Unser Test zum Spiel: LEGO Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe ist eine epische Geschichte, die mit zum besten gehört, was ich persönlich gelesen und gesehen habe. Ich bin somit Fan von sowohl den Büchern als auch den Filmen. Als dann angekündigt wurde, es würde eine LEGO-Versoftung geben, stockte mir erst einmal der Atem. Wie können sie es wagen?!? Aber schnell wich die Skepsis der Vorfreude, denn LEGO-Spiele hatten mir bisher immer Spaß gemacht und schafften es auch, der Vorlage treu zu bleiben, sei es nun Star Wars, Harry Potter oder Fluch der Karibik. Nach den ersten Infos war ich dann Feuer und Flamme, immerhin sollte man anhand einer offenen Welt Mittelerde bereisen können! Also packte ich mit zitternden Händen die 3DS-Version von LEGO Der Herr der Ringe aus und freute mich auf eine spannende und lustige Reise.



Die Ausgangslage ist folgende: Mit Frodo, Sam, Gimli, Legolas und den anderen Gefährten macht ihr euch auf den Weg nach Mordor, um den Einen Ring in den brodelnden Schlot des Schicksalsbergs zu werfen. Mit dem Verlust des Rings würde dem bösen Herrscher Sauron ein schwerer Schlag versetzt und sein Plan, Mittelerde zu unterwerfen, würde zum Erliegen kommen. Natürlich läuft nicht alles glatt und die Gefährten müssen sich diversen Gefahren stellen. Diese Abenteuer will LEGO Der Herr der Ringe nachzeichnen, und auf der Wii funktioniert das dank der offenen Welt und der vielen Zwischensequenzen auch wunderbar. Auf dem 3D-Handheld kann man nun zwar ebenfalls von Ort zu Ort reisen, allerdings ist alles teils deutlich geschrumpft und kleiner und immer wieder müsst ihr elendig lange Ladezeiten ertragen, wenn ihr das Gebiet wechselt.

War es schon in anderen LEGO-Spielen auf dem Nintendo 3DS üblich, dass ein Teil des Inhalts der „großen“ Versionen fehlte, trifft es LEGO Der Herr der Ringe besonders hart. Viele Level fehlen und aufgrund der stark zusammengeschnittenen Story-Filmchen hat man ständig das Gefühl, dass hier etwas nicht ganz zusammenpasst. Das ist schade, aber wahrscheinlich der Modulgröße geschuldet. Wer also die ganze und zusammenhängendste Erfahrung machen möchte, sollte die 3DS-Version sein lassen und sich für eine Heimkonsolen-Fassung entscheiden. Das klingt jetzt zwar hart, aber im direkten Vergleich kann sie nun einmal nicht mithalten. Im Kern jedoch haben wir auch auf dem Handheld ein gutes Spiel, das allerdings mit noch ein paar Dingen mehr als Orks zu kämpfen hat.

So verfolgt ihr natürlich auch hier die verschiedenen Wege der Abenteurer und wer die Filme kennt, wird sich tatsächlich heimisch fühlen. Wie bereits erwähnt, sind viele Orte kleiner ausgefallen, aber man muss fairerweise ja auch mal den Vergleich sein lassen. Und dann wird man feststellen, dass das Auenland, Bree, Minas Tirith etc. detailliert und liebevoll umgesetzt wurden. Man schaut nur einmal kurz auf den Bildschirm, und schon weiß der Kenner, wo er sich befindet. Es gibt hier aber einen dicken Wermutstropfen, denn in Arealen, in denen die Kamera frei schwenkbar ist, geht die Framerate im 3D-Modus ordentlich in die Knie. Es dauerte nicht lange, bis ich den Schieberegler für den 3D-Effekt einfach unten ließ und nicht mehr anrührte. Das ist schade, da der 3D-Effekt einen nämlich tiefer ins Spiel hineinziehen würde, weil er gut umgesetzt ist.

So muss es halt ohne gehen. Glücklicherweise ist die sehr gute deutsche Sprachausgabe aber erhalten geblieben (auch wenn es sich nicht um die Original-Synchronsprecher handelt) und auch die Musik klingt toll aus den Lautsprechern des Handhelds. Da kommt einfach dieses Herr der Ringe-Gefühl auf. Das wird auch durch die typischen LEGO-Gags nicht verletzt, da ja schon die Filme nicht immer ernst blieben. Aufgrund der zurückgeschraubten Zwischensequenzen halten sich die Lacher aber in Grenzen, was ich für ein LEGO-Spiel doch schon seltsam finde.

Die üblichen Tugenden bleiben jedoch erhalten. So hüpft und rätselt ihr euch durch die verschiedenen Abschnitte, dass es eine Freude ist. Gimli zum Beispiel kann markierte Wände oder Stellen am Boden einreißen, Sam zückt seine Streichhölzer, um Feuerstellen zu entfachen und Legolas schießt mit seinem Bogen und dem nie enden wollenden Pfeilvorrat auf Zielscheiben. Wer also bisher seinen Spaß mit LEGO-Spielen hatte, wird ihn auch hier wieder haben. Auf dem 3DS fielen mir allerdings schon ein wenig Ermüdungserscheinungen auf, da viele Neuheiten und Inhalte aus der Wii-Version fehlen. So gibt es weniger zu sammeln und man sieht das Ende deutlich schneller.

Abwechslungsreiche Abschnitte jedoch gibt es auch hier. So müsst ihr mit Frodo vor den Nazgûl fliehen, seht das Geschehen dabei von vorne und lauft sozusagen auf Kamera zu. Das ist mit der Musik und den Schreien der schwarzen Reiter schon sehr gut umgesetzt. Wenn Gandalf sich seinen Kampf mit dem Balrog liefert, während beide eine unglaublich tiefe Erdspalte hinabstürzen, kommt das Gefühl der Epik auf. Da man auf dem Nintendo 3DS Steinen ausweichen muss, ist dieser Abschnitt sogar herausfordernder und spaßiger als in den Konsolen-Varianten. Der Hosentaschen-Frodo schneidet also nicht immer schlechter ab. Das gilt im Grunde auch für die Grafik, denn die wirkt auf dem kleineren Bildschirm und durch die niedrigere Auflösung besser als auf einem großen Fernseher über die Wii.

Wenn ihr einen Abschnitt abgeschlossen habt, schaltet ihr ihn für das Freie Spiel frei und könnt ihn danach ganz einfach über die Karte besuchen. Dazu tippt ihr auf dem Touchscreen einfach den jeweiligen Kreis an und schon landet ihr dort nach einer der langen Ladezeiten. Dann gibt es auch mehr zu entdecken und die Gegenden öffnen sich ein wenig, weil zuvor während der Story versperrte Teile des Abschnitts nun freiliegen. So findet ihr zum Beispiel die Trolle, die Frodos Vormund Bilbo Beutlin im Buch (und nun auch Film) Der Hobbit hat zu Stein erstarren lassen. So kommt ein größeres Gefühl der Freiheit auf, aber mit einer zusammenhängenden Welt kann das trotzdem nicht konkurrieren.

Wie in LEGO-Spielen üblich müsst ihr alles auch mindestens ein zweites Mal besuchen, da ihr viele Rätsel nur mit Charakteren und Fähigkeiten lösen könnt, auf die ihr während des Storyverlaufs keinen Zugriff habt. Das erhöht die Spielzeit und sorgt dafür, dass man gerne zurückkehrt, weil man eben weiß, dass es dort noch etwas zu tun gibt. Auch neue Nebenaufgaben, die euch noch mehr sammeln lassen, könnt ihr dann finden. Was mich absolut überraschte: Habt ihr einen Freund oder eine Freundin mit einem weiteren LEGO Der Herr der Ringe-Modul, könnt ihr euch zu zweit auf das Abenteuer begeben! Das zieht die Spielspaßschraube noch einmal gehörig an. Laut Anleitung kann man über StreetPass Items tauschen. Doch wie genau das aussieht, konnte ich nicht testen.


Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Pascal Hartmann

Wie alle Nintendo 3DS-Versionen von LEGO-Spielen muss auch LEGO Der Herr der Ringe mit Einschneidungen leben, die das Erlebnis lange nicht so rund erscheinen lassen wie auf der Konsole. Der 3D-Modus läuft noch immer nicht flüssig, es fehlen für das Verständnis wichtige Zwischensequenzen (und damit auch Gags), es gibt weniger Level und die größte Neuerung der LEGO-Spiele seit LEGO Batman 2, die offene Welt, wird auf dem Handheld auch nur eingeschränkt geboten. Im Herzen ist es aber immer noch ein LEGO-Spiel, wie man sie entweder liebt oder hasst. Toll ist die Einbindung eines Zweispieler-Modus'. Insgesamt dürfen Fans des Herrn der Ringe zugreifen, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, das epische Abenteuer auf dem Fernseher und über eine Konsole zu erleben. Aber eben nur dann.

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Die durchschnittliche Leserwertung

2 User haben bereits bewertet

Kommentare 8

  • Power-Pilz

    Turmbaron

    Ich liebe Lego-Games aber Herr der Ringe juckt mich nicht die Bohne.

  • NJunkie

    Keep calm and choose one.

    Wow hätte ich nicht gedacht - aber prima Bewertung =)
    Hoffe es wird die 3DS Fassung auch getestet!

  • Power-Pilz

    Turmbaron

    @NJ|David: Wurde doch schon??!!

  • NJunkie

    Keep calm and choose one.

    Echt? Glatt übersehen. o o


    Gut jetzt hab ichs mir auch angeschaut. =)

  • Pepsi-Fan 123

    Tischtennis/Rubik´s Cube Profi

    Das spiel scheint gar nicht so schlecht zu sein

  • Booyaka

    Meister des Turms

    ich hab die ps3 version und es ist bis jetzt das mit abstand beste lego game es macht einfach einen heiden spaß

  • Akira

    Kotatsukatze ~ 炬燵猫

    Der "Modulgröße" kann beim 3DS nichts geschuldet werden, das Spiel ist nie im Leben 8GB fett. ^^


    Der Publi wollte doch bloss wiedermal keine großen Datenchips bezahlen. =P

  • Faint

    Scheint nicht schlecht zu sein.PS: 3dsxl heute auf Amazon im Angebot!