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User-Test von eatfrishkirby zu Kirby und das magische Garn - Wii, Wii U

  • Deutschland Deutschland: Kirby und das magische Garn
  • USA USA: Kirby's Epic Yarn
  • Japan Japan: Yarn of Kirby
Plattform
Wii
Erscheinungsdatum
25.02.2011
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Good-Feel
Genre
Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Kirby und das magische Garn - Wii

Von eatfrishkirby () Nach einer langen Pause und einer starken Fokussierung auf Handhelds, entwickelte HAL, gemeinsam mit Good Feels, unteranderem bekannt für Yoshi’s Wooly World oder Wario Land: Shake It, einen neuen Hauptableger in der Kirby-Reihe für die Nintendo Wii. Kirby und das magische Garn setzt erstmalig auf die mittlerweile gar nicht so unbekannte Garnoptik und versucht an den Erfolg und die Rückkehr der 2D-Jump and Runs, wie New Super Mario Bros. Wii, anzuknüpfen. Ob das neue Konzept und die damit verbundenen Mechaniken funktionieren, erfahrt ihr in meinem Test zu Kirby und das magische Garn!

Grimmgarn erobert Dream Land!

Die grafische Präsentation sieht noch heute zeitgemäß aus und die Charaktere sind butterweich animiert, was sich auch in der äußerst angenehmen Steuerung wiederspiegelt!

Eines Nachmittags findet Kirby eine merkwürdig wirkende Tomate und beschließt diese zu essen. Komischerweise verwandelt sie ihn aber in Garn, was zur Folge hat, dass er nicht mehr Dinge einsaugen kann. Zu allem Überfluss erscheint Grimmgarn, ein böser Zauberer, der es auf Dream Land abgesehen hat. Um sich nicht weiter mit Kirby aufzuhalten, verbannt er ihn ins Stoffland; ein Ort, welcher komplett aus Garn und anderen weichen Stoffen besteht. Dort trifft er auf Prinz Plüsch, ein Bewohner, welcher ebenso Opfer von Grimmgarns Magie wurde. Die Welt Stofflands wurde in verschiedene Stücke geteilt und Kirby und Prinz Plüsch müssen sie wieder zusammensetzen, um zurück nach Dream Land zu gelangen. Die Aufmachung der Handlung hat einen extrem kindlichen Stil, unteranderem werden die Zwischensequenzen von einem Erzähler gesprochen, welcher mit einer leicht dümmlichen, etwas zu hellen Stimme spricht. Auch wenn das Spiel ein jüngeres Publikum ansprechen soll, kam es mir tortzdem als etwas zu viel vor. Das machen die japanischen und englischen Kollegen in ihrer Fassung etwas besser und dezenter.

Auch wenn das Spiel ein klassisches 2D-Jump and Run ist, unterscheidet es sich deutlich von anderen. Wie im Storyabschnitt bereits erwähnt, ist Kirby nicht mehr in der Lage Gegner einzusaugen und ihre Fähigkeiten zu kopieren. Stattdessen ist der Standardangriff eine Art Peitschenschwung mit einer Garnschnur, welche Gegner entweder gleich entwindet und besiegt oder zu einem Knäuel werden lässt, welches man gleich danach in jede Richtung werfen kann. Da die Schnur nur mit seinem Ende trifft, ist es nicht zu empfehlen Schurken vor ihrem Gesicht anzugreifen. Diese Art des Angriffs ist wesentlich flexibler als das herkömmliche Einsaugen und fließt angenehm in den Spielfluss hinein. Trotzdem wäre es nicht Kirby, wenn der pinke Held sich nicht in irgendeiner Form verwandeln könnte. Sprintet man los, verwandelt sich Kirby in ein Auto, möchte einen Sprung im Fall etwas korrigieren, kann sich der Allrounder in einen Fallschirm transformieren. Drückt man mit dem Steuerkreuz nach oben, schaut Kirby mit seinen Augen in den Horizont. Dieses Detail hat keinerlei Funktion, erwähnen wollte ich sie aber irgendwie trotzdem. Im Multiplayer kann ein weiterer Spieler in die Rolle von Prinz Plüsch schlüpfen, der das gleiche Moveset aufweist. Allerdings gibt es dennoch einen kleinen Vorteil im Mehrspieler. Es ist möglich den Partner zu einem Knäuel zu wickeln und auf Plattformen zu schmeißen, die normalerweise nicht erreichbar wären.

Aufgrund des neuen Stils im Bereich Gegnerdesign, Musik und Grafik; wirkt Stoffland als eigene, neue Welt glaubwürdig und hebt sich atmosphärisch deutlich von Kirbys eigentlichem Zuhause Dream Land ab!

Bosskämpfe sind imposant und Kirby-typisch kreativ umgesetzt, leiden aber unter der Tatsache, dass sie nicht gewinnen können!

Die Level profitieren vom Garn-Thema ungemein, sie spielen mit Reisverschlüssen, Wolle und allerlei andere Stoffe aus Omas Nähkiste. Thematisch erwarten einen klassische Ambiente, allerdings ist es lobenswert, dass manchmal sogar Themen zusammengefügt werden. Die Wüsten-Welt ist auch gleichzeitig eine Lava-Welt, eine Musik-Welt geht in eine Süßigkeiten/Spielzeug-Welt über. Das sorgt für Abwechslung und lässt eine Welt enormer erscheinen als sie ist. Der Umfang der Level besitzen eine angenehme Länge und können einen mit zahlreichen Überraschungen erwarten. Zum Beispiel warten auf den Spieler spezielle Tranformationslevel, wo Kirby sich in ein Tier/Objekt/Maschine verwandelt, beispielsweise ein Motorrad, ein surfender Pinguin oder ein Kampfroboter. Manche spielen sich etwas besser als andere, im Grunde genommen bereichern sie aber alle das Erlebnis und kommen regelmäßig in angenehmen Abständen vor.

Entdecker können sich auf zahlreiche sammelbare Geheimnisse freuen. In jedem Level wartet ein dekoratives Möbelstück (dazu später mehr) darauf gefunden zu werden. Zusätzlich dazu versteckt sich auch eine Musik-CD irgendwo, welche das Stück des Levels in der Musikbox freischaltet. Möchte man den Stand der Dinge nachsehen, kann man in Welt 0, euer Ruheort sozusagen, in einer kleinen Halle alle Secrets (wie Musikstücke, Filme, Möbelstücke usw.) mit Prozentangabe nachsehen. Die Secrets können tatsächlich gemein und unerwartet versteckt sein, das Finden und Erkunden lohnt sich. Für den perfekten Bonus, kann der Spieler am Ende eines Levels eine Goldmedaille mithilfe von Perlen erreichen, die überall im Level aufzufinden sind. Sie wirken wie Münzen aus Mario oder Bananen aus Donkey Kong, spendieren aber kein Leben, sondern je nach Menge eine Bronze-, Silber-, oder Goldmedaille am Ende. Der Sinn dahinter ist recht einfach und gleichzeitig auch traurig, dazu aber später mehr.

Bossgegner konnten positiv überraschen, anfangs war ich ängstlich, dass Good Feels nicht die Essenz der Kirby Bosse richtig übertragen kann, allerdings war die Skepsis unbegründet. Es stimmt zwar, dass sie nicht ganz so verrückt sind und manche auf das bewährte, langweilige 3-Hit-Prinzip setzen, das Angriffsmuster und die Ideen dahinter machten aber Spaß. Da wäre beispielsweise der Boss der dritten Welt, ein Magier, welcher bei einer Attacke euch an eine Bombe bindet und euch erstmal schnell entwinden müsst. Oder der Kampf gegen König Dedede, der ferngesteuert wird von Fäden, ganz wie eine Marionette. In diesem Kampf geht es mehr darum die Glieder der Fäden zu entwirren, anstatt wirklich Dedede zu schaden. Thematisch wurden die Bosse also immersiv und spannend umgesetzt. Kommen wir wieder zu den Möbelstücken und ihr Zweck. Wie bereits erwähnt fungiert Welt 0 als euere kleines Zuhause, weswegen euch auch ein kleines Zimmer ein

Transformationen, wie der Delfin, bringen Abwechslung ins Spiel und lockern standartisierte Thematiken, wie Wasser-Level, auf!

einem Häusschen zu Verfügung gestellt wird. Dort könnt ihr dann die gesammelten Möbelstücke je nach Belieben platzieren. Einen wirklichen Sinn hat das nicht, macht aber Spaß und gibt euerem Heim mehr Charakter. Zahlt ihr genug Perlen an den Vermieter, kann das Gebäude ausgebaut werden und neue Bewohner anlocken. Damit das passiert, müsst ihr die richtigen Möbel in die neugebauten Wohnungen platzieren. Die neuen Mieter bieten euch als Belohnung kleine Challanges, wie ein Wettrennen, Finde-fünf-von-mir-Spiele, oder Bring-mich-ans-Ziel-Spiele an. Als Belohnung gibt es Stoff, mit dem ihr eure Möbel noch weiter individualisieren könnt. Sind einem gefundenen Möbel und Stoffe noch zu wenig, der kann im Laden nebenan noch weitere für Perlen kaufen. Die Einbindung der sammelbaren Gegenstände wurde wunderbar kreativ und stimmig umgesetzt, es macht sein Häusschen mit neuen Bewohners Aussrichtungen zu personalisieren. Alles, was man in diesem Spiel findet hat einen Zweck und wurde nicht reingeworfen damit es größer wirkt, als es ist.

Ein Spiel, in dem es nicht möglich ist zu sterben...?

Bisher klingt das alles sauber umgesetzt, allerdings kommen wir jetzt zum größten Fehltritt: der Schwierigkeitsgrad. Möglicherweise dürfte es keinen mehr überraschen, aber Kirby-Spiele sind und waren schon immer einfach, ein Status, auf den die Reihe ruhig stolz sein kann, denn nicht viele Franchise schaffen es konsistent in ihrem Anspruch an Schwierigkeit zu bleiben. Dennoch hat man es hier auf die Spitze gestrieben, denn es ist nicht möglich in diesem Spiel zu sterben. Vielleicht mag das merkwürdig klinge, denn es gibt doch Bosse, Gegner und Abgründe - was passiert damit? Nun, fällt man in einen Abgrund, wird man wieder nach oben gezogen. Es ist faktisch nicht möglich zu sterben. Das einzige Anzeichen an Schwierigkeit entsteht erst, wenn man auf Medaillenjagd geht. Wird man nämlich von Gegner getroffen, verliert man Perlen. Je höher der Perlenstand, desto mehr verliert man bei treffern. So liegt die Schwierigkeit bei Bossen beispielsweise nicht im Besiegen, denn was anderes geht auch nicht. Sondern vielmehr eine bestimmte Perlenanzahl zu erreichen, was dann auch nicht mehr einfach ist, denn Bosse lassen Perlen erst fallen, sollte man sie treffen. Wird man also selbst zwei- bis dreimal erwischt, ist es Grunde schon vorbei. Das System dahinter ist also verständlich, trotzdem bleibt es dabei: Ich kann nicht verlieren. Wenn ich möchte, kann ich die Wii-Ferbindung einfach zu Seite legen und warten bis attackieren kann. Genauso in Levels, nichts stellt eine Gefahr da, sobald ich entscheide das Spiel ganz normal durchzuspielen. Da es für die 100% auch keine richtige Belohnung gibt, ist diese Entscheidung noch unverständlicher. Netterweise gibt es beim erfolgreichen Abschließen von Bossen mit hohem Perlenstand zwei Zusatzlevel in einer Welt, das dürfte aber die wenigsten interessieren. Mir ist klar, dass das Spiel für extrem junge Spieler ausgerichter ist. Allerdings kommt mir dann die Frage auf: Sind das die anderen Kirby-Spiele nicht auch? Ein Casual-Modus wäre nicht möglich gewesen, da dann das Perlenkonzept nicht mehr aufgeht. Insofern ist ist diese Entscheidung für mich mehr als fragwürdig und in keinster Weise fördernd. Für junge Spieler hätte der normale Kirby-Schwierigkeitsgrad absolut gereicht. Hier wurde die Casualisierung der Wii-Era auf die Spitze getrieben.

Ein neuer Bewohner zieht ins Haus ein. Zum Dank gibt es zahlreiche Challenges und Stoffe, mit denen ihr eure Möbelstück und das eigene Zimmer individualieren könnt!


Die Grafik ist, wie schon oftmals erwähnt zauberhaft, einmalig und zu seiner Zeit innovativ und völlig neu. Die ganzen Animationen sind zuckersüß und weich, wie die Objekte und Charaktere sich bewegen triefen vor Charme und liebe zum Detail. Noch heute sieht das Spiel eindeutig zeitgemäß aus und vermischt einen gewissen Comic-Stil mit der Garn-Optik, während Yoshi’s Wooly World beispielsweise etwas mehr auf Realismus setzt. Die Musik begleitet das Geschehen mit klassisch angehauchten, meistens ruhigen Pianostücken. Manchmal wirkte es auf mich so, als würde ein sehr junger Musiker ein einfaches, aber stimmiges Stück üben und im Hintergrund spielen. Trotzdem dürfen einen auch normale, nach Kirby klingende Musikstücke erwarten. Der Soundtrack hebt sich also ausreichend von der Hauptreihe ab und versucht erfolgreich eine eigene Note niederzuschreiben.

Wertung

7

Mein Fazit zu Kirby und das magische Garn

Meinung von eatfrishkirby
Kirby und das magische Garn stellt einen außergewöhnlichen Ableger in der Kirby-Reihe da. Die damals neue, noch immer zeitgemäß aussehende Garn-Optik vermischt sich mit dem Gameplay, was Kirby erfrischend dynamische Fähigkeiten, wie den Peitschenschwung, gibt und ein anderes Spielgefühl entstehen lässt, als man es von der Hauptreihe gewohnt ist. Die Level sind umfangreich, bieten thematisch und inhaltlich Abwechslung, beispielsweise mit den Transformationen; und motivieren den Spieler sammelbare Gegenstände zu entdecken. Nebensächliche Tätigkeiten, wie das Dekorieren des Hauses oder Bewältigen der Challenges, lockern das Hauptabenteuer auf und geben jedem gesammelten Gegenstand einen Zweck. Der Soundtrack entspannt dank ruhigen Musikstücken und hebt sich genug vom klassichen Kirby-Sound ab, ohne fremd zu wirken. Bossgegner sind nicht schwierig, beeindruckend dafür aber mit tollen Angriffkonzepten und wurden grafisch ansprechend und bedrohlich animiert. Leider ist der Schwierigkeitsgrad nicht existent, was manche Passagen und Kämpfe völlig belanglos macht und sich mit Kirbys Designphilosophie widerspricht. Kirby und das magische Garn ist ein absolut gelungenes Experiment und sticht noch heute dank seiner Einmaligkeit in der Reihe hevor, leidet aber unter einer verherrenden Designentscheidung und dürfte deswegen für viele nicht ansprechend wirken. Wer aber auf ein ruhiges, gemütliches und lockeres Abenteuer steht, darf sich auf das mit Abstand einfachste Kirby-Spiel freuen!
Mein persönliches Highlight: Die letzte Welt, welche das Garn-Thema mit typischen Kirby-Elementen vermischt!

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