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User-Test von AnimalM zu Metroid Prime: Federation Force - Nintendo 3DS

  • Deutschland Deutschland: Metroid Prime: Federation Force
  • USA USA: Metroid Prime: Federation Force
  • Japan Japan: Metroid Prime: Federation Force
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
02.09.2016
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Next Level Games
Genre
Action, Shooter, First-Person
Spieleranzahl
Lokal: 6 - Online: 6
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Metroid Prime: Federation Force - 3DS

Von AnimalM () Der beste Teil der Metroid Serie! So hätten es sich die Fans sicher gewünscht, als das Spiel auf der E3 2015 angekündigt wurde. Doch was Nintendo damals zeigte, sorgte nicht gerade für Begeisterungsschreie. Im Gegenteil: die Stimmung war mies; viele hatten auf ein neues Metroid (Prime) für die WiiU gehofft. Stattdessen bekamen sie ein Spinoff für den 2DS/3DS, das im Prime Universum spielt. Der Look kam nicht gut an, Samus sollte kein spielbarer Charakter sein und man würde Mechs steuern. Kurz Metroid Prime – Federation Force (kürzen wir es doch einfach mal MPFF ab) hatte keinen leichten Start. Aber ist das Spiel wirklich schlecht? Davon wollte ich mich gerne selbst überzeugen. Und soviel sei direkt verraten: MPFF ist längst nicht so übel wie sein Ruf vermuten lässt.

Kampagne, Blast-Ball oder den Mech mit Mods und Lackierungen anpassen - die Menüs sind schön gestaltet

Zugegeben, auch ich hatte durch die vielen Negativberichte bereits Vorbehalte und wollte das Game erst gar nicht in meine Sammlung aufnehmen. Ich hatte zwar mal die Demo zu dem Blast Ball-Modus probiert (ein Koop-Modus, in dem ihr eine Art Mech-Fußball spielt), gänzlich begeistern konnte mich diese aber nicht. Aber als ich neulich wieder Feuer fing, beschloss ich, auch den unbeliebten Teilen der Serie zumindest mal eine Chance zu geben. Und ehrlich? Das Spiel gibt es auf verschiedenen Wegen inzwischen so günstig zu bekommen, dass man im Grunde kaum was falsch machen kann. Ich zumindest hatte Glück und es für nen Fünfer in noch eingeschweißtem Zustand bei den Kleinanzeigen bekommen.

Bionic an!
Jetzt aber endlich zum Inhalt: MPFF spielt zeitlich nach der Prime Trilogy. Das Phazon und sein Ursprung wurden getilgt, die Spacepiraten verstreut, Samus war siegreich. Aber so ganz herrscht noch kein Frieden im Universum und die Bedrohung durch die Piraten herrscht noch immer vor. Es liegt also an der Galagtischen Föderation und somit euch, für Ordnung zu sorgen. Ihr schlüpft in die Rolle eines Soldaten, der die neueste Technik der Förderation im Kampf einsetzen soll: Mechs. In so einem steckend gilt es für euch eine Kampagne aus 22 Missionen zu bewältigen. Allein. Oder im Team. Denn MPFF ist vor allem ein Koop-Shooter.

Nach einem kleinen Training, in dem ihr auf eure Tauglichkeit für die Mechs geprüft werdet, stürzt ihr euch auch schon ins Abenteuer und wählt eine von den ersten drei verfügbaren Missionen aus. Diese führen euch auf eine von drei Welten, zwischen denen ihr im weiteren Verlauf der Kampagne hin und her wechselt. So findet sich eine Eiswelt, eine mit Lava und Felsbrocken und eine technoide Variante. Für erfolgreich abgeschlossene Missionen gibt es je nach erreichter Punktzahl Medalien, die euch im Rang steigen lassen. Außerdem werden neue Missionen und Lackierungen für euren Mech freigeschaltet. Letztere könnt ihr außerdem mit Amiibos freischalten; mit denen aus der Metroid-Serie gibt es sogar ein paar exklusive Skins.

Die Waffen eines Kriegers
Ihr steuert euren Mech aus der Ego-Perspektive, zielt entweder über den Stick des N3DS oder per Gyro-Steuerung. Mechtypisch bewegt ihr euch etwas behäbiger als in anderen Shootern; Abhilfe schaffen etwas die Sprungdüsen, die auch zum Ausweichen von gegnerischem Beschuss dienen. Neben eurer Standartbewaffnung, die sich auch für einen starken Schuss aufladen lässt, stehen euch je nach Mission Unterstützungsdrohnen; Eis-, Feuer- und Elektroschüsse sowie diverse Raketen und anderes Spielzeug im Arsenal bereit. Je nach Planet stellt ihr euch entsprechend ein: auf dem Eisplaneten ist Feuer zum Beispiel eine naheliegende Auswahl.

Die Planeten sind thematisch passend gestaltet und bieten für aufmerksame Augen hin und wieder kleine Geheimnisse

Die Missionen sind mit im Schnitt 10 Minuten handheldtypisch kurz und somit gut für unterwegs geeignet. Abwechslung wird ebenfalls geboten: Haltet einen riesigen Käfer auf, der eine Antene zerstören will; findet eine abgestürzte Crew; infiltriert eine Basis – jede Missione zeichnet sich tatsächlich durch einen etwas anderen Ansatz aus. Viel Tiefgang dürft ihr zwar nicht erwarten, aber gelangweilt hab ich mich jedenfalls nicht. Inhaltlich reißt die Story zwar leider keinen vom Hocker – ehrlich, ich hab schon wieder vergessen, worum es den Spacepiraten geht – aber das macht zum Glück nichts, da die einzelnen Missionen ihre eigenen kleinen Geschichten erzählen. Reicht.

Die Level sind zwar sehr gradlinig aufgebaut und von einer Welt wie in der Prime Trilogy Meilen entfernt, doch lohnt es sich immer wieder, den vorgegebenen Pfad zu verlassen und sich umzusehen. Dabei findet man nämlich schnell versteckte Mods, mit denen ihr vor jeder Mission euren Mech anpassen könnt. Etwas mehr Feuerkraft für Raketen, etwas mehr Widerstand für eure Begleitdrohnen oder doch lieber die Effektivität der Reparaturkapseln erhöhen? Sucht es euch aus! Viel Raum zum experimentieren ist allerdings nicht gegeben. Zu Beginn stehen euch gerade mal zwei von drei Steckplätzen für die Mods zu Verfügung. Gerade im Singleplayer werdet ihr zudem den ersten Platz für die nur im Einzelspiel verfügbare Mod zur Schadenshalbierung und Waffenverstärkung blocken. Ohne diese kann es nämlich richtig schwer werden.

Bist du zu schwach...
Hier versteckt sich tatsächlich ein großes Problem des Spiels: der Singleplayer ist fast schon zu schwer, um ihn ohne Mitspieler zu schaffen. Das liegt offenbar daran, dass die Missionen nicht an die Zahl der Spieler angepasst wird. Sprich: eine Welle von sagen wir 40 Spacepiraten auf Zeit aufzuhalten, mag ja für vier Spieler recht einfach sein, für einen allein kann das aber schnell zur unlösbaren Aufgabe mutieren. Auch das Erreichen hoher Punktzahlen und somit das Freischalten von Medaillen ist für einen einsamen Wolf oft gefühlt unmöglich, da am Ende die Punkte aller Mitspieler addiert wird, die Zeit gestoppt und das Verfehlen von Nebenmissionen mit dem Ausbleiben von Bonuspunkten bestraft wird.

Gemeinsam seid ihr stark. So sollte es zumindest sein. Denn leider finden sich nicht immer Mitspieler, was gerade bei schwierigen Missionen für etwas Frust sorgen kann. Hat man aber welche Gefunden, macht die Schießbude gleich doppelt so viel Spaß. Da ist es fast egal, dass manche Mitspieler nicht so recht zu wissen scheinen, was das Ziel der Mission ist und wie man dieses am effektivsten erreichen kann. Da helfen leider auch die Möglichkeiten der Kommunikation mit Hilfe von vorher festgelegten Nachrichten nicht viel. Hier verschenkt MPFF leider etwas Potential.

Nur bedingt Metroid
Die Präsentation des Spiels ist in meinen Augen recht gelungen. Klar, mit dem etwas kindlichen Chibi-Look muss man sich erst einmal anfreunden. Der war zumindest auch für mich ein Grund, zunächst einen Bogen um das Spiel zu machen. Denn von einer düsteren melancholisch angehauchten Atmosphäre eines typischen Metroid-Spiels ist das hier weit entfernt. Auch der Soundtrack dudelt da eher zweckmässig aus den Lautsprechern. Doch hat man sich damit erst einmal arrangiert, funktioniert es doch recht gut und man erkennt, dass doch hier und da Liebe zum Detail im Spiel steckt. So starten im Hanger bei der Waffenauswahl Transportschiffe im Hintergrund, so sind die Levels durchaus thematisch passend designt und so schön sind selbst die Menüs gestaltet.

Hier und da findet man natürlich schon ein paar Dinge, die man zu Recht kritisieren kann. Das Mech-Feeling hätte zum Beispiel besser sein können. Klar, die Kiste bewegt sich recht behäbig und eine Simulation wie in Mechwarrior oder einen Blockbuster wie Titanfall hab ich nicht erwartet, aber zumindest das Gefühl für die Größe hätte besser genutzt werden müssen. Denn egal wo ihr seid, vom Maßstab her ist alles auf die Größe des Mechs ausgerichtet. Die Gegner, die Räume, die Türen! Wieso die Türen? Es wirkt fast so, als ob die alte Zivilisation des Planeten genau eure Größe gehabt hätte. Auch die Spacepiraten. Klein fühlt ihr euch hingegen, wenn ihr in einer Mission euren Bigbuddy verlasst. Na ja, der Punkt stößt vielleicht nur mir etwas auf.

Und ja, es handelt sich um ein Spinoff. Es ist kein Metroidvania mit Backtracking und neuen Gadgets (es gibt keinen Morphball :( ). Ihr steuert nicht Samus. Dennoch wird sie andauernd erwähnt. Was irgendwann einfach nur noch aufgesetzt wirkt, um irgendwie den Bogen zur Serie zu halten. Ich persönlich hätte es hier etwas konsequenter gehalten. Entweder richtig integrieren oder halt eben ganz weglassen. Geschenkt.

Wertung

7

Mein Fazit zu Metroid Prime: Federation Force

Meinung von AnimalM
Meiner Meinung nach hat Metroid Prime Federation Force seinen negativen Ruf nicht verdient. Ich für meinen Teil habe bisher zumindest eine Menge Spaß mit dem Spiel. Die Steuerung ist okay, der Sound auch. Die Missionen sind abwechslungsreich, aber an manchen Stellen vielleicht etwas zu knackig geraten. Das Mod-System ist zwar umfangreich, aber leider kaum einsetzbar. Blast Ball mag ein netter Zeitvertreib sein, aber ist zumindest für mich nichts. An manchen Stellen verschenkt das Spiel ein bisschen sein Potential, aber schlecht ist es auf keinen Fall. Und wie gesagt, gebraucht bekommt man es schon für ein paar Euro - da kann man wirklich nicht viel falsch machen. Man darf vor allem aber kein Metroidvania erwarten, es ist nun mal ein (Koop-)Shooter. Und ob nun eine 7 oder 8 hier unter dem Test steht, ich würde gerne zur 7,5 tendieren.
Mein persönliches Highlight: Zu viert im Koop Wellen von Spacepiraten wegpusten, macht schon ordentlich Laune.

Kommentare 4

  • Psycho M -

    Ein guter Test! Ich kenne kaum Leute, die Federation Force wirklich mögen, außer dir. Mit dem Spiel kann ich allerdings nicht viel anfangen, auch wenn es bloß ein Spin-Off ist. Dennoch ist es schick zu sehen, dass du als großer Metroid-Fan gefallen an dem Spiel findest!

    • AnimalM -

      Vielen Dank :) Ich hätte mir sicher auch lieber ein richtiges Metroid Prime für den 3DS gewünscht. Selbst auf dem DS hat das ja geklappt. Aber wie gesagt, sieht man von der Lizenz und ein paar Kritikpunkten ab, ist es gar kein schlechtes Spiel. Ist natürlich auch Geschmackssache ;)

  • min-Bekker -

    SEHR, sehr schöner Bericht! :) Mir gefiels auch richtig gut, hab's aber auch immer als Spinoff mit eigener Gameplay-Mechanik betrachtet. Die Überraschung am Ende des Spiels ist das Durchspielen schon alleine wert :) Ironischerweise war gerade "Federation Force" der Grund, wieso ich vor rund 2 Jahren die Gruppe "Metroid Germany" auf Facebook gegründet hatte - eigentlich wollte ich deutschsprachige Mitstreiter zwecks Koop suchen ^^

    • AnimalM -

      Hey hey, vielen Dank. Werde auf jeden Fall noch versuchen, das Spiel bis zum Ende zu schaffen. Hatte sogar schon überlegt in der Gruppe mal nach Mitspielern zu fragen - dann werde ich das wohl mal tun ;)