Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

User-Test von Ravana zu The Binding of Isaac: Afterbirth+ - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Binding of Isaac: Afterbirth+
  • USA USA: The Binding of Isaac: Afterbirth+
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
07.09.2017
Vertrieb
Nicalis, Headup Games
Entwickler
Nicalis
Genre
Adventure, Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 0 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
Amazon eBay

The Binding of Isaac: Afterbirth+ - Switch

Von Ravana () Binding of Isaac - Ein Review

Was ist Binding of Isaac eigentlich?

Bei dem Spiel handelt es sich um ein sogenanntes Rogue-like Action Adventure. Das Ziel des Spiels klingt sehr simpel: Aus der Isoperspektive soll man den kleinen Jungen Isaac lebend vom ersten Level bis zum finalen Endboss bringen. Dies tut man, indem man mit Isaacs Tränen auf die Gegner schießt und diese erledigt. Anfangs muss man sich durch sechs Level schlagen, gegen Ende können daraus bis zu zehn werden. Die einzelnen Dungeons sind dabei immer zufällig generiert und so gleicht kein Spieldurchlauf dem anderen.

Was sich im ersten Moment wie ein Spaziergang anhört, entpuppt sich aber als letztendlich große Herausforderung. Denn Binding of Isaac weist von Anfang an einen sehr knackigen und hohen Schwierigkeitsgrad auf, der selbst Anfängern nur eine sehr kurze Eingewöhnungszeit lässt, ehe man sich mit den verschiedenen Gegner- und Bosstypen, Fallen und sonstige Gameplaymechaniken auseinandersetzen muss (aber ich greife vor ...). Dabei gilt: Verliert Isaac seine Herzen heißt es „Game Over“. Es gibt keine reguläre Save-Funktion und auch keine Möglichkeit sich komplett abzusichern. Hilfe erhält man durch die verschiedenen (zufälligen) Items, die man in den einzelnen Levels aufsammeln kann und die Isaac in irgendeiner Form stärken. Hat man sich erfolgreich durch alle Dungeons gekämpft und sich dem Endboss gestellt, startet das Spiel von vorne und man muss einen neuen Durchlauf starten.

Was macht Binding of Isaac nun so besonders?

Man kämpft such mühsam durch mehrere Stages, besiegt einen Endboss, nur um dann wieder von vorne zu beginnen – wo liegt denn da der Sinn? Hier spielt das Spiel seine große Stärke aus. Nach jedem Durchlauf hat man im Normalfall mehrere neue Items, Charaktere oder ganze Level freigeschaltet, die einem zukünftige Runs deutlich einfacher gestalten. Bis man überhaupt alle verfügbaren Level im Spiel freigeschalten hat, und den allerletzten Endgegner besiegen kann, braucht man schon mindestens zehn (erfolgreiche) Durchgänge. Und das auch nur, wenn die beiden Faktoren Glück und Zufall mit einem sind, denn beide spielen eine nicht geringe Rolle in Binding of Isaac.

Zum Glück muss man sich aber auf diesen Zufallsfaktor nicht zu oft verlassen. Für das Freischalten der meisten Charaktere und Items ist vor allem das eigene Können gefragt – und das ist schon happig genug. Denn Binding of Isaac ist ein Spiel, in welches man sich hineinarbeiten muss. Jeder Gegnertyp, jeder Boss hat bestimmte Mechaniken, wie er angreift und auch seinen eigenen Schwachpunkt. Gerade die ersten Gehversuche Isaacs enden oft mit dem (vorzeitigen) Bildschirmtod. Dabei wird das Spiel jedoch selten unfair – mit etwas Übung kann man aus jeder Situation siegreich hervorgehen. Und genau das ist der Grund, wieso ich bei Binding o Isaac auf dem PC mittlerweile 200, und auf der Switch auch schon 40 Spielstunden habe. Das Spiel spornt einen enorm an und der Wunsch, immer mehr Items freizuspielen und alle 12 Charaktere freizuschalten, treibt einen durchgehend an. Man muss aber über eine hohe Frustrationsgrenze verfügen, denn es gibt nichts Ärgerlicheres als kurz vor dem Endboss, zu dem man sich mühsam durchgekämpft hat, das letzte Herz zu verlieren und dann noch einmal bei null anfangen zu müssen.

Damit es nicht so weit kommt, kann man - wie bereits erwähnt - in jeder Stage mindestens zwei neue Items gewinnen: eines beim Besiegen des Stage-Bosses und eines in einer der Schatzkammern, von denen es in jedem Dungeon eine gibt. Mit der derzeitigen Erweiterung Afterbirth Plus kommt das Spiel auf die stattliche Summe von 504 Items. Die Vielfalt geht dabei von Gegenständen, die Isaacs Attribute, wie z.B. den Schaden, erhöhen, über Begleiter, die zusätzlichen Schaden anrichten, bis hin zu komplett neuen Spezialattacken. Da (oft) der Zufall darüber entscheidet, welches Item im jeweiligen Dungeon fällt, kann es passieren, dass man während eines Durchlaufs so mächtig wird, dass man selbst Bossgegner mit wenigen Angriffen erledigen kann oder man kann so viel Pech haben und ergattert nur Mist, der einem so gar nicht weiterhilft – hier kommt es dann wieder auf das eigene Können an. So bietet das Spiel aber auch oft schöne Erfolgsmomente wenn die richtigen Items erbeutet werden.

Wer dann noch nicht genug hat, kann sich am Hard-Mode (viel Glück...) oder den neuen Greed-Mode versuchen. In Letzterem muss man sich in jeder Stage durch mehrere Gegnerwellen schlagen um am Ende den Boss „Mega-Greed“ zu besiegen. Dadurch können zusätzliche Items und sogar ein neuer Charakter freigespielt werden.


Okay, hat das Spiel auch so etwas wie eine Story, die sich lohnt?

Ja und nein. Die Grundstory ist sehr simpel: Isaacs Mutter, die liebend gerne biblische TV Shows schaut, hört die Stimme Gottes, die ihr befiehlt, ihm ihren Sohn zu opfern. Dieser flieht in den Keller der eigenen Wohnung (die einzelnen Dungeons) und kämpft sich durch eine Albtraumwelt nach der anderen um sich letztendlich seiner Mutter zu stellen.

Klingt irgendwie vertraut? Dann habt ihr im Religionsunterricht oder in der Kirche sicher mal gut aufgepasst, denn hierbei handelt es sich um nichts anderes als die Geschichte von Abraham, der seinen Sohn Isaak Gott opfern soll. Allgemein spielt Binding of Isaac sehr viel mit biblischen Elementen und Geschichten und geht mit diesen auch sehr kritisch um. Und unter der Oberfläche entpuppt sich die sehr dünne Geschichte letztendlich als sehr komplex – dafür muss man jedoch viele kleine Dinge zusammensetzen. So erzählen viele Items im Spiel von Isaacs Leben. Beispiel gefällig? Eines der Items die man aufsammeln kann ist ein Gürtel. Nimmt man ihn auf, erhöht sich Isaacs Geschwindigkeit und er verzieht das Gesicht schmerzhaft – also eindeutig ein Zeichen dafür, dass er wohl des Öfteren mit besagten Gürtel geschlagen wurde. Oder um noch konkreter zu werden: Ein weiteres Item ist ein Polaroid-Foto, das in der Mitte durchgerissen ist und Isaacs Mutter und Vater erkennen lässt. Dieses Foto erhöht Isaacs Tränen, er kann also schneller auf Gegner feuern – dafür weint die Figur aber auch von nun an bitterlich. Wer auf diese Details, und die insgesamt 20 Cutscenes, die nach den unterschiedlichen Durchgängen freigeschaltet werden, achtet, erhält einen sehr tiefen Einblick darüber, was für eine arme Wurst der kleine Isaac eigentlich ist und was er bereits alles in seinen noch sehr jungen Jahren durchmachen musste

Im Allgemeinen sollte man nicht zimperlich sein, denn das Artwork spielt viel mit Blut, Fäkalien und Themen, die alle Grenzfälle wie Misshandlungen, Drogenkonsum und Krankheiten abdecken. So führen euch z.B. zwei spätere Levels des Spiels in den Uterus eurer Mutter, wo ihr letztendlich gegen ihr Herz antretet – ein Symbol dafür, wie Isaac seiner Mutter das Herz bricht. Das ist nicht jedermanns Geschmack und es provoziert auch. Und daher ist Binding of Isaac auch ganz bestimmt nichts für Kinder!

Die Umsetzung auf die Switch

Auf der Switch erschient Binding of Isaac inklusive allen bisher erschienen Addons. Die Umsetzung entspricht dabei einem direkten PC Port und ich muss sagen: Der ist sehr solide gelungen. Ich bin bisher über keinerlei Bugs gestolpert und hatte auch keine Performance Probleme. Die Steuerung reagiert meistens sehr präzise – lustigerweise trifft das bei der Charakterauswahl nicht ganz so zu. Hier ist es mir öfters passiert, dass ich aus versehen mit dem rechten Bumper den Hard- oder Greed-Mode angewählt habe. Und apropos Charaktere: Ärgerlich ist, dass in der Switch Version anscheinend zwei Charaktere fehlen. Vielleicht werden sie einem aber auch einfach nicht als freischaltbar angezeigt und erscheinen einfach, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind – so weit bin ich noch nicht.

Sollten noch irgendwelche Fragen oder ich auf irgendeinen Aspekt nicht weit genug eingegangen sein, lasst es mich bitte wissen. Feedback ist auch jederzeit erwünscht ;)

Wertung

9

Kommentare 7

  • Gednic -

    Eine sehr schöne Review die du da verfasst hast, zudem kann ich dich auch noch beruhigen, da es normal ist das die Slots für The Keeper und The Lost nicht angezeigt werden, sofern man sie nicht freigeschaltet hat.

    Eine Kleinigkeit hätte ich aber noch: Du solltest erwähnen das die Boosterpacks von Edmund McMillen per Update nachgereicht werden.

    (Boosterpacks sind Updates mit Mods von Fans welche so gut sind/waren, das sie in das Spiel implementiert werden/wurden. Da es aber bei der Switch zu kompliziert ist, die Boosterpacks alle einzeln hochzuladen, wird er immer mehrere Boosterpacks auf einmal zur Switch-Version hinzufügen. (Ich hoffe du verstehst worauf ich hinaus will :D ))

    -Gednic

    • Ravana -

      Wird beizeiten nachgefügt. Danke für den Hinweis :)

  • Brokenhead -

    Welche chara fehlen den?

    • Ravana -

      Zumindest im Charakterbereich fehlen die beiden Slots für Keeper und the Lost.

  • Kugelwilli -

    Vielen Dank für den ausführlichen Test.
    Habe mir aus den USA die Lauch-Edition bestellt. Vor kurzem wusste ich nicht einmal, was das für eine Art von Spiel ist. Dank Youtube und co. weiß ich nun bescheid. Ziemlich verstörend, dieses Game und ja: Trotz Retro-Spielemechanik...inhaltlich und optisch nix für Kinder!

  • WiiSwitchU -

    Super geschrieben! :)

    • Ravana -

      Dankeschön =)