Unser Test zum Spiel: Castlevania: Lords of Shadow – Mirror of Fate

Castlevania: Lords of Shadow war ein Reboot der berühmten Serie, in der sich alles um Dracula und seine Machenschaftenn dreht. Darin erfuhren wir, wie es überhaupt erst zur Entstehung des Fürsten der Finsternis kam und wer eigentlich dahinter steckt. Lange Zeit gab es dann Gerüchte darüber, dass die Lords of Shadow-Reihe fortgesetzt werden würde. Mittlerweile wissen wir, dass der Reboot sogar zwei weitere Spiele erhält. Zum einen ist das Lords of Shadows 2, zum anderen das 3DS-Spiel Castlevania: Lords of Shadows - Mirror of Fate. Letzteres hab ich nun in schweißtreibenden Sessions getestet, um zu schauen, ob sich Castlevania auch auf dem 3DS gut macht oder man es doch lieber mit Knoblauch vertreiben sollte.



Die Geschichte von Castlevania: Lords of Shadows – Mirror of Fate (Zukünftig Mirror of Fate genannt) beginnt sogar noch vor dem Vorgänger. In der Rolle von Gabriel Belmont, dem Protagonisten aus Lords of Shadows, bestreitet ihr quasi ein kleines Tutorial. Erst danach beginnt der erste von drei Akten, in denen ihr verschiedene Personen spielen werdet. Den Anfang macht der Enkel von Gabriel Belmont, Simon Belmont. Dieser ist auf Rache aus, denn als er noch ein kleiner Junge war, wurden seine Eltern von Dracula getötet. Wer den Vorgänger gespielt hat, weiß an dieser Stelle auch, um wen genau es sich bei Dracula handelt. Alle anderen werden es sehr schnell erfahren. Im Großen und Ganzen ist es generell nicht unbedingt wichtig, Lords of Shadows gespielt zu haben, um die Story zu verstehen. Doch zur Story werde kurz vorm Fazit noch etwas erzählen.

In der Rolle von Simon macht ihr euch also auf den Weg ins Schloß von Dracula und seid hierbei nur mit einer langen, peitschenähnlichen Kette bewaffnet, die bereits im Vorgänger zum Einsatz kam. Natürlich ist dieses Element mit der Kette schon seit dem ersten Teil der Castlevania-Reihe mit dabei, weshalb es also merkwürdig gewesen wäre, wenn es nun gefehlt hätte. Doch das Kampfsystem ist dennoch stark abgewandelt von dem, was man bisher aus einem Großteil der Spiele kennt. Früher waren normale Feinde bereits nach wenigen Treffern - teilweise nur einem - besiegt und man konnte weiter. Dies gehört in Mirror of Fate der Vergangenheit an.

Hier stellt jeder Feind eine Bedrohung dar, und sei es nur eine Horde von Zombies. Der Schwierigkeitsgrad lässt nur wenige bis gar keine Fehler zu und das ist auch gut so. Ich hatte beim Spielen nie das Gefühl, dass etwas unfair war, denn wenn ich gestorben bin, lag das an meiner fehlenden Aufmerksamkeit oder gemachten Fehlern. Die Bosse sind ordentlich knackig, wenn man jedoch geschickt ist, findet man schnell das Muster und kann darauf antworten. Stirbt man im Kampf, wird man an einen fairen Checkpoint zurückgesetzt, von denen es in den Kämpfen diverse gibt. Doch wie genau funktioniert eigentlich das Kampfsystem?

Im Grunde habt ihr zwei Angriffsknöpfe, wobei einer den leichten und dafür schnellen und der andere die starken, aber langsameren Angriffe ausführt. Hinzu kommen noch diverse magische Fähigkeiten, die sich in der Art und Weise zwischen den drei spielbaren Charakteren stark unterscheiden. Die normalen Angriffe, welche man durch Levelaufstieg erlernt, teilen sich jedoch alle drei Figuren und spielen sich deswegen nicht wirklich anders. Durch die magischen Fähigkeiten und Items kommt jedoch ordentlich Abwechslung ins Spiel. So schützt euch beispielsweise eine Fähigkeit von Simon vor jeglichen Angriffen der Feinde, während ein Item von Trevor Belmont (Vater von Simon) ein elektrisches Feld erzeugt und alle darin befindlichen Gegner ordentlich durchbrutzelt. Das Kampfsystem erinnerte mich irgendwie an ein God of War im 2D-Format, was allerdings nichts schlechtes heißen soll, ganz im Gegenteil. Jeder Kampf ist knackig und man sollte nie seine Deckung fallen lassen. So muss ein forderndes Spiel sein.

Doch ihr sammelt im Laufe von Mirror of Fate nicht nur Fähigkeiten für den Kampf, sondern erhaltet auch neue Möglichkeiten, das geheimnisvolle Schloß besser zu erkunden. Und ihr werdet viel erkunden können. In serientypischer Art verstecken sich im gesamten Schloß Upgrades für eure Charaktere, die ebenfalls unter ihnen geteilt werden. Manche davon sind recht gut versteckt, ein Großteil jedoch ist einfach zu finden und bei der ersten Sichtung nur aufgrund fehlender Fähigkeiten nicht zugänglich. Darum sollte man im besten Falle nach dem Erhalt neuer Kräfte ein wenig Backtracking betreiben. Damit ihr euch merken könnt, an welchen Stellen ihr noch etwas zu sammeln habt, könnt ihr Notizen auf der Karte auf dem Touchscreen hinterlassen. Das ist für vergessliche Spieler wie mich äußerst hilfreich und so findet man schnell wieder an die Orte zurück, an denen noch ein Upgrade lauert. Möchte man dann jedoch eine Truhe öffnen, kommt jedes Mal ein Spielelement, dass ich in dieser Form einfach nur nervig finde: Quick Time Events.



Ihr habt richtig gelesen. Jedes Mal, wenn man eine Truhe öffnet, muss man wie bekloppt auf B hämmern, um den Inhalt zu erhalten. Solche kleinen Drück-Passagen gibt es ebenfalls beim Öffnen diverser Türen mit speziellen Fähigkeiten. Das nervt dann auf Dauer doch ganz schön. Auch finden diese Passagen bei Endbossen ihren Platz. Dort jedoch finde ich sie dann größtenteils in Ordnung. Aber auch hier sind sie manchmal einfach zu lang und wirken aufgezwungen. Ärgerlich ist auch die willkürliche Fallhöhe, die die Charaktere überleben. In einem Moment springe ich aus einer gewissen Höhe und mein Charakter kann weiterlaufen, im nächsten falle ich von einer nur ein klein wenig höheren Ebene und der Belmont ist hin. Ich habe nach insgesamt knapp über neun Stunden, in denen ich das Spiel durchgespielt und alles gesammelt habe, noch immer keinen Plan, aus welcher Höhe ich denn nun sterbe und aus welcher nicht. Aber das mag vielleicht einfach an meiner Unfähigkeit liegen...

Überhaupt nicht unfähig ist jedoch die grafische Leistung von Castlevania: Lords of Shadow - Mirror of Fate. Diese kann auf voller Linie überzeugen. Bis auf die Tatsache, dass der Titel nicht immer zu 100% flüssig läuft. Das kann man aber in Anbetracht des klasse Leveldesigns und der unzähligen Details im Hintergrund locker verschmerzen. Es gibt Statuen, schöne Landschaften, Gemälde, Rüstungen, riesige Türen, Mosaik-Fenster und etliche andere Dinge, die definitiv eure Aufmerksamkeit verdient haben. Manchmal seht ihr sogar bewegtes Leben im Hintergrund. So war ich in einem Kerker unterwegs, als auf einmal ein grüner Geist im Hintergrund durch die Wände glitt und schnell wieder verschwand.

Oder eine Figur stand plötzlich im Hintergrund und beobachtete Simon, während weitere mysteriöse Personen vorbeizogen. Solche Details finde ich einfach klasse. Das i-Tüpfelchen setzt dann noch der 3D-Effekt drauf, der durch seine Tiefe alles noch besser aussehen lässt. Eine kleine Sache sei jedoch erwähnt: Die Zwischensequenzen werden in einem ganz anderen Look präsentiert. In diesen hat alles dann einen Cel-Shading-Look, welcher unglaublich gut ausschaut und bei dem ich absolut nichts dagegen gehabt hätte, wenn der gesamte Titel so ausgesehen hätte.

Neben all der Kämpferei gibt es auch ein paar Stellen, an denen ihr eure graue Hirnmasse anregen müsst. Diese fallen jedoch äußerst selten aus und sind auch im Allgemeinen nicht wirklich schwer zu lösen. Hängt ihr jedoch fest, so könnt ihr euch diverse Tipps geben lassen im Austausch gegen eine geringere Erfahrungsbelohnung. Diese findet ihr merkwürdigerweise bei einer der Leichen, die ihr generell überall im Schloss zu sehen bekommt. Bei den toten Soldaten findet ihr dann Schriftrollen, die genauere Details zu den Ereignissen in der alten Burg preisgeben und manchmal auch Tipps für kommende Kämpfe bieten. Ebenfalls zu finden sind frei umherschwebende Pergamente, die Einträge im Bestiarum des Spiels freischalten. Dieses erreicht ihr vom Hauptmenü aus und verrät euch mehr über die Feinde, die ihr bekämpft habt. Außerdem findet ihr ebenfalls im Hauptmenü einen Theatermodus, mit welchem ihr euch sämtliche Zwischensequenzen noch einmal anschauen könnt.

Apropos Zwischensequenzen: Sie sind komplett vertont, mit einem schicken britischen Englisch und natürlich auf Deutsch untertitelt. Die Synchronisation weiß zu überzeugen, ist jedoch absolut nicht lippensynchron. Ich bin mir nicht sicher, ob das einfach zum Erzählstil gehören soll oder einfach schlecht angepasst wurde. Der musikalische Aspekt von Mirror of Fate kann ebenfalls gefallen und bietet ein paar wirklich imposante Songs, aber auch ein paar Titel, welche man nach dem Hören aber auch schon wieder vergessen hat.

Bezüglich der Story, denn dahingehen wollte ich ja noch etwas erwähnen: Die Geschichte an sich ist wirklich interessant und sogar recht spannend. Aber sie wird einfach miserabel erzählt. Ich hatte nach dem Beenden des Titels beispielsweise keine Ahnung, was nun eigentlich der namensgebende Mirror of Fate eigentlich für eine Rolle spielt oder wer der im Spiel unendlich oft erwähnte Spielmacher eigentlich ist, auch wenn dies im Bestiarum „erklärt“ wird und man ihn sogar kurz sieht. Als ich mir dann noch das Ende von Lords of Shadow (also dem PS3- und Xbox 360-Spiel) und einen Trailer zum zweiten Teil angeschaut hatte, war ich komplett verwirrt. Ich habe absolut keinen Plan, wie der 3DS-Titel mit seiner Story auch nur ansatzweise in die Reihe hineinpasst. Aber möglicherweise bin ich auch einfach nur zu blöd. Ich bin gespannt und hoffe, dass ihr das alles irgendwie besser versteht!

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Eric Sohr

Castlevania: Lords of Shadow - Mirror of Fate ist ein wirklich großartiges Spiel und eines der grafisch besten und detailreichsten Spiele auf Nintendos 3D-Handheld. Die Kämpfe machen unglaublich viel Spaß und bieten mal etwas anderes als sinnloses Knöpfchendrücken. Doch nun stellt sich die Frage: Ist es auch ein gutes Castlevania? Diese Frage kann ich persönlich nicht beantworten, da ich bisher nur wenige Teile der Reihe wirklich intensiv gespielt habe. Ich denke, jeder sollte sich diese Frage letztendlich erst nach dem Spielen des Titels stellen, da man ansonsten möglicherweise durch den vorschnellen Vergleich ein wirklich tolles Spiel nicht mehr richtig genießen kann. Wer also Lust auf ein knapp 9-stündiges Abenteuer auf dem Nintendo 3DS hat, der sollte definitiv zugreifen.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

18 User haben bereits bewertet

Kommentare 6

  • Tomek2000

    Meister des Turms

    Ein Klasse Review von dir:-) jetzt bestätigt sich die starke Demo die ich gezockt habe.

  • PerfectDark

    Turmbaron

    Also ich werde es erst irgendwann später gebraucht kaufen, wenn es vor Animal Crossing wieder eine Spiele-Flaute gibt, oder irgendwann nach Animal Crossing. Die Demo hat mich etwas enttäuscht. Einfach zu weit weg von den grandiosen GBA/DS-Teilen.

  • RhesusNegativ

    Meister des Turms

    Ich kaufe es zu 100%. Aber erst wenn es etwas günstiger ist.

  • Chris1984

    Turmbaron

    So unterschiedlich sind meinungen...finde das Spiel grottig. Jedenfalls die Demo...und damit nein :P

  • Pepsi-Fan 123

    Tischtennis/Rubik´s Cube Profi

    Das Spiel ist einfach genial

  • Exor

    Monster Hunter 4 Ultimate!

    Na dann hat sich ja meine Vermutung bestätigt, dass es ein richtig guter Titel ist. Nur leider wie viele hier habe ich derzeit das Geld für zwei andere Titel zurückgelegt und muss deshalb wieder einmal auf ein gutes Spiel verzichten - aber im Sommer werde ich es mir denke ich zu 100% kaufen.