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User-Test von Tisteg80 zu WWF WrestleMania 2000 - Nintendo 64

  • Deutschland Deutschland: WWF WrestleMania 2000
  • USA USA: WWF WrestleMania 2000
  • Japan Japan: WrestleMania 2000
Plattform
Nintendo 64
Erscheinungsdatum
12.10.1999
Vertrieb
THQ
Entwickler
AKI
Genre
Sport, Wrestling
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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WWF WrestleMania 2000 - N64

Von Tisteg80 ()
Hallo liebe ntower-Freunde!


Im Zuge der Nintendo 64 Themenwoche auf ntower.de möchte ich euch nachfolgend das N64 Spiel „WWF Wrestlemania 2000“ etwas näher vorstellen. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen neuen Test von mir. Vielmehr war ich um die Jahrtausendwende herum als Schreiber für ein kleines Wrestling-Fan-Magazin tätig und habe dort in meiner Kolumne „You can be the superstar!“ regelmäßig Spiele für diverse Plattformen vorgestellt sowie News rund um kommende Wrestlinggames veröffentlicht. Oft liefen die Tests so ab, dass meine Schwester und ich abwechselnd etwas geschrieben haben, in Anlehnung an die Kommentatoren-Duos der Wrestlingshows. Nicht so jedoch bei WWF Wrestlemania 2000, über das ich alleine berichtet habe.

Bedenkt also, dass meine Aussagen aus dem Jahr 2000 stammen. Aber so ist es wiederum ein schöner Rückblick, mit welchen Augen ich früher das Spiel gesehen habe. Los geht’s!


Schwache Technik gut genutzt

Alleine die Zahl 2000 im Titel macht einem schon klar, dass es sich hierbei um ein recht aktuelles Spiel handelt. Fast alle Wrestler, die auch in echt momentan der WWF angehören, haben ihren Platz gefunden. Bereits das Intro macht Lust auf mehr. Natürlich bekommt ihr auf dem Nintendo 64 kein Real-Video vorgesetzt, wie es bei einem Playstation-Spiel der Fall wäre. Doch man wusste sich zu helfen: Die Ingame-Grafik ist gut genug, um viele verschiedene Einmärsche und Szenen aus der WWF zu zeigen. Viele Wrestler werden kurz präsentiert und dürfen eine Aktion zeigen. Immer wieder im Bild ist Stone Cold Steve Austin, der immer noch eine Stufe über den anderen Jungs steht.

Immerhin: Zwischen den Spielszenen sieht man gelegentlich auch echte Fotos! Jawohl, die Leute von THQ bzw. AKI haben Bilder aus den Einmarsch-Videos genommen und lassen diese auch auf dem Titantron ablaufen. Eigentlich lobenswert - wenn schon keine Videos, dann wenigstens Standbilder. Nur sind die Bilder dermaßen aufgepixelt, dass man teilweise fast nichts mehr erkennen kann.

Und gleich noch was zur Einzugsmusik: Positiv ist, dass sämtliche Wrestler ihre Einzugsmusik bekommen haben (einfach nur genial: No chance in hell und der Song von X-Pac). Doch auch hier muss man leider sagen, dass dies nicht allzu gut gemacht wurde. Denn die Songs haben teilweise gerade mal MIDI-, maximal schlechte MP3-Qualität. Die wenigen Gesangspassagen wurden zwar einigermaßen hinübergerettet, aber stark gekürzt.

Fassen wir den Bereich Präsentation also mal kurz zusammen: An „WWF Attitude“ kommt dieses Game vom Einmarsch her nicht heran, doch den widrigen Umständen zum Trotz (geringer Modulspeicher) gelang es den Entwicklern, einen akzeptablen Einmarsch zu gestalten. Und immerhin gibt es immer einen Einzug, auch wenn vier Wrestler an einem Match teilnehmen.


Grandiose Optionsvielfalt

Nun zu den Optionen. Neben dem einfachen Exhibition-Match, bei dem man schnell loslegen kann, gibt es ein King of the Ring-Turnier (bis zu 16 Wrestler – das macht Fun!), einen Royal Rumble (maximal immer vier Leute im Ring, Anzahl der Teilnehmer kann festgelegt werden), einen Karriere-Modus („Road to Wrestlemania“), einen Create-a-wrestler-Modus und einen PPV-Modus.

Im Exhibition-Modus gibt es übrigens das normale Singles-Match, ein Tag Team-Match, einen Three-Way Dance und das knallharte Cage-Match.

Diese Matches können in den folgenden Arenen ausgetragen werden: Raw is War, Sunday Night Heat, Royal Rumble, King of the Ring, Survivor Series, Summerslam und natürlich Wrestlemania! Damit wurde also das gesamte Spektrum abgedeckt. Die Hallen wurden übrigens schöner gestaltet als bei WWF Attitude und ECW Hardcore Revolution (beide von Akklaim) und wirken voller.

Doch zurück zu den Möglichkeiten, die einem bei WWF Wrestlemania 2000 angeboten werden. Man muss gar nicht selbst kämpfen, sondern kann auch einfach nur zuschauen – auch nicht schlecht. Somit steht einem tollen Wrestling-Abend mit Freunden nichts mehr im Wege. Aber das Beste: Man kann eigene Titel erstellen! Jawohl! Bis zu sieben verschiedene Gürtel gibt es. Man kann dann einen Namen für die Titel vergeben und diese dann gewinnen und gegen Freunde oder die CPU verteidigen (oder an dieselben verlieren). Das Gute daran ist, dass man eine Statistik zu jedem Belt abrufen kann. Daraus kann man erkennen, wie oft der Gürtel schon verteidigt wurde, wer ihn vorher besaß und so weiter. Freunde, das ist einfach nur geil!

Und wenn ich schon dabei bin, komme ich auch gleich auf den PPV-Modus zurück. Nein, hier kann man kein Passwort wie bei WCW Mayhem eingeben, um echte Shows nachzuspielen. Es ist vielmehr so wie bei Attitude und Hardcore Revolution: Ihr bastelt euch euren eigenen PPV zusammen! Legt fest, wer gegen wen antreten muss, welche Matcharten dabei genutzt werden sollen und… ob es um einen Titel geht!


Beispiel aus der Praxis

Stellt euch das mal vor: Ihr sitzt so vor der Kiste und habt gerade einen TV-Titel erstellt. Danach macht ihr einen PPV und legt einige Matches fest, die ihr sehen wollt. Wie wäre es mit einem fiesen Austin vs. McMahon Match im Stahlkäfig? Hehe… Ihr müsst ja nicht alle Matches selbst bestreiten, sondern könnt einfach nur zugucken, wie im Fernsehen halt auch. Okay, der neue Belt ist vorhanden, die Matches für den Raw is War PPV stehen komplett. Man kann sogar das Datum und den Ort des PPVs eingeben, das wird dann in der Gürtel-Statistik vermerkt!

Also kann es logehen: Mit einem Kumpel werden jetzt die Matches bestritten und es kommt bald zum Main Event des Abends: Das Titelmatch. Spieler 1 fightet heftig und drückt wie wild auf dem Pad rum, doch Spieler 2 behält die Oberhand und holt sich fiese Gegenstände zum Zuschlagen. Zum Glück kann Spieler 1 kontern und seinem Gegner den Baseball Bat wegnehmen. Doch was ist das??? Der Erzfeind von Spieler 1 kommt zum Ring, um ihn zu attackieren! (Ja, man kann sogar Feinde und Freunde festlegen, die dann eingreifen können!)

Verdammt, jetzt wird es langsam eng. Noch Spieler 1 hält dagegen. Dann das nächste Cover gegen ihn, die Übermacht ist erdrückend. Eins. Zwei. Puh! Gerade nochmal rausgekommen. Warte… Ein weiterer Wrestler stürmt zum Ring und hilft Spieler 1! Der verschafft sich etwas Luft und bekommt nach einiger Zeit die Möglichkeit, den Finisher einzusetzen und pinnt danach den Kontrahenten.

Juhu, der neue Titel hat einen ersten Besitzer gefunden! Enttäuscht senkt Spieler 2 den Kopf. „Oh Mann, ich war sooo nah dran.“ Macht nichts! Für den nächsten freien Abend wird bereits der Sunday Night Heat PPV vorbereitet. Bleibt nur die Frage, was der Main Event sein soll. Ein Re-Match um den hart erkämpften Titel? Ein Non-Title-Match? Ein Three-Way Dance, dessen Gewinner ein Titelmatch bekommt? Oder vielleicht ein Tag Team-Match, bei dem jeder den Wrestler an die Seite gestellt bekommt, der für den Titelgewinn/Verlust durch sein Eingreifen mitverantwortlich war? Die Entscheidung liegt ganz allein bei euch…


Freie Auswahl

Ihr seht schon, ich bin hin und weg von diesem Spiel. Nachfolgend will ich noch kurz auf die anderen Modi eingehen. King of the Ring und Royal Rumble sind klar, kennt jeder. Create-a-wrestler dürfte inzwischen auch bekannt sein. Leider ist hier die Auswahl an Klamotten recht gering, aber immerhin noch besser als bei WCW Mayhem. Dafür könnt ihr aus den vollen schöpfen, was den Rest angeht: Wählt eine Einzugsmusik aus, den Titantron-Standbild-Overkill und die Fähigkeiten. Man kann nämlich auf verschiedene Eigenschaften Punkte verteilen. Toll: Ihr könnt dem eigenen Wrestler wirklich alle erdenklichen Moves zuordnen. Beinahe jede Aktion, die in echt möglich ist, gibt es auch hier. Individueller geht es nicht! Außerdem lässt sich das Verhalten beim Einmarsch festlegen, wie er feiern soll (Scrotch Chop, Jubelszene und sonstiges) und wen er als Freund sowie Feind hat. Ich könnte noch lange so weiterschreiben, doch ich versuche, mich kurz zu fassen: Es ist einfach unglaublich, was man hier alles einstellen kann. Wer sich eingehen damit beschäftigt, und das habe ich bisher ein Mal getan, sitzt gut und gerne zwei und mehr Stunden davor, ehe der Wrestler perfekt ist. Aber dann ist die Freude umso größer, wenn sich die ersten Siege einstellen.


Das kann jeder

Apropos Siege, die erlangt ihr ziemlich schnell, vertraut mir. Ihr habt die Befürchtung, dass euch so ein Spiel überfordert? Ihr kennt das Wrestling nur aus dem TV? Ihr meidet Spielekonsolen, weil ihr nicht wisst, wie’s funktioniert? Leute, geht zum nächsten Geschäft und kauft euch ein Nintendo 64 und dieses verdammte Spiel. WWF Wrestlemania 2000 macht euch den Einstieg super einfach. Die Steuerung geht so locker und leicht von der Hand, dass ihr innerhalb von zwei Minuten genau wisst, was abgeht. Dermaßen intuitiv kann man sonst nirgends loslegen! Man braucht keine Tastenkombinationen lernen, es geht einfach alles wie von selbst. So macht Wrestling Spaß!


Auch alleine ein Hit

Für den Abschluss meines Tests habe ich mir ein kleines Schmankerl aufgehoben: Der Karriere-Modus von WWF Wrestlemania 2000 ist der genialste überhaupt! Man fängt unten an, mit einfachen Matches, meistens die Opener. Wie das im Wrestling eben so ist. Dann steigt man auf, kommt in bessere Shows rein, gewinnt vorgegebene Gürtel (die echten der WWF) und nimmt an PPVs teil. Ein virtuelles Jahr hat man Zeit, zur Spitze der Liga aufzusteigen. Der Weg dahin ist weit, doch Abwechslung wird groß geschrieben. Immer wieder müsst ihr eure Titel verteidigen, Tag Team-Matches bestreiten oder besondere Matches ausfighten.

Und das Beste: Gelegentlich werdet ihr von einigen Wrestlern herausgefordert! So geschehen auch bei mir, als ich mit Steve Austin spielte. Vor einer Show kam plötzlich Mankind zum Ring. Es kam eine Text-Einblendung in Englisch, die ich jetzt mal sinngemäß wiedergebe: „Du hältst dich anscheinend für einen harten Typen, oder? Du meinst, du wärst knallhart? Hell no, ich werde dir zeigen, dass ich der wahre Hardcore-Champion bin! Beim PPV wirst du zeigen können, was du drauf hast.“
Diese Szene spielte sich vor meinem Match bei Raw ab. Während meinem Match, ich hatte den Hardcore-Titel zu verteidigen, kam Mankind herein und half meinem Gegner! Doch ich schaffte den Pin und dann kam der PPV, wo mir Mankind tatsächlich den Belt abnahm und sich danach über mich lustig machte. Naja, immerhin hatte ich noch ein Heavyweight-Titelmatch an diesem denkwürdigen Abend. Und zwar gegen den Undertaker. Ich holte mir dann diesen Titel und fühlte mich danach gleich wieder besser. Solche Szenen sind einfach klasse, man ist mittendrin.

Wertung

8

Mein Fazit zu WWF WrestleMania 2000

Meinung von Tisteg80
Von mir gibt es eine 8/10 für WWF Wrestlemania 2000, das muss man als Wrestling-Fan einfach haben! Auch wenn es Kritikpunkte gibt (Einmarsch, kantiges Aussehen der Wrestler, schwache audiovisuelle Präsentation), so sind diese doch nur zweitrangig. Man hat so viel Spaß mit diesem Spiel, dass man gerne mal die echten Shows auslässt – schließlich muss man seinem Kumpel wieder den Titel abnehmen. Und keine Angst: Wer keine Wrestlingfreunde in seiner Umgebung hat, stellt den Schwierigkeitsgrad auf Mittel oder Schwer und hat dann ganz schön zu kämpfen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Mein persönliches Highlight: Dass man eigene Titel erstellen, verteidigen und Statistiken dazu ansehen kann!

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