Unser Test zum Spiel: Wer wird Millionär 1st Edition

Vor einigen Jahren gab es einen wahren Boom an Quiz-Shows, täglich lief irgendwo auf irgendeinem Programm eine Show, in der Menschen ihr Wissen nutzten, um ein bisschen Geld zu machen. Mittlerweile hat dies ein wenig nachgelassen, doch eine Show läuft nach wie vor zweimal in der Woche und lockt auch weiterhin Millionen von Menschen vor die Glotze: Wer wird Millionär. Und wie wir alle wissen, werden erfolgreiche Sendungen und Filme oftmals als Videospiel versoftet. So gibt es mittlerweile für sämtliche Konsolen eine Umsetzung der beliebten Rate-Show, weswegen auch unsere geliebte Wii nicht davor verschont geblieben ist. Schauen wir doch mal, ob die Wii-Version meinen kritischen Blicken standhalten konnte...

Erklären wir doch kurz für alle, die Wer wird Millionär nicht kennen, wie die Sendung abläuft: Aus einer Handvoll Personen wird per Schnellraterunde derjenige ausgesucht, der am schnellsten die gestellte Aufgabe richtig gelöst hat. Diese setzt sich dann zum netten Herrn Jauch und darf sein Glück um die Million versuchen. Der Weg dahin ist lang, denn 15 Fragen wollen beantwortet werden. Natürlich fängt man mit leichten Fragen an, nach und nach werden diese jedoch zu richtig harten Brocken. Bisher haben nur acht Teilnehmer alle Fragen beantworten können, zwei davon sind Prominente. Damit man nicht ganz so aufgeschmissen dasteht, hat man auch ein paar kleine Hilfen: Die sogenannten Joker. Mit diesen kann man das Publikum im Studio befragen, zwei von vier Antworten weglöschen lassen (natürlich die falschen) oder ruft eine/n Freund/in bzw. Verwandten an und hat 30 Sekunden Zeit, um diesem im besten Fall die richtige Lösung zu entlocken. Seit einiger Zeit gibt es auch noch einen neuen Joker, mit welchem man eine Person im Publikum befragen kann, doch da es dieser nicht ins Spiel geschafft hat, ignorieren wir das einfach mal.

Sobald ihr den Titel eingeworfen und gestartet habt, seht ihr nach einer kurzen Filmsequenz, die das Spiel einläutet, nur die Auswahlmöglichkeiten "1 Spieler" oder "2 Spieler". Mehr nicht. Sobald ihr eine von beiden ausgewählt habt, startet auch schon direkt das Spiel. Im Mehrspieler-Modus wechselt ihr euch einfach mit der Fragerei ab. Was sofort auffällt: Keinerlei Namenseingabe ist möglich. Ihr seid immer Spieler 1 bzw. 2, was die ganze Sache sehr unpersönlich macht. Nachdem ihr dann die Wahl aus den zahlreichen Möglichkeiten gefällt habt und die erste Frage vor euch habt, merkt ihr schon, dass die Aufmachung sehr simpel gehalten ist. Ihr seht die Fragen und Antworten, könnt die Joker auswählen und das Spiel beenden. Aber mehr braucht man ja im Grunde auch nicht. Die Antworten könnt ihr auswählen, indem ihr mit der Wiimote darauf zeigt und durch den A-Knopf bestätigt oder ihr wählt es mit dem Steuerkreuz aus und nutzt dann den A-Knopf zum Antworten. Ich empfehle euch die zweite Variante, da aus mir nicht verständlichen Gründen der Zeiger manchmal komplett woanders hin springt, als man eigentlich zeigt und dies beim Auswählen von Antworten fatal sein kann. Eigentlich kommen am Anfang noch leichte Fragen, welche man mit einem Schmunzeln beantworten kann. Doch manchmal scheint das Spiel einen ärgern zu wollen und knallt euch schwere Fragen vor den Latz, die im tieferen Fragen-Bereich nichts zu suchen haben sollten. Auch andersherum passiert das manchmal. So ist es fragwürdig, dass man bei 16.000 Euro beantworten muss, was Shrek denn für ein Fabeltier sei (Für alle Nichtwissenden: Er ist ein Oger). Generell wiederholen sich die Fragen schnell; vor allem bei den niedrigeren Geldbeträgen, da man diese um einiges häufiger zu Gesicht bekommt. Da hätte man sich ruhig mehr als "nur" 1.000 Fragestellungen einfallen lassen können.

Den meisten Aufwand hatte man wohl bei der Programmierung der Joker. Genauer gesagt beim Anrufs-Joker, denn dort hat man die Auswahl zwischen ganzen vier Personen aus insgesamt sechs, welche immer zufällig ausgewählt werden. Diese haben spezielle Themengebiete: Einer kennt sich am Computer aus und die Nächste hört gerne Jazz. Ein kleines Mädchen zum Beispiel hat das Hobby "Leden". Was das ist, konnte ich selbst nach stundenlanger Suche auf Google nicht wirklich herausfinden, aber mittlerweile glaube ich, dass es sich hierbei um einen Fehler handelt und ihre Lieblingsbeschäftigung wohl das "Lesen" sein wird. Super nervig ist der 50:50-Joker, denn wenn man diesen wählt, wird einem jedes Mal aufs Neue durch den Sprecher erklärt, wie er funktioniert. Abbrechen lässt sich das nicht und wenn man sich das dann das zwanzigste Mal anhören muss, möchte man die Quasselstrippe am liebsten mit der Wiimote erschlagen. Einzig am Publikumsjoker gibt es fast nichts auszusetzen, außer dass das Ergebnis viel zu schnell wieder verschwindet und falls man über ein schlechtes Gedächtnis verfügt (so wie ich), hat man Pech gehabt. Sobald ihr das Spiel beendet habt (ob durch Niederlage, Aufgabe oder Gewinn der Million) ist das Spiel vorbei und man gelangt wieder in das unglaublich umfangreiche Anfangsmenü. Eine Highscore-Liste oder dergleichen gibt es nicht.

Im Grunde genommen gibt es eigentlich nichts zu sehen. Es gibt keine Studio-Ansicht wie in manch anderen Versionen, keinerlei Publikum oder sonstige grafische Aspekte, die man bewerten könnte. Die einzige längere Sequenz mit Menschen ist ein langweiliges Real-Life-Filmchen nach dem Starten des Spiels. Ansonsten sind die Menüs und der Fragebildschirm zweckmäßig gestaltet, jedoch hätte man sich selbst da noch ein bisschen mehr Mühe geben können. Das Spiel unterstützt wenigstens den 60 Hz-Modus, allerdings kann das auch nichts mehr retten...

Ich habe in Videospielen schon sehr oft nervige Sprecher gehört. Sehr oft. Aber ich hatte noch nie das so starke Gefühl, den Moderator zu erwürgen, wie bei diesem Titel. Langweilige und uninspirierte Sätze, die sich ständig wiederholen und nach kurzer Zeit nur noch nerven. Ausschalten kann man sie nicht. Auch die Musik... huch, welche Musik? Im Grunde genommen gibt es die nicht. Einzig und allein die serientypischen Geräusche und Jingles gibt es zu hören. Das war es dann auch schon.

Unser Fazit

1

Völlig misslungen

Meinung von Eric Sohr

Ihr wollt wirklich unbedingt <em>Wer wird Millionär</em> auf der Wii spielen? Dann nutzt den Internetkanal und spielt im Internet eine kostenlose Version des Spiels. Aber lasst die Finger von der Verkaufsversion, auch wenn es das Spiel mittlerweile zum kleinen Preis gibt. Oder ihr besorgt euch eine Brettspielversion und holt euch ein paar Freunde dazu, so spart ihr euch den lästigen Moderator und habt einen Mehrspieler-Modus für mehr als nur zwei Personen. Außer ihr steht darauf, euch nervlich quälen zu lassen... dann ist der Titel genau das Richtige für euch, denn länger als zwei Runden erträgt man ihn für gewöhnlich nicht. Ich gehe jetzt erst einmal meine Nerven ausruhen...

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