Test zu Resident Evil Archives: Resident Evil Zero - Wii
Unser Test zum Spiel: Resident Evil Zero - Resident Evil Archives
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17. Januar 2011 um 20:30 - Christian Ibe
Der blanke Horror von Resident Evil kehrt einmal mehr auf die Wii zurück und diesmal werden all die Ursprünge des Horror-Epos offen gelegt. Fans der Serie wissen wahrscheinlich schon Bescheid, worum es geht – Capcom bringt mit Resident Evil Archives: Resident Evil Zero einen weiteren Port eines Gamecube-Klassikers auf die Wii, der euch gehörig das Fürchten lehren soll. Ob das Spiel den Glanz des Gamecube-Originals übertreffen kann oder das Spiel genauso abgeledert ist wie einer der modrigen Untoten im Spiel, erfahrt ihr in unserem Review.
Das Spiel handelt im Jahr 1998. Also dem Jahr, in dem die Ereignisse des Ur-Resident Evil stattfanden. Genauer gesagt spielt es direkt vor dem Erstling der Horrorserie und so bekommt ihr einen Einblick in die Vorgeschehnisse des Spencer Mansion-Zwischenfalls.
In der Rolle von Rebecca Chambers, dem jüngsten Mitglied des STARS Bravo-Teams und Billy Coen, einem zu Tode verurteilten Ex-Marine, durchstreift ihr die unterschiedlichsten Szenarien wie einen Geisterzug und ein riesiges verlassenes Anwesen. Natürlich seid ihr bei Resident Evil nicht auf einem kunterbunten Ausflug unterwegs. Nein, in Resident Evil Zero kämpft ihr um euer nacktes Überleben, denn eure Widersacher haben euch zum Fressen gern. Von einem vom Forschungsunternehmen „Umbrella“ entwickelten Virus werden unschuldige Lebewesen wie Menschen und Tiere in blutrünstige Untote verwandelt, welche euch am liebsten verspeisen wollen. Damit das nicht geschieht, stehen euch im Spielverlauf natürlich einige an großkalibrigen Waffen zur Verfügung, mit denen ihr die gefräßige Meute in die ewigen Jagdgründe schicken könnt. So erforscht ihr serientypisch die vorgerenderten statischen Umgebungen aus der Third Person-Ansicht und müsst mit der Gewissheit leben, dass hinter jeder Ecke ein hungriger Zombie auf euch lauern könnte. Dies macht einen Großteil der „klassischen“ Resident Evil-Atmosphäre aus, welche durch das gemächliche Gameplay und die gekonnt gesetzten Schockmomente geprägt ist. Wilde Ballerorgien wie in den letzten Serienablegern sucht ihr in Resident Evil Zero vergeblich, da das Spiel viel mehr in Richtung Action-Adventure geht und durch zum Teil recht knifflige Schieberätsel auch hier und da etwas Hirnschmalz von euch fordert.
Eine Besonderheit an Resident Evil Zero ist das sogenannte Partner-Feature. Da ihr so gut wie die ganze Zeit im Team umherstreift, könnt ihr munter zwischen den beiden Charakteren wechseln oder ihnen einfache Befehle wie Warten und ähnliches vorgeben. Zudem ist es auch möglich, gesammelte Items zwischen den zwei Figuren auszutauschen. Durch den Wegfall der obligatorischen Itemtruhen ist es nun auch möglich, jederzeit Gegenstände in die Botanik zu werfen und somit Stauraum im arg begrenzten Inventar zu schaffen. Dies kann jedoch häufig zu Frustanfällen führen, wenn ihr einen relevanten Gegenstand irgendwo liegen lasst, ihn aber später nochmals benötigt. Dadurch wertet ihr immer wieder gezwungen, unnötige Laufwege zurück zu legen. Viele Rätsel im Spiel bauen auch auf den unterschiedlichen Fähigkeiten der Charaktere auf, sodass ihr nur durch gekonntes Teamwork im Spiel voran kommt. Leider hat Capcom bei diesem Titel auf einen Mehrspieler-Modus verzichtet, was recht ärgerlich ist, da sich dieser gerade durch das Teamfeature geradezu angeboten hätte. Resident Evil-typisch ist jedoch wieder einiges an Dauermotivation auf der Disk enthalten, sodass es für geübte Zocker einiges an Waffen und Kostüme zum freischalten geben wird. Neueinsteiger werden für das Spiel ca. zehn Stunden Spielzeit einplanen müssen, um aus dem Albtraum zu entkommen, während Veteranen das Spiel sicherlich locker in sechs bis sieben Stunden durchspielen können.
Da es sich bei Resident Evil Archives: Resident Evil Zero um einen einfachen Port des Gamecube-Klassikers handelt, sucht ihr Wii-spezifische Neuerungen vergeblich. Leider vergeben die Entwickler einmal mehr eine großartige Chance, ein tolles Action-Adventure auf die Beine zu stellen, welches mit einem etwas an die Wii angepassten Gameplay sicher einiges mehr an Potenzial gehabt hätte. Somit müsst ihr euch mit dem etwas betagten Gameplay des Originals herum ärgern, welches eine Frischzellenkur sicher gut vertragen hätte. Das Spiel unterstützt wie sein Vorgänger alle gängigen Wii-Steuervarianten wie Wii-FB plus Nunchuk, Gamecube-Controller sowie den Classic Controller. Glücklicherweise verzichtete Capcom auf unnötige Bewegungsspielereien.
Auch hier gilt das gleiche wie beim Gameplay. Anstatt die Grafik etwas anzupassen wurde sie 1:1 vom Gamecube portiert. Die Hintergründe sind zwar immer noch sehenswert und die Zwischensequenzen toll inszeniert, jedoch ist es schon fast frech, dass das Spiel ausschließlich im 4:3 Format läuft, wodurch man auf modernen Fernsehern mit fetten Balken und Pixelbrei zu kämpfen hat.
Am Sound gibt es nicht viel zu meckern. Gelungene Hintergrundmelodien und stöhnende Zombies bringen einiges an dichter Atmosphäre ins Spiel, von der sich manche heutigen Spiele noch eine Scheibe abschneiden können. Dolby Surround Pro Logic 2 wird vom Titel unterstützt, sodass das dichte Soundgefüge noch besser zur Geltung kommt und für einige Schauer auf eurem Rücken sorgen wird.
Unser Fazit
5
Für Genre-Fans