Unser Test zum Spiel: NERF N-Strike

Nerf ist ein amerikanischer Markenname, der für kindersicher gestaltete Schaumstoffwaffen und Sportausrüstungen steht. Schon 1999 gab es dazu einen PC Ego-Shooter namens Nerf Arena Blast, in dem man mit bunten Spielzeugpistolen durch eben so bunte Arenen streifen konnte. Mit Nerf N-Strike startet EA nun das Comeback dieses gewaltfreien Ballerspiels. Natürlich für die Nintendo Wii. Ob diese Renaissance gelungen ist oder es sich bei Nerf N-Strike nur um einen gewöhnlichen Arcade-Shooter handelt, erfahrt ihr in unserem Review.

Die Menü-Auswahl in Nerf N-Strike ist sehr übersichtlich. Es gibt einen Einzelspielermodus (Missionsmodus), einen Multiplayermodus und das freie Spiel. Zusätzlich hat man noch die Möglichkeit, Cheat-Codes einzugeben und sich die Mitwirkenden anzeigen zu lassen.

In den Missionsmodus wird man sehr abrupt hineingeworfen. Ohne zu wissen, was überhaupt los ist, muss man schon auf die ersten schwebenden Roboter schießen. Das klappt dank des mitgelieferten Nerf Switch Shot EX-3 Blasters auch ganz gut (siehe extra Testbericht). Sobald man in diesem „Warmup“ verliert, wird einem die Story im Comic-Stil geschildert. Man spielt den Jugendlichen Shane, dessen Lieblings-Hobby es ist, am Spielautomaten zu zocken. Shane ist somit der perfekte Kandidat um ein N-Strike Rekrut zu werden. Er wird deshalb eines Nachts vom Rekrutierungsroboter B.O.B. aufgesucht, um sich dieser Herausforderung zu stellen. Denn um zur N-Strike Elite zu gehören, muss Shane sich erst einmal derselbigen stellen.

Genau an dieser Stelle beginnt wieder der spielerische Teil. Man muss die gegnerischen Spieler Komodo, Jackal, Raven (das einzige Mädchen) und Tango nacheinander in jeweils fünf verschiedenen Disziplinen besiegen. Dabei duelliert man sich aber nicht mit den Spielern selbst, sondern nur mit ihren Highscores. Diese Art von Duell ist leider nicht sehr gelungen, da die Disziplinen eher langatmig als herausfordernd sind. Beim Angriff muss man beispielsweise nur entgegenkommende Maschinen monoton nacheinander abschießen. Alles andere als schwierig. Man sollte dabei aber auch bedenken, dass die Zielgruppe von Nerf N-Strike schon ab zwölf Jahren losgeht. Wobei selbst ein Zwölfjähriger mit den gelieferten Aufgaben leicht unterfordert sein dürfte. Neben dem Angriff gibt es noch Scharfschützen-Duelle, das Zerschießen von Zielblöcken (hier werden Fans von Boom Blox auf ihre Kosten kommen) und Showdowns wie im Wilden Westen. Neben diesen Hauptkategorien gibt es noch weitere kleinere Modi, die sich alle sehr ähneln. Man kann sich in keiner Disziplin frei bewegen, sondern wird stets vom Spiel gesteuert. Nur das Fadenkreuz ist frei beweglich. Für jeden Sieg werden verschiedene Blaster mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen frei geschaltet. Insgesamt gibt es 26 unterschiedliche Kanonen.

Das Spiel lässt sich auch ohne einen Pistolenschlitten, wie er bereits im Set mitgeliefert wird, steuern. Dabei wird nur eine Wiimote benötigt. Ein Nunchuk ist nicht erforderlich. Die Steuerung ist sowieso sehr simpel gehalten. Mit der Taste B wird gefeuert und über A nachgeladen. Nicht mehr und nicht weniger. Für die Pause-Funktion gibt es noch die + Taste und der Batteriestand der Wiimote wird ab dem kritischen Bereich sogar direkt im Spiel eingeblendet. So kann es einem nicht passieren, dass einem direkt im Spiel die Puste ausgeht. Zumindest nicht technisch, denn spielerisch hat Nerf N-Strike keinen besonderen Langzeitreiz.

Selbst im Multiplayer-Modus sind die Duelle sehr unspektakulär und undynamisch. Es gibt dort nur dieselben Spiele, die auch im Missionsmodus angeboten werden. Der einzige Unterschied besteht darin, dass man sich vorher einen Charakter auswählen darf. Die Charaktere unterscheiden sich allerdings überhaupt nicht voneinander und werden nur als Bild angezeigt. Ziemlich schade, denn hier hätte man einiges an Gameplay herausholen können. So bleibt dem Spieler nichts anderes übrig als maximal zu viert auf einem Bildschirm auf die gleichen Ziele zu schießen. Dadurch wird Nerf N-Strike ziemlich schnell ausgelutscht.

Eine Arena gleicht der anderen. Man befindet sich stets in einer mausgrauen Halle, in der lieblos gestaltete Roboter umherfliegen. Keine gute Umsetzung, denn ein bisschen mehr Farbe hätte hier nicht geschadet. Die Zwischensequenzen gleichen eher einem öden Comicheft als einer ordentlichen Story. Für Grafikliebhaber kein schöner Anblick. Im Spiel selbst erkennt man bereits an den Waffen, dass der Kantenglättung keine hohe Priorität zugewiesen wurde. Der fehlende HDTV-Modus macht das nicht besser.

Der Sound gleicht der Grafik. Die selben Töne begegnen euch immer wieder. Die Hintergrundmusik ist dabei so unterschwellig, dass man sie fast gar nicht mitbekommt. In den Duellen werden wiederholt völlig zusammenhangslose Sätze vom Gegner in den Raum geworfen, welche auf Dauer ziemlich nervig sind. Bei der Auswahl der Waffen werden einem sogar ganze Romane über die streng geheimen Blaster erzählt. Am Anfang ist das vielleicht noch ganz hilfreich, doch auf Dauer wirkt das äußerst störend.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Benny Neubauer

Super Blaster, mäßiges Spiel. Auf diese vier Wörter kann man das Fazit von Nerf N-Strike fast begrenzen. Zwar ist Nerf N-Strike als reiner Arcade-Shooter ganz okay, allerdings kann uns das handlungsverwöhnte Spieler auf Dauer kaum zufrieden stellen. Hätte EA mehr Wert auf die Persönlichkeitsgestaltung und spannendere Multiplayer-Action gelegt, wäre Nerf N-Strike deutlich besser geworden. So bleibt es ein herkömmlicher Arcade-Shooter für kleine Jungs (und vielleicht auch Mädchen). Für alle anderen bleibt als Trost nur der äußerst gute Nerf EX-3 Blaster, der beim Kauf gleich mitgeliefert wird.

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