Unser Test zum Spiel: Dragonball Origins 2

Dragon Ball Z-Spiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Jedes Spiel verfolgt dieselbe Story, die man schon in zig anderen Ablegern davor nachgespielt hat. Dabei wird aber oftmals der Ursprung des Franchises vergessen. Games, die sich allein auf die normale Dragon Ball-Serie konzentrieren, sind in der heutigen Zeit noch recht selten. Deshalb war es sehr erfrischend, als 2008 mit Dragon Ball Origins ein Titel erschien, der sich der Geschichte des kleinen Son-Goku annahm, jedoch nur einen Teil der Saga abhandelte. Nun wird die Geschichte endlich in Dragon Ball Origins 2 fortgesetzt. Ob sich der kleine Junge mit Affenschwanz gegen die knallharte Prüfung des Testers bewähren konnte, zeigt euch das folgende Review.

Dragon Ball Origins 2 macht genau dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Das 21. Kampfsportturnier ist vorbei und Son-Goku macht sich auf die Suche nach dem 4-Stern-Dragonball. Dieser ist nämlich ein Andenken an seinen verstorbenen Zieh-Großvater Son-Gohan und wurde zusammen mit den anderen sechs Kugeln über die ganze Welt verteilt, nachdem der heilige Drache Shenlong im letzten Teil noch einen doch recht kuriosen Wunsch erfüllte. Beschäftigte sich der Vorgänger mit den Anfängen der Saga wie dem Kampf gegen Prinz Pilaf und Son-Gokus Training bei Muten-Roshi, dem Herrn der Schildkröten, konzentriert sich der zweite Teil diesmal ganz auf den Kampf gegen die gefährliche Red Ribbon-Armee. Sie hat sich nichts Geringeres als die Weltherrschaft zum Ziel gesetzt und will diese mit Hilfe der magischen Drachenkugeln erlangen. So werdet ihr auf viele altbekannte Gesichter wie Colonel Silver, den Attentäter Tao Bai Bai oder etwa auf das rosa Schwabbelmonster Buyon treffen.

Sobald ihr das Spiel gestartet habt, könnt ihr zwischen vier Spielständen wählen. Somit können auch eure Geschwister oder Freunde am Spiel Hand anlegen, ohne euren Fortschritt zu gefährden. Die Geschichte läuft in acht verschiedenen Kapiteln mit je drei bis vier Hauptepisoden ab. Im weiteren Spielverlauf schaltet ihr noch weitere Nebenmissionen frei, welche aber nicht mit der Haupthandlung in Verbindung stehen und eher als Fanservice dienen. Zwischen den einzelnen Episoden betrachtet ihr stimmungsvolle Zwischensequenzen, die fast zu 100 % originalgetreu aus der Animeserie stammen. Darum könnt ihr euch schon einmal auf den typischen Dragon Ball-Humor gefasst machen, denn einige Szenen sind einfach urkomisch. Aber kommen wir doch direkt zum Spiel selbst.

Direkt im ersten Level wird euch die Wahl gelassen, ob ihr ein Tutorial für die Steuerung wollt. Das Ganze wurde sehr schön gelöst, denn ihr müsst euch lediglich an einer Kreuzung entscheiden, in welche Richtung ihr gehen wollt. Wählt ihr den rechten Weg, werden euch alle wichtigen Details zur Steuerung erklärt. Geht ihr den linken entlang, geht es direkt mit dem Abenteuer los. Son-Goku und seine Freunde können auf drei verschiedene Arten gesteuert werden: Hierfür stehen die normale Tastensteuerung, die Steuerung per Touchscreen und ein Mix aus beidem zur Verfügung. Somit kann jeder für sich festlegen, wie er das Abenteuer am besten bestreitet; wobei mir der Mix aus Button- und Touchscreensteuerung am meisten zugesagt hat. Ihr betrachtet die Level meist aus einer Iso-Perspektive und das Geschehen findet auf beiden Bildschirmen statt. Dieser Punkt ist besonders wichtig, denn so könnt ihr schon vorher erahnen, was auf euch zukommt und euch besser auf Fallen oder Gegner vorbereiten.

Im Spiel wollen die verschiedensten Areale wie ein Dschungel, eine Wüste, eine Schneelandschaft oder die Basis der Red Ribbon-Armee erforscht werden. Ihr löst verschiedene Schalterrätsel, schwingt euch über Abgründe und müsst durch verzweigte Flure streifen, um den Ausgang zu finden. Der Ablauf ist in jedem Level aber fast immer gleich: Findet den Ausgang und stellt euch einem mächtigen Endboss. Auf eurem Weg zum Ziel werden euch zahlreiche Gegner entgegentreten, die hauptsächlich aus Soldaten und Tieren bestehen. Mit verschiedenen Attacken setzt sich Son-Goku zur Wehr. So könnt ihr mit euren Fäusten kämpfen oder nehmt euren magischen Kraftstab zu Hilfe. Ihr könnt leichte, starke und Spezialangriffe ausführen und damit verschiedene Kombos auslösen. So werden zum Beispiel kleinere Gegner kurz in die Luft geschleudert, während ihr sie vermöbelt. Der Superangriff ist das Markenzeichen eures Kämpfers. Bei Son-Goku ist das natürlich die berühmte Kamehameha-Attacke, ein mächtiger Energiestrahl, der erheblichen Schaden anrichtet. Ausweichen ist natürlich genauso möglich. Eine erweiterte Technik ist der Nachbildangriff. Wenn ihr ganz still steht und während des Angriffs eines Gegners im richtigen Moment ausweicht, teleportiert sich Son-Goku hinter diesen und kann einen starken Konter starten. Die Kämpfe gehen gut von der Hand und machen Spaß. Kleine Gegner sind zwar schnell besiegt, treten dafür aber meist in Gruppen auf. Genauso verläuft es bei den größeren Gegnern wie einem Yeti oder T-Rex. Hier muss man natürlich im richtigen Moment abwehren, ausweichen und kontern, sonst droht man schnell KO zu gehen. Im Spielverlauf werdet ihr auch die Rolle von Son-Gokus Freunden Kuririn, Bulma, Achter, Yamchu und Arale (bekannt aus Dr. Slump, ebenfalls von Toriyama) schlüpfen, auch wenn diese nur in bestimmten Levels gesteuert werden können.

Sind diese Kämpfe allesamt relativ einfach zu bestreiten, haben die Endbosse in jedem Level einiges zu bieten. Die verschiedenen Gegner sind allesamt abwechslungsreich und beherrschen die gleichen Angriffe wie ihre Serienpendanten. In manchen Kämpfen wird zur klassischen Seitenansicht gewechselt, zum Beispiel im Kampf gegen Tao Bai Bai. Dadurch kommt der typische Flair aus früheren Dragon Ball Beat´em´Ups oder Street Fighter zur Geltung. Selbst in Zwischensequenzen gibt es ab und an Quicktime-Events, bei denen ihr schnell mit dem Stylus auf eine bestimmte Stelle drücken müsst. Verpasst ihr diese, seht ihr den Game Over-Screen. Besonders gut erkennt man die Originaltreue im Kampf gegen das Monster Buyon. Eure Angriffe haben keine Auswirkungen, also müsst ihr euch etwas einfallen lassen. An den Wänden findet ihr dann zwei brüchige Stellen, die ihr zerstören müsst. Der Schnee bricht herein und das Monster muss nur noch in die richtige Richtung geschubst werden. Buyon friert für kurze Zeit ein und ihr könnt eure Schlagsalven niederprasseln lassen. Sehr gut umgesetzt!

Ihr solltet eure KP-Anzeige immer im Auge behalten, denn diese neigt sich gerne schnell dem Ende entgegen. Zum Glück könnt ihr in den Levels verschiedene Items finden. Ein Herz füllt eure Gesundheit ein wenig auf und ein Stern lässt eure Super-Anzeige wachsen. Diese benötigt ihr für das Kamehameha oder Ki-Explosionen. Mit den Fähigkeitskugeln, die ihr von besiegten Gegnern erhaltet oder in Kisten findet, bekommt ihr Trainingspunkte. Diese könnt ihr nach jedem Level nutzen, um Son-Gokus Attribute zu verbessern. Solltet ihr auf Krüge stoßen, werdet ihr darin Drachenschuppen finden, die die maximale Kraft euer Fähigkeiten steigern. Natürlich lassen sich auch Geldbeutel voller Zeni, die Währung in Dragon Ball, finden. Diese werden auch dringend benötigt, denn damit könnt ihr im Shop neue Fähigkeiten, Sammelfiguren oder Items zur Heilung wie gebratenes Hähnchen oder Nudeln kaufen. Es wäre ratsam, sich immer mit genügend Heil-Items einzudecken, wäre da nicht der kleine Haken mit der Geldfrage. Die Items sind wirklich sehr teuer, das Hähnchen wird mit 5000, die Nudeln mit 1500 Zeni beworben. Einzig die Dampfnudeln für 300 Zeni sind erschwinglich, füllen aber eure Energieleiste nicht gerade sehr weit auf.

Ein weiterer störender Punkt ist die Verteilung der Speicherpunkte. In manchen Levels findet ihr diese nämlich sehr selten. Solltet ihr kurz vor dem Endgegner sterben, so bleibt euch wohl nichts anderes übrig als das ganze Level zu wiederholen. Besonders in mehreren aufeinanderfolgenden Kämpfen wie bei Commander Black zum Beispiel kann dies sehr frustrierend sein. Ihr solltet immer dafür sorgen, vor dem Kampf eine volle KP-Leiste zu haben, denn diese wird nicht automatisch mit Beginn eines Endkampfes aufgefüllt. Im schlimmsten Fall beginnt der Kampf und der Gegner knockt euch mit einem Schlag aus. Das ist nicht gerade motivierend und man möchte das Spiel in bestimmten Situationen einfach in die Tonne kloppen.
Neben dem Story-Modus könnt ihr euch noch am Turm-Überleben versuchen. Hier könnt ihr allein oder zu zweit via lokalem Multikartenspiel gegen alle Endgegner des Spiels antreten. Für jeden Gegner bekommt ihr drei Minuten Zeit und könnt während des Kampfes die sieben Dragon Balls einsammeln. Habt ihr alle zusammen, so erfüllt euch Shenlong einen zufällig ausgewählten Wunsch. Er kann zum Beispiel den Gegner schwächen oder die Zeit anhalten. Insgesamt scheinen die Gegner auch noch einen Tick härter als im Hauptspiel zu sein, treten sie doch hier manchmal auch als Zweierteam auf.
Insgesamt werdet ihr mit der Hauptstory wohl ca. 8 bis 10 Stunden beschäftigt sein. Für das Erledigen der Nebenmissionen, das Sammeln aller Kisten und Figuren und den Turm-Überleben-Modus werdet ihr noch einige Zeit mehr in Anspruch nehmen müssen. Für einen DS-Titel ist dies mehr als ordentlich.

Dragon Ball Origins 2 kann ohne Zweifel zu einem der bestaussehendsten Titel für den Nintendo DS gezählt werden. Die Zwischensequenzen sind top animiert, die Figuren strotzen nur so vor Detailverliebtheit und verhalten sich genauso, wie man es von ihnen erwartet. Typische Überreaktionen wie Nasenbluten oder Wutausbrüche sind hier an der Tagesordnung. Die Umgebungen wurden auch liebevoll erstellt. In Jingledorf schneit es zum Beispiel oder in Pinguinhausen, der Heimat von Arale, laufen kleine lebendige Häufchen herum. Einziger Wehrmutstropfen sind die Framerate-Einbrüche, welche ziemlich häufig auftreten. Sobald etwas mehr Action auf dem Screen abgeht, beginnt das Spiel für einen kurzen Moment zu ruckeln und selbst die Zwischensequenzen bleiben davon nicht verschont. Hier hätte man sicher mit etwas mehr Sorgfalt arbeiten können. So müssen wir leider ein paar Prozentpunkte von der Wertung abziehen.

Mit dem Sound des Spiels ist den Machern kein Volltreffer gelungen, denn es gibt gerade einmal eine Handvoll verschiedener Musikstücke, die sich leider auch ziemlich oft wiederholen. Hier hätte man sicher mehr herausholen können; es gibt genügend Musik aus dem Dragon Ball-Universum. Die englische Sprachausgabe, die in den meisten Zwischensequenzen zum Einsatz kommt, dröhnt klar aus den Lautsprechern eures DS und kann sich hören lassen. Eine japanische Sprachausgabe wie im Original gibt es leider nicht. Hier hätte Namco Bandai wirklich die Option zum Wechseln anbieten können. Innerhalb des Spiels hört ihr typische Soundeffekte aus der Serie. Son-Goku sagt zumindest seine Kamehameha-Attacke auf Japanisch. Interessant ist auch, dass das japanische Lied, welches ursprünglich im Opening des Spiels lief, entfernt wurde. Im ersten Teil wurde sogar noch damit geworben, dass das Opening des Spiels auf Japanisch ist.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Benjamin Böttcher

Namco Bandai hat mit dem Titel eine würdige Fortsetzung der Origins-Reihe herausgebracht. Die Saga der Red Ribbon Armee ist wirklich spannend inszeniert, die vielen Zwischensequenzen bringen die Geschichte sehr gut rüber. Die einzelnen Endgegner sind sehr abwechslungsreich und es kommt nie Langeweile auf. Für die leidenschaftlichen Sammler gibt es auch jede Menge zu tun. Den Sound hätte man sicher besser gestalten können, aber der Spielspaß wird dadurch nicht beeinträchtigt. Ich kann das Spiel jedem Dragon Ball-Fan uneingeschränkt empfehlen, vor allem weil man sich so seine Kindheitserinnerungen wieder ins Gedächtnis rufen kann. Neulinge, die von dem Franchise eher noch nicht so viel mitbekommen haben, sollten es zumindest mal Probe spielen und zusammen mit dem Vorgänger kaufen. Habt ihr die Spiele gespielt, könnt ihr die Geschichte von Dragon Ball wiedergeben, ohne jemals die Serie gesehen oder den Manga gelesen zu haben. Und das macht ein gutes Spiel doch aus. Ich freue mich schon auf den dritten Teil, der hoffentlich bereits in Entwicklung ist.

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