Unser Test zum Spiel: Monster 4x4 3D

Nachdem ich meine Fahrtkostenabrechnung für die Steuererklärung 2011 abgeschlossen hatte, trudelte das Testmuster von Ubisofts Monster 4x4 3D in die Tiefgarage unseres mächtigen Turmes ein. Monster 4x4 ? Das sagte mir irgendetwas und irgendwie kam in mir auch ein mulmiges Gefühl auf. Als ich das Cover sah, sprang über meinem Kopf eine Gedankenblase auf: Oh Oh! Darauf machten sich Schmerzen in mir breit. Doch ich will mich und euch nicht mit Vorurteilen über die „großartige“ Wii-Version aus vergangenen Tagen belasten. Steigen wir doch völlig unvoreingenommen in das neueste Vehikel auf dem 3DS, starten die Zündung und warten einfach mal ab, wie sich der Motor auf dem 3D-Handheld anfühlt.



Doch was bietet das Gefährt? Ein Blick unter die Haube verrät folgende offizielle technische Daten vom Hersteller:

Hersteller: Ubisoft Prune
Bei Ihrem Händler ab: März 2012
Fahrzeugklasse: Arcade / Rennspiel
Fahrerlaubnis ab: 6 Jahren
Mehrere Fahrer erlaubt: Ja
Zielgruppe: Männlich, 9-12 Jahre
Sonderausstattung: 20 verschiedene Monster Trucks und besondere Fahrzeuge, individuelle Lackierungen, 15 Missionen, 5 verschiedene Settings, Echtzeit-Zerstörung
Verbrauch: 3 - 5 Stunden mit 1300 mAh Akku

Das hört sich ja im Prinzip alles relativ gut an. Doch kauft man ja nicht gerne die Katze im Sack und hofft bei so einem Autokauf, dass man kein Montagsauto erwirbt und irgendwelche Kinderkrankheiten ausbaden muss. Ubisofts Monster 4x4 3D für Nintendos 3DS ist allerdings kein Montagsauto, ich würde es eher als Sonntagsauto bezeichnen. Denn ich weiß ehrlich gesagt nicht wie lange die Qualitätskontrolle bei diesem Spiel geschlafen hat. Es macht eigentlich alles falsch, was ein Rennspiel falsch machen kann. Technisch gesehen ist es ein schrottreifer Trabbi. Die komplette Engine läuft in gefühlten 10 FPS (Bilder pro Sekunde) und die Physik der Monster Trucks sieht während der gesamten Fahrt so aus, als wolle sich eine Schildkröte mit den Hinterfüßen ein Sandloch buddeln. Es stottert, wackelt, zuckelt, zittert auf der kompletten Teststrecke. Da kommt garantiert keine „Freude am Fahren“ auf. Je länger man fährt, umso glücklicher ist man, wenn man wieder aussteigen darf. Nur der 3D-Effekt geht dabei in Ordnung. Er ähnelt der Optik aus Ridge Racer oder Ubisofts Asphalt.

Der sogenannte Karrieremodus (warum auch immer er so genannt wurde) beinhaltet einfach nur 15 sehr kurze Strecken, die ihr abfahren müsst. Die Settings sind dabei eine arktische Landschaft, ägyptische Sanddünen, eine Werft und ein Friedhof. Dabei fallen die Strecken relativ öde und nicht gerade innovativ aus. Nicht der Streckenverlauf ist die Schwierigkeit, sondern die Kontrolle über euren Zitteraal. Während der Rennen ist die Künstliche Intelligenz, wenn man sie denn so nennen darf, quasi nicht vorhanden. Ein kleiner Pulk fährt als Klumpen irgendwo gelangweilt herum und der Rest ist entweder besoffen oder fährt wie ein wahnsinniger Taxifahrer, der eine gebärende Mutter auf der Rückbank hat. Dabei ist die Umgebung und deren Texturen so dermaßen matschig ausgefallen, dass man teilweise nicht wirklich weiß, wohin die Reise geht. Alles wirkt verpixelt, grobschlächtig und wie ein einziger Brei. Fast schon so, als hätte sich die besoffene Fahrerfraktion auf der kompletten Strecke alle 100 Meter übergeben. Tut mir wirklich leid, aber anders kann ich die Gesamtoptik nicht beschreiben. Dazu kommen diese eintönigen summenden Motorgeräusche, die sich wie Kinderwagen anhören, die mit 200 Km/h unterwegs sind. Die rockige Musikuntermalung ist in Ordnung, geht aber in dem Gewimmel komplett unter.



Die Items und die Turbos sind für den Restmüllbehälter. Bei den Turboboosts gibt es irgendwie gar keinen Schub und bis auf ominösen Strahlen auf eurem 3D-Bildschirm ändert sich eigentlich nichts. Das ist so, als würdet ihr einen 45 PS Corsa tunen, einen dicken Auspuff drannageln und denken, ihr hättet jetzt 120 PS unter der Zylinderkopfdichtung. Doch in Wirklichkeit hat sich nichts getan. Das gleiche gilt auch für die drei Items: Rakete, Eisangriff und Schutzschild. Irgendwelche sinnlosen Geschosse und Schutzschilde beeinflussen nicht wirklich den Verlauf des Rennens. Noch kurioser wird es aber beim Schadensmodell. Fährt man gegen andere Fahrzeuge oder gegen die Wand, wird euer Monster Truck beschädigt, überfährt man stattdessen die Reste eines herumliegenden Castortransporters (ja, es ist wirklich ein großer gelber Kanister mit einem Atom-Zeichen darauf), gibt es kurz eine riesige Explosion und eure Nitroanzeige erhöht sich, eurem Truck passiert aber nichts. Wenigstens ist das Spiel konsequent seltsam.

Mittlerweile ist das Tunen in Rennspielen fast schon Standard geworden. Doch auch hier ist das Rennspiel konsequent. Ihr könnt euer Fahrzeug nicht Stück für Stück erweitern und verbessern, sondern müsst bei jedem Rennen erneut die Kiste aufmotzen. Auch die verschiedenen Klassen der Trucks lassen keine großen Unterschiede bemerken. Zusätzlich kann man während des Spiels weitere Fahrzeuge und zwei unterschiedliche Farbanstriche für jedes Vehikel freischalten.

Neben den üblichen Rennen gibt es noch die Kämpfe in den Arenen. An dieser Stelle wird es allerdings noch langweiliger. Man fährt in einem kleinen Areal durch die Gegend und muss im Kampf gegen die CPU-Gegner möglichst viele Gegenstände zerstören, um das entsprechende Punktekonto zu maximieren. Im Endeffekt fahrt ihr die ganze Zeit irgendwelche Objekte um und dreht euch dabei im Kreis. Dabei spielen andere Faktoren keine Rolle. Geschwindigkeit, Fahrzeugzustand oder irgendwelche Hindernisse haben so gut wie keinen Einfluss. Der größte Witz ist allerdings die geringe Anzahl der Arenen. Gerade mal drei verschiedene kommen zum Einsatz. Wenn ich es mir aber genauer überlege, hätte mir auch eine gereicht, da die drei sich hauptsächlich in den matschigen Settings unterscheiden.

Mit dem Karrieremodus, den man in kurzer Zeit durchgespielt haben sollte, hat man bereits das komplette Spiel durchgezockt. Klar, der direkte Actionmodus lädt zur kurzweiligen Fahrt ein, bietet allerdings auch nur die bekannten Inhalte aus dem Karrieremodus. Da freut man sich doch umso mehr auf den integrierten Mehrspieler-Modus. Zumindest hatte ich einen Funken Hoffnung, dass sich der Spaßfaktor zumindest in dem Bereich erhöhen könnte. Aber ich zitiere aus der Anleitung: „Weißt du was? Du kannst dein Crash-Talent mit Freunden messen, die auf ihrem Nintendo 3DS auch Monster 4x4 3D installiert haben. Der Multiplayer-Modus von Monster 4x4 3D ist ein asynchroner rundenbasierter Modus, bei dem du in zwei verschiedenen Rallys mit deinen Freunden Kräfte messen kannst.“

Kapiert? Auf Deutsch heißt das einfach: Ihr könnt mit euren Freunden, sofern sie insgesamt einen Haufen Geld für sämtliche Spielmodule ausgegeben haben, gegeneinander im Kreis fahren. Ist das nicht schön?


Unser Fazit

2

Enttäuschend

Meinung von Holger Wettstein

Wenn man sich das kommende Wii U-Line-Up von Ubisoft anschaut, sollte man sich eigentlich über jedes Spiel aus der französischen Entwicklerschmiede freuen. Hätte man sich bei Monster 4x4 3D nur ein Zehntel soviel Mühe gegeben, wäre der Funracer ein Hit geworden. Doch diese Schlammschlacht ist eine einzige Einbahnstraße in die Schrottpresse. Mehr kann man bei einer Entwicklung eines Rennspiel nicht falsch machen. Es ist zu jedem Zeitpunkt eine technische Frechheit, innovationslos und langweilig. Und warum dann zwei Punkte statt einem? Weil die Entwickler wenigstens konsequent waren, der 3D-Effekt in Ordnung geht und Monster Trucks im Prinzip cool sind. Solange sie nicht in diesem Spiel herumfahren müssen.

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Die durchschnittliche Leserwertung

3 User haben bereits bewertet

Kommentare 9

  • Felix Eder

    I can see the future

    Ohhh nein, Holger, warum hast du dir das angetan? Verlorene Wette? anders kann ich mir das nicht vorstellen....

  • Dark Conflict

    Jetzt geht es los! :)

    Wow, heute für 40 Euro beim MM gesehen, hoffentlich findet dieser Titel keinen Absatz.

  • oojope

    Turmritter

    Hat schon bei 4Players ne 8er Wertung bekommen...

  • blubbafassel

    Falling Angel

    Ich hab bereits vor einiger Zeit einen Blog-Eintrag zu diesen Meisterwerk gemacht und verstehe nicht was ihr habt. Das Ubisoft-Fanmagazin hat es zum 'besten Rennspiel aller Zeiten' gekührt. Die Bild-Zeitung meint:"Noch nie war Truck fahren so realistisch!"
    Auch Dirk ist schwer begeistert von dem Spiel.. immerhin gibt es Trucks... IN 3D!!

  • Dirk

    Europäer

    Ich hab bereits vor einiger Zeit einen Blog-Eintrag zu diesen Meisterwerk gemacht und verstehe nicht was ihr habt. Das Ubisoft-Fanmagazin hat es zum 'besten Rennspiel aller Zeiten' gekührt. Die Bild-Zeitung meint:"Noch nie war Truck fahren so realistisch!"
    Auch Dirk ist schwer begeistert von dem Spiel.. immerhin gibt es Trucks... IN 3D!! :troll:


    Es ist ja auch ein geiles Spiel!


    Finde echt dass dieses Spiel eindeutig unterbewertet wurde! Ich meine Zelda SS oder Super Mario Galaxy bekommen über 5 Punkte und das hier nicht mal 3?


    Das Spiel hat mindestens eine 8 verdient!!!!!!!!!

  • RhesusNegativ

    Meister des Turms

    Was für ein niderschmetternder Test. Trotzdem war er ganz witzig, also klasse gemacht, Holger. :)

  • Holger Wettstein

    Administrator

    Dirk
    Ich hab dir die entsprechende Kündigung zugeschickt =P

  • Maik Dallherm

    Hüter aus der Zerrwelt

    Wisst ihr was ich mag?
    Wenn Spieletests weitaus besser sind als die Games selbst. ;)

  • Kipo

    Staatsalchemist

    Omg eigentlich mag ich Monstertruck spiele (Monster Jam: Pfad der Zerstörung für ds hab ich GELIEBT. Ernsthaft, ich hab das mindestens 5-8 mal durchgespielt), aber das sieht ja mal... echt.... Interessant aus.... o_Ô