sind Objekte nur mit wenigen Polygonen bestückt oder viele Figuren haben so gut wie keine Gesichtsmimiken, und die Umgebung strotzt meistens vor unterdurchschnittlichen Texturen. Das Ganze ist wie gesagt ein ständiges auf und ab zwischen einer Grafikwertung von 95 % und 70 %, erzeugt aber letztendlich ein Kino-Feeling wie bisher kein anderer Wii-Titel.

Die brachiale Orchesterbegleitung erzeugt genau wie die Präsentation ein perfektes Feeling. Kristallklare Arrangierungen gepaart mit tollen Bässen und genialem Dolby-Support ziehen euch rasant in den Bann. Auch die englische Sprachausgabe aller Protagonisten ist super genial gesprochen und wirkt sehr authentisch. Doch auch hier gibt es eine große Kehrseite der Technik-Medaille. Allgemein sind zwar die Soundeffekte ganz gut, doch findet man auch sehr schreckliche auf dieser Scheibe. Das Laufen von Ray klingt manchmal wie auf Stöckelschuhen oder das Motorengeräusch bei den Autofahrten hat mich an die guten alten C64-Zeiten erinnert. So ein billiges Summen geht einfach gar nicht. Trotzdem muss man Nintendo loben: Es ist das erste Nintendo-Spiel, in dem zigmal "Shit!" gesagt wird; beziehungsweise "Scheiße" auf dem Bildschirm steht.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Holger Wettstein

Ist Disaster ein Desaster? Nein, auf keinen Fall. Das Spiel überzeugt durch eine dichte Atmosphäre, Gameplay-Abwechslung und eine ordentliche Portion Frische. Auch die Präsentation ist einfach der Hammer, wird jedoch durch gelegentlichen Polygonmangel, miese Texturen und Steinzeit-Soundeffekte getrübt. Doch die Geradlinigkeit macht dem ganzen Unterfangen zumindest ein kleinen Strich durch die Rechnung. Wer damit aber kein Problem hat, den erwarten einige Stunden Spannung, die es so in dieser Form noch nie auf der Wii gab. Wer einen erwachsenen Core-Titel inklusive völlig neuem Franchise für die weiße Nintendo-Maschine gesucht hat: Scheiße, hier ist er!

Meinung von Daniel Pohl

Da ist er endlich! Der langerwartete Core-Titel für die Wii. Das Spiel bringt so einiges mit sich. Neben einer fast kinoreifen Story gibt es noch eine fast makellose Grafik und ein tolles Setting. Es ist einfach unglaublich, was so alles an einem verdammten Tag ("One hell of a day!") passieren kann. Echt Wahnsinn! Jeder, der bisher auf einen actionreichen und spannenden Titel gewartet hat, kann hier ohne Bedenken zugreifen. Ein großartiges Spiel für Nintendos Heimkonsole. Die Core-Reihe hat nun einen weiteren ehrenvollen Titel aufgenommen.

Meinung von Pascal Hartmann

Wenn ich damals auf der E3, auf der das erste Video von Disaster vorgestellt wurde, gewusst hätte, was mich hier erwartet, wäre ich nichtsdestotrotz mehr als begeistert gewesen. Doch so kam relativ unerwartet ein Spitzentitel auf den Markt, den ich dank der genialen Atmosphäre und der einem Hollywoodfilm zu Ehre gereichender Story gar nicht mehr aus meiner Wii lassen möchte. Auch wenn viele Texturen an graue N64-Zeiten erinnern und die Shooter-Einlagen ab und zu zu lang gezogen sind, reißen einen die Abwechslung und die absolut professionelle Synchronisation immer wieder mit sich. Und auf einmal hat man mehrere Spielstunden hinter sich. Leute, hört nicht auf eventuelle niedrigere Wertungen anderer Publikationen, geht in den nächsten Laden und kauft euch dieses Spiel!

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Kommentare 15

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  • Daniel P.

    Ehemaliger ntower-Redakteur 27. Oktober 2008 um 19:15

    Ein klasse Spiel gepaart mit einem klasse Review. :) Eines der bisher besten Wii-Titel dieses Jahres. Punkt.

  • Sonic7

    Master Kommentator 27. Oktober 2008 um 19:16

    Gutes Review. Werde es mir auch noch Kaufen! Nach Wario Land kommt momentan eh nicht mehr viel.

  • FALcoN

    Hüter der Spieledatenbank 27. Oktober 2008 um 20:00

    Guter Spielebericht, allerdings etwas zu optimistisch, meiner Meinung nach. Ich finde den Titel genial, doch objektiv betrachtet verschenkt Disaster viel Potential. Irgendwie erinnert mich der Titel an Geist. Tolle Story, innovative Ideen und schöne Atmosphäre, aber man hätte einfach mehr daraus machen können. Hiermit hat Nintendo mal wieder bewiesen, dass sie einfach keine richtige Erfahrung im Entwickeln und Betreuen von Action-Titel haben.
    Meine Wertung: 79%

  • Marco_93

    NNID: maoten 27. Oktober 2008 um 20:11

    Ganz klar eins der besten Spiel dieses Jahres! :)
    Ich komm gar nicht mehr von meiner Konsole weg! :D

  • chef1973

    For the Master!For Me! 27. Oktober 2008 um 20:50

    Jap!hab ich doch gesagt das hier mit disater endlich für uns core-gamer ein durchweg gutes spiel erscheint!top-review!und denk mal für mich persönlich das core-hihglight schlechthin auf der wii!so werd es jetzt weiterzocken!ray ist eben eine coole sau!mfg

  • Treezcium

    27. Oktober 2008 um 23:55

    ein sehr gutes Spiel... allerdings mit einigen Mängeln, würde Nintendo hingegen mit einem Disaster 2 trumpfen welches sich auf der nächsten Gen. fortsetzt würde ich dieses Franchis sogar einem Mario vorziehen.

    also meiner Meinung nach: Endlich ein erwachsenes Wii Game mit höherem Inteligentsniveau.

  • min-Bekker

    Turmbaron 28. Oktober 2008 um 08:36

    Gute Schreibe, aber ich hätte auch 5 bis 10 % weniger gegeben, da ich von einem Only-Nintendo-Produkt deutlich mehr erwarte. Und gegen aktuelle, konsolen-übergreifende Konkurrenz wie Fable2, FAR CRY 2 oder sicher auch das dritte Fallout hat es Disaster - rein gameplaytechnisch - meiner Meinung nach richtig richtig schwer! Ich will ... MEHR für mein Geld, Big N - ihr hättet den Fuffi ja gern gekriegt!^^

  • Nandino

    Urgestein 28. Oktober 2008 um 11:26

    @ mim-bekker

    Also wenn Disaster dich nicht zufrieden stellt, dann fragt man sich welches Wii game das überhaupt bei dir schafft?? o_O

  • N79

    Mitglied seit 2008 28. Oktober 2008 um 11:47

    min-Bekker

    Vielleicht ist die Wii einfach nicht Deine Konsole.

  • min-Bekker

    Turmbaron 28. Oktober 2008 um 12:59

    @ Nandino & Braunschweiger

    Obwohl ich auch eine 360 mein Eigen nenn, zocke ich deutlich lieber mit Wii! Vor allem - und das trotz schwächerer Grafikpower & einer noch weitaus kleineren Spieleauswahl - Egoshooter (und es gibt bestimmt nicht viele Leute, die über beide Konsolen verfügen und sich z.B. eher die Wii-Version von "Call of Duty 5" vormerken, einzig und allein wg. der genialen Steuerung via Wiimote! =).

    Spiele wie "MoH Heroes 2" online, "Metroid Prime 3" oder auch "Red Steel" ziehe ich JEDEM Gamepad-FPS vor, und dazu steh ich voll und ganz!

    Also WENN jemand die Wii als SEINE Konsole bezeichnen kann, dann wohl ich.

    Aber man muss auch kritisch sein: Disaster ist definitiv ein gutes Spiel! Es ist innovativ und macht sicherlich auch ne Menge Spass, keine Frage. Allerdings
    habe ich - und ich rede nur und ausschließlich NUR von mir selbst - mehr von
    dem ganzen Hype vorher erwartet, denn immerhin soll Disaster "DAS neue Coregamer-Topspiel" im Wii-Land sein. Doch... ich kenne weitaus bessere - auch für die Wii!

    Ich kauf's mir, aber erst später wenn's die Hälfte kostet! *freu*

  • Zaccer

    29. Oktober 2008 um 00:14

    Gutes Review und ordentliches Game.
    Hols mir später mal.^^

  • Nandino

    Urgestein 29. Oktober 2008 um 00:53

    @ Zaccer
    Genau, warte bis es reduziert ist dann lohnt es sich gleich doppelt :D

  • VegetaBln

    Dad, Gaming, Martial Arts 3. August 2022 um 06:18

    min-Bekkerich hab mir damals auch CoD World At War für Wii geholt und ich habs heute noch als Uncut Version. Das war echt gut auf Wii und hat dank der Top Steuerung immens Spaß gemacht.

  • min-Bekker

    Turmbaron 5. August 2022 um 16:14

    VegetaBln Wie lustig: eine Antwort auf einen fast 15 Jahren alten Post von mir. :D War erst ganz irritiert.

    Ja, das ist echt verdammt lange her - damals hatte ich noch meine komplette Sammlung.

    Schade, dass die nach der Wii-Ära von der mMn wirklich revolutionären Steuerung für Shooter auf Konsolen weg sind.

  • VegetaBln

    Dad, Gaming, Martial Arts 5. August 2022 um 19:33

    min-Bekker ja mein Lieber, ich finde die Wii bis heute großartig und die Steuerung find ich immer noch besonders sowie auch den Controller.

    Ich finde, die Wii U hätte 2 Jahre eher kommen müssen und ihren Fokus auf die Motion Control haben sollen, nur halt mit der Technik der Wii U.