Unser Test zum Spiel: MySims: Agents

Die Agenten haben ihren Weg von der Wii auf den DS gefunden. In der portablen Version von MySims Agents bekommt ihr es zwar mit dem selben Bösewicht zu tun, die Geschichte ist jedoch eine völlig andere. Ob es die Entwickler geschafft haben, die gelungene Wii-Version zu übertreffen oder sich das Spiel lieber selbst in die Luft jagen sollte, erfahrt ihr im Review.

Euer frei erstellbarer Agent erhält den Auftrag, den geheimen Schatz einer Stadt voller Sims zu finden, bevor der böse Gangster V ihn in die Finger bekommt. Es gibt nur ein Problem: Der Schatz ist so geheim, dass selbst der Bürgermeister nicht weiß, wo er sich befindet! Es beginnt also eine Schnitzeljagd nach den Hinweisen, dem Bösewicht immer auf den Fersen. Denn dieser ist ziemlich gerissen…

Ihr startet das Abenteuer beim Bürgermeister, der euch alles Wissenswerte zum vorliegenden Fall schildert. Viel ist das zwar nicht, ihr wisst aber wenigstens so halbwegs, was eigentlich von euch erwartet wird. Sobald ihr dann selbst die Kontrolle übernehmen könnt, macht ihr euch daran, die euch gestellten Aufträge zu erfüllen. Diese unterteilen sich in Story- und Neben-Missionen. Dabei ist das Verhältnis sehr unausgeglichen, denn konzentriert ihr euch nur auf die Geschichte, seid ihr viel zu schnell am Ende angelangt. Doch das sieht das Spiel eigentlich gar nicht vor und entlässt euch nach einer Story-relevanten Aufgabe ein paar InGame-Tage Zeit, euch um die Bewohner der Stadt zu kümmern. Dabei folgt das Spiel einem festen Rhythmus, so folgt auf dem Morgen der Mittag, daraufhin der Abend und schlussendlich könnt ihr euch auch des Nachts herumtreiben. Je nach Tageszeit halten sich die anderen Sims an anderen Orten der Stadt auf, so dass immerhin teilweise der Eindruck entsteht, ihr bewegt euch innerhalb einer richtigen Gemeinschaft. Und während dieser Zeit, in der ihr auf wichtige Anrufe wartet, kümmert ihr euch die Nöte der Bevölkerung. Diese sind zahlreich und arten meistens in einem Minispiel aus, das mal mehr, mal weniger spaßig ist. So könnt ihr auf einem Wakeboard die Wellen reiten oder mit DJ Candy in ihrem Club auflegen. Funktioniert ersteres noch ganz gut, kommt beim zweiten Spielchen schnell Frust auf, da die Steuerung absolut ungenau ist. Mit der schrecklichen Bedienung habt ihr auch schon im allerersten Minispiel zu finden, in dem ihr auf einem mit Fallen gespickten Feld manövrieren müsst. Es ist völlig egal, ob ihr euren Charakter per Stylus oder Steuerkreuz durch die Gegend bewegt, man hat nie wirklich das Gefühl, die volle Kontrolle über ihn zu haben. Auch sind einige Minispiele für die Zielgruppe zu schwer oder unfair und dauern einfach viel zu lange. Ein gutes Beispiel wäre hier aber nicht solch eine Nebenmission, sondern eine für den Fortschritt wichtige Aktion: Dem Verfolgen des Diebs. So müsst ihr im richtigen Abstand hinter ihm her laufen, ihr wisst aber nie, wie nah ihr ihm kommen dürft. Entfernt ihr euch nur ein kleines bisschen zu weit, was ebenso schwer einzuschätzen ist, habt ihr verloren und müsst die Aufgabe neu starten. Und hier kommt ein weiteres Manko zum Tragen. Ihr startet die Mission nicht etwa per Menü erneut, ihr müsst erst einmal warten, bis es erneut Nacht wird, da der Dieb nur zur späten Stunde auftaucht. Immerhin könnt ihr das verkürzen, indem ihr euch in eurem eigenen Haus zu Bett begebt. Doch dazu müsst ihr erst einmal wieder dorthin zurück laufen…

Das eigene Haus ist ein gutes Stichwort, denn in Tradition zur MySims-Serie könnt ihr auch wieder eure Kreativität ausleben. Nunja, aber nur eingeschränkt. So könnt ihr euch in den verschiedenen Geschäften Möbel, Wandverzierungen, Pflanzen und Accessoires kaufen und all das frei in eurem Haus platzieren. Es gibt auch eine Schneiderin, die euch mit den neuesten Trends versorgt, so dass ihr theoretisch jedem Tag mit neuen Klamotten begegnen könntet. Zusätzlich erhaltet ihr neue Gegenstände als Belohnung für erfüllte Missionen oder indem ihr traurige oder hungrige Sims, die überall herum stehen, aufheitert beziehungsweise füttert. Doch mit dem Ausstatten des eigenen Heims ist es noch nicht getan, denn ihr könnt die gesamte Stadt verändern. Schon sehr früh im Spiel erhaltet ihr den Extraktor, mit dem ihr leblosen Dingen die Essenzen absaugen könnt. Je nach Objekt erhaltet ihr dabei eine anderen Essenz. Diese Bestandteile der Bänke, Bäume, Häuser und Laternenmasten nutzt ihr dann, um neue Gegenstände herzustellen, die ihr dann in der Stadt verteilen könnt. Leider ist ein freies Platzieren nicht möglich, ihr müsst mit vorherbestimmten Plätzen vorlieb nehmen, doch sind diese zahlreich vorhanden. Wem die angrenzenden Häuser nicht gefallen, der kann auch diese ersetzen oder das optische Gesamtbild der Stadt ändern. Wollt ihr lieber eine coole oder eine niedliche Umgebung? Die Wahl liegt bei euch.

Habt ihr einen Freund mit einer weiteren MySims-Cartridge zur Hand, könnt ihr in den Minispielen gegeneinander antreten. Auf diese Weise müssen sich wenigstens beide mit der zumeist halbgaren Steuerung herumschlagen. Trotz der Kritikpunkte haben es die Entwickler aber erneut geschafft, den Charme der Reihe perfekt einzufangen. Warum das so ist, erfahrt ihr in der Grafikwertung.

Die MySims sind mal wieder lieblichst anzuschauen und überzeugen mit niedlichen Animationen. Passend dazu ist die Umgebung wieder sehr bunt ausgefallen, geizt aber vor allem in den Innenräumen nicht mit Details. Nur außerhalb der Wohnstuben wirkt alles sehr undetailliert. Ihr erlebt das Abenteuer dabei aus einer schrägen, isometrischen Perspektive. Die Proportionen fallen zwar erneut unrealistisch aus (so sind Häuser von innen deutlich größer als von außen und höchstens zwei MySims-Längen hoch), aber das war bisher immer so und passt auch zum Spiel. Das Wakeboarding zum Beispiel spielt ihr aber in einer kompletten 3D-Ansicht, was sich durchaus sehen lassen kann. Doch wie sieht es mit der musikalischen Untermalung aus?

Ein echter Hinhörer waren schon immer die Sprachsamples der MySims. Leider sind diese hier sehr marginal ausgefallen. So sieht es auch mit den Soundeffekten aus, die irgendwie nur halbherzig aus den Lautsprechern klingen. Die Musik selbst ist dagegen purer Durchschnitt. Ihr spielt, und währenddessen läuft da irgendetwas im Hintergrund. Man muss sich schon darauf konzentrieren, um sie richtig mit zu bekommen. Ohrwürmer werdet ihr also leider keine finden. Das abschließende Fazit folgt nach einer kurzen Werbeunterbr… jetzt!

Unser Fazit

5

Für Genre-Fans

Meinung von Pascal Hartmann

Das MySims Agents-Spiel für den DS kann leider nicht an den großen Bruder heran reichen. Zu flach die Geschichte, zu nervig der Großteil der Minispiele und die Hauptstory viel zu kurz. Dafür können die kreativen Möglichkeiten mal wieder überzeugen, nur sind diese hier eigentlich nur als Beiwerk gedacht. Und es muss einem schon zu Denken geben, wenn solche „Nebensächlichkeiten“ mehr Spaß machen als das eigentliche Spiel. Zwar kann die Optik überzeugen, doch die groben Schnitzer im Gameplay machen das natürlich auch nicht wett. MySims-Fans bleiben also lieber bei der Wii-Fassung.

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