The show must go on

Noch bevor die Olympischen Spiele 2020 im kommenden Sommer in Japan beginnen, turnen, werfen, schwimmen und schießen Mario und Sonic wieder einmal um das digitale olympische Gold. Nachdem die Serie anlässlich einer in Asien ausgetragenen Olympiade – die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking, China – ins Leben gerufen wurde, kehrt das sportliche Crossover zwischen Super Mario und Sonic the Hedgehog nun anlässlich einer weiteren in Asien ausgetragenen Olympiade zurück. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang haben Klempner und Igel zwar ausgesetzt, sind beim Sport-Spektakel im eigenen Ursprungsland aber wieder frisch und erholt an der Startlinie. Wir haben uns ins virtuelle Tokyo begeben, um an Seite der ikonischen Videospielefiguren die verschiedenen olympischen Disziplinen zu erleben und uns unserem ganz eigenen Olympia-Abenteuer zu stellen.


Alles beim Alten


Kenner früherer „Mario & Sonic“-Ableger dürften wohl bereits ein gutes Gefühl dafür haben, wie der neueste Ableger strukturiert ist. Denn trotz der vielen Jahre hat sich am Grundprinzip nicht viel getan. Wer sich sofort in die Olympia-Action schwingen möchte, hat vom Hauptmenü aus Zugriff auf alle in Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 angebotenen Disziplinen. Vom 100 Meter-Lauf über Fußball, Bodenturnen bis hin zum Bogenschießen ist wieder eine breite Palette an verschiedenen Aktivitäten vertreten, die in Form von Minispielen erlebt werden. Manche komplexer als andere.


Beim Karate legt sich besser keiner mit der Prinzessin an & Knuckles. © Nintendo / SEGA

Mit dabei sind nun auch die vier neuen Disziplinen „Sportklettern“, „Surfen“, „Skateboard“ und „Karate“. Diese fügen sich ganz natürlich in den Rest der angebotenen Disziplinen ein und bieten neue Gameplay-Ideen, die für zusätzliche Abwechslung sorgen. Während euch beim Surfen und Skateboarden viel Freiraum für eigene Entscheidungen gegeben wird, testet „Sportklettern“ vor allem eure Geschicklichkeit. „Karate“ ähnelt spielerisch der Disziplin „Fechten“, fühlt sich aber mehr wie ein kleines Beat 'em up an. Das gestaltet das Spielgeschehen ein wenig flotter und dank verschiedener Techniken auch dynamischer. Wer wollte sich nicht schon einmal von Prinzessin Peach umlegen lassen?


Böse Zungen würden behaupten, die Bewegungssteuerung bei Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 sei ein Relikt aus der Wii-Zeit, doch angestaubt sieht anders aus. Für den Nintendo Switch-Titel wurde die Steuerung durch Bewegen und Neigen eurer Controller einmal generalüberholt und soll laut Entwickleraussagen nun für ein realistischeres Spielgefühl sorgen. Während dies für jede Disziplin isoliert bewertet werden müsste, fällt zumindest die HD-Vibration als eine positive Neuerung auf. Alternativ können aber so ziemlich alle Disziplinen auch per klassischer Knopfsteuerung gespielt werden, was Bewegungsmuffel sicher freuen wird. Manchmal ist die Knopfsteuerung auch zu empfehlen, so ungenau wie die Bewegungen der Joy-Con teilweise ins Spiel übertragen werden.


Neben den traditionellen Disziplinen bietet Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 auch sage und schreibe drei Traumdisziplinen. Diese Anzahl ist nicht nur ernüchternd, sondern regelrecht erschreckend. Wo doch in früheren Ablegern die wilden Crossover-Ideen in den Traumdisziplinen erst so richtig zur Geltung kamen, zeigt sich im neuen Titel viel ungenutztes Potenzial. Auf eine genauere Bewertung der Traumdisziplinen werdet ihr bis zum vollständigen Spieletest warten müssen, doch möchten wir euch bereits empfehlen, die Erwartungen in dieser Hinsicht niedrig zu halten.


Im Laufe des Abenteuers besucht ihr einige Orte in Japans Hauptstadt. © Nintendo / SEGA

Der Traum ist vielleicht geplatzt, aber das hindert uns nicht daran, ein wenig in Nostalgie zu schwelgen. Und das geht umso einfacher mit den brandneuen „Tokio 1964“-Disziplinen. Zehn Aktivitäten präsentierten sich in feinster Retro-Optik, in einem Mix aus 8- und 16-Bit. Hier haben Bewegungs- und Gyro-Sensoren nichts zu suchen, hier geht es old-school zur Sache. Beweist euer Können im Umgang mit Knöpfen und werdet der neue Olympiasieger von 1964.


Das Retro-Fieber kommt auch nicht von ungefähr, sondern hat mit einem völlig neuen Story-Modus zu tun, bei dem Mario, Sonic sowie ihre Freunde und Feinde in eine Spielekonsole hineingesaugt werden und sich anschließend im Tokyo von 1964 wiederfinden. Der von zwei Bösewichten geschmiedete Plan ging nach hinten los und nun suchen Helden wie auch Schurken nach einem Ausweg zurück ins Tokyo von 2020.


Der Story-Modus präsentiert sich, ähnlich wie in vorherigen Ablegern, als Aneinanderreihung von verschiedenen Herausforderungen, bietet dabei aber nun auch die Möglichkeit zur Erkundung und jede Menge Wissenswertes rund um die Olympischen Spiele, Japan und natürlich die beiden Spieleuniversen von Mario und Sonic. Nicht nur besucht ihr die vielen Stätten, an denen die talentierten Athleten um die Medaillen kämpfen werden, sondern erlebt Tokyo und Umgebung in all seinen Facetten. Ein Abstecher zum Tokyo Tower oder zur populären Kreuzung im Shibuya-Stadtteil sind ein Muss, umso aufregender ist es, dass diese Orte tatsächlich begehbar und erkundbar sind, wenn auch nur im kleinen Rahmen. Hier haben Nintendo und SEGA definitiv Liebe zur eigenen Kultur bewiesen.


Vieles Weitere zu Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 erfahrt ihr, sobald wir euch in unserem Spieletest mehr verraten dürfen. Dann gehen wir noch genauer auf einzelne Aspekte des Crossovers ein, sprechen über den Online-Modus, schildern euch unsere Eindrücke zum Story-Modus und einiges mehr. Bis dahin könnt ihr euch übrigens unser Preview-Video zum Spiel ansehen, welches ihr hier finden könnt.

Unsere Prognose

Meinung von Daniel Kania

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 wirkt vielversprechend! Noch haben wir uns nicht in aller Ausführlichkeit in den virtuellen Stadien, Hallen und Plätzen ausgetobt, aber schon jetzt lassen sich neben den vielen Optimierungen einige Neuerungen feststellen, die für zusätzlichen Spielspaß sorgen werden. Nennenswert sind dabei die vier neuen Disziplinen, aber auch die Retro-Disziplinen, welche euch durch einen aufregenden Story-Modus nähergebracht werden. Übernehmt die Kontrolle verschiedenster Mario- und Sonic-Figuren und erkundet das Tokyo der Vergangenheit sowie der Gegenwart, um mehr über die Olympischen Spiele zu erfahren und hoffentlich auch Olympia-Sieger zu werden. Wir wollen noch nicht über die verdiente Medaille sprechen, aber ein Platz auf dem Siegertreppchen ist Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 gewiss. Ich freue mich schon darauf, euch mehr zu verraten!
Mein persönliches Highlight: Der Story-Modus strotzt voller Detailverliebtheit sowie charmanter Trivia und wirkt sehr vielversprechend

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 3

  • RhesusNegativ

    Meister des Turms

    Bis auf die Traumdisziplinen klingt das ja alles ganz gut.

  • Sebi.L.

    Turmfürst

    Mit der Anzahl der Traumdisziplinen verschenkt man leider etwas Potenzial. Aber ich freu mich schon sehr auf den neuen Teil! :D

  • Tarik

    Turmbaron

    Was ist eigentlich mit dem etwas realistischeren Teil (ohne Mario und Sonic)? Von dem hört man kaum noch was.